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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 52. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 52.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Unb dal De rückt ist begründet. Man b.mt über dein Trab« ein stei, erneS Kap'ica, eine Kapelle, in B rckofensorm, nach Art der katholische«, wie man sie in der Gegend von P.rcos'c zahlreich aiitrifft. Die innere Eiurichli'iig ist so getroffen, daß II Man» Platz darin finde», um aal JahreStige Minjan bum abzuhalten Eiu „ewiges Lich l" brenin in derselbe», und har fi« dieses dem Wohlwollen eines reichen Mannes aus Liffa (Posen) zu verdanken, der der Gemeinde Grätz 500 Thlr. überwiese» hak, deren Zinse» zu dem Lieble verwendet werden solle» *) Ein kleiner Slreil hat auch schon zwischen ler Geuleinoeoerlretnug und dem S ch w ie g e r s o h » e des Becs orbenen über den Besitz des Schlüff.ls st.ukgvfuudeu. und welchen Zweck di-jer für tn-ioc har, kann sich der erklären, der die frühere Einrichlung de» Einiaßbürean'S kannte. Die Gemeindevertretung behält jedoch den Scklüffel. Werde» die orrhoboxen Rabbiner zu dusem iw »öden Untertan zen schweigen? Lallten sie die Einführung eines OiiuelcuL iiu^oi der all.r,.hlt.nmsten una »njweioenligste'l Art auch nur stllichweig.iid gntd.ißeu? Was wir bei Andern als pnren Götzendienst bezeichuen, das >ollle ans einmal heilig werde»?! — Wir können unser,» Zweifel nicht beschwichtigen, wenn wir das Liebäugeln mancher Ribbiner (auch Dacloren!) unserer Provinz um Dem Chassidismus seh.n! Wir erwähnen dabei »och einen anderen Uebelstand. Bei jener Zwcideuligkei! kann eS nickt Wunder nehme», wenn alle Bestr:buugen, eine regelmäßig sich wiederhoieub« Bereinigung der Rabbinen der Provinz herbeiznliibren. wirkungslos im Sande verlause». Die Herren fürchten Dtinii von de» chassidäisch gefärbten Froiumen mit den Neueren i» einen Topf geworfen zu werde»! Und doch, wie nolhweudig wäre eine solch, Bereinigung nicht allein für die Belebung der wiffenschailliche» Thatigkeii. für die praktische Tliätigkeil der Rabbiner besonders i» Bezug auf die Lchule - cultuelle Fragen kl unten ja ausgeschloffeu bleiben — soildern auch für die mater elle Llcllnug der Rabbinen. Alle Beamten wifieu, dag, wenn nach Zähren redlicher Libeil sie die »last zum ferner» L irken verläßt, dag sie eine Pension beziehen werden, die ein becheidenes Stillleben eruiöglicht, baß in gleicher Weise für Weib und Kind — wen» auch nur »ulhdülslig gesorgt fei. Der Rabbiner — der jüd Beamte überhaupt — erduldet ale Rachtheile des Beamienstandes, ohne auch nur eines seiner Borrheiie theilhafi zu werden. Keine unserer Gemeiudeu in der Provinz Hai sich — unseres Wissens - bisher die Frage vorgelegl, ob sie nicht für Penfion und Witlwengehall zu sorgen habe. Boin Beamten wird Vas Hingeben all' seiner Kraft gefordert — wirb er arbeitsunfähig oder gänzlich den Seinen eutrifien — daun — dann muß das mjöm weiter helfen! Rur gemeinsames Wirten der College» — ohne Unterschied der religiösen Richtung — kann hierin einen brfferu. menichenwüroigen Zustand herbeiführen. Mögen diese Worte einen Antrieb dazu geben! Frankfurt «. M, im November. Die Buchhandlung von I. Kauffmann versendet ei» Circular in Betreff eines vou ihr heran« zugcbenden Werkes; um des intereffanteu und wichtige» Zw.-ckes willen theilen wir einen wörtlichen Auszug hier niit. „Nachdem in, vergangenen Jahre die „Statistik des JudenthuuiS in Oesterreich" **) erschiene», welche in publicistischen und wissenschaftlichen Kreisen mit großem Beifall begrüßt wurde, beabsichtige ich reuinächst die von Rabbrner l)r. Engelbert in <Sl. Gallen bearbeitete Statistik des Judenthums in Deutschland (excl Preußen) und der Schweiz herauSzugeb,». Wie zu jener, so ist auch zu dieser Arbeit die Erhebung des Materials auf Anregung de» *) Wir baden auch von Lol letten ,a diesem Zwecke reden ge» HSrtl! (Sied.) ••) 61 atiftil de« Judenthum» in de» im Steichörathe vertretenen Königreichen und Ländern «. bearbeitet von S. «. Schimmer. Herausgegeben «o» der