Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 49.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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a(iiublid) fllingfnbf (wooou ich mich jedoch selber überzeugt habe); bei Aiignbe nämlich eineeinzigen Worteandem rumänischen Oockv civil und sonstige» Büchern sagt er mehrere Spalten, ja ganze Seiten fehleno« her, Paragraph- und Folio-Zahl »»gebend. Dabiblische Terrain hauptsächlich ist'-, deffen unzählige Mannschaft er bcfehügl, nennt >nan ihm die „Nekudos" eine» 'lüorti», so nennt er sofort auswendig da« betreffende Wort*) u. s. m Mil Rech: könne» wir die Behnpiung ausstellen, daß, wenn er um ei» Jahrhundert früher gelebt hätte, er eimvider als Wunderthäier verehrt, oder als Hexenmeister der Gastfreundschaft de- Scheiterhaufen» üb.rantworlet worden iväre. Mit nicht mindeiem Recht aber ivoüen wir ihn de» niodernen Lavater nennen Hr. Schapian gedenket nächsten» mehrere größere Städte E»- ropn» zu besuchen. ä. b'r. Großbritannien. Liverpool, den 15. Rov (Or.-Corr) Der -atz «Israel ist nicht verivittwel," bewährt sich auch hier in der „alten" sowohl wie iil der „neuen" ierael. Eniln-geineinde (Cvngrcgation) glänzend. Elsiere erbaute einen von unserem hochverehrten Henn Obetrabbiuer l)r Adler vor Kurzem eiugeweihten Tempel zu dem Kosten von 14,00>i Pfund sterling (95,000 Thii.), der zu den prachtvollsten 0>vlt>»häusern in und wohl auch anher England gezählt werden kan», und der erst »ach vollendeter innerer Dekoration besonders großartig fein wird. Die ein besondere- Bemach bildende Bundeslase so wie die zu derselben führende» breiten halbrunden Stufen sind an» feinstein ciui'iuudKii Marinor, so wie die ebensall» künstlich gearbeitete Kanzel, die allem 400 Psd. Steel, kostet Da» Zustand, komme» diese» i»>poi..nle», di, Lladl zierenden Bane« ist der großen Opsernnlligk»il dieser Gemeinde, die die Kosten desselben ganz au« eigenen Mille n besinnen, zu danken, und verdient uamenllich der an die Spitze dieser Äeineinde steh,»de Herr Plasident Abraham Hoffnung auch ui Ihrem gejch. Blatte öffentliche belobende Erwähnung. Dieser wohlihätige, bescheidene Manu verstand eS, durch fein evle» Beispiel und die lhm eigene glanzende oralorische Begabung die Gemeinveg,ieder zu dem heliigeil Werke zn entflammen, und tief zur Deckung der fehlenden Summe eilten Frauenbazar in'« Leben, Verein hier bisher unerhörtes Resultat zu Tage förderte. Der Bazar blachie nämlich einen Nettobetrag von 3600 Pfo. Slerl. ein. Zur Charakteristik diese« Manne« diene Folgende»: Die Gemeind, milglieder, u»t der Anerkennung und Werthschätzung seiner Verdienste einen lebendigen Ausdruck zn geben, voltrlen «inmütdig eitle sehr »aaihasle Sumine (300 Pfo. Slerl.), um ihm ein schöne», kostbares Beschenk zu inachen. Als Herr Hoffnung voll diesem Projekte hörte, äuherle er josorl den Wunsch, daß dieser gesammelte Betrag der jo eben im Bau begriffenen iSrael Kleitikinberbewahranstalt (lukaut scliool) zugrwendel werde, nub soll diese,ii Wunsche dadurch entsprochen worden, daß diese Anstalt seineu Name t führ,» soll, wodurch derselbe verewigt wird. (Sehr angemessen! Israel» Hoffnung ist bi- „Jugend.") Auch die Synagoge der neuen Gemeinde wurde kürzlich herrlich restaurirt, und hat sich der Präsident derselben, Herr S. Schönstadl große Verdienste un> die Geuleiude erworben. Nächstens will ich Ihnen über die verschiedenen hiesige» heiisant wirkenden jüb. Wohilhätigkeitsinstilute berichten. D. W. Stern. Dänemark. Lopeuhageu, de» 23. November. (Or.-Eorr.) Gestern habe ich einem schönen Feste hier belgewohnt, wovon ich nicht «nterlaffen kann. Ihnen Mrltheilung zu machen Herr Jo- •) Aber e» gibt ja zahllose hebr. Wörter mit gleichlautenden Po» calen oder Accenten, und ebenso kehrt in jedem Buch« dasselbe Wort sehr »st wieder, wen« e< nicht «in ganz seltene« «der gar ein Hapax- Jegomenon ist?! Der Hr. Eorr. versichert un« in einem Privatschrei, de, nochmal«, daß seine Angaben richtig seien, sonst würden wir de« erner Aeclame ähnlich sehenden Artüet nicht ausgenommen haben. 