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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 48. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 48.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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ber Provinz Preußen 3 Erwachsene und 373 Sinder, „ » vGnRtzßurg 53 „ * & » „ „ MiuiW v »' " JT » 0 0 0 0 Sachse» LSestptziten Rheinprovknz 3 IS 5 I 0 0 „ 91 - *4i „ 82 „ 62 * 62 Summa 90 Erwachsene und 1338 Sinder. Hiernach stellte Brandenburg und Schienen das größte Sontingent sowohl an erwachsenen al» S i n d e r - Täustingen. DaS enispricht nicht bloS dein Umstande, daß Berlin und BreSlau die beiden größten Gemeinden in Preußen sind, sondern auch jene» innere» Gründen, die ja allgeniein bekannt find. Und waS die Sindertäufliuge »och besonders betrifft, find sicherlich in Berlin und BreSlau mich die meisten jüdischen Mischehe» vorhanden, wie hier auch die meisten jüdischen uneyeliäien Geburten Vorkommen. BemerkenSwerth ist hui, daß Brandenburg eine höhere Zahl von erwachsenen, und Schlesien eine höhere Zahl von Sindertäuflingeu aujweist. Da» erster« laßt sich noch naturgemäß erkläre», da» zweite aber wirst auf die jüdisch-religiösen Zustände Schlefieu» einen trüben Schlagschalten. Denn, ist schon die ganz« Erscheinung ein charakteristische» Zeichen für den JudifferentiSmuS der Zeit, so hat diese religiöse Gleichgültigkeit iu Schlesien, sprciell in BreSlau, de« höchsten Grad erreicht. — Wrstphalen hat gar keinen erwachsenen Täufling; gleich günstig dieser Provinz zur Seite sielst Pose» und die Rueinprovinz. In Bezug auf die getauften Sinder hat wohl Posen die niedrigste Zahl, wenn man ft ine dichte jüdische Bevölkerung mit in Anschlag billigt; doch »leibt »S immerhin auch «in charakteristisches Zeichen, daß selbst in Posen 91 jüdische Sinder getauft worden find. Alle» ii Allem genommen, sind Zahlen lebendige Prediger. Sie künden un», daß heutzutage nicht bloß Esau, sonder« leider auch Jacob hingeht, um für ein Liaseiigericht da» Recht der Erstgeburt zu verkaufen. Nachbemerkung der Redaction. Wir hatten bereit« zu vor. Nr. einen Artikel über denselben Gegenstand geschrieben, der Raummangel» wegen zurückdleiben mußte — (au» demsell en mußte diesmal dir Fortsetzung de» Leitartikel» von vor. Rr. für nächste Woche zurückgelegt werden) —, wir lassen nunmehr, da wir hierin in den meisten Punkten mit unseren« gesö-ätzten Mitarbeiter übereinftimmten, nur einige ergänzende Auszüge au» unserem Artikel folgen. Wir bezweifeln zunächst die Richtigkeit der von den Zeitungen gebrachten Notizen, trotzdem denselben da» Wörtchen „amtlich" b< igefügl ist. Man ist in majorem Dei gloriam schon in viel wichligereu Angelegenheiten, wie historisch nachgewiescn werden kann, tendenziös ungenau gewesen Man nannte daS pia frt.us. E« ist uns natürlich nicht möglich und würde überhaupt kaum thunl ch sein, die Angaben über Judentaufen im Ganzen oder arch nur für eine Provinz zu prüfen. Wa» die große Zahl der Sinder betrifft, so liegt e» fast auf der Hand, daß diese zu allermeist au» gemischten Ehen stammen oder unehelich« f linder jüdischer Mütter find. Ob unter de» erwachsenen iLLuflingen sich mehrere befinden, welch« die Sache geschästSmä zig betreibe», also