Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 44.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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361 wrtauft — da« StaatSgesetz mutz ruhig zusehen. So lange nicht öffentlicher Skandal entsteht und dergleichen, wird kein Richter, kein Polizeibeamter sich einmischen; weil eher wird «in mitleidiger oder energischer Nachbar eii.greifen, alder Beamte, der seine Instruction kennt und bei vorwitzigem Eindringen in da- Hau« Ahndung zu fürchten hat. Da« heißt also: der Staat kann dem Mann nicht sagen: „dein Weib soll dir heilig sein, du sollst dich um Gotte» und de« Gewisse« willen hüten, e« zu kränken, „liebe e« wie dich selbst und ehre e« mehr al« dich selbst"*) alle« Derartige liegt jenseit« der Sphäre de« Staat«. Dieser macht dem Manne den Prozeß, wenn er e« „zu arg getrieben hat", entscheidet den Prozeß, wenn die Satten gegen einander klagbar werden. Jene Mahnungen, die Heilighaltung de« Verhältnlfle« gehört in die Sphäre der Religion. Nun noch in einem besondern Artikel einige Worte über die sittlich« Grundlage der Ehe nach Staat-recht und Religion-gesetz. Berichte und Correspoudeuzen. Deutschland. Stettin, 21. Octob. Der „Israelit" bringt nachstehenden Artikel: „Mainz, 8. Oct. Wir erhallen au« Jerusalem von den Herren Oberrabbtnen Abraham Aschkenasi und Maier Auerbach ein ausführliche« Schreiben de« Inhalt«, daß die MittheUung der „J«r. Wochenschrift", Herr Mose« Jsak Goldschmidt sei mit 600 Napoleon« Armengeldern durchgegangen, nicht« als Lüge und Verleumdung sei, und daß ebenso die versteckten Angriffe de» in Jerusalem erscheinenden „Ehawazeleß" nur Verleumdung enthalten. Da» Schreiben ist von dem Britischen Eonsul, Herrn Noel Temple Moore, und dem Kaiser!. deutschen Eonsul, dem Freiherrn von Münchhausen, eontrasignirt und mit den betreffenden Eonsulatssiegeln besiegelt." Wir bringen diese Mittheilung zur Kenntniß unsrer Leser; e« könnte un« nur lieb sein, wenn der in unserm Blatte Angeschuldigte, der un« persönlich so fremd wie möglich ist, und den anzuschwärzen wir sicherlich keine deiikbare Ursache haben, sich vollständig rechtfertigen könnte. Ob da« durch da« Vorstehend« geschieht? Statt der in Aussicht gestellten Schritte, die wir, ebenso wie der Herr Red. de« „Israelit", gerecht «ad ordnungsmäßig gefunden hätten, auf die hin wir unfern Gewährsmann genannt haben würden, erhalten wir nochmal« «inen „Koscherzettel", wie wir die frühere Erklärung (von Amsterdam) genannt haben. Unser Eorresp. ist, wie früher schon gesagt, «in Mann, deffe» Name genügt, um von ihm den Borwurf der „Lüge und Verleumdung" fern zu halten. — Der Red. de« „Habazeleth" aber hält noch in der letzten Nr. de« vor. Jahrgang« (von seine „Verlänmdungen" anfrecht. Dieser Mann wohnt in Jerusalem selbst, müßte dem oder den von ihm Beschuldigten dort gerichtlich Rede stehen. Glauben unsre Leser wohl, daß jemand sich in einem iu Iooo erscheinenden Blatte „versteckt" — d. h. in ganz verständlichen Anspielungen, die um kein Haar weniger ehrenrsthria sind, al« die concreten Ausdrücke — einen Dieb nennen taffen wird, ohne klagbar zu werden, wenn er nicht Furcht hat, daß unliebsame Dinge bewiesen werden könnten?! — Aber auch an Hrn. Dr. Lehman» selbst haben wir «in Wort richten. Er hat sich über unsre Mittheilung sehr ereifert. Wir nehmen an, daß sei« Eifer nicht der Person de« M. I. G., die vielleicht auch ihm fremd ist, gegolten hat, sondern der Sache? Er fürchtet, daß solch« Enthüllungen den Spen- 1 «nsfprnch des Stfauft. den für Palästina schaden könnten. Da» sollt« nicht der Fall sein; denn warum soll mau Armen e« entgelten lassen, daß Jemand sie betrogt» hat?! Aber wie dem sei, so darf mm doch, nach unser» sittlichen Begriffen, nicht ein Verbrechen verhüllen und vertusche», der Zweck hesiigt diese» Mittel nicht. ES gehört viclinchr sicherlich zu den Aufgaben ehrlicher Publizistik, Schlechtigkeiten zu enthüllen; auch der „J«r." hat die« gegenüber solche», die die Wohithäligkeil mißbrauchen, schon oft gethan und dabei natürlich, sowie wir, an sLoN«« D'BJnn bs gedacht. Endlich noch eine Bemeitung über die „Loutrasigniruug" durch die Consul». Da« soll wohl gar bedeuten, d. h. M« gläubigen Leser auf die Idee bringen, daß die Vertreter England» und Deutschland« den Inhalt de« Schreiben« bestätigen! Sie haben aber sicherlich nur die Unterschriften beglaubigt, dem Inhalt stehen sie ganz fern. Sonst müßten sie die Sache selbst untersucht haben, und wenn d<>« geschehen wäre, und sie durch ihre Unterschrift bestätigt hätten, daß sie sich überzeugt haben, M. I. G. sei verläi.mdet worden, dann würde man wohl ander« austreten! Da« ist also Spiegelfechterei! Die Unterschrift und da« Siegel der Eonsuln bessert an der Sache gar nicht«. Man versuche doch überhaupt nicht, vernünftige Leute dadurch zu captivireu, dc.ß man fremde Dinge, Personen und Namen in die Angelegenheit mischt. So veröffentlichte der „Israelit" unlängst beschreiben eine« Kaufmannau« England, — «ine» auch un» al« höchst ehrenhaft bekannten Manne» — welcher bezeugt, daß er einen Einblick in die Bücher de» Amsterdamer Eomite's genommen habe, und daß diese mit musterhafter Ordnung geführt seien. Al» ob e« vor der Judenheit aller fünf Ert>- theile noch eine» Beweise» bedürfte, daß die HH. Holländer und Lehren über die bei ihnen eingehenden Gelder richtig Buch führen und sie bi» zum letzten Bruchtheile de» Heller» richtig nach Palästina ab liefern?! Ein kluge» Ktnrwi'd / solchen nutzlosen und taktlosen, weil von Niedmand begehrten ✓ und nicht» oder zu viel beweisende», Rechtfertigungen gegsste über bemerken: Gezählte Schafe frißt auch der Wolf. // Stettin, 19. Oct. Die „Jüd Presse" vom 16. Mtt>. widmet dem verstorbenen Rabbiner zu Grätz einen R§krolot„ einen wohlverdienten ehrenden Nachruf, der frciltA, leid«:, zugleich eine Rechtfertigung sei» muß Wir/geben di, betreffende Stelle hier wieder. Denn wir wisse/, au« de« Munde ehrenhafter und vom Aberglauben Männer, langjähriger, von Ehrberbietuug erfüllter Sch/^„ and so — nach alter Weise — Hausgenossen JT3 '32 /m4 Seligen, daß sich Alle» so verhält, wie e» in der I. /«t bargestellt 'st, und wie wir e« in unsrer Nr. 14—IS o;Aon anuähread angedeutet haben. Der selige Guttm /JFz voll von Herzen-güle, er konnte, selbst wider 2T / leicht eine Bitte abschlagen, am wenigsten abe- / seinen Sesen und seine Fürbitte. So ist e» geko /• Dl< h _ ,u viel geworden, ihn. und freilich noch m«' ^n! Ueber seine Biographie i, / ** Sinn wise» wir nicht« mitzuthelle»; ein / 4 ®fl”Wlen der Holacya" verbrachte» Leben bietet kein / ,cn den wer , , jgon seiner Gelehrsamkeit und F /. Stoff »um Er»ayte u sig; „Allbekannte» bedarf sagt also: „Es ist eine ne» ausführlicher und Verblichene im letzter eingehender ber »elt °uf s«h Akzogen ur , Jahre über ihn laut w,- lD «ährend br« vahm da» ' .rde, ein ürthnl «« oun, ehrwurdtgen G«^ « , fläJ nur denkbar nur eine sem.r Ei- . müssen. .•;•** -wuA« Brrrenaüte un>> da« heroorhedr", senre un« »^l^,ang Md En'schnl- ^fsthl nämlich, dre un . an» deutsch« Juden wir S-'^ .^aE Sa4nur naht^l- Krfl unserer 3*U der gj» 1^ Jahr. / römmigleit zu "teine» Beweise» reden ist übrrlüs- — Di« I- Pr- / ' yeiligePsticht. ^»^«ndiei^Man- Angehenver ju de,p«chen^ «« ihn al» einen erklärte, alle ergehen lasse genschaftrn weich« G diguug peiuli ' ch«. 40