Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 52.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/5369809-5935028-5935828--2452-5371932- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Hai «r da« von Raub und Mord erfüllte Sans bald wieder »erlaffen müssen.—) Hinsichtlich der Zahl der Juden in einigen Ortschaften Kurdistan'» macht v«»jamin folgende Angaben: Sa »dar MJ. - 360 6., Deik 40 F. - 200 S, Tannr SO fr.'- ISO S., Akra 100 fr. - 500 E., virsani 200 fr -- 1000 S.. Sind» 250 F -- 1250 S. In Bagdad fand Benjamin (1848) 3000 jüdische Familien. In den Berichten der Alliance sind zwei verschiedene Angaben, 24,000 und 30,000 Seelen, enthalten. Da die Juden in Bagdad in glücklichen Verhältnissen leben und die Gemeinde in neuerer Zeit sich sehr gehoben hat, so haben die letzter» Angaben, vielleicht die von 24,000 Juden, viel Wahrscheinliche« H i l l a h (ani Euphrat) nach Benjamin SO F. — 350 S. Gute Schejach nach demselben SO F. — 250 S. Bassorah hatte »och in 1830 eine gröbere Gemeinde (3000 fr). Benjamin fand dieselbe in 1848 durch die Pest sehr heruntergekouimen und nur noch SO F. — 250 S. ä) Armenien. Rach Ritter (Erdkunde) sollen in Armenien keine Inden wohne». Nach den Berichten neuerer Reisender scheinen sich jedoch in einzelnen Theilen Armenien» wohl Juden zu finden. Ich habe indeß keine statistischen Nachrichten über dieselben ermitteln können. (Leber Persien, Afghanistan u. Arabien in einem befondern Artikel.) Berichte uud Lorrespondenzen. Deutschland. Otl< (Schlesien), IS. December. (Or.-Eorr) Vor einigen Wochen richtet« der hiesige Rabbiner, 0r. Lohn, an den Magistrat die Bitte, ihn von der Pflicht der Eommunal- (Personal) Steuerzahlung entbinden zu wollen, da die Geistlichen anderer Lonsessionen ebenfalls von derselbe» befreit wären. In diesem Gesuche war heroorgehoben, bah Petent bei der allmonatlichen Steueroerlegung — und die» nicht sowohl durch ihre materielle, al» vielmehr durch ihre inoralische Bedeutung — da» drückende Gefühl derjenigen consessiomllen Inferiorität empfinde, ui» deren Beseitigung er ebensowohl zur Wahrung der Ehre der Synagogengemeinbe, wie in Anbetracht seiner predigtamtlichrn Stellung ergebenst bitte. Vorgestern nun erging hieraus folgender Bescheid: „E» gereicht un» zur besondern Genugthung, da» von Ihnen unterm 17. m. p. eingereichte Gesuch dahin erwidern zu könne», daß dasselbe »ach einstimmigem Beschluffe unsere« Lollegii von Neujahr 1875 ab volle Berücksichtigung findet, und nehmen wir die Bersicherung treuer Hingebung für da» Wohl unserer Lommune dankbar entgegen. Der Magistrat" Wa» den Paffu» betrifft: „treue Hingebung", so bezieht derselbe sich wohl darauf, dab Herr vr. Lohn Mitglied der städtischen Schulveputation und Rrligion»lehrer am Gymna- *) Leber dies« tahlreichen, aber unglücklichen, »um Zheil in wirklicher -eibeigenfchast lebenden und noch dem barbarischen Herrenrechle 0»» prima« nocti») unterworsenrn kurdischen Juden macht Benjamin höchst inteeeffant« vüttheilungen. Dieselben, sowie ihr« Nachbarn und »um Lheile Leidensgefährten, die Nrstorianer sjakobttisch« Lhriften) halten sich für die Nachkommen der »eh» Stimm« Da Salmanaffar di« Israeliten in diesen Begenden, welche wegen ihrer Rauheit und Un»ußsngltchkeit von den spätere» VLlkerfiuthilngln ziemlich verschont geblieben find, angrfiedelt hat, so hat diese Behauptung der kurdischen Jude» und Kefiorianer durch«»« nicht» Lmvahrscheinltche«. fiu« ist; in jüngster Zeit sind ihm di« drei oberen Knaben» klaffen der evangelischen Stadtschule zur speciellen Jnspictrvng zugewiesen worden. Danzig, im December. (Or.