k. k. statistischen Leatrat-Lommission. (Wien. Druck der k. k. Ho - und Staatodruckrrei 1873.) Herrn Berfaffers vom Schweizerischen Bundesrath veranlaßt worden «ad läßt diffelbe an Genauigkeit und Reichhaltigkeit Nickt» zu wünschen übrig. Es nni'.ißk nicht nur dir Mitglieder- resp. Seelenzahl der einzeliten Gemeinden, gibt nicht nur die Größe und Anzahl derselben an. sonoern lhei.l auch das Wiffeuswertheste über ihre gesammlen Cuirns- und Ua> terrichtsaiigelegenheiten mit, über ihre Schulen und deren Schürerzahl, ihre Beamten und l>eren Besolvnngen, ihre Immobilie» (Synagoge, Schnlhaus und B.gribnißplatz), ihre Stiftungen, Wählt äligkeitsanstalten und B reine, sowie über ihre lnnrre Organisation und Kirche,tverfaffang, somit auch über die Stellung des Jueenlhums in den einzelne» betr. Staaten. Durch die gleichartige ZusammensteUnng aller dieser, da» religiöse Leben berührende» Daten, durch die einheitliche summarische Darstellung jäiiliumcher Gemeinden nach ihren Krär» l-n, Leistungen unb Znirunlioneu wird irns ein G-jammibild des deutschen uild jchw.izerischen Znd.illhuins gewährt, das zunächst für jeden einheimischen JSr.ielite», der für seine Religion »och Herz uuo Sinn hat, von größiem Interesse sei» durfte. War bisher der Mangel an einer solchen Statistik schon oft fühlbar, — so vit e» sich nur um Forderung einer gemeiusaineil, die Belheiligung aller Gemeine,, n erfordernd'« Angelegenheit handelte. — so wird er beute um so mehr empfunden, nachdem die GeineindeoerhLllniffe seit einem Jahrzehnt in Folge der Freizügigkeit eine völlige Uingest-rltung erfahren. So sind z. B. Dorfgemeinden, welche vordem mehrere hundert Angehörige zählte», geg.nwnrtig auf eine winzige Mitglieoerzahl herabgesunk.:,, während in Städten, deren Thore ehedem den Bekenuern des Jndeiiihnms oerschloffen waren, blühende, im raschen Äusschivung begriffene Gemeinden sich gebildet haben, so daß zur Beurtheilung ihrer Größe, ihrer Mruel und Kiäite die bisherigen, ohnedies nur mangelhaften stallslischen Angaben gänzlich nuvrauchbar geworden sind Aber auch zur Beurtheilung vrffen, waS trotz der materialistischen Richiung unserer Zeit ui Mlilen deS Judeult,ums zur Bestiedignug des religtöfen BedürsniffeS, zur Äahtuii0 der religiösen Jntereffen, zur Hebung und Förderung des Schnlwescus und zur Unterstützung der Armem und Hilftzbedürfligen geschieht, wird unsere Statistik de» einzig richtigen Maßslab abgeben." — Der Preis de» Werkes soll 3 Thlr. betragen. Stuttgart, 15. Dezbr. (Or.-Corr.) Unser sonst so ruhiges Gemeindeleben hat in der vorigen Woche 2 angenehme Unterbrechungen erfahren Am 8. b M fand im Festsaale des Bürgermuseums eine Chaunkkah-Keier, zunächst für die Kinder unserer Religionsschule, statt, an welcher sich aber auch viele ander« Kinder und ciue sehr große Anzahl Erwachsener bctheiligten. Die Feier bestand im Änzünden der Lichter, in declamaloriiche», Gesangs- »nd Claoier Borträgen. Der Prolog, über Peranlaffung und Bedeutung des Festes, wurce vou einem früheren Schüler ver Re rl-Schule, der noch das Gymuasium besucht, recht gelungen verfaßt und vorgetragen. Auch die übrigen Nunlmern deS (u»S vorliegenden, sehr an- und entsprechenden) Programms wnrse» — wen» auch nicht alle mit künstlerischer Bollendung, doch zur allgemeinen Zufriedenhell uuo unter großem Beifall execntirt. Den Schluß der Feier bildete die Berloosung von 47, z»m Theil werlhoollen. Gewinnen unter die anwesenden Kinder. Sämuitliche Kosten der Feier wurden durch freiwillig« Gabe» ain Abende selbst reichlich gedeckt. Herrn Kirchenrath vr. Wassermann, welcher die ganz« Sache veranstalietr, gebührt hierfür um so mehr Dank und Anerkennung, als -di« Chanuvah-Feier ans iehr vielen Fainilien leider völlig geschwunden ist. Letzten Sonnabend, wäre» es 40 Jahre, daß unser erster Cantor, Herr M. Eichberg, in Stuttgart angestellt wurde, nachdent er schon 10 Jahre früher in seiner Heiniath Mergeutheim Borsängerdieuste geleistet. Herr E. ist nicht nur ein Cautor von vortrcsftich geschulter Stimme und

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