Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 3.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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23 hat, »ad drückt di« Versammlung ihren Dank durch Erhrbea von den Sitzen au». Pest, U. Deeember. Der gewesene Director der hiesigen israelitischen Knabenschule. Herr Salomon Kahn, feierte geste-n sein fünfzigjährig,« Lehrnjubiläum. Die Pestrr isr. Religionsgemeinde bezeigte dem wacker» Pädagogen durch Au«setzen de« vollen Gehalte» al« Pension ihre Anerkennung, «ot» Seiten de« König» kam da« goldene Berdienstkreuz. welche« dem Jubilar während der Feierlichkeit überreicht wurde. Wir übergehen die Einzelheiten über die Festlichkeiten und Ooaionen, und erwähnen noch, daß der niederländisch« Co»- ful, Ritter Max Brüll, dem Jubilar in, Namen seiner gewesenen Schüler dankte und erklärte, e» leien unter diesen Sammlungen zu einer „Kohnstiftung" geschehen. deren Zinsen irmen Rormalschülern zu Gute zu kommen hätten. Petz. In der hiesigen k. Gesellschaft der Aerzte wurde Hrn Dr. I. Hirschler gegen den zeitigen Rector der Universität niit großer Majorität zum Präsidenten gewählt. Ritterda«. Er ist wahrscheinlich eine Nachwirkung der endlich erfolgten Wiederbesetzung de» Obrrrabbinal» von Amsterdam, daß in hiesigen angesehenen Kreisen eine Adresse an den Kirchrnraih unterzeichnet worden ist, in der um die Wiederbelebung de» hies. Obrrrabbinat» gebeten wird. Paris. Die vor einem Jahre gegründete Caisse de la comunautd, welche durch freiwillige Beiträge namentlich für isr. Religionsunterricht, Schulwesen überhaupt und andere Eulturzwecke, für die durch die StaatSbeiträge nicht genügend oder gar nicht gesorgt wird, eintreteu soll, veröffentlicht den ersten Jahresbericht, welcher an Grundfonds 319,060 FrcS., an Ehrlichen Beitrügen 49,129 Frc». nachweist. -«ad» Nach dem Rücktritt de» Sir Mos. Montefiore von. Präsidium de» Board of deputies wurde die Idee angergt, irgend eine Stislung zu gl linden, welche den Namen de» ehrwürdigen MonneS tragen und verewigen, zugleich in seinem Sinne wirken solle. Man brauchte nicht lange zn fudxii, um sich dabin zu einigen, daß eine solche Stiftung dem Wohl« Palästina'» gewidmet sein solle. Eine besondere Commission sollte die näheren Modalitäten in Brralhung ziehm. Zunächst bot sich da» von Oberst Gawlor vorgelrgte ColinisaiionSprojekt der Jnblirach'.nobme dar. Obgleich man anerkannte, daß dasselbe wohl durchdacht, auch an sich gar nicht unausführbar sei, so glaubte man doch von ihm absehrn zu müssen, weil e» zu umfassend und weil autsthend sei, um vor. den« Vereine mit den zu erwartenden Mitteln in Angriff genommen werden zu können. Man beschlo' daher, zum Zwecke der Beschaffung von Wohnungen, Förderung von Ackerbau und Industrie in Palästina Fond» zu sammeln. Al inoseuvertheilung ist au-geschloffen. Da» Couiite wird specielle Beschlüffe soffen. Feuilleton. Die M a uri«. ein» erzähl m>g aut Spanien» Lorzeit. (Fortsetzung.) „Ich glaube nicht, daß man mich, nachdem nian mich meiner Güter beraubt und mich al» einen Solchen entlaffeu ha:, an deffrn wahre Beffrrung da» Gericht glaube« konnte, weiter incommodire« wird. Wa» ich an irdischen Gütern besaß, ist tu den Händen meiner Richter geblieben — wa» liegt ihren an meinem Tode?" „O, ries der alte Maure, die Hände über die Berblenduog de» Edelmann«» zusammenschlagend, seht Ihr denn nicht «in, daß schon der Umstand, daß Ihr noch lebt, und al» ,i» arner Beraubter vor den Augen «rer Feinde Euch ergeht, 1 gleich einem einschneidenden Vorwurfe, einer stumme« Anklage wirk«, die auf jeden Fall beseitigt werde« maß?