sich mehr al» einmal an verschiedenen Orten zur Lonverfion stellen, bleibe dahingestellt. In England ist daS notorisch rechtutzftMrMv. Bemerken»- -Otß-ist^tz, lOstM^da^^zS t# UdMz Posen, '»elch« vor nicht langer Zeit da» ergiebigste Feld Mt die Judenmtssin» gebotest hat, verhältnißmästig wenige erwachsene Lonvertiteu ausgeführt sind. Dasselbe war s. Z. nach der lieber« sicht für d. I. 1872 der Fall. ES leuchtet feruer jeden, «in, daß diese Uebrrficht, wie die vorjährige, «in ganz nnvöllkommeueS Bild bietet, da die Zahl der o o n der eoang Sirche Uebergetrelenen fehlt. Damit kommen wir auf u n s« r Berhälrnißzu Au»- und Eintritten. WaS meinen die Herren, welche obige Zahlen wohlgefällig veröffentlichen und lesen, wohl, wie sich di« Ziffer der Uedertrille zum Judenthum gestalten würde, ivenn wir de» ProselyiiSniu» fördern, auf derartige Jagd au4< gehen, Bonheile bieten wollte»? Seil 1860 habe ich hier eine» Man» und zwei Frauen in» Judenthum anfaenonime». rin Man» und drei Frauen von hier sind auswärts znr hiesigen Shuagogeu-Gemeinbe übergetreten. Sie hatten iuSgesanlnil der evangelischen Sirche angehört. Aber Dutzend« von evangelischen Ehristen, Frauen und Männer, habe» sich in dieser Zeit TeT Mk Ml MNktilK 'genielM, llnd U Hab« sie abgewiesen; darunter waren einige, welch« kein« HeiralhSadsichteu gehabt haben, wa» bei den meiste» allerdings der Fall gewesen ist. Hätte ich gewollt, so könnte ich eine ganz stattliche Schaar von Proselyteu vorsührcn; und wenn wir gar e r m u t h i g e n wollten! Sprechen wir deutlicher: E» steh« ja ziffermäßig fest, ivie viel Geld jede Judenseele den Mtssiouogejellichaften kostet, und e» wird gar nicht in Abrede gestellt, daß letzter« riesige Summen verbrauchen — also wenn wir auf die Idee kämen, un» die Lhrifteubekehrnng Geld koste» zu taffen — di« Prob« wird nie gemacht werben, «S gilt u»S al» Wahnsinn and Verbreche»! — aber man sehe sich elnmal gewiffe Schichten de» quasi-evangelischen Bolle« an, wie viele würden da in einem Jahre zu haben sein und für wie blutwenig Geld! Zumal wenn wir von einer gewiffe» Bedingung adsehen wollten l Dt« stkivileh« und di« jüdische {taiuuig betr«ff«n&. Mil Bezug auf die eingehenden LuSnnandrrsetzuugeu über diese« Thema in der „Wochenschr", di« in allen Theilen «ine genaue Beachtung verdienen, dürfte e» nicht überflüssig erscheinen, gleichsam al» Ergänzung dazu auf einen uau» oder besser abuaua zurückzukommen, der jetzt bei der Einführung der allgemeinen Livileh« al» solcher sich recht deutlich kenn» zeichnet. Für un» Juden hat die neue Institution durchaus nicht die Bedeutung, daß wir um chrelwillen neu« Berfügungrn in Bezug auf Form und Art der religiösen Trauung»- ' feierlichkeit zu treffen haben. Wir haben schon lauge de« Livilact eine bürgerliche Geltung zugeschrieben und zuschreiden muffen; andererseits aber von jeher auch »ach der Trauung und nach der Hochzeit noch von sNN und ifas gesprochen und darum natürlich auch unter dem Trauhimmel zu dem. „Brautpaar" un» wenden dürfe«. E» hat sich hierbei jedoch mü der Zeit fast allgemein eine fichrriich nicht jüdisch« Formel eiageschlichrn, di« ebenso überflüssig, wie ungehörig ist, — ich «ein«, sich vom Brautpaar da» „3a" sagen zn

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