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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 1. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 1.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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-3 hal das Jahr 1874 keine Veränderung i» der Stellung der ^»den gebracht. Uni Neues zu sehen, muffen »kr'weit hinaus »ach der 'Peripherie der civilisirtckn ^cklwer schq»«>, und hwe» wied.r Ätfreutlche« von tÄn EniAhsn u^b Aufblühen, jüdischer GemeMien s» ivekter Wrne ^e^üMnen. Man sieht also, dag eine Rundschau über die äußere Geschichte-der Jüden im Jahre 1874 sich sehr kurz zusammenfäffen laß:, und so ist es nun schon seit mehreren Jahren In denjenigen Ländern, bei den Böller», in denen sich die gesetzliche Entwickelung der Menschheit vollzieht, giebl es kaum noch eine äußere Geschichte der Juden. Sowie diese an den Schicksalen, B.wegunge» und Ääinpseu der Länder und Böller voll betheiligt sind, so geht ihre nßcre Geschichte in der allgemeinen aus. Wenn nur die Lage und Stellung der Inden unter halbgebildeten oder barbarischen Böllern uns Material für ihre äußere Gechichle dielet, so erke inl mau immer wieder, daß, wie von jeher, die Stellung der Juden der einfachste und untrüglichste Gradtueffer der Cioilisaliou ist. Aber auch in den civilisirtesten Lankern ist die Stellung der Juden in und zu den Bewegungen und 'kämpfen noch immer lehrreich, obgleich sie nur noch i» geringem Grabe eine gesonderte und erkennbare ist. So zeigt uns ein Rückblick aus die jüngste Bergaugenbeit, non neuen Thatsachen und Gesichtspunkten aus, wi> ganz nichtig und hinfällig Alles gewesen ist, was man so lauge Jahre hindurch gegen die Emancipatio» t-er Juden vorgebcachtha: Barben wir zunächst bei D e u l s ch la ud stehen. Der chnstlich-germanische Staat sträubte sich gegen die Ausnahme und Gleichstellung von „Fremdlingen" und Nicht.Christen. Jetzt ist ein reues Reich, ein deutscher Nationalstaat anfgerichtet. Wer sind seine erbitterten Gegner, seine Todfeinde? Sie -find bei des: Deutsche und Christen. Die Jude» aber -iird Riemaua unter den Rcrchsfeinden suchen oder finden. Und find sie nicht insgesamml mit jeder Einzelheit der Enlwickelung zufrieden? können sie nicht insgesammt jeder einz. nen Maßregel der Kirchen Kamps-Gesetz« zustimmen? Haben rave jüdisch: Abgeordnete gegen einzelne Paragraphen gestimmt, weil ihnen jede Art von Religionsvcrfolgung zuwider ist — so w.rd man dies als Selbstständigkeit des Urtheils respectiren müssen. Ja, die Geschichte der Juden ist noch in dieser Gegenwart lehrreich. Sie widerlegt Diejenigen, welche die Religion als das Trennende, der Siaatseinheit Feindliche betrachten und sie darum vertilgen möchten, sie widerlegt Diejenigen, welche die christliche Religion als die einheitliche und unentbehrliche Grundlage der Slaatenbilvung proelamrren: die Juden treten in ihrer religiösen Besonderheit und unbe chadet derselben mit ganzer Seele für die Staatsidee ein. Sie widerlegt auch Diejenigen, welche die Rationalität überschätzen, alles Heil vom Nationalstaat erwarten und uns ein rohleibliches Rrcenprincip als neue Grundlage für den Aufbau der Menschheit hinstellen wollen. Katholische und Protestantische oder »icht-ullramontaire Westfalen gehören gewiß beide urteutonischer Race an, und sind doch bereit, den Staat oder einander zu zerfleischen. Die Juden, von Hause aus allerdings eine fremde Rationalität, haben sich in staatlicher Beziehung ajsinilirt und identificin, so in Deutschland, Frankreich, England u. s. w., nur da noch nicht, wo der Auipru des betreffenden Volks auf Zugehörigkeit zur gesitteten Menschheit noch zweifelhaft ist. aus dem Freiherrlich Rothschild'schru Hospitale und den da-- mit »erlntideiml WohlthütiFtitsaustalteu in JeAisat»« i« Jahre 5634. 1) Hospital. Die Anzahl der in diesem Jahre aufgenommene» Kranken betrug 359, und zwar: 198 Männer und 161 Frauen. Mit Ende Elul d. I. 5633 waren in Behandlung verblieben 8 Männer und 6 Frauen, es betrug demnach die Anzahl sämmilicher ini Hospitale behandelten Kranken 372 und zwar 205 Männer und 167 Frauen. Von diesen wurden während deS JahreS entlaffen, geheilt 308, gebeffert 33, nicht geheilt 7, gestorben sind I I und in weiterer Behandlung blieben 13. Dem Geburtsland« nach waren au» Palästina 101, Türkei 93. Rußland 79, Polen 21, Marokko 17, Rumänien 13, Ungarn 9, Oesterreich 7, Algier 7, Georgien 5, Persien 2, Frankreich 2 und ans England, Italien, Krim je I. Ter Beschäftigung nach waren: Schuster 14, Schneider 9, Blechner 9, Bäcker 7, Krankenwärteriune» 3, Lehrerinnen 2, Lehrer 1, Maurer 2, Colporteure 2, Schreiner 4, Buchbinder 3, Goldschmiede 2, Uhrniacher 2, GeschäitSleuit 3, Schuhflicker 2, Gärtner 1, Chirurg 1, Musiker 1, Weber 1,- Schmiede I, Färber 1, Träglcr 1, ohne jede Beschäftigung 287. Die Anzahl der theils in der Ambulance, «Heils in ihren Wohnungen b-handelten und mit Medikamenten unentgeltlich versehenen Kranken betrug 17574 und zwar 6170 Männer und 11404 Frauen; der Religion nach waren: Juden 16255, Christen, l 29 »nd Mohamedaner 1190. 2) Die Mädchenschule „Eveline Rothschild" war in beiden Semestern von 236 Mädchen srequenlirt; den« Ritus nach waren: Sephardim 202. Aichkenasim 30, Karaiten 4. Dem Baterlande nach waren ans: Palästina 174, Türkei 25, Marokko 15, Rußland 6, Runiänien 3, Griechenland 4, Egypten 3, Georgien 3, Persien 2 und au» den Bereinigten Staaten Rord-Amerika's 1. 3) Die von Herrn Albert Cohn unterhaltene Schule für Handwerks-Lehrlinge wurde besuch: von Ajchkenasim 14, Sephardim 23, in Sumvia also von 37 Lehrlingen. Den Handwerkern nach waren: Schneider 6, Schuster 11, Blechner 5, Schreiner 5, Goldschmiede 3, Uhrmacher 2, Apotheker 2, Buchbinder 1, Posamentirer 1. Soscr 1. 4) Geldunterstützung für arme Wöchnerinnen mit Betheilung von Wäsche für Mutter und Kind. Gründung der Baronin Betty v. Rothschild. Im Verlause deS Jahres 5634 wurden bedacht: Sepbardim 58 Aschkenasim 62 in Summa 120 Frauen. 5) Brodvertheilung an Arme. Gründung der athilde Cohn.

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