Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 3.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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e) attörtbfm fällig gewordene Lehrgelde: für Ha»da«rkrr. 65f) für Unterricht sämmilichrr Handwerker am Sonnabend und Sonntag .... 40 — — . 1135 11 2 Die noch erübrigenden 515 Thlr. 24 Sgr. 11 Pf , welche über die im Januar 1874 anf un» daftenden Verbindlichkeiten hinan» verausgabt wurden, und in folgender Weise verausgabt ward, n: Thl Sg Pf. g) für 4 Handwerks- und Kaufmannslehlinge 54 16 6 h) für 1 Gewerkschüler und 2 Schülerinnen 16 12 6 i) für Equipirung, Verpflegung und Beförderung von Waise» . . . . . . 132 27 11 Ir) für Lehrgelder (Vucbhallerei, Destillation rc) 215- 1) zur Reife nach Berlin behnss SlrUenannahme 66 26 — ru) Rückbeförderung o. Waisen u. Erwachfene» 30 2 — 515 24 11 (Schluß folgt) Rußland. Odessa, 8. December. Dem „Leinb. Jsr." wird folgende Geschlchle berichtet, die einen gewiß auffallenden Gegen.atz zu der im Leilarliket der vorigen Nnmiuer erwähnten Frei- Iprechunb einer Diebin in Philadelphia bildet In Nord am«nta schreiende Verletzung der Gerechtigkeit aus Judenhaß, in Rußland unparteiische Justiz für und durch einen Inden. Extreme, die einander nicht berühren! — „Die gute Siadl Sebastopol, bekannt ans dem Krimkriege eurch veil Patricilsmus ihrer Bevölkerung, lhut sich .auf «hre Verdienste um das Vaterland, die sie sich vainals erworbeii hat, nicht wenig zugute Die Sedastopoler wollen sich durchaus nicht mit Allem zufrieden geben, was für die vielen andern Städte im weilen Rußland Recht nnd Gesitz t|i. Sie wergene» sich z. B. mit vieler Hartnäckigkeit, als es der Zufall gewollt har, daß bei bei». Wahlen der Friedensrichter tut die Stabt in einem der Quartiere auch ei» Jude gewählt wurde, diesen al» gleichberechiigr mit feinen christliche u Eollegen anzuerkenuen, obivohl tC da» Gesetz so bestimmt. Sie wollte» keinen Inden aus einem Ehrenposten duldeir und proteitirleu gegen die Wahl bei der Regierung. Allein man hat ihren Protest hohen Ort« zurückgewieien, weil man nicht wegeil eine» Hausteins russischer Bürger, und wenn dus« noch so patriotisch wären, niittelalterlicheu Anschauungen Rechnung tragen wollte. Der Jude, Jakobsohn ist sein Name, diiev Friedensrichter in Sebastopol und üble sein Ehrenamt tadellos zun« Wohle seiner Äuburger au». In den letzten Tagen «richten auch em ruisischer Gutsbesitzer au» der nächsten Umgeduiig ln seiner Gerichl-kammer, um in einer gewiffen . Prtval-Angelegenhelt Recht zu suche». Der Richter fand, daß er Unbillige» verlange und wie» seine Klage zurück. Darod ergrimmte der Gutsbesitzer gar sehr und überhäufte den Juden mit allen möglichen Schimpfnamen, wa» zur Folg« hatte, daß der StaatSauwall einen Prozeß gegen ihn anhängig «acht«, brr kürzlich vor dem Bezirksgerichte verhandelt wurde. Der Angeklagte wurde zu dreimonatlichenl schwere» Krrker vernktheul, und da» Publikum klatschte Beifall. Da» brachte ihn in unveichreibliche Wuth. Er konnte e« nicht begreifen, »«* mon ihn wegen „so eine» Juden" so empfindlich strafen ttnd odeudrein noch verspotte« könne; er zerschlug Siühle »uv Bänke im BerichlSsaale und hieb auf Jeden ein, beu er erreichen konnte, die Richter uicht au«g«nommen. Dadurch hat er sich leldstoerstäudlich einen neuen bösen Prozeß auf de» Hat» geladen, der chm neue empfindliche Strafen eindringen dürfte. Und da« Alle« „wegen so eine» Juden!" vermischte uud neueste Nachrichten. IR«|ktW|. (J»ra«litischer Literaturverein.) Obmohl di« duchhändlerifche» Anmeldungen — desonder» au« Holland, Frantreich, Amerika und und einem Theile Oesterreichs — noch nicht sämmtlich eingetroffen sind, so kann e» doch nach den bei dem hiesigen BereinSkassierer eingegangenenn BeitrittSerklärnngeu nebst