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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 5. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 5.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Straftim. Zu Ihren R. Montefiore'« hat »in Verein in Jervsalem eine Bibliothek zur Benutzung für die Mitglieder unentgeltlich und gegen geringen Beitrag für Jedermann zusammengebracht, in einem angemessenen Locale aufgestell- «nd am 14. Tebeth eröffnet. Sie trägt den Namen Montefiore'«. Bei der töelegenheit hielt der Redacteur de« Habat zeleth eint Rede,"in der er die Redactionen jüd. Blätter und die Be itzer hebr. Werte aufforderte, die Bibliothek mit Freiexemplaren zu bedenken. (Hab.) Au« fldmsgate erhalten wir kurz vor Schluß dieser Rr. ein Schreiben Sir Mos Montefiore'«, in welchem er der Idee der Ec Ionisation Palästina'« näher tritt, und zu Beiträgen für diesen Zweck aufforderl. Wir kommen darauf in nächster Rr. zuiÄck. Feuilleton. Die Ma«ri«. Line Er>Shlunau« Spante»« Borzeit. (Fortsetzung.) „^ketzt wollen wir diesen Schnapphahn etwa« genauer betrachten!'" fuhr der Fremde fort, währeitt» er sich dem Don Gaspar» näherte, der seinen linken Arm in seinen Mantel gewickelt ind den blitzenden Degen in der Rechten, dastand, jeden Moment bereit, seinen Angreifer niederzustrecken. glommt mir nicht zu nahe, mein guter Freund, sagte Don Gasparo sehr ruhig, oder ich spieße Euch aus, wie ein« Wachtel. Ich werde nach der Heiligen Erzbrüderschaft schreien, sowie ich den ersten Stoß zu thun gezwungen werd«, und dann wird sich da« Weitere schon finden." „Sehr wahr I" lacht» der lange Eavalier, indeß er seinen Degen zog und auf Don Gasparo loSging. Ei, furchtbarer Hieb Don Guzmann'« ließ den Degen de« Angreifer« in zwei Theile zerspringen. Fast in demselden Augenblicke hielt Don Gasparo seinen Feind beim Halse und setzte ihm die Spitze seine» Dege» aus die Brust „Erhebt Euch, Herr, oder ich durchbohre Euch!" schrie Don Gasparo wüthend. „Laß mich io», Hund, oder Du bist de« Tode«!" stöhnte der Anlxre, indeß er sich vergebenloszumachen suchte. „Du bist «in todrer Mann, Amigo!" „Ich bin der Infant, Don Felipe von Spanien!" „ii)«sto besser I Aber ich schwüre bei San Jldephonso'S Bebeinen, daß ich Dich tödte, wie ich da« Recht Hab«, da Du mich an griffest, wenn Du nicht um Pardon bittest und Dich al» meinen Befangenen bekennst. Sag' Deinen Begleitern, daß sie sich nicht etwa rühren; denn selbst wenn ich eine Kugel empfinge, würde ich meinen Stoß durch Dein Wamm« noch vollführen können." „Steckt die Degen bei, meine Herren Cavaliere! stöhnte Don Ftiipe. Gut, Sennor, ich will mich ergeben, aber nicht bevor üh weiß, daß mein Sieger ein guter, altchristlicher, spanischer Edelmann ist." „Ich heiße Don Gasparo d« Guzman, und der Name kann selbst vor Habsburgern und Burgundern bestehen." „Gm, ich ergebe mich Dir, Don Gasparo, ehrlich und ohne Gefährde. Hier ist da« Fragment meine« Degen«! Laß mich Uh!" „Unter der Bedingung, daß Ihr, königlich« Hoheit, mich auf Eu:r Wort zu Eurem Gefangenen annehmt!" „Suf mein Wort, e« sei! Der Teufel hat - Dir diesen Einfall eingeblasen, ohne welchen Du morgen auf der Plaza mayor gebraten worden wärest, wie ein Spanferkel, da« Rosinen in Bauche hat. J«i)l ließ Don Gasparo lo« und gab dem Prinzen nicht allein d«n Degen deffelben, sondern auch da« einzige Schwert. Behalte Deine Klinge! erwiderte Don Felipe. Meiner Treu, Du weißt einen vortrefflichen Gebrauch davon zu machen. Hier, Don Inriquez, Don Fernando, Don Pablo und Don Gomrz, wollt