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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 1. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 1.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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®4 wurden vertheilt an: Sephardim '. . . . K43S Brode „ Marokkaner 960 „ Aschkenafim Peruschiin 1960 „ „ Wolliner 1176 „ „ Oesterreicher 1225 „ „ Habad 245 „ „ Warschauer 245 „ i» Summa 12250 Brode Jerusalem, am 20 Kislew 5635. Dr. Schwarz, Direktor der Fceiherrlich Rothschild'schen Anstalten- Berichte und Lorrespondenze». Deutschland. Stettin, 23. December. Ein Freund aus Süddeutschland schreibt unS: „Die Zahlangaben über Kindertaufen in Preußen, welche Sie in der Wochenschrift (Nr. 48) mitgetheilt haben, haben bei uns und, wie ich aus einem Briese des Herrn A. 6. in P. ersehe, sogar im Auslande Aussehen und Ver- »nuldrruug erregt. Die Erscheinung ist uns um so mehr auffallend und befremdend, als in Süddeutschland von Aehnlichem keine Spur zu sehen ist Die Wahrheit dieses statistischen Berichtist mir sehr verdächtig, und Sie dürfen sich der Aufgabe nicht entziehen, etwas Näheres hierüber zu ermitteln." Wir können zunächst nur wiederholen, daß wir nicht absehen, wie di« fraglichen Angaben jüdischer Seits geprüft oder widerlegt werden können. Leicht ist es. in der einzelnen kleinen und mittleren Gemeinde zu ermitteln, ob Taufen erwachsener Jud.m oder jüdischer Kinder stattgefunden haben. Wer aber bringt uns die Einzelangaben zusammen, und wer soll > in den Troßgemeinden, nameiUlich Berlin, Breslau. Posen Thatsächliches constatiren? Bis zum Oktober hat die christliche Geistlichkeit die Beoölkerungslisten und Kirchenbücher geführt, e» war ferner bis vor Kurzem vorgeschrieben, daß der Katholik oder Evangelische, welcher aus seiner Kirche austreten wollte, sich vorher bei seinem Pfarrer melden mußte, über Taufe Neugeborener fanden Ermittelungen, und zu denselben Zwang statt; jüdische Vorstände und Rabbiner iu Altpreußen erfahren amtlich nichts Analoges. Man könnte uns an jede fragliche Ziffer noch eine 'Null hängen — wir könnten schwer sie Lügner heißen. Für Pommern waren 6 Erwachsene und 33 Kinder angegeben. Wir wiffen von je einem Falle. Jndeffen ist die erstere Zahl nicht geradezu abzuweisen, die andere ist uns sehr verdächtig. Wir kennen die Provinz mit ihrer nicht sehr zahlreichen jüdischen Bevölkerung (12—13000 Seelen) so ziemlich, wo, in welchen Gemeinden sollen die Eltern der 33 Kinder wohnen?! Die allermeisten Gemeinden find klein, man müßte von solchen Kindtaufen hören! — So thetlen wir denn hier unsere und unseres Freundes Zweifel »nd Bedenken mit. für die eine oder die andere Provinz ist «» doch wohl möglich, Wahrheit und Lüge zu constatiren. Wer bietet uns dazu die Hand? Andrerseits wollen wir unfern Bemerkungen in Nr. 48 hinzufügrn, daß sich seitdem wieder zwei katholische Männer zum Uebertritt in» Judenthum bei uns gemeldet haben. Halberstadt, 22. December. Die beiden letzten Nummern der i»r. Wochenschrift enthalten einen Artikel mit der Unterschrift deS Synagogenraths der iSrael. Gemeind« zu Carlsruhe. E« wird darin behauptet, daß der Schluß des Leitartikels der jüdischen Preffe" Nr. 44 lautend: „Obgleich den Näherstehenden ein weiteres Eingehen Darauf mehr als überflüssig erscheine» muß, so wollen wir „doch zur wetteren Erbauung de» salbungsvollen Prälaten „ von einem Brief« Mittheiümg machen, desien Inhalt uns „ganz authenttsch verbürgt, und der wahrscheinlich das letzt« „Schriftstück aus Oberrath Altmaim's Hand ist. Ein Ver- „wand:er hatte bei ihm angesragt, wie er sich zu der dem- „nächstigen Einweihung der neuen Orgelsynagoge in CarlS- „ruhe zu