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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 52. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 52.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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tüchtige^ musikalischer Begabung und Bildung, sondern auch '' — wa» leider immer sellener wird — ein Ehasan vo» gründ ' lichem hebräischem Wissen, wozu er in seiner Heimath und l aus der ehemaligen Jeschiwah in Furch den Grund gelegt. Einige seiner Freunde und Verehrer suchten nun für die fester de- 40rejp. 50jährigen D enstjubiläuni» weitere 'eise zu inleressiien, was auch in hohem Grade gelang Nach Beendigung des Morgcngolt'-diensteS erschien bei m Jubilar das Küchcnoorsteheraml in corpore; der Voreiide, Herr Kirchenrath Dr. W., überreichte int Namen und lflrage der isr. Ober Kirchendehörfte die von Sr. Majestät rliehene goldene Eiviloerdienstmevaille; Herr »r. Ad. Leoi >0 Mark, aus der Gemeindekaffe als Ehrengabe. Bald darf erschien eine Deputation, welche im Namen der Gemeind-- ,offen einen prachtvollen Pokal und eine Obligation von 00 ff. überretchie. An sonstige,, sinnigen Geschenkeil vo» ivaieu und persönlichen Freunden, an herzlichen Schriften Prosa und Versen (anch hebräischen) war kein Mangel, «nds gab der Synagogen Chor Verein zu Ehren de» JuarS ein sehr gelungenes und anßeroi deutlich stark besuchtes ncert, welchem für die Jugcud Taiiznntcrhaltung. für das ler ein solennes Banket folgte; letzterewar durch zahlche, ernste und humoristische, geistreiche Toaste gewürzt Ehre : Gemeinde, welche das Verdienst ihrer Beamten würdigt d anerkennt, Ehre vor allem dem Gefeierten, der solcher Szeichnnng würdig ist! Möge ihm seine Kraft und Jugendsehe noch lange gestatten, sich diese- Ehren- und FreudenleS zu erinnern! Aarl-ruhe (Schluß.) Ein peinigendes Gefühl hatte , wahrend dieser Rede der Versammlung bemächtigt, und rr Dr. Lehmann hat, wie e» scheint, nachträglich wegen aeS Gebahrens Schau, empsnnde», da er in dem von ihm orglen Abdrucke seiner Rede in, „Israeliten" die »leisten aslstellen leidst unterschlage» hat, aber er nnd seine Helfersj Helfer setzten den Exzeß gegen Herrn Dr. Friedman» in ihrer Presse fort und fort. Der scharfsichtige Herr Dr. Lehmann will nach der Rede des Hrn Dr. Friedmann bemerkt haben, wie die Söhne des Dahinge'chievenen erwartungsvoll auf ihn schauten. Wir wissen jedoch, daß der älteste Sohn des Verblichenen, Herr LtiftiingSrabbiner Dr. Altmanu in Hannover, ,u einen, bejondern Schreiben. Namens seiner Mutter und Geschwister, Herrn Dr. Friedman» herzlichen Dank aussprichl für die aiu Grabe seines lheuren Vaters gesprochenen „sinnigen, warmen, gedankenreichen und eindringlichen Worte." Herr A'.tmanu preist es als einen Trost bei dem herben Verluste, daß sein theurer Vater es verstände» hatte, im Lebe» sich Freunde zn erwerben, wie Hr. Dr Friedman». Die er- ' tvarlungsoollen Mienen der Söhne werden wohl dahin zu i deuten sein, daß sie erwarteten, Hr Dr Lehmann werde in 1 maßvollen Ausdrücken ihres Vaters ehrend gedenken nnd sich nicht durch Fanati-mns zu Ungeziemlichkeiten hi»reißen lassen. Auch wir können gewiß aus dem Herzen von Hunderten aus der Traueroersammlung Herrn Dr. Friedmann für seine gutgemeinten Worte innigen Dank ansbrücken und geben ' Hrn. Dr. Lehman» samint seinen Llreitgenoffen die Vers ficherung, daß es ihnen nimmer gelingen wird, einen Mann f wie Herrn Dr. Friedmann, auf dessen Besitz die Judenheil Badens mit Recht stolz ist, zu verunglimpfe». £*■ - Der allbekannte Spruch: „Der Zweck heiligt die Mittel" '' wurde in den beide» Artikeln der oben bezeichnelen Zeitungen lVr zur Genüge benutzt, denn daß der Verstorbene den Austritt h - der fanatisirten früher» hiesigen Gemeinbemitglieder oeris dämmte, tritt durch die von dem Plenum de- Großh. badi- Pv schen OberrathS am 24. Februar 1870 erlassene Ansprache, « klar zu Tage Darin sagt er u A.: „Mehrere Mitglieder der iSraei. Gemeinde Karlsruhe A haben von einer Meinungsverschiedenheit über einzelne gotteSdienstliche Einrichtungen, welche jedoch nicht iin Entferntesten gg einen Religionsgrundsatz berühren, Veranlassung ge- M nommen, ihre