Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 1.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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K-WSUC^ SmtlHiföt -f, Wochen-Zchrift für die religiösen «nd socialen Jntereffen des Audeuthums. MIch-»M4 »>,» Kr. fnM M Um fifUrtn* «. N»44>,»»lu»|-» » «Uli II ff Ir (cf Anfmlni«: i» DrxXchUn» 10 «Uri. m4 0<ltmti4 ». «■ grutfrrta w Drei.. «. ~ ' », Mnl „ «I, «. «nur*.!« II «I Mrt. Du ,9111(4' «H.tit.Ht«»' »tri |(ltl U(|t|d< H. i>elai»w»>ilich«r :K<taficur unf Magdeburg, 1. th’2 new Y<i>fTKT" ÄnfcriU . - für M< ktfi|t(»aUflU -- . - T—. Ur«it»rUe »k«t Im« K«»» lrrrch»r« JHabbtnet Dr. A. SmofffpoBEftlSARÄlIX 0/\ | M . Kr »Lchken R«««cr >«fMAtz»e. o E 4 9‘\ ) tfimrlRuaiaur« t tt Pf. utm ifMav *L iü— ** tsr «»cheMfchrtft ta «4|K»«i| ■ 807 i -Znhatr: S«it««N MrHftlt «in Rückblick. I. — Statistisch« S« eicht au« dem Aeeiherrtich Rothlchild'schin Hospital« und^den da. »U mrtuirtxnoi «ohlthstigkeitsaiiftalten in 3«u|alon im Jahre 6H34. — »«richte nh* «»erefp4Mv«M^N, Dautfchland: «Uttiiu Halterstadt. Arankiurt a. «J. «srtitz. Kürth. — Oesterreich: «im. St.milia». Pest. - Holland: «msterdam. — C«mtf4H« MN» «MlMfte »Mchrichtemr «agdeburg. Xanjig. »len. Prag. - Keuttretonr Dir IKaurin. - JlMseeat«. «in ttfeffclbf. I. Lang« Zeit ist et ln jütnschen Aeitschristc», sogar in um,'» fenschastlichen, fast flehender Gebrauch gewesen, -um Beginn einet neuen Jahrgange» einen Rückblick aus bat abgelausene Jahr -u werfen. Wir meinen nicht bloß eine kalendermäßig« " Uebersicht von vegchenheilen, welch« Juden betreffen, sonder» «in« rSsonnirende Zusammenstellung und Besprechung, eine Rundschau. Die Idee lag üdrraut nahe, war sehr zweckmäßig, und et fehlte auch nicht an Stoff, an mehr oder we» er erheblichen, tiefgreifenden oder weitreichenden Thatsachen, denen der Rückblick verwesten konnte. Dat ist ändert geworden; darum hat die „Israelitische Wochenschrift" während ihre» ersten dalben Jahrzehntes keine Jahretschau gegeben, und auch heute wolle» wir -unächst auf den Unterschied -wischen der Gegenwart und der jüngsten Hlergangruhcit Hinweis.». Lange Jahre, viel« Jahrzehnte hindurch, hat es in Hinsicht auf die rechtliche, bürgerlich«, sociale Stellung der Infen alljährlich allerlei Thatsächliche» zu registriren «nd zu bespreche« gegeben. Fortschritte und Rückschritt« wechselten mit ein- . ««der ad, je nach Jahren und Ländern; daher war sogar der gelegentltche Stillstand, da« „Nichts Neues" bemerkentwerlh. Daffelb« galt in Hinfichl aus die eiuem einzelnen Juden gemordet«« Ehre, Anstellung, Beförderung oder dat Gegentheil. Dl« Zersplstterung Deutschland» brachte et mit sich, daß die «erfchtedeneu Vaterländer und Ländche» bunte Mannigfaltigkeit an Notizen boten, und wie lang« ist et her, daß ln einem Staate oder Stäätchc» verschiedenartige Judengesetz« tu Kraft wäre»? Sowie aber aut Nordamerika, Araickreich und Holland fett Menschenatter nicht» Derartiges hervorzuheben gewesen iß, so ist endlich Gottlob auch für Deutschland und Oesterreich der Stoff erschöpft; die Prinzipfragen find gelöst, die Einzelheiten der Ausführung können auf hervorragende» .Interesse keinen Anspruch mehr machen; et ist lediglich zu > - »ittffchrn, daß in beide» Reichen vo« Verhandlungen, Kragen, I Kämpfen und Gesetzen über die rechtlich« Gleichstellung der Juden keine Rede mehr sei. Dag hingegen an der Gleichstellung de« I u d « n t h u m t mit anderen Religionen noch recht viele« fehlt, da« ist in diesen Blättern auch im vorigen Jahre oft genug erörtert worden. Wir haben, namentlich in Beziehung aus Schulwesen, auch von einzelne» kleinen Fortschritten zu berichten gehabt, Wichtiges und Allgemeine» ist jedoch nicht zu verzeichnen; es schwebt noch Alles und harrt der Erledigung durch ein allgemeine« Unterrichtsgesetz. In derselbe» Schwebe befindet sich noch immer die Frage der jüdischen Gemeindeoerfaffung in Preußen, und da da« Abgeordneienhau» i« der bevorstehenden Winterfession wohl nicht an die Berathung eines neuen Judengesetzes kommen wird, so läßt sich schon jetzt fast mit Gewißheit voraus sagen, daß für 1876 der Status quo bleiben wird, selbst wenn im künftigen Herbst eine Vorlage gemacht werden sollte. In demselben Hangen und Bangen befindet sich in Ungar» di« jüdische Schul fonds - und Eeminarangelegenheit, 1874 hat darin nur Wind gesät, und es ist nicht unwahrscheinlich, daß 1876 noch nicht» Andere» reisen wird. So ist denn da« wichtigste Ereigniß für die Geschichte der Juden im Jahre 1874 ohne Zweisel das neue russische Militäigrse tz, von dessen Folgen wir, nnbeirrt durch manche' triste Berichte über Einzelheiten der Lusführnng, ein,, sehr heilsame Veränderung i» der bürgerlichen Stellung und der günstigen Entwickelung von Millionen Juden erwarten. Ist doch durch eine neue Verfügung, welche dem russischen Militär, »ul Ausnahme der Garde, den Bart stehen zu laffe» gestattet, wieder ein confesfionelle» Bed> iitcu hinweg,, eräumt. Auch unsere Vorfahren baden die Einführung alhzemeiiier Wehrpflicht nicht tntgesammt al« ein Glück bctrodfthi* Nach verhältniß ist wahrscheinlich di« Zahl der intelligenten russischen Juden, welch« von dem neuen Gesetz« Gm«» erwarten, größer, al» e« zur Zeit die der preußischen gewesen ist, da jene fei« Beispiel dieser vor Auge» haben In England, Jlalieu, Dammart, Skandinavien einerseit», in Rumänien, der Türkei, Aste» und Afrika andrerseit«