* „Ich werde mich selbst so bald wi, möglich besritiöeu, erwidert« Don Lui«, indrß ein Lächeln über seine erste« Züge glitt. Und eben deswegen bin ich hier, alter Freund Mnley. Dein Sohn hat meine Juwelen gerettet und glücklich 'nach Tetuan gebracht. Ich bitte Dich, niir fünftausend Reale» zu leihen und jene Juwelen al« Pfand an,»nehmen . ." „Die Juwelen bleiben Dein, und fern sei e« von mir, von Dir ein Pfand annehmen zu wollen; erwiderte Mnley. Ick war Dein Schutzknecht, Don Lui« de Lojazar, und Alle» wa« mein war, da« war Dein; ohne Dich hätte ich'« nicht zu gewinnen vermocht. Du ninimst nur da« Deinigr zurück, Don Lui«, wenn Du den lousendsten Theil nieine» Gewinne« au» meiner Hand anzunehmen Dich entschließest. Die niedergetretenen Söhne der Abenceragen sind nnn Knechte geworden im Lande de» Christen, und e» ist uns nicht Unrecht geschehen; denn wir selbst waren einst gekommen, nur diejenigen, welch« hente unsere Herren sind, in ihrem eignen Land« zu Knechten zu machen Der Herr giebt und nimmt, und keine Seele darf fragen: Wa» niachst Du, und weshalb thust Du da»? Juffuf Ben Akba Ben David, führ Muley Pereira fort, indeß er sich an den alte« Juden wandte: ich bitte Dick, dem Grafe» von Lojazar fünftausend Doublonrn vor meinen Augen autzuzahlen, damit sich Don Luis, wen« er von den Dienern de« Gkütibrn» abermals ergriffen wrrden sollte, auSweisen kann: er habe daS Geld an» derselben Quelle bezogen, au» welcher der Jnfant von Spaniest, sowie der König Philipp III., selbst ihre Nothgelder beziehen." Der alte Jude stand auf und holte eine reichverzierte Schatulle hervor, welche er auf den Tisch stellte, um da» Auf- * zählen sofort zu beginnen. Don Lui» streckte mit finsterm Blick« die Hand au». „Muley, sagte er. Du bekenuest Dich al» meinen Knecht — wohl, so ist Deine erste Pflicht, mir zu gehorchen. Laß. mir fünftausend Realen aufzählen und keinen Pfennig mehr, und begieb Dich noch heule Abend ans die Reise nach Afrika. Verkaufe dort meine Juwelen und laß durch diesen Juden, Ben Akba, den Erlö» davon unter die von den Ketzerrtchter« bedrängten christlichen und niaurischen Familie« vertheileu. Ich würde auch dir Juden nicht vergessen, wenn da» königliche Mandat sie im Augenblicke nicht von aller Sorge befreit Hütte. Juffuff Ben Akba strich mit der Haud über seinen langen Bart und lächelte auf wehmüthige Weise. „Man muß un» doch wieder zu Kräften kommen laffrn. um zu ernten, sagt« der Jude. Wer wollte Gewinn dabei vermurbkn, ein Gerippe zn schinden? Unsere guten, barntherzigen Freunde werden eS bald genug sehen, wenn wir so »M Fett auf den Rippen gewonnen haben werden, um de» Ab- , schlachten» werth zu sein." „Dann möge Muley Pereira auch Dir für die zUkÜttftig, Roth Deine» Volke» einen Antheil an de« Mtiüigdn geben Zähle nicht mehr al» fünftausend Realen!" schloß Don Lur«. indeß er sich in einen gepolsterten Stuhl ttüirf. Don Gasparo schien sich allerding» »»gerttein für der» Geldpuitkt zu inlrrrffiren, denn er stand da mit glühendest Augen und ließ feine Blicke von dem alten Maüren nach dt» - ' Juden uud vdn diesem nach Don Lni» wandern, welche« er V vergeben« durch jehr deutliche Winke und Mienen bemerklich ' machte, daß er unter keinen Umständen diese beide» Ältest fo leichten Kauf« — wie dieselben solche» anboteü — e»1- .. schlüpfen laffen möge. Außer dem Maurch, und dem Juden war da» Mikdche» '-1 im Zimmer geblieben, welche» die Fremden am Altalathvr» erwartet hatte. Eie nah« unbefangen, nachdem fje ihre Pan- '.i löffeln au-gezogen, aus dem Divan Platz, der die eine Seit« ' de« Gemach» pmt. Juffuff Ben «da hatte « selbst, wäh- -"'J rend er sein Wort an den Grafen de Loja^r richtete, nicht vergeffen, daß da» junge Mädchen amoesend amr: den» er -J hatte Zeit gefunden, seine Hand ' v