Ihr mir wohl sagen, ob Ihr traurige Burschen seid, oder nicht? In Eurer Mitte werde ich zum Gefangenen gemacht und muß diesen Burschen wider meinen Willen al« meinen Gefangenen anerkennen, während Ihr nicht ini Stande seid, weder Eure Degen noch Eure Zunge zu rühren. Dou Gasparo de Guzmann hat mehr Energie, mehr Witz, al« Ihr sammt und sonder-, und e« könnte der Tag kommen, daß ich Euch zum Teufe! schickte. Euch, die Ihr zu nicht« nutze seid, al« auf meine Rechnung Schulden zu machen, ohne nur ein einziger Mal selbst Geld anschaffen zu können " Don Felipe war fortwährend in Geldverlegenheit, beiläufig erwähnt, und der Erbe de« Königreich«, in welchem die Sonne nicht unterging, konnte nur durch die raffinirtesten, conlplicirteste» Experimente zu enorinen Zinsen Geld auftreiben. E« war nicht ungefährlich, dem Jnfaaten Geld zu leihen; denn der König hatte mehr aleinmal Diejenigen, weiche durch ihre Vorschüsse den Prinzen in den Stand setzten, seine schauerliche MaitreffenwlNhschaft unsircht 7» »erchaiten, Monate lang bei Waffcr und Brod einsperren lassen, um die gefällige» Gläubiger schließlich auf ewig de« Lande» zu verweisen „Königliche Hoheit, sagte Doil Gasparo, darf Euer Gefangener Euch da« zu Füßen legen, wa« er in diesem Augenblick sein Eigenthum nennt, sowie die Summe, welche er in nächster Minute einzukassiren im Begriffe ist?" „Wie? rief Don Felipe. Ich glaube, daß diese Summen nicht zu gering sein werden, um annehmbar zu erscheinen. -„Zweitausend Realen und fünf- oder zehntausend Doublonen. Die erster« Summe ist hier, die andere werde ich sofort holen." „Herr Gefangener, würdet Ihr nicht« dawider haben, wenn ich Euch begleite, damit Ihr da« Vergnügen habt, so bald al« möglich zu zahlen?" „Gewiß! und ich werde Euch einen wirklichen Schatz zeigen, welcher in der That die Ehre verdient, Königin von Spanien zu sein." Don Gasparo ging voran und schlug den Weg nach dem Hause de« Jufluff Ben Akba ein. Er senkte sein leichtsinnige«, erfinderische« Haupt und entwarf mit blitzgleicher Schnelligzeit einen Plan nach dem andern, um den königlichen Printen, mit welchem ihn da« Glück zusamnienführte, so zu feffeln, daß derselbe sich nicht etwa morgen oder in kurzer Zeit von dem abenteuernden Edelmanne abwend«, um ihn wieder in seine vorige Dunkelheit zurücksinken zu laffen. „Gedenkst Du hier anzuklopsen? fragte Don Felipe, indeß er auf die Thür de« Hause« zeigte, vor welchem Don Gasparo stehen geblieben war. „Allerdings, Altezza!" „Du beabsichtigest, Dich auf meine Person zu berufen, um dem alten Juffuff i'en Akba die Doublonen alyujagen, von denen Du vorhin sprachst? Hüte Dich! Jussnff wird aus meinen sstamen keinen Real borgen, und außerdem morgen früh dem Könige einen getreuen Bericht von dem Sturm« abstatten, den ich auf die Börse de« Juden versucht habe." „Mein eigner Name genügt, königliche Hoheit! Wollt Ihr die Gnade haben, hier einige Minuten zu warten. . . ." „Gewiß; aber bringst Du nicht«, so mache Dich gefaßt, daß ich Dich al« einen Ehrlosen betrachte und behandle, wachem ich mein Wort — das nur für den makellosen, wortgetreuen Edelmann gegeben wurde — nicht zu halten brauche." Don Gasparo klopfte an und antwortete auf die, oben au» einem kleinen Gitterfenster heraus ertönende Frage, wer so spät noch Einlaß begehre? „Es ist der Freund des Freunde«, welchen Ihr vorhin saht. Er hat eingesehen, daß Euer Rath und Anerbieten sehr weise waren u,ü> sendet mich, damit Ihr thut, wie Eure Absicht gewesen ist."

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