Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 5.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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für bi*!' erste unb zweite Sbtheilung, einen Religion»--, einen Zeichn:nunb einen AuShülfSlehrer. ie«ßerg. Der im vor. Blatte unter „Krakau" erwähnte Beschluß be» hiesigen Verein» Schomer J»rael in Betreff be» Wucher» lautet wörtlich: „Der Verein erklärt ba» Rehmen :on DarlehnSzinsen, die nnverhältnißmäßig hoch zum Werrhe de» Gelbe» stehen, und nur in Folge der Roth be» Schuldners ober besten Ui,erfahre „heit versprochen werben, ist nicht nur höchst unsittlich, sonbern auch für ba» Wohl unb Inter« ffe der galizische» Juden gefährlich und abträglich. In Folge besten wirb der §. 22 lit. 1 be» BereinSstatut», betreff» der Ausschließung eine» Mitgliedes, wenn e» durch einen unsittlichen Lebenswandel sich al» unwürdig erweist, dahin erläutert: dag solche Mitglieder, welche der obigen Resolution zuwider handeln, an» dem Vereine ausgeschloffen sind. Ferner wird ein Preis von 11 Ducalen in Gold auSgesetzl für die beste populäre Schrift über den Wucher, besten Begriff, besten Gememschäblichkeit und insbesondere besten Gejährlichkell für die galizischen Juden, endlich über die besten Mittel zu testen Bekämpfung. — Die preisgekrönte Schrift wirb auf BereinSkosten gedruckt und verbreitet werben " — Im klebrigen wurde in den Motiven betont, baß man der Freiheit de» GeldoerkehrS an sich nicht entgegen treten wolle. Anerkennung verdient es, wenn das Vereinsorgan offen auSspnchi: „Es liegt in unser,» Bestrebe», der Sucht nach mühelosem Gewinn (durch Börsenspiel und Wucher), al» der Quell: der meisten socialen Uebel bei nufer» Glaubensgenossen, riit aller Kraft entgegen zu triten." Es gilt da» nicht gerade nur von und für Galizien. iCBkrg, -12. Januar. (Or-Eorr.) Sie hoben unlängst erwähnt, baß Herr A. Dornzweig Hierselbst da» in diesem Blatt: erschienene Gedicht „Da» Waisenkind" von Kompert in» Hebräische übertrage» hat. Es mag nicht uninlereffpnt sein ,u erfahren, wie dieser Herr über eine solche Uebersetzung n Die Sprache ber heiligen Schrift urtheilt. Ich theile Jbneil daher seinen Brief an Herrn Dornzweig mit: „Rur ganz besondere Umstände, über die ich nicht Herr werden tonnt:, tragen dre Schuld daran, daß ich die Mich so hoch ehrenoe Sendung Ihrer Uebersetzung meine» Gedichte» e-st jo spät beantworte! Ich kann e» nicht sagen, wie wunderbar mich diese ausgezeichnete Uebertragung in da» geheiligte Idiom unseres Volkes ergriffen hat. Es ist mein Gedicht, und doch wie >zanz ander» liest e» sich in Ihrer Nachdichtung. E» hat eine» ganz andern Eharakter angenommen, und wenn ich sage es sei dadurch viel schöner, ergreifender und wahrer geworden, so sage ich damit keine Redensart! Haben Sie also meinen besten Dank u. s. w." Liiz, 10 Januar. (Or.-Eorr.) Heute wurde von dem hiesij.en Rabbiner, Hrn. I)r. Frank, eine Trauung vollzogen, die in ihrer An eine seltsame genannt werben kann und wohl kaun> in Wien vorkoiumen dürfte. Bon dem Brautpaar: war die Braut eine Projelytin, au» Dalmatieir gebürtig, adeligen Geschlecht», die Tochter eine» ehemaligen k. t. Haunlmanne». Bon den 4 Beiständen (2 Ehepaare) waren eben' all» 2 Proselyten, so daß von 6 Personen 3 früher dem Katholicismu» angehörten. Alle S Personen aber gehören dem Theater au, wovon eine die Frau de» hiesigen Theaterdireclor» ist, die auch in Wien rühmlichst bekannte Lharle» Hirsch. In jedem Falle bietet diese» Ereigniß einen erfreulicheii Gegensatz zu den zahlreichen Uebertritten au« dem Judenthum zum Ehristenthum, wie sie im letzten Jahre in Preußen stattzeiunden haben sollen. (Ich kann e« nicht Unterlasten, gegen die Bezeichnung aller solcher „Ereigniste" und in spsoie Theateru. bergt. Pro elyten-Ehen al» „erfreulich" Einsprache einzulegen Unter den Aspiranten auf vebertritt zum Jubenthum, welche sich neuerdings bei mir gemeldet