Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 3.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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20;w zu finden sein, die, fall« fie nicht deutsch leien können, doch wenigstenti hebräisch lesen gelernt haben, Red) GLttte»berß. Vermöge Höchster Einschließung von, I December c haben Seine Königliche Majestät vem israelitischen Borsänger Eichb<rg in Stuttgart aut Anlaß der Zurücklegnng seines 40. Dienstjahre» die goldene Sivil Äerdtenstmebaille gnädigst zu verleihen geruht. — Am Sabbaih ypo L feierte der Decoiirte sein 50jähriges Jubiläum als Lehrer und San- «or. Die hiesige israelitisch« Sultus-G-meinde ließ ihm durch eine Depul.iilon als Ausdiuck ihres Taule» für me Verdienste, welche sich der Jubilar nm die Eiitwickeiung der hiesigen i»r. Gemeinde erworben, - mit ihrem Glückwünsche ein ebenso ehrenvolles als ansehnliches Kestgefchenk überreichen Auch an sonstlgen zahlreichen Zeichen der Achtung »nv Auhänglichkelt Seitens der Freunde und Schüler fehlte es nicht. Ten Schluß der Feier bildete e»> zu Ehren des Tage» veranstaltetes Fest tz outet t mit nachfolgendem Banket, das den fröhlichste, Verlaus nahm. — Herr EichMrg ist >ioch ininier ein ausgezeichneter E asa» und guter Kenner des Talmud», den er zu Flehiugen studirte. (Jsr) Durch Verfügung de« K. Cnllnsministerinms ist das erledigte Rabbinat Buttenhausrn dein Rabbiiialsoerweier Stern daselbst übertragen worden. Oesterreich. Wie» Die „Presse" berichtet au? Krems, 14. Der: An, S. Lctober d. I kam der 76jährige israelitische, kaum des Gehens mehr fähige Hausirer Js»t Spitzer nach den, Dorf« Langau ln dre Wohnung des 67jährigen Ausirehmers Johann Reiß zu Langau, Bezirk Geras, um Letzteren wegen einer Schu.d von 1 fl. 50 kr. zu fordern. Anstalt aber zu zahlen, eigrift der Ausiuhmer einen Prügel, führte mit demselben mehrere wuchtige Hiebe nach dem Kops de» Fsraeülen, zertrümmerte ihm den Schädel und das Stirnbein, und versetzte mit einem scharf geschliffenen Messer dem bereit» lodleu Greise eine» Stich in die Schläfeugegeub, der dis in das Geh»n drang. Zum Ueberflusse zerfchnill der Mörder noch das Ohr felms Opfers Hierauf vurchstöberle er die Taschen de» Ermordeten und entweudele eine Baarschask von 14 Gul den. Stachdem der Mörder den Leichnanr in ein Ofeuloch steckte, re uigle er sich vom Blute, giug dann ins Wirthshaus und lhot sich daielbst gütlich. Inzwischen war die Famrlie des Ermordeten, zu Schaffa in Mähren wohnhaft, um ihr Oberhauz l besorg«. Der Sohu juchte feinen Vater in der ganzen Umgebung volle vier Tage. Als die» der Mörder erfuhr, steckte er den Leichnanr in einen Sack, uniwickelte den Kopf mit einem Tuche, und trug ihn uuler dem Schutz der Stacht auf dem Stücken zu eiueul Hohlwege, wo er ihn unter einenl Dornbüsche versteckte. Hier fand der Sohn am 9. Oktober die Leiche seiireS Vater». Die »och frischen Blutunv Fußspuren sühne» die gerichtliche Eom Mission in da» Hau» Dt» 67jährigen Ausnehmer», der bernl Eintritte der Eommifston in da« Zimmer in einem Winkel de» Zimmers zufamme,gekauert saß. Die Eommijsion glaubte hier nicht auf den Rechten gelammt n zu sein, ul» der Sohn des Ermordete n die „jüdischen Betriemeu" hinter einem Bündel Holz vorfand. Der Ausnehmer gestand sofort in der oben beschriebenen Weise seine Thal. Heute nun vor den Geschwornen will Johanil Steiß glauben machen, er habe den Hausirer au» feluem Zimnier geworfen; derselbe sei unglücklich gefallen und habe angefangeu zu röcheln. Un> nun denselben nicht lang« leiden zu lassen, habe er au» „Mitleid" mit einem veile dem Juden deu Garaus gentachr. Der Schwurgerichlshof verurtheilte den 67jährige» Ausuehmer Johann Reiß zum Tod« durch de» Strang, welches Urtheil der Berurtheilte glrichgiltig hinnahm. Zu bemerken ist noch, daß die Frau des Ermordeten sich deu grässtichen Tod ihres Mannes fo zu Herze» nah«, daß sie bald darauf starb. Ara«kr«tch. Pari«. (Aus dem Bericht der Alliance ISr. Unio. für December.) Reue Mitglieder 205. darnnter au» Deutschland 135. — Da» Eenlral-Comire hat Hr» Sremirux zu seiner goldenen Hochzeit am 3 December eine Glückwunschadresse überreicht. Die auswärtigen Mitglieder des E.