0*».) sepb Perlstein und Fran feierten nämlich ihren Söjährtgnn Hochzeit-tag, welche Gelegenheit die Besucher seiner Prior tsynagoge benutzten, ihm eine kleine Ausmerksnmleit zu erz,igen Sie hatten die Synagoge prachtvoll decoriren lassen n it Blumen, Drnpperien und dergleichen. Herr Perlstein, der gar nichtdavon wnßlwurde de« Morgen« von de» beiden Aeltesten der Anwesenden hineingeführt, wo er vom Fejt- Coinile empfangen wurde, indem Mah tobu gesungen wurde Hierauf fand der Morgengotte-dienst wie gewöhnlich statt, sofort „ach diesen, wurde unter Instrumentalbegleitung ein jU diesem Zwecke verfaßtehebräische- Gedicht abgesungen, worauf einer von dem Festcomite (Joseph M Goldschmidt) eine Anrede an Herrit Perlslein dielt, und ihm schließlich eine Adresse überreichte, wvrin sämmtlich« Synagogenbesucher ihre Danksagung für die schöne Weise au»sprechen, mit der er diese« von seinem verstorbenen Schwiegervater ^,-j gegründete Gvtte-baufür wahre Golle-fiircht und Andacht aufrecht erhalten halte. Herr Perlstein dankte tief gerührt, indem er sagte, daß der Dank besonderseiner Frau z >- komme, indem er nur durch sie ans diesen Standpunkt gekommen sei. Der zweite Theil de- Schir wurde abgesnugen, und damit war dieseschöne Fest, welchevon einer hört st gehobenen Slimmung begünstigt war, beendigt. Ror-amertka. S. New-Aork, im Oct. (Or.-Eorr.) Selbst ans die Gefahr hin von Ihnen, Herr Redakteur, al» „grämlicher Lolredner der alten Zeit" bezeichnet zn werden, »nleritehnre ich e«, zu dem Artikel, überschrieben „Ein; Strafpredigt au» An.erika" (Wochenschrift oom 17. September) einige Bemerkungen hinzuznfügen oder, wie unsere Advokaten sagen, Exceplion« zn machen. Wenn ich e« versüirmte, sülch' Bemerk- »tigen zn dem Originalartikel (im Hebr. Leader) zu mache », so geschah die«, weil er meiner Ansmersaiakeit entging, da derselbe jedoch durch Ihr geehrte» Blatt weitere Verbreitung erlangte, so will ich die Gelegenheit mit ihrer Erlaubiliß lnnutzen und Dasjenige vorbringe», wa» al» Entschuldigungen für „uniere alle Leute" dienen kann, und die Berantworliichkeit für die iraurigen religiöse» Zustände auf diejenige» Schultern ivälzen, wo sie hingehürt. Der Redakteur der „Hebr. Leader" beginnt seine direkte Beschuldigung gegen die alten Leute: „Ihr Wahlspruch lautete: Geld machen rc. rc. Diejenigen Jsraelitiien, nie inen« junge Leute: welche vor dreißig und mehr Jahren ihr Heimathrland verließen, um in A>»:- rika ihr Glück zu versuchen, bewährten einen solcheii Grad von Mnth und Ausdauer, wie er kaum von der jetzige» Ä:> ueration begriffen wird. Sie mußten sich von ihren Eltern und Freunden vielleicht auf Rimmerwiedersehn lo-reißen, zu n Vaterlanve, welche« ihre Dienste al» Soldat beanspruchte, hinausstehlen, einer langwierigen, beschwerlichen Seereise unterwerfen, um dann i» einem Lande anzulangen, deffen Sprache, Sitten und Gewohnheiten ste nicht kannten Sie unterwarfen sich diese» Beschwerlichkeiten, weil da» Heimath-land ft.r sie nur AuSuahniSgesetze und Beschränkuugeu hatte und Amerika daeinzige Land war, wo sie sich frei bewegen konnlen. Da angekommen, fanden sie manche Enttäuschungen. Sie standen vereinzelter, al» sie erwarteten, und der Kampf de- Laben» wurde ein beschwerlicher. Ihr Wahlsprnch war da vo>- erst (um eine» amerikaniichen Ausdruck zu gebrauchen) „da» Leben zu machen" Nachdeni sie diese» erfolgreich erkämpft hatten und zu arbeiten gewohnt waren, so erwachte in ihnen auch die Lust „Geld zu inachen", uin so mehr, da Anierika vielfach Gelegcnheit hierzu boc. Der plötzliche Uebergang von sozialer und geistiger Gefangenschaft zur ungebundensten Freiheit ließ sie in dein Kampfe uul die nothweildigsten Bedürfnisse de» Leben» die Anforderungen der Religion bei Seite schiebe»:, um diesen wieder ihre vollen Rechte einzuräumen, wenn sie besser in der Lage sein würden, alle religiös« Pflichten zu h«- odchten. Aber bei Bielen, sehr Biele» gewann die Gewohrheit die Obermacht, uitd ste rückten den Tag immer weiter