verhalten gedenke, und darauf erwiderte er, er „habe schon lange aus eine Gelegenheit gewartet, auch ein „Opfer für seine Ucberzeugung zu bringen; endlich sei sie „ihm gegeben. Er werde eine Einladung zur Einweihung „ruhig abwarten und ablehnend beantworten im vollen Bewußtsein der Consequenz dieser.Handlung, welches wahr- „scheinlich seine Abdankung sein würde," aus Unwahrheit beruht. Ich erkläre hiermit, daß der in der „jüdischen Preffe" citirte eigenhändige Brief des seligen Herrn Oberrath Altmann, vom 18. Marcheschwan dieses Jahres datirt, in meinem Besitze ist, und sich außerdem auch der selige Oberrath Allmann am 24. Oktober d. I. in ganz gleichem Sinne mündlich ausführlich gegen mich ausgesprochen, was ich eidlich bestätigen kann. Dies zur Steuer der Wahrheit!! Aron Hirsch. Anm. der Red. Fanatismus hat keine Ruhe und läßt auch Verstorbenen und ihrem Andenken keine Ruhe. Dies also zur Steuer der Wahrheit. Zu derselben Steuer erinnerte der Synaaogenrath daran, daß der sei. Altmann an der Einweihung der „Orgelsynagoge" zu Mannheim sich in feierlicher, amtlicher Weife betheiligt und noch über diese Assistenz hinaus sehr belobend darüber ausgesprochen hat. Der Syn.-Rath wollte wohl lieber zu der Nachricht der „, üd. Pr." ein Fragezeichen machen, als den Todten, der sich nicht mehr verlheidigen kann, vor die Anklage einer Sinnesänderung stellen. Nicht so der Fanatismus! Wir l.aben in einer Anmerkung das Verhältniß zwischen 1855 und jetzt angedeutet. Seitdem ist der Syllabus in die Welt gegangen, Männer, die einst als Säulen der kathol. Kirche galten, sind au» derselben hinausgedrängt, andere, die lange opponirt und für die Mfttelstraße gekämpft hatten, haben sich „löblich unterworfen", ihre Vergangenheit mit Füßen getreten und stimmen in den Chor rasender Fanatiker ein. — In der evangel. Kirche ist AehnlicheS geschehen. — Mit dem Todten rechten wir nicht, wohl aber mit denen, die es nun laut proclamiren, daß Altmann bereit gewesen, sich löblich zu unterwerfen, sein Verbrechen von 1855 durch Martyrium zu sühnen. Exoriare aliquis etc. etc. Auch über denen, die heut dem Todten Gewalt anthun, wird der Rächer kommen, der ihnen beweist, daß sie noch lange nicht fromm, gläubig u. s. w. sind und Buße thun müffen! Frankfurt > M, im December. Am 8. d. M. (1 Tebet) war der siebenzigste Geburtstag des Herrn Raph. Äirchheirn, eines Mannes also, deffen Namen weitere Bezeichnung hinzuzufügen wohl überflüssig ist. Um auswärtigen Freunden und Bekannten Gelegenheit zu geben, ihre Theilnahme zu bekunden, hatten die Herren Dr N. Brüll, Rabbiner, rich Dr. Jac. Auerbach an jene ein Circular versendet und gebeten, Photographien einzusenden, um dieselben, in einem Albnm vereinigt, als Zeichen der allgemeinen Hochachtung zu überreichen. Diese Aufforderung hat erwarteten gebührenden Erfolg gehabt, das Album ist von Seiten des Gemeindevorstandes überreicht worden, an brieflichen ^rnd telegraphischen Glückwünschen hat es nicht gefehlt, und die Feier hat, wenn sie auch, dem bescheidenen und jeder Ostentation geradezu feindlichen Sinne des .Herrn K. angemeffen, sonder Prunk begangen wurde, doch um so herzlichere Theilnahme gefunden. - Die Männer, welche sowie Herr Kirchheim der jüdischen Wiffenschast Liebe, Zeit, Mühe und Opfer widmen, sind leider in Deutschland baU> aufgezählt — um so mehr wünschen wir innigst, daß Gott ihn erhalte und — Seinesgleichen nicht ganz schwinden lasse! —ir Görlitz, 20. Decbr. (Or.-Corr.) Die „Wochenschrift" bringt öfter» Berichte über Feierlichkeiten, die zu Ehren 25 und 50jähriger Dieustjubilüen von Gemeinde beamten abgehalten werden, daß aber auch unbesoldete Männer in der Ge-

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