-E, sowie sehr viele der Alliance überhaupt würben sich sicherlich dem Glückwünsche augeschlosseu haben, wenn man rechtzeitig vorher von der Tagesfeier Kunde gehabt hätte. Di« Schulangelegenheiten bei Seite lassend, gebe» wir etwa» ausführlichere Mittheilungen über die Westrussiiche Unlerstützuugsangrlegenheit nach de» Berichte» für Rovenrber und December. Das Hauplgrenzcon.ile in Königsberg hatte bereit» früher hervorgehobe», daß es lediglich dt« übernommene» Verbindlichkeiten au» 1870 u. folg. Jahren abwickeln, v. h. die einmal l» Pfl>ge, zur Erziehung, zur Ausbildung als Haud- »v-lker u. f. w. angenommeneu jungen Leute aus Rußland di» zu einer gewiffen Reife weiter versorgen wolle; baß dazu noch ziemlich große, aber »atnrgemäß sich immer verringernd« Fond» iiSlhig, daß aber seine eigenen Mittel erschöpft seien, und der Kassier, Hr. Feinderg, bereit» sehr erhebliche Vorschüsse gemacht habe. — Das KäuigSberger Somit« bedarf zur Deckung dcS Deficit ca. 1200 Thlr und für die nächste Zukunft einschließlich der Bedürfnisse des Memelcr Somit« nloitaiiich etioa 120 Thlr. Inzwischen hat das Leipziger So- „tile für Westrußland von der gegenivärligeu Lage de» Hauptgrcnzcouliies uulerrichlel, demselben elue S.lmme von 435 Thlr., die sich noch in seiner Kasse befanden, zngeschickt, so daß da» angegebne Deficst sich uliitmehr aus 765 Thlr reducirt. Das frühere Hulfscomiie von Hamburg, das sich mit der Auswanderung der westrufsischeil Israeliten beschäftigt hat, besitzt noch eine Summe von ca. 3000 Thlr., die in Folge der von der B-rliiier Souferenz beschlossenen Aufhebung dieie« Zweige» der Hl.fslhätigkeil ohne Verwendung giblieben ist; da» HaNplgrenzcomile von Königsberg hat daher dem Hllftcomite von Hamburg oorgefchlagen, die genannle Summe einem andere» Zweige de» westrufsischen Hilfswerkes zuzuweuden. DaS Eeniral-Eouitte ieiuerseits haue 1874 bereits 16,000 Frcs. für da» westrussiiche Hulfswerk ausgegeben, überhaupt waren die ursprünglich zu diesem Zw.cke vorhanden gewesenen 130,000 Frc». bereit» Mitte 1873 vollständig erschöpft, es waren ihm jedoch 50,000 Frc». in fünf Jahresraten zahlbar zur Erledigung übernommener Verpflegung und Ausbildung geschenkt worden, und über diese Summe scheint das E.-E. zu fraglicheut Zwecke noch disponiren zu köiliren. Soweit im Rovemderberichr. Da» Hauptgreuzcomile erstattet nun weiter seinen jpecificirten Rechenschaftsbericht vom 1. Januar bi» 31 December 1874 Den Kassenbericht können wir nicht abdrucken, es wird aber interessirttl über die Natur der Ausgaben — abgesehen von Nebenkosten, Rückzahlungen und deil Beiträgen air da» Eomlle in Meuiel — Näheres zu erfahren. Diese betrugen Thlr.Sgr. Pf. zur Deckung von Berpft. a. d. Zeit vor 1874 1135 II 2 do. do. do. währ. 1874 515 24 11 1651 6 1 „Der weitaus größte Theil dieser Sunime ist von un» für solch« Personen verwendet worden, welche noch im Jahre 1873 oder schon früher vou un« üdernominen worden waren, also aut 1. Januar 1874 bereit* in unserer Pflege stauben und also für das laufend« Jahr bestimmte Verpflichtungen auferlegten, denen wir ohne weitere« genügen mußten und »war: Thl.Sg.Pf. a) für 9 Handwerktlrhrlinge . 275 4 5 b) für 8 aus unsere Kosten erzogene schulpfltchtige Waisen. 668 28 2 c) für 2 mit Lehrgeld suboentionirte Erwachsene 30d) für 7 Schüler Schulgeld, theilweis« Kleidung 56 8 8 * . / ' .. J ' -