Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 49.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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mobil wir alsdann jfbtii roirllidion AerbesseruugSvorschlag mit Rutz.'n würde» vermeitben könne». Wir hoffe» daher uns ihrer Zustimmung zu der Tendenz »njerer Denkschrift v> riehen zu dürfen, weiche al« Ergänzung de« alleldliigS viel ,>»gefoch>eten Rechnungsmodus de» Berliner Peliiuin uom 10 Noo.mber 1873 dien.n füll." Frankfurt a. M, IS. Noo. (Or.-Eorr.) Herr Hirsch au« Hannover hnt rnsosern Recht, ivenn er in Rr. 47 d. Hl. angi'bt, daß sei» H.iler mit der Horillbme der Trauungen in ler Synagoge keine Neuerung in Frankfurt eiugeiuhrt Hude; den» bereit» vor seiner Anwesenheit hnt Rabb, Stein ln d r Synagoge getraut Die Vorgänge. desselben, in de» ältest en Zeilen haben aber nur im Vorliof der Synagoge getrau:, wozu eine besondere Ueberdachnng gebaut war mit der enlsx rechenden Inschrift an der Mauer; in neuere» Zeiten, vom Anfänge diese« Fahrbunderls au, wnrden die Trannngen in dem Lokale vorgeiio»»nen, in dem ta« Hockz.llefest statlsand E>» aller Frankfurter. AuS Württemberg Da« durch die B.rnfiing d.S Herrn I),. Wasiermann als Kirchenlalh und Rabbiner »ach SlUltgarl erledigie Hezirksr»bbi»al Muhriugen (die ziemlich stark bevölkerte Israel. Gemeinden de» wurlt. Schaoizwilve« umfaffend) ist Seiten- Kgl. EulluSmiNlsterinm« auf Vorschlag der Kgl. J»r. Oberkirckenbehörde Hr». Rabb Dr Ellberstein, bisher ln Buttcnhanscn, übertragen worden Die rhm daselbst gewidnieie jolenue Äbschledsseier, bei der ihm unlei anerkennende» Worten Seiten« de« Vorstandes ein prachtvoller Pocil überreicht wurde, >>ls auch der großailige Emp ang in seinem »eueu Wirkungskreise zu dem ihm flu« chenvorsteher »nd Lehrer seine- Bezukes bis nach Tübingen entgegen gereist ivare», waren für Hrn Dt*. 2. sehr ehrend und erhebend und erlvelsc», daß für die g.inl.che 'Wirksamkeit hier zu Lande noch immer ei» fruchtbarer Hoden vorhanden st. Oesterreich. d A«S Böhmen, 28 Rov. (Or Eorr) Es ist wahrhaft betrübend zu sehen, wie unsere ländliche» Culiusgemeinde» ällestei» Datums, Gemeinde» von Rang. Namen und Ansehen ln Folge der Fr.izUglgkeit »ach und »ach zusammenichrumpsen, ihrer malerielleir Exlstenjmitlel beraubt wrrdeu, und mit dem bestell Willen ihre religiösen n»d culinrellen Justitulionen und die entsprechenden Fnuctronäre zu erhalten, vor einem droh, »den Defizit wie vor eine,» gähnenden Abgrund. rarh-, kraft und niachtloS dastehe». — Hätteil unsere Reichen und Woh habenden sich die alle bewährte jüdische Pietät für' die Heiuiathgemeinde ln der Fr. in de o. h. in der u.uen Heimath allerorten zu bewahren gewu t, würden ste sich das so sinnige Schriskwort: „^OK TOp? ’S USD chrer Muttergeme nde gegenüber zu Gemüthe führen, dann würden sie freUih deni Bode», in dem die Asche ihrer Haler ruht, dem Bode», der ne groß gezogen, auch aus der Ferne die inatericlle Pflege nicht entziehen, find es doch immer nur verhältnißmäßig verschwindend kleine Summen, die zur Erhaltung der Eultusgemeinde-Znstitutione» ans den Einzelnen reparirl werdm, und doch ist deren pünktliche Einzahlung in die Geuieinr« Eaffe eine Existenzbedingung für die Eultusgemeinde, und sollte daher jedem Gemeiudeangehörigen, gleichviel, ob er noch innerhalb oder außerhalb der Marken der Gemeinde wohrt, schon auS Pietät eine Herzenssache sein- Eine exclusive Macht zur zwangsweise» Eintreibung der EultilSsteuer hat die Gemernde freilich nicht, fie sollte deren aber auch gar nicht bedürfen. Ein besonderer Uebelstand im böhmischen Israel ist die noch immer, wenn auch im Principe aufgehobene, doch noch zu -echt bestehende Einrichtung der KreiS-Rabbi nate; nach wie vor beziehen diese Herren, die in der Regel zugleich als OrtSrabbiner in ihrer Geuieinde fungiren, ein Gehalt vom bettefeuden streife, dies Gehalt ist ja »ach dem Steuergultn n, d. h. «ach der Größe der Summe, die der Eontribu- | ent an den Staat zu entrichten hat. bemeffrn, und wird > staatlich, wo es sein muß, zwangsweise eingehobe»; nun sind'« freilich oft nur einige Kreuzer jährlich, die der einzelne, im Kreise, in Slädlen und Dörfern ivohneude Jude als streit» rabbinergehalt zu bezahleii gezivuuge» wird, doch glaubt zu» nächst der außerhalb einer Eullgemeinde wohnende ZSraellt, in de» meisten Fällen seiner EullnSstenei Pflicht durch dies« geringe Zahlung vollkommen genügt zu habe», und will sich z» einer jährlichen Heisleuerzn de» E»llu-.»l«i»ge» der seinem Wohnorte zuaäch l u gena u En.lg.'