haben, befand sich auch der Reffe zweier katholischer Geistlichen. Ich verzichte auf solche Triumphe und — Nekomos; laste jedoch Änderen andere Ansicht hieriiber. Red.) - > Holland. R. Amsterdam, 11. Januar. (Or -Eorr.) In der vergangcnen Woche hatte unsere Gemeinde den Tob de» Herrn MagnuS M. Kalker, Apotheker dahier und Sohn einer hief. sehr frommen und notabeln Familie zu beklagen. Da» „Wenkblad roor Israelieten'* hat in seiner jüngsten Rr. durch folgenden nekrologischen Bericht sich zum Organ der Bielen * gemacht, die den Dahingeschiebenen gekannt haben, chn hochachteten und sein Ableben tief betrauern. Der Bericht lautet: „Mit tiefem Schmerz und inniger Theilnahme wurde vorgestern (ö. Januar) der Bericht von dem Tobe de» Herrn Kalker, in dem noch jugendlichen Alter von 32 Jahren vernommen. Human und rechtschaffen in Handel und Wandel, freundlich und dienstfertig gehörte der Verblichene zu der geringen Anzahl unserer Glaubensgenossen in der Hauptstadt, die mit hoher allgemeiner Bildung eine warme Liebe für die jüdische Religion und ihre Traditionen und ein Herz für die jüdische Wiflenschaft vereinige». Dafür zeugt, daß derselbe während einer Reihe von Jahren al» vsrikl in ber „Großen Synagoge" fungirte, mit einem der Rabbiner' de» Bet Hamidrasch einen “llinP lernte, unb mehrere Jahre als' Secretär de» Wohltbätigkeits - Verein» Q'oynp f ipaSn die Interessen diese» Verein» mit Herz und Seele beförderte. Der Verstorbene finde jetzt in höher» Regionen den verdienten Lohn für all da» Gute, da» er gethan, für all da« Gute, wonach er immer gestrebt. <1"2"3e"3"t1" So äußerte sich da» „W. v. I.", besten Redacteur nicht zu den Orthodoxen zählt. Die orthodoxen Redakteure de» „Nieuw Israel. Weekblad* waren vermulhlich über diese» Verlust so tief betrübt oder mit Beschäftigungen überhäuft, daß sie ihrem Schmerze keinen Ausdruck zu geben vermochte» — sie schwiegen. — Bei dem unlängst dem neuen Oberrabbiner gegebene» Festmahle brachte derselbe den Toast auf Se. Maj. den König und ein Mitglied der Gesellschaft einen solchen auf Hrn. Godefroi au». Beide wurden telegraphisch übermittelt und durch huldvolle» Schrei >en resp Telegramm beantwortet. — In meinem Berichte (Nr. 2) über die Festlichkeit in der portugiesischen Synagoge ist irrthümlich gesagt, dieselbe sei so wie am Simchath Torah geschmückt gewesen; e» muß heiß n: wie am 10n3 712D- (Unbekannt mit den Spezialitäten und Singularitäten de« Minhag der Port. Syn. z» Amsterdam können wir über die Riten des J"1P daselbst keine Auskunft geben. Red) . ^Rumänien. T. Berlttd, 3. Januar. (Schluß.) Die Juristen de» „Romanul" behaupten, daß unter droits ciriles nur da» Recht verstanden werde: im Lande zu wohnen, Gewerbe z» treiben (insofern v.m kein Parlikulargeletz entgegen stehe), ferner da» Versammlung«recht, freie Religionsübung, da« Recht der Petition, Schutz de» Eigenlhum», der Ehre u. f. w. — aber keineswegs auch da» Recht, ein Hau» zu kaufen. BajoreSku tritt diesen Behauptungen in seinem Blatte „Preffa" entgegen und jagt: Gegenüber einem klaren Gesetze sind alle solche Ausführungen hinfällig; der Eaflation»höf wird den Juden in Bukarest und Jaffy Recht geben müsse»,. benn ihr Anspruch ist nach den LandeSgesetz n ein wohlbegründetes. Aber in seinen Aufsätzen vermißt man eine Widerlegung der auf die Schriften französischer Recht«gelehten sich stützenden Behauptungen der Gegner. Ich bin kein Jurist, aber ich weiß, daß sowohl in der Pariser Eonventio» (der Grundlage der rumänischen Verfaffung), wie in unser» Gesetzbüchern nur vonj zwei Kategorien die Rede ist: von droits ciriles und politiques. Wenn nun die Bevollmächtigten der Vertrag»- und Schutzmächte in der Lo»- vention gesagt habe», daß die droits ciriles allen Eingeborenen ohne Unterschied der Religion zustehen sollen, und daß die droit, politiques auch Richt-Lhristen erlheilt werde» kö». ne», wenn die Kammern dem zustimme» — dann hat «a»