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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 2. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 2.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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rumänischen Gesetzbücher, ist zu complicirt. Man muß Derartige« eben sehen, um ti zu verstehen, zu — glauben und zu bewunturn. Da uns jedoch noch ein anderer Eorrespondent aueirer anderen rumänischen Stadt Aehnliches berichtet, sowie ei t hebräischer, für ein andere« Blatt bestimmter Bericht und ein hebr. und ein deutsche« Lobgedicht in Copie übersendet worden find, alles von bekannten Personen geschrieben und versaßt, so wollen wir gegen die außerordentliche Begabung de« Hrr. Schapira durchaus kein zweifelndes Bedenken au«- gedrückt haben.) Vermischte und neueste Nachrichten. Bei li». Hiesige Blätter berichten: „Ein berühmte« Berliner Hau« soll in seiner jetzigen Gestalt vom Erdboden verschwi, den. E« ist da« Mendelsohn Haus, Spandauerstraße Nr. 68, an deffeu Front eine schwarze Marmortasel die Zuschrisl in goldenen Leitern trägt: „In diesem .Hause le^te und wirkte Unsterbliche« M. Mendelssohn, geboren zu Deff.iu 1729, gestorben in Berlin 1786" — Zn diesem Hause wohnten racheinander Rammler, Mylin«, Nicolai. Lesfing und Mendelssohn, in dessen Eigenthum e« schließlich überging. Der jetzige Inhaber will e« niederreißen laffru." — Huf wen die Schmach fiele, steht Jeder. Wir wollen noch hoffen, daß fich ein ,Einlöier" finde. , — Dr. Geiger'« Bibliothek ist um deuPreis von 2000 Thlrn. für die Hochschule aagekaufl worden. Peft Der „Ung. Z-r." berichtet: Dieser Tage kam der hochgelehrt« Professor de« Prioatrechtes an der hiesigen Universität, Hr. vr G. Wenczel in seinem Vorträge über die confessioiulleu Gesetze, auf den Talmud zu sprechen, wobei er äußerte, taß nur wenige Kirchengesetze mir den herrschenden Land«Sges.:tzen so leicht in Harmonie zu bringen sind, wie die jüdischen, und daß es ferner eine tendentiöse Verläumdung ist, den Talmud als Urquelle zu bezeichnen, aus dem die Juden böse Lehren schöpften; der Talmud sei vielmehr ein äußerst geistreiches und unendlich scharfsinniges Wert, welches zur Hebung einer gesunden Denkungsweise sehr wesentlich beizutragen geeignet sei. Stuhl«»d. Gegenüber den Auslassungen niedrerer Blätter über Fahnenslüchtigkeit, oder eigentlich Dienftentziehnng jüdischer Kecrnten. haben jüdische Bläiter auS mehreren Städten berichtet, daß die jüdischen jungen Leute sich in Masse gestellt ha -en. Wie dreist aui der Gegenseite gelogen ivurde, zeigt ein Bericht, »ach welchem in mehreren Gouvernement« gar keine Juden von 21 Jahren zu finden gewesen seien. Nu» weiß Jeder, daß in vielen Gouvernements eben keine Juden wornen dürfen!! Ahek die.Wahrheit bricht durch. Jetzt berichtet d e russische „St. P Z." an« Bervitschew, daß die Erwartungen Aller, welche annahme», die Juden würden mit Gewa imaßiegeln zur Loosung herbeigezogen werden müssen, sich durchaus getäuscht haben. Die jungen in Bevitschew angeschriebenen Juden kamen von allen Seiten des Reichfreiwillig herdeigestrümt- Auf zehn christliche Rrkrnten kamen 88 Hebräer, von denen neun Quittungen vorstelllen. Die Berdilfchewer Juden veranstalieteu Subscriptionen, um die ärmeren jiidischen Rekruten zu unterftützem Auch der „Kjewljanin," sonst wahrlich kein Jndenfreilnd, läßt fich a rs Tschernobyl im Kreise Radomy«! Aehnliches berichten T>er Eorrespondent hat im Vergleich zu de» frühere» RekrutrnauShebuugen den Eindruck erhallen, als hätten die Juden ihren Eharakter verändert. Alle GestellungSpfiich» lige erfchieiien rechtzeitig au« Odeffa, Bervitschew, Sitomir, Krementschug und auderen Orten. Biele halten ihre Sachen verpfändet, unl Geld zur Reise zn bekommen. Auch die übrigen z»,u Einberufnngsbezirt gehörigen erschienen präcise ohne Zw-mg. Amsteid«». Das Eomüe des niederländischen Zweige« de» All. Jsr. Unio. hat einen warmen Aufruf zu Gunsten de« Berein« erlassen. London. Der Oberrabbiner der portugiesische» Gemeinde, Herr Artor, hat jüngst eine Predigt über, d. h. gegeil di« Leichenverbrennung gehalten. An« Arab len meldet der „Globus", daß da« Land seine ganze Industrie denJuve« verdanke. Diese sindGold- und Waffenschmied«, Maurer, Töpfer, Schlosser und sonitige Handwerker. Sie beschäftigen sich außerdem statt mit dem Talmudstudium viel mit der Kabbala, mit dem Sohar und den Schriften Luria'«. Es ist für einen Fremden überraschend, zwei Schmiedearbeiter zu hörm, die, während sie da« Eisen am Amboß hämmerit, miteinander die Theorie der göttlichen Emanationen und die gewagtesten und subtilsten Spekulationen der neuplatonischen Ppilosophen erörtern. Pari«, 27. Dec. Gestern stellte man in der Bibliothek de« Palais Mazarin, ivo sich die fünf französischen Akademien befinden, die Büste von Meyerbeer auf. Er war zwar nur „fremde« Mitglied", aber, da er einen Theil seiner Oper» zuerst in Pari« aufführcn ließ, so wurde ihm die Ehre zu Theil, die man sonst nur den französischen „Unsterblichen" zukommen läßt. FeuiUeto«. Die M a » r i i». Sine Erzählung au« Spanien« Borzeit. (Fortsetzung.) „Es ist sehr natürlich, erwiderte Don Lui», daß Ihr Euch bei weitem weniger zusriedenfühlt, wie ich mich fühle, obgleich ich doch am Ende mehr an Geld und Gütern verlore» Hab«, al« Ihr. Aber ein Mann, welcher Gelegenheit gehabt hat mit der Ec.ja janta von Eordova die geuaneste Bekanntschaft zu macheit und in den schrecklichen Mauerit diese- Jnqnisi» tionsgefänguiffeS die Examination-kunst der ehrwürdigen Bä» ter Dominikaner zn bewundern, freut fich, wenn er nur frei gehen kann, wohin er will, wenn er den offenen, schöne» Himmel über sich sieht und mit solcher Gnade entlassen wurde, daß man ihm sogar erlaubte, ei» Schwert tragen zu dürfen, als wenn er nie in der Gewalt der grauenhaften Ketzerrichter gestanden hätte. Alle Güter meiner Familie sind coufi«- cirt, weil der Sohn de« Graf n von Lojazar den Einfall hatte, seine maurischen Unierthanen vor den tanswülhigen Priestern und den Gewtffeusforschern, den Ealisicadore« zu schützen. Ich bedarf kau», den hnnderttausendsteu Theil dessen, ivas ich noch vor kurzer Zeit mein Eigenthum uannte, um volltonimen glücklich zu jeur — nur da« Reisegeld von hier »ach den freien Niederlanden, und da« werde ich, wenn ich de» Mann gefunden Hab«, welchen ich suche, ohne Schwierigkeiten erhalten." „Aber ich sehe, so lauge wie ich da- Vergnügen Hab« Euch zu kennen, da« heißt seit heule Morgen um zehn Uhr, nicht dageringste Anzeichen, daß Ihr Euch damit beschäftigt, diesen Menschen aufznlreiben Mag meinetwegen au« Eurer Reise nach den Niederlanden werden >va« will, so könntet Ihr Euch doch, wenn Ihr Geld erhieltet, da« ritterliche Bergnügeil machen, mich vonl Hungertode zu retten. Ich habe seil gestern Morgen nicht« genossen." Do» Lui« de Lojazar lächelte aus eigenthümliche Weis«. „Dann faste ich, wenn ich eine Zwiebel au«nehme, welche ich in unserm Gasthofe auf deiil Speiselische fand, gerade doppelt so lange, al- Ihr, Do» Gasparo; erwiderte er. Und ich kann sagen, ohne große Unbequemlichkeit. Im Jnquisition«- gefäuguiffe mulhete tmm mir öfter sechs Festtage ohne Tabak und Wasser zu. Ich bin die Sache gewohnt geworden " „Ihr werdet also »och vier Tage fasten, bevor Ihr de« Hunger dermaßen spürt, baß Ihr Euch aufmachl, um jenen -Manu ausfindig zu machen, der Euch, wie ich hoffe,.auf Eure Eavalierehre, auch ulich in einem Augenblick« an» der Roth

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