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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 1. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 1.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Lchrer-Präparandie, deren Nutzen für die Besserung der jüd. Zrchände in Rumänien nach verschiedenen Seiten hin erörtert wird. Neben dieser Schule oder mit ihr verbunden schlägt er vor, eine oder besser zwei jüdische höhere Schulen, Gymnasien, (in Bukarest und Jassy) zu gründen. Da» Execuiiv- Eomite möge die Losten dieser Schulen auf die ersten vier Jahre übernehmen, von da ab würden die rumänischen Juden sie allein erhalten. Da» ltzekutiv-Eomite in Wien sende: nun den Mitgliedern im AnSlande da» SmolenSty'sche Memorandum zu, spricht zu den allgemeinen Erwägungen und zu dem Borschlage c »er Lehrerpräparandie seine volle und sreudige Zustimmung au», hält dagegen die Gründung jüdischer Gymnasien an» pädagogischen, sozial-politischen und finanziellen Gründen für unausführbar und unrathsam. (D >ß die Bere inigung einer Volttlehrer Bildu»g»a„stalt nnd eine» Gymnasium» ganz unstatthaft sei, ist gewiß richtig; die finanzielle» und sozialen Gegengründe sind auch wohl stichballig, wenn aber jüdische Gymnasien in Rumänien für überflüssig und schädlich erklärt «erden, weil auch in Westeuropa die ersten Jude», welche Gymnasien besuchten, Borurtheil und Zurücksetzung überwinden mußte» und überwunden haben, so ist da» eine unzulässige Parallele. Wohl hat e« auch z B. in Deutschland hier und da vnhumane, intolerante, jiidenfeindliche Lehrer an Gymnasien gegeben, aber auch wieviel herrliche, evl., jede» Lob,» würdige Männer, gesegneten Andenken»; und zwar grade in der Zeit, al» jüdisch« Knaben und Jünglinge öffentliche und höhere Schulen zu besuchen anfingen Mil solchen Mäilner» will man die ein wenig civilinrt übersirnißten Barbaren Rumänienvergleichen, und wa» in Deutschland, Oesterreich u. s. w. möglich gewesen sei, soll e» daruin auch in den Donauländern sei»??!) Da- Executio Eomile in Wien ersucht dl-: College» um ihr Gutachten in Betreff de» Memorandums, eventuell um Mitiheilung über die Summe», welchdie einzelnen rumänischen Eomite» behuf» Gründung einer jüdischen Bildung»- anstalr in Bukarest disponibel halten könnten. Stavtsla», 23. Decemder. (Or.-Eorr.) Wer die nicht eudeuwollenven Schmäh- und Hetzartikel der polnischen Journale hier zu Laude tagtäglich liest, der kann wahrhaftig versucht werde» zu glauben, die Stimme der ganzen polnische» Bevölkerung zn hören, oder wenigstens den Ausdruck einer großen Anzahl Gleichgesinnter z» vernehmen, allein dem ist nicht so. Die hirnverbrannten polnische» Journalisten werden nur zn all' de», von den gemeinsten Triebfedern ihrer Selbstsucht geleitet und sind zu der niedrigsten Sorte der Revolver-Presse herabgesunken; — I» bours ou la vie! ist ihr Loiung-wort geworden Juden, verschafft unsern Blättern die ausgedehnteste Verbreitung, oder mir schimpfen! wir Hetze»! Zur Eharakterisirung de» Vvrhergesagten mag der folgende Vorfall, welcher sich hier ereignete, dienen. Der Redakteur eine« hier erscheinenden Journälchen« kam vorigen Freitag zum Herrn A H, einen sehr angesehenen und reichen Juden dahier, nnd verlangte von demselben rin Darlehen von 300 fl. üstr. W. H, der wohl ivußte, daß dieser Betrag nicht mehr eindringlich sein wird, entschuldigte sich auf der feinsten Art, daß er diesen Betrag nicht leihen könne, bot ihm jedoch V0 fl. al» Unterstützung de» Blattes a», waaber zurückgewiesen wurde. Drei Tage später schickte der Redakteur abermals zu H. wegen Darleihung der 300 fl, diesmal aber mit der Drohung, daß im BerweigernngSfalle ein in der Redaktion bereit» zuin Abdrucke vorbereiteter Schinähartikel, in welchem Hr. H. »l» gemeiner Wucherer gebrandmarkt wird, in der nächsten Nummer erscheinen würde. Hr. H , der sich einer unehrenhaften Handlung nicht bewußt war, wie« selbstverständlich ein solch' ^meinet Anerbieten standhaft zurück, »a» zur Folge hotte, daß gedachter Artikel wirklich erschien, »nd Hr. H. zur Staat«-Ai^abichast Zuflucht nehmen mußte. Da dieser Propß vor »a- MbuM nRt “ find wir auf da» Ber»ikt derselben > y ü Schließlich will ich Ihne» noch eine Begebenheit mittheilen, welche sich hier diese Woche ereignete und selbst die Anerkennung der gehäßigen polnischen Presse erzwang. Ein hiesiger Postverwalter (Ehrist) wurde seine» Amte» entsetzt und in strafgerichtliche Untersuchung gezog ». Dieser Herr wurde hierdurch mit seiner ganzen Familie dem größten Elend plötzlich preiSgegeben. Herr Ehuna Jone», rin hiesiger sehr wohlthätiger Jude, schenkte der unglücklichen Familie 500 fl. ö. W, und ermöglichte ihr so ihrer Zukunft ruhig vorzusorgen, und nicht augenblicklich dem Bettel preiSgegeben zu werden. A. S. Weiß mann. Petz. Da» jüdische Ritualgesrtz ist bekanntlich in Hinsicht aus Wieder oerheirathung tn-r Frauen Verschollener oder Vermißter sehr scrupulö», e« läßt weder begründete Bermuihungen, noch Jndicienbeweij« gellen, e« verlangt Augenschein, Zeugen, apotiktlsche Gewißheit. Man hat da» wohl wohl oft getadelt, alt übermäßig hart bezeichnet, e« tritt auch mitunter ein solcher Fall ein, wenn der Tod unzweiselhast ist, nnd nur der legal« Beweis fehlt. Daß aber die Rigorosität dennoch ihre gute» Gründe hat, zeigt folgender in der „Jüd. Pest. Zeit." berichtete Fall Vorige» Jahr ist plötzlich der hiesige Kleiderhändler Loh» an» seiner Wohnung verschwunden, und in derselben Nacht ivnrbe auf der Dvnaubrücke sein Hut und sein Stock, wie auch eilt Schreiben, da» an seine Frau gelichtet war, gefunden. In diesem Schreiben nahin er von seiner Frau Abschied und zeigt« au, daß ihir die iir Folge de» schlechten GeschäftSgaitge« erlittenen Verlust« zum Selbstmorde getriebeir haben. Die Frair, welche ihren Mann sehr liebte, legt« iamint ihren Ambern Tranerkleider an, die sie noch heute tragen. Um sich »nd ihre Kinder ernähren zn können, ivar sie gezwungen, schwere Arbeit zu verrichten. Al» das Trauerja.ir zu Ende war, machte ihr ein geachteter, wohlhabender, einderloser Wittwer einen HeirathSautrag, kam beim Rabbiuaie um eine Heirath-bewilligung ein, die ihm aber nicht gewährt ivurde. Die Frau wäre, um ihre Kinder gut versorgt zn wissen, auf den Antrag eingegange». Während der Zeit, als sich Beide bemühten, die Heirath-bewilligung zu erlangen, kaut der toblgeglaudle Mann in sein Hauzurück, abgerissen und abgezehrt wie ein Bettler. Der Mann hatte sich nämtich seit den» vorigen Jahre in N.eder-Ungarn herumgetrieben, b>» ihn endlich der herannaheude Winter zur Heinlkehr gezwungen Halle. Hut und Stock, wie auch jene» Schreiben ließ er damals absichtlich auf der Biücke, damit man an die Ausführung eines Selbstmordes glaube. Holland. K. Amsterdam, 13. Decbr. (Or -dorr.) Am vergangenen Donnerstag, 10. d. M., Abend» 7 Uhr, wurde in einer der hiesigen Synagogen der hochehrwürdige Herr I)r. I. H. Dünner al» Oberrabbiner der »iederl.-i-raet. Gemeinde und de»' synagogalen Ressort» Nord-Holland feierlich installirt. Durch äußere Umstänoe war Ihr Eorrespoudent bei dieser Feierlichkeit nicht zugegen; er kau» daher nicht« darüber al« Augen- und Ohreuzeuge mittheilen. Indem ich mich also darauf beschränke, einige» au» den Berichten einiger der hiesigen politischen Zeitungen über di« Jnstallation-rede und de» Eindluck, den sie gemacht, zu übersetze», habeich, Verden Herrn l)r. D. Freund nennen darf, nicht zu fürchte», daß man iilich der Eingenommenheit und Ueberlreibung beschuldige; ich lasse ja nur unparteiische Zeugen spreche». „Jetzt", so schreibt dir „Amsterdamsche Eonraut" v. 12 d. M., „betrat Dr. I H. Dünner die Kanzel, uni die Antrittsrede zu hallen. Der Oberrabbiuer wie» aus den Autzug der Jtraeiite» au« Egypten hin,*) setzte „»»einander, daß dieser nicht politische Freiheit zum Zweck halte, sondern Erhebung au» dem MalerialtSmu», dem die Israeliten, i»! Besitze der jüdischen Tugenden: sam eit, Sittsamkeil o«w-i— ‘ •) w- «at rkk tto». 3, 10-413. Vre zur Zert der Erzväter Bescheiü-"'—'* »'nyatt. o^firuen waren. Er»

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