JahreSbeiträgeil keinem Zweifel mehr unterliegen, daß der Literaturverein al» eonßttuirt zu betrachten ist. Um die desiuitioe Bestiulinung über die zu lieseruo« Bogeuanzahl, sowie über die Höhe der Auflage vor Ablauf diese» Monat» treffen zu können, werden die Herren Agenten ersucht, die Mitgliederlisten und Beiträge an den Kassierer de» Verein» (HH. Bankier» Fließ <& Lo. hiersrlbst) baldigst einzuseuden. Au« Eöl» wird un» die tief schmerzliche Trauerkunde von dem an, 5 d Mt», erfolgten Ablrb.n unsere» allgemein verehrten, alle edlen Bestrebungen de» Judenthum» mit regstem Jntereffe fördernden Freunde«, de» sowohl al» Redner und Gelehrter, wie al» rastlos thätiger Menschenfreund — wir erinnern nur an seine Tbäligteil für die Zwecke der Alliance iSr. im Allge»>ei»e», und für die russischen Waisen ins Besondere — hochgeachteten Rabbiner» Dr. 'Israel Schwarz. ipnsntfo >6i fQKi bs bsn Jaowraclaw. Lin 15. December feierte hier Hr. Raph. Schlesinger seiue goldene Hochzeit. In weiten Kreisen al» einer der Nichtigsten Talmudisten, ein wackerer Ueberlebender des ält-'ren Geschlecht» und speci-ll von den Schülern R. Akida Eger» s. And bekannt, genießt derselbe auch al» Kaufmann, als Mitglied de» städtisch n Magistrat«, dein er seit vielen Jahren augehört, wohlverdiente Achtung uud hat sich al» Vorsteher der Gemeinte und der verschicdellen Vereine hohe Verdienste erworben. Zu verschiedenen Malen hat Hr. Schl.singer während eingetretener Vakanzen die Radbinat»- funclionen versehen. Der Greis unb seine Gattin sind G. s. D. noch sehr rüstig Die zehn Kinder, welche zum Theil in der Ferne, in Ealifornieu, wohnen, wäre» zur Feier sämmrlich h.inigekehrl. Daß die ganze Gemeinde sich freudig an derselbe, l beiheiligle, verstebt sich wohl von selbst. Die von Hrn. Rabb. vr. Kohn gehalten« Anrede fand großen Beifall nnd soll veröffentlicht werden. Wie». Jüngst fand im Saale der Handels-Akademie die diesjährige General-Versammlung de» i-raelit. Mädchen- UnierstützungS-Vereine» stall Al« einer der ersten Gäste erschien der Herr Statthalter Eonrad v. Eybesseld in Begleitung de» Herrn Hofralhe» Migerka (an Stelle de» Handel«. Ministers), dann Hofralh Seidl, and ließ sich von dem Obmanne des Verein», Herrn Gemeinoerarh Gustja.v Simon, über die Vorgänge de» abgelaufeneu BereinSjahre« umfaffend«n Bericht erstatten; der Herr Stau Halter sprach dem Herrn Odlnanne seine vollste Anerkennung für die edlen und humanen Zwecke de» Vereine» au«. Nachdem die Präsidentin des Vereines, Fra» Pauline Frankl, die Versammlung mit einigen einleitenden Worten eröffnet, erstattete Herr Gustav Simon den Kaffenbeiicht über da» abgelausene Berein»jahr; die Einnahuien betrugen 9454 st 70 kr, die Ausgaben 8617 fl. 50 kr, so daß sich ein Saldo von 887 st. 20 kr. herau»stellt. Die Schriftführerin, Frau Dr Schüßler, erstattete, nach Genehuiiguug de» Kaffenberichte», den sehr klar abgesaßten und mit viele,» Beifall ausgenommeneu Jahresbericht de» Verein». In demselben wird heroorgehoben, daß e« da» Bestreben de» Vorstände« war, die Schulen zu reorganifiren, und daß di« aurgezelchnelsten Kräfte für d«e Schulen gewouneu wurden. Es wird weiter constalirt, daß der Verein, trotz der schweren Krifi«, sich ungeschmälerter Tyeilnahnie erfreut. Im abgelaufeue» Jahre wurden 289 Mädchen unterstütz«, und gelang e», dieselbeu zu den ehrenhaftefteu Bestrebungen und Brschäftigungcu heranzuziehen. Die Foribildung«schule de« Vereine» ivar von 90 Schülerinnc« besucht. Zum Schluffe de« Berichte« wird allen Wohltätern de« Vereine», namentlich aber dem k. k. HandelSininisterium und dem Hofschauspieler Sonnenthal für die thatkräftige Unterstützung der Dank votirl. Der Vorsitzende bringt noch zur Keuntmß, daß Frau Regln« Hellmann dem Vereine rin« Stiftung von 2000 fl Rente Übermacht