-Eorr.) Sir haben in Rr. 36 der „Wochenschrift" ausführlich über die Verhandlungen im Schoost« der hiesigen Stadtverordneten-Bersammlung, betreffend den jüdischen Religionsunterricht an den hiesigeil höheren Schulen für die dieselben besuchend, n jüdischen Schüler in zu combinirend.n Elaffen berichtet, laffen Sie inich Jhilen über den weiteren 'ortgang dieser prinzipiell wichtigen Angelegenheit nähere Mittheilung »lache». Seit Beginn de» Wintersemester» wird dieser Untelricht von unserem Rabbiner vr. Wallerstein den jüdischen Schülern der drei hiesigen combinirten höheren Lehranstalten ertbrilt. Die 75 jüdischen Schüler sind nnter Festhaltung ihrer Elaffen in 3 Abtheilungen getheilt: 1. Septimaner und Sextaner, II. Quintaner, Hl. Quartaner und Tertianer. Di« beide» unteren Abtheilungen mit 17 resp 37 Schülern erhalten den Unterricht in biblischer Geschichte und daran sich knüpfenden Religionslehre» von 9—10 resp. von 10—11 Uhr; die obere Klaffe mit 31 Schülern in jüdischer (nachexilischer) Geschichte und Religion von 11—1 Uhr. Nachdem so der Magistrat sür den deutschen Thefl. de« jüdisch-religiösen Unterricht» gesorgt, indem er hie,für 100 Thlr. zahlt, hat nunmehr der Herr Rabbiner mit dm hiesigeit Gemeindeoorständen Verhandlungen angek,lüpft, daß seiten» derselben für da» Hebräische Sorge getragen werde. Bi-her hatte nämlich der Herr Rabbiner die ReligionSjchul« nur durch schwere Opfer dadurch erhalte», dast er für da« gezahlte Schulgeld (20 Thlr. pro Kind) 1—2 Hilfslehrer «ngagirte. Nunmehr stellt derselbe da« gewist sehr gerechtfertigte Verlangen, die Vorstände (Danzig zählt bekanntlich vier Gemeinden) möchte» de» zweiten Lehrer (der Rabbiner unterrichtet gratl») für da» Hebräisch« besolden, damit auch tiefer Unterricht sür alle Schüler unentgeltlich «rtheilt werden könne Ohne Zweifel wcrdeil di« Vorstände die Rothwendigkeit dieser Einrichtung einsehen, und sich der thilen in erster Reihe obliegenden Pflicht, für au«reichend hebräischen Un- :erricht der jüdischen Schuljugend zu sorgen, nicht entziehen. (Zur beffrren Würdigung der jedenfalls a»erkeilnt«»werthen von, Magistrat ertheilten Unterrichtsgenehmigung and Honorarbewilligung wäre r» wünsche,iSwerth zu erfahren, ob mit jener Genehmigung zugleich die Bestiiumung getroffen, vast ein Uriheil des jüdischen ReligionSlehrer» über Betragen und Fleist der Schüler auch in die Ecnsur ausgenommen werde; vergl. unter „OelS." Red) A. Au» der Provinz Posm, 13. Dec. (Or.-Eorr.) Wer ein Verehrer de» sel. Grätzer Rabbiner» bei deffen Lebzelten gewesen ist, zugleich aber die reine Lehre de» Judenlhum» von nichtSwürdigen heidnisch-kabbalistische» Au-wüchien frei* gehalten und ebenso da» Judenlhum vor Verhöhnung bewahrt missen wollte, der hat sagen müsse», bah R Eliah Gutlmacher suo sibi tempore für sich und da» Judenthnm zur rechten Zeit gestorben sei Für sich, da ihm ja — wie versichert wird — die Wallfahrer«! die Tage de» Alter» verbittert hat; *) für die deutschen Juden, weil wir mehr und mehr vor nnsern Mitbürgern zum Gespött« wurde». — Aber ist die Sache nun definitiv zu Ende? d. h. auf deutschem Boden, denn dast di« russischen u. s w. Ehassidim sich «inen andern Wunder» man» und h-iligen Nothhelfer suche,« werden, ist leider nur zu gewist — Seit 6 Woche» schon verbreitet sich jedoch da» Gerücht, daß man, — wir gebrauchen vorläufig da« unbestimmte Pronomen — in Grätz mit dem Gedanken umgehe, die Wallfahrten fortan zum Grabe de« Heiltgen zu lenken. *) Lest dieser Zuge versichert« un« (in russischer Jude, der Heriut» -»der de» NschUn Zebi, «w Berehrer un» «reuer Freund de« se.igen Nadbiner«, daß dieser wegen der Heimsuchung durch d»e russischen Rall» sahrer bitterlich geweini und di« Sache at« ein« ihm in seine« hohen Atter aufertegt« Strafe, al« «in Nzsp HVPQi “*» um Lernen »u hindern, »ezetchnet habe. Ned. 1