Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 47. · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 47.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/5369809-5935028-5935821--2403-5371889
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

384 Kirchhof zusteht — oder der sie sich anmaßlr, wir untersuchen dar nicht — best, Sine» oft* diese»,, bcA Ander» (Ht$ jenem Grunde ein etfreÄjaftel DcAübstsh ka NichlkatiMischcu jumal, dafern nur ein katholischer Friedhof vorhanden ist, ganz die Grabstätte versagte ovet nur ckite keschiurpstsive anbol Es ist unläugbar, daß dadurch hin und wieder Zustande geschaffen und Vorkommnisse herbeigeführt wurden, gegen die daS feiil.-r gewordene Rechts- und Billigkeitsgesühl vet Gegenwart sich auflehnt, sowie daß den Staatsbehörde», welche das Recht aller Bürger schütze» sollen, unleidliche Berlegenhelten bereitet wurden. Wir immer rust nun das eine Extrem das andere hervor, und es streben nun die Radikalen dahin, den Unterschied der Religionsbekeuntniffe nach dem Tode ganz hiuwegzuschafsen. In welcher Weise? Wie weit? Ob sie sich über ihr Ziel klar sind, oder ob sie das, was sie wolle», klar aussprechen? Das werden wir an de» euizelnen Fälle», die wir zu bespreche» haben, näher erkenne». Bvrab muß schon nach den wen gen Sätzen, die wir hirr oorausgejchickl baden, klar sein, daß wir Juden mit jenen Bestrebungen nichts gemein zn haben brauchen. Wenn wir alle religiösen Unterschiede auslöschen und wcgschaffen wollten, so iväre es vor allem und voil allein das Einfachste und Röthigste, daß wir entweder zur M.hrheit ubenrelen oder an unser», Theiie uns für ganz religionslos erklären. Wir hätten dann gar keine Ursache, erst auf dem sehr unsicher» und ungeuiüthlichen, auch verspäteten, Umwege über den konfessionslosen Friedhof, das zu suchen, was wir für das Leben, und solange wir noch im Leben einen Genuß davon haben köiluen, erstrebe» sollten. Ebenso muß es für jeden ruhig Uriheileude» klar sein, daß der Frieden, nach dem man sich doch sicherlich nicht für die Todteil, sonderir für die Lebenden sehnt, schurerlich dadurch zu erreichen ist, daß inan diejenige», welche konfessionelle Trennung der Gräber wollen — und man wird doch nicht läugnen, daß es deren sehr Biele giebt — zwingen will, auf ihre „Borunheile" zu verzichten. Ganz gewiß schafft man dadurch nur ein Element des Kampfes mehr und würde, falls man das mit Gewalt durchführen wollte, »inen Gewiffenszwang üben, der nicht bester, wohl aber häßlicher wäre, als die von der gerade entgegengesetzten Seite grüble Ausschließung und Absonderung. Gilt neue» Element muß allerdings, dem Gange, den die Dinge nun einmal genommen haben, entsprechend, zur Lösung der Schwierigkeiten herbeigeschafft werden, nämlich eine Grabstätte für diejenigen, welche nicht konfessionell, nicht auf dem Friedhofe einer bestimmten Religionspartei, nicht mit und nach irgend welchen Eeremonien begraben sein wollen — aber nur dann fuhrt dies zum Frieden, wenn man dies neue Element drn vorhandenen anreiht und den Confeisionen und den Eonsessionellen das Ihrige läßt. W>r wenden uns nun zunächst zu einer Betrachtung der Borgänge in Wien, die soviel Lärm erregt haben und bei denen die Juden in so — wir möchten wohl sagen bejammernswerther Weise in Mitleidenschaft gezogen, ja in erster Linie Gegenstand ebenso scharfer wie ganz unverschuldeter Angriffe geworden find. ■/ Berichte itiib Correspondenzeu. DewßsichlaOb. Berlin, 1^ Novbr. (Or.-Corr.) Am 1. December findet dk Erglliiznngsüaht für die NcpräieutaNtrn-Bersammlnng der hiesigen jüdischen Gemeinde statt Es ist solche diesmal von besonderer Wichtigkeit, venu von ihrem Ausfälle wird es abhängen, ob cs möglich sein :vird, die Einheit der hiesigen Gemeinde zu erhalten. Werden auch diesmal die Bestrebungen der Resormpartei, welche augenblicklich die Oberhand hat, daraus gerichtet sein, die konservativen Mitglieder der Gemeinde von jeder Vertretung im Repräsentanicn-Collegium und dein Vorstände auszuschließeu, so wird denselben der Austritt aus der Gemeinde, sobald eS das Gesetz gestaltet, zur eisernen Rothwentigkril werden. Der Wunsch, die Gr-, meindeeiuheit zu erhal'en, ist, deß sind wir überzeugt, bei der überwirgeubeil Mehrzahl vorherrschend, und eS bedarf sicher nur der Hinweisung auf die Gerechtigkeit der Forderung, daß auch den Anhängern deS Allen die Gelegenheit gegeben werde» müsse, ihre Ansichten und Wünsche innerhalb der Geiueindeoerlretung zun, Ausdrucke dringe» zu können, um geachteten Männer,r dieser Richlnng die Majorität zu verschaffen. Bor allen Dingen aber müßten sie selbst die Juitrative ergreifen und ihr Programin offen da,legen. Rach unserer schon früher in diese», Blatte geäußerten Ansicht ist die Einheit und der Friede in der Gemeinde nnr dadurch zn erhalten, wenn die Gemeindebehörden sich nicht bloS als daS Organ einer Partei betrachten, oder bester es auch nicht sind, und dadurch die Möglichk> il gewähre», den verschiedenen Richtungen Rechnung zu tragen. Man laste in der neuen Synagoge die darin eingesührrn, Neunungr» für diejenigen, die daran Geschmack finden, stehen, laste ober auch den Gottesdienst in der alte» Synagoge unbehelligt und kränk« die Besucher nicht durch reformistische Missiouspredigten. Wir haben es öfter ausgesprochen, eS sind ja lauter ehrenwerthe I achtbare Leute, die jetzt hier am Kabals-Tisch sitzen, und e» wäre gewiß manche Kränkung und Verletzung der r.lt-gläubigeu Gemeiudeglieder uulerbiieben, wenn es ihnen vergönnt gewesen, in der Bersammlung selbst sich hörbar zu machen. Möchten nun diejenigen Gemeinveglieder, welche nicht dlo» einem Partei-Schiboleth folgen — »löge nun der Punkt auf der rechten oder linke» Seite stehen — sondern welche die Einheit der Gemeinde erhalten wollen, sich dahin verciuigen, Männer der Bermittelung zu wählen, und ebenso wie Mitglieder der Resormgenoffenschasl sich in der Berlretung befinden, auch den Anhängern deS Alten eine Betheiligung zu ermöglichen. Sollten dadurch auch die Debatten in der Repräsentanten-Bersammlung lebhafter und hitziger werden, da» Ziel wird dennoch erreicht werde», und da» ist: Einheit und Frieden. 10. Hannover, 8 November. Ich erfahre, daß in einer der jüngsten Rumnlern der „JSr. Wochenschrift" eine Eorrespondenz aus Frankfurt am Main, meinem Baler dem Herr» Rabbiner Hirsch zu Frankfurt a. M. der Vorwurf gemacht wird, daß er bei Gelegenheit der Einweihung der erweiterten Synagoge in Frankfurt a. M. u. A. dieselbe auch als di« Stätte bezeichnet«, an welcher die Trauungen vorgcnommen werden. — Die Korrespondenz nennt eS einen Verstoß gegen 3H30 >n*T, wen» die Trauungen in einem überdachten Raume vorgenonimen werden. Die Correspondenz scheint nicht mehr zu miste», daß nach althergebrachter Sitte in Frankfurt a. M. die Trauungen in der Synagoge vorgcnommen werden. Es erhellt dieses schon aus dem ‘j'i'Tn'öna4 welchem man sich in Bezug auf 0'Lirv in Frankfurt, wie in 132VK überhaupt richtet •) %-- *) Die« ist in IjpSTK im »llaerneinen nicht der «all (OM»' s«n, man hat in den sä dqeichneten Ländern nicht in den 1 und nicht ander« «U unter freiem Himmel Girant. Wie e« nach aUm. $

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.