!».'ino ', obwohl er an deren Institutionen ihatsä.h!>ch pariizpiri, nnr in den seltensten Fällen verstehen. Hätten wir aber, ivie die» z. B in Ungarn und zum Theil auch in Mähren der Fall ist, anstatt flreiSrabbinat« Bezirksrabblnate, so wäre die« etwa nichi eine bloße Ra- »lensänderuug, sondern insofern auch eine wohithätigc nützliche Restanrlrung unseres G.'M.ittV'wesenS, als zu jenem R.il'binaisbezilke stricte nur die der größere» Eullgemeinde ziiiiächst - gelegeneu Ortschaften resp. deren jüdische Einwohner zngewiesen und zugleich verhallen wären, in die E>rffe der Gemeinde, deren Synagoge sie an Fest- »nd Feiertage» besuchen, und deren Funciionäre ste in Anspruch nehme», ihren rege.mäßigen Beitrag so wie die Zulagen der Eullge- »i.ittüe selbst zu leisten, was allerdings eiire große Erleichterung für die Gemeinde wäre. Gestatten Sie mir, bei dieser Gelegenheit auch noch einet anderen zunächst iu den Landgeiueindcn öfter» sich kundgebenden Uebelstand,» Erwähnung zu thun; e» ist die» die oft un> etktärliche Scheu, mit der gerade die Bessere», Tüchtigeren und Znl.lligenl.il in den Gemeinden sich von den Ehrenämtern ziuückhalle» uno nicht bedenken, ivie sehr ste dadurch eS veruriachen. daß diese Stellen, die doch nicht unbesetzt bleiben können, eben nur an Unbeiusene verliehen werden »iüffen. Sagt ihnen denn — so fragt man sich unwillkürlich — ihr Heiz gar nicht, daß e» «iu« heilige Pflicht ist, sich dem Dienste des GemeindeweseiiS je nach Kräften zu widmen? wollen st« denn ihre alten ehrwürdige» Mntlcrgemeiuden dahin gelangen lassen, oaß es von ihnen heiße: „Keines inrer Kinder leitet sie."? Zn dieser Beziehung fürwahr können die Großge- »letnden Wie» und Prag als Muster gelle», in ersterer wird eben jetzt eine neue Wahl vorgeiro»»».», und wahrhaft würdige, luilunler illnstre Männer scheuen sich nicht, als Eandidate» für ein EullnS-Gemeiude-Ehrenamt aufzutreten und sogar Eiudtvalenreoen zu halten; bemüht man sich nun mit kleinlicher Nachahmungssuchl, den Großstädtern c» abzugucken „wie sie sich räuspern" u. j. w, so sollte man sich auf dem Lande auch in Hinsicht der Ehrenämter bestreben, cS den Großstädtern gleich zu thun n31ÖK3 "inat '3*13» piDffS Skumante«. Fotschau, 12. Rov (Or.-Eorr) Seit einigen Tagen weilt hier der Physiognomiker und Mnemoniker M. Schapira. Er ist ein. Erscheinung der seltensten und melkwürdigsten Art, und hat, ob der außerordentlichen Gaben, welche die Natur rückhaltlos an ihn verschwendet hat, unmittelbar nach seinem Eintreffen die. Aufmerksamkeit aller Kreise aus sich gelenkt. Bürgerihum und Adel, daS schöne, wie daS »linderschöne Geschlecht drängt sich heran, um feine Zauberkräfte anzugaffen, wie er jedem auf Berlangen Vergangenheit, Gegenwart, Neigungen, Leidenschaften ablauschl, und die Zukunft verkündet, (die Bewahrung bleibt abzuwarten) wie sein ArguSauge mit unerhörter Schärfe in die tiefsten und verborgensten Falten der Seele dringt. Alle jseine Antworten und die Kraft seine« Gevächlniffes sind im höchsten Grade überraschend, und bekunden, daß diese Kunst auf tiefe Studien basirl ist Die fünf Sinne des besuchenden PublikuinS wetteifern, um da« Unbegreifliche wahrzunehmen. Anfangs glaubt man, einen bescheidene», mit einem imposanten Aeußern und liebenswürdigem Benehme» begabten Maun vor sich zu haben, dein. Fort» gehen hingegen muß Jedermann sern« vollste Bewunderung aurdrücken. In muemoaischer Kunst zeigt derselbe da« fast un»