gerichtlich« Freisprechung von der BeitragSk Pflicht gegenüber der hiestgen Gemeinde zu erwirken. Es ist ihnen gelungen um den Preis der vor Gericht von ihnen abgegebenen Erklärung: daß sie nicht nur au« der Israelitengemeinde Karlsruhe, sondern auch au» der gesammten Judenheil de» LandeauStreten. — Seit neuerer Zeit sindet man zwar in mancher großen JSraelilengemetnde Deutschlandzwei Eulte uebeneinaudei: einen auherkömmiichen und einen mehr oder weniger resormirten. Noch niemals aber wurde uni dieser Verschiedenheit der Eulte willen die in allen übngen Beziehungen herrschend« Einheit der Gemeinde durch Verweigerung der Beiträgt gefährdet. Unsre Geschichte kennt kein zweifeS Beispiel, daß Israeliten im Namen der Orthodoxie sich öffentlich und feierlich von dem Judenthum uni der Judenheil eine» ganzen Landes losgesagl^haben." — Ferner: „Aber auch abgesehen von den rechtlichen Rachtheilen für den Austreteiiden wird kein JSraelil bei gewissenhafter Uebertegung der Folgen einer solchen Trennung sich der Ansicht verschließe», daß dieselbe Wunden schneidet in den Leib des JudenthilinS und der Jubenheit des ganzen Landes — Wunden, welche da» Leben aller Gemeiuden bedrohe», mögen sie dieser oder jener Richtung huldigen. Ist aber diese Einsicht gewonnen, so wird ein Ausscheiden aus den Gemeinde« verbänden, welche neben den eigentlichen kirchlichen Zwecken auch wichtige Ausgaben der Humanitäi. wie Armenpflege rc. verfolgen, höchstc.lS da noch unlernonimen werden, wo Gleichgiltigkeit gegen Religion und Kirche, Mangel an Gemeinsinn oder eilt engherziger Trieb die HandiungSweise bestimmt. Die große Mehrheit der badischen Israeliten hängt im zeitgemäßen Sinne mit UeberzeugungStreue an der Religion der Väter und mit religiöser Innigkeit an den Institutionen der Gemeinden, deren Gedeihen nnd besonnen fortschreitender Entwicketung sie freudig und opferwillig ihre Kräfte weiht." Daß aber auch der Schluß des Aufsatzes in Nr. 44 der „Jüdischen Presse", wie so vieles Andere, auf Unwahrheit beruht, ivird durch die persönliche Theilnahme de» Verstorbenen bei der Einweihung der Synagoge in Mannheim bewiesen, da er nicht allein unter den Tönen der Orgel eine Thorarolle in die neue Synagoge trug, sondern anch bei der Festtafel in einem Trinkspcuch das Erhebende der Musik bei m Gottesdienste besonders hervorhob. *) Dies znr Steuer der Wahrheit. Der Synagogenialh. Krankreirh. Paris. Dem Nooemberberichte der Alliance entnehmen wir Folgendes. (Ueder die west russische Unterstützungsangelegenheit werde» wir berichten, wenn ein weiterer Abschluß im Bulletin für December oorliegen wird.) Ei» Corresponoent aus Tunis schreibt, daß soeben ein Israelit aus Sal? Rabbat auf grausame Weise ermordet worden; derselbe halte mit einem Mauren der Stadt vor dem Richter einen Streit zu ordnen, uud ehe das Unheil gesprochen war, kam ein anderer Maure, der bei dem Streite ganz unbelbeitlgt war, hinzu, zog sei» Dolchmesser und schnitt dem unglückliche» J-raeliteu den Kopf ab, und zwar in Gegenwart deS Richters, der au- Furcht für seine eigene Person sich erhob und davonlief — Da- C Eomite hat bereit- Schritte g.than, um die Bestrafung des Schuldigen zu veranlassen. — H. L. Eimilik auS Tunis erstattet Bericht über die in Angelegenheit zweier geraubten israelitischen jungen Mädchen von dem dortigen Eomile gelhanen Schritte. Letz« *) In einem Bericht in Stein'» „Bolkslehren" 1855 S. 225 heißt e»: „Hr. O.-A. «ltmann sprach fich in begeisterten Worten über di» ganze Haltung des Feste«, über den wahrhaft frommen Sinn der i«r Gemeind« zu Mannheim und besonder« über ihren so glückt uh gewahrten Frieden höchst anerkennend au«. Seine Rede wurde oft oom Beifall«, sturm der freudig überraschten Versammlung unterbrochen " — Uni dabei hat e» sich bei der Rannh. 2,nag.,Einweih, um Areitag.Abend, und S abbarh-Gottesdienst mit Orgelbegteitung gehandelt. Hütte der fel O.-A. heut einem solchen amtlich assiftirt, und lebt« er, so würden di« HH. Dr. Lehmann und Sons ihn mit Acht und Bann belegen und lebendigen Leibe« zu den lodten werfen. Nicht r S m i s ch e r Fanan«. mu« allein ist seit 18üb in bedenklicher Weise gestiegenl <Aed.)

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