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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 46. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 46.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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— 380 jegliche Ursache zu beten: löTl OTlur® IW '1 (i-pr *pn WirSbadeu, 22. Oktober. In den vormals naffauischen israelitischen Kultusgemeinden wurde seither vielfach von neu anziehe,iden Juden ein Eintrittsgeld erheben, obgleich dieselben durch den Zuzug ohne Weitere- Mi:glieder der Kultusgemeinten werden. Rach einer Minister ^alversügung ist die fernere Erhebung derartiger Eintrittsgelder untersagt worden, da solche nach Maßgabe de« Reichsgesetzes über die Freizügigkeit nicht für zulässig zu erachten seien. (Rh. ft.) (Die Herzogl. Nass. Verordnung von 1852 (ll. §. 9) hatte bereits bas Einzugsgeld aufgehoben, „es müßte denn in einem einzelnen Falle ausdrücklich vom Ministerium genehmig: werden." Es muß also wohl in »euerer Zeit, vielleicht zr Gunsten der Wiesbadner Gemeinde, die fragliche Genehmigung öfter ertheilt worden sein.) Wichenhausen (Kruheffen), 15. Oel. Der rühmlichst bekannte Rabbmer, Hr. llr. Frenkel, hat nach 36jähriger Amtsführunz seine Stelle niedergelegt und ist nach Frankfurt a M. übrrgesiedelt. Unsre Gemeinde bedauert seinen Abgang sehr und hct dazu alle Ursache. (J-r.) Altona, 1. Rov. Der israelitische Feuerungsverein von 1864 rahm in der letzten Woche die alljährliche Verloosung von F.merungsporlionen vor. Derselbe gewährt nämlich seinen Mitgliedern für einen geringen wöchentlichen Beitrag von l Schilling das Recht, an dieser im Ocloder statlfindenden Verkochung Theil zu nehmln, und stellt eS den glücklichen Gewinnern frei, ihren Gewinn einem Unbemittelten zu überlaffen. Diese- Mal hatte die starke Zunahme der Mitglieder de« BnreinS es ermöglicht, sechsundvierzig Gewinne und 6 Doppel-Hectoliler, eine bis dahin noch nicht erreichte Zahl, zur B.rloosung gelangen zu taffen. Lemberg. Das Organ de» „Schomer Israel" citirt zur Ehara'.eristik der galizischen Zustände folgenden Ukas der Gemeind« Vertretung auS WiSnrowzyk vom 17. Äug. 1874: „Ebenso wurde beschloffen, damit von nun au kem Arbeiter sich unterstehen möge, aus eiueul durch Jude» eigenlhümlich erworbenen Grunde zu arbeiten, und die» bei Strafe von I fl. ö. W. täglich für Arbeit ohne Zuglhier, hingegen von 4 fl ö. W. täglich für Arbeit mit Zugthier." O,e Behörde zu Bmla (bei Ezorlkow) decretirt nicht allein Geldstrafen; sondern sogar Leibesstrafen gegen die christlichen Tagelöhner, die der Juden arbeiten; einige von ihnen siud deshalb ausgepfändet worben. Die von oeu Betherligte» deserhaib überreichten Beschwerden haben bisher noch keine Ldhülfe gebracht. Motznich, 4. November. Hier ist heule der — leider jüdische — Raubmörder Leopold Freund aus Trentschin (Ungarn), der in der gestrigen Nacht den ebenfalls jüdischen Oetonoiu und Brannlwernfabrck-Besitzer E. Kätscher aus Branek i»i EoupL zweiter Klaffe während der Fahrt von Raußnitz bis Nezamltz (Dauer der Fahrt 53 Minuten) im Schlaie ermoriul und beraubt halte, oerhaslet worden. Der 23jäh ige Mörder, der zuletzt als Kellner in einem Kaffeehaus« zu Bcniin diente, legteein vollständiges Geständniß ab, und wurde unter starker Gensvarmerie-Begleitung nach Ol,nütz abgeführl. Holland. „Jew. World" erzadlr nach Blättern aus Alchii,: In der holländischen Armee dient ein JSraelit, Lewanv van Weene», Zögling der Militärschule, [Diente in dem Lehrb-rtaillonj zu Kampe», welcher zu 18 Jahren nach Indien gejchllkl worden war Er lhat Adjutautendienste, bei seiner Trupne waren 12 Juden.^ Nach einen. Treffen jehlte einer von diesen, er war getöbtet; Ban Wecnen bedauert den Gefallen», feine größte Sorge war jedoch, daß er bei seiner Lrup:,e Murjan behalten möge, um zu Zeiten mit ihnen bete» zr, können. Ende Februar d. I. hielt er mü 200 Mann du» Fort Koila Radjo als Eommandlrenber besetzt, wurde zwei Tage belagert, hielt tapfer Stand und wurde bann entsetzt. Am 38 Juli zeichurte er sich i» eine« Treffen au», di« von ihm getragene Fahne wurde in seiner Hand zerschoffen, er drang jedoch vorwärts bi» er, durch mehrere Schüffe verwundet und von Blutverlust erschöpft, niedersank, den Rest der Fahne immer noch festhaltend. Der commandirende Offizier überreichte ihm den eigenen Ordeit von der Brust, Weenen wurde in da» HoSpital ausgenommen und befinde: sich in Befferung. Er hat Verwandten in London Nachricht gegeben. — Da» Amsterdamer „Weekblad" theilt diesen Bericht nur nach dem „I. W." mit, fügt einige Fragezeichen zu Neben - umständen und Verbefferungen (wie hier oben) hinzu, scheint also die Sache nicht für ganz authentisch zu halten. Dagegen berichtet es nach den offiziellen Blättern, daß ein JSraelit, LouiS Mulder auS Devertto, sich in Atchin ausgezeichnet und zum Ritter des Militär-WilhemS'OrdcnS 4. Klaffe ernannt worden ist. Gouda (Holland). Hier hat ein 50jährigeS Jubiläum stattgefunden. Es niacht kein Aufsehen, eS gab keine Festivitäten, keine Deputationen, keine Orden, aber Ehre jedem, dem Ehre gebühret! „Ehre jeder ichwiel'gen Hand —! Am 1. November 1824 trat Kaalje Kahn hier in Dienst de» Hern. B. M van Leer. Die Herrschaft ist todt, andere HauSgenoffen sind lobt, alle von Kaatje mit erzogenen Kinder haben bis auf ein» das elterliche Haus verlaffen, Kaatje ist geblieben, als Dienstmagd in demselben Hause, aber geehrt von der Familie. In dieser Woche ist ja da» Capitel von treuen Dienern uieiojuna de Sidra! (Weckbl. v. I. H) RamSgate Am 8. Cheschwan hat Sir Mos. Montefiore — Gott verlängere sein Leben! — seinen 90. Geburtstag in aller Stille gefeiert; doch fehlte es nicht an Gratulationen und Telegrammen. Koostantinopel Anl ersten Tage Rosch haschana starb in hohem Alter R. Jakob Aoigdor, welcher lange Zeit Ehacham-Baschi gewesen war. Er war von dein Sultan mit dem Medjibge-Orden erster Classe decorirt worden, und stand allgemein in hohem Ansehen. Bor etwa zehn Jahre» nahm er seinen Abschied unv bezog von der Pforte eine Pension. Am zweiten Festtage wurde er in Begleitung militärischer Ehrenwache beerdigt. — „Levant Herald" berichtet, daß das Criminalgericht zu Constantinopel, ans Antrag ber Polizeibehörde, den Redactenr des griechischen Blattes „TypoS", PllthonibeS, zu sechs Monaten Gesänguiß verurtheilt hat, weil er in seinein Blatte bei Gelegenheit der Judenhetze in Balata, ivo man ein griechisches Kinv im Meere ertrunken gesnnven halte, bie Juden indirekt des Morde» bezichtigt Halle. Er hatte näinlich, gegen baS Gutachten der GerichlSärzte, behauptet, die Leich« habe verdachlerrcgenbe Wunden an sich gehabt. DaS Gutachten nahm an, daß der Artikel geeignet unv darauf angelegt gewesen sei, oie Griechen gegen die Juden aufzuhetzen. Zwei Monate UntersuchuugShafl solle» von der Strafzeit abgerechnet werde». Buenos Ahres Nachdem, Ivie seiner Zeit berichtet worben. im 0. I. an« Neujahr und Versöhnungstage hier in einem improoistrlen Betsaal iSrael. Gottesdienst gehalten worden war, besitzt die Hauptstadt der Argentinischen Republik nunmehr eine schöne Synagoge. Reiche deutsche,polnische, englische »no norvamerlkanijche Israeliten find zu diesem Zwecke zusainmengetrelen, hrben sich am 11 August zu einer Gemeinde constiiuirl und haben beschloffen, eine Synagoge einzurichlen und auf Roschh.rschnah feierlich einzuweihen, auch den Präsidenten der Republik dazu einzuladen. Die Mitglieder verpflichteten sich zu jährlichen Beiträgen für die Synagoge, Krankenpflege, Beerdigung u. s. w. Ein reicher Pole übernahn, die Funktionen als Rabbiner und Borbeter und schenkte der jungen Gemeinde einen Platz zu einem Friedhofe. (Bes. J<r.) Feuilleton. Gfterka Regina. (Fortsetzung) Aaron Leibliuger war eine eigenthümliche Natur, schon in seiner Knabenzeit war die» sichtlich. Nicht etwa in sei««

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