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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 42. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 42.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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wird da« Kochgeschirr entweder neu angeschafft oder sonst nach Borichrift gereinigt; Manche« wird ausbewabrt, wie in jüd. Haushaltungen. Die Speisen werden dann in der Küche der Anstalt selbst -»bereitet. Mazzoth werden natürlich geliefert (Jsr.) Frauksnrt «./M. Die Real- und Volksschule der irr. Geneinde zu Frankfurt wurde laut dem Berichte der Einladuilgsschrift dieser Schule im Sommer-Semester 1873 von 815. im Winter-Semester 73/74 von 804 Schülern und Schülerinnen besucht. Zu de» großartigen Stiftungen, welche diese Schule besitzt, ist noch eine, welche für viele Mäcene muftergiltig sein dürfte, hinzugekomme» Herr Leopold B. H. Goldschmidt in Paris. Sohn des im vor. Jahre verstorbenen Chefs des bekannten Bankhauses B. H. Goldschmidl in Frankfurt hat gleich »ach dem lode seine» VatrrS 30,000 Gulden für milde Zwecke bestimmt, die er in gleichen Hälften der Creizenach- und der B H. Goldschmidt'ichen Slipendienstiftung zugewandt; beides Stiftungen keines verstorbenen Vaters. Die Widniung für die Ercizenachstiflung war mit folgendem de» Stifter an, meisten ehrenden Brief au den Vorlitzenden, Dr. Bärwald, begleitet: „Meine Absicht ist, zu ehrenv.m Andenken meines geliebten Vater« und auch in dankbarer Erinnerung an den Unterricht, welchen ich in der israelitischen Volks- und Realschule genoffe», die Summe von 15,000 fl zu bestimmen -u einer Annex-Stiftung für die Ereizenachstiflung, welche den Namen uieineS Vaters zu tragen hätte. der Zinsen dieser Summen sollen verwendet werden zur Ausbesierung der von der Ereizenachstiflung bewillig en Wittwengehalte; restirendeS '/, soll verwendet werden zur Unterstützung der im Amte befindlichen Lehrer der israel.lischen Realschule, in Fälle,t von Krankheiten oder Badereisen, und zwar für die Lehrer selbst und deren Frau und Kinder. Mein Wunsch ist, daß die Zinse» der fl 15,000, wenn irgend möglich, jährlich ganz verwendet werden sollen und kann zu diesem Zwecke ein vireinet von dem '/,- Conto auf daS '/,-Conlo und viceversa stattfinoen." So fein und taclooll vermag nur rin edle» Herz zu spenden; möchte doch das Bewußtsein immer mehr und mehr die Menschen erfüllen, daß derjenige sich selbst am meisten ebrt, der die Erzieher und Lehrer der Jugend zu ehren versteht. (Bl. f. Schule u. HauS.) k. Rendsburg, 6. Oct. Aus dem Nachlaß eines unserer Äemeindemitglieder, des sel. S. A. Samson, kamen vor beul Neujahrsfest durch den Präses der hies. iSrael. Gemeinde, Herrn Moritz Nathan, 1400 Thaler zur Vertheilung an Arme — den Bestimmungen des Testamentes entsprechend — ohne Unterschied der Confession. 100 Thaler hat die Armei caffe in Kapeln, wo der Testator früher einmal wohnte, überwiesen erhalten; ebenso ist dem Arbeiter-Verein und der Warteichule zu Rendsburg je ein Beitrag zu ihren Weihnachts- Spenden Übermacht worden. S. A. Samson bat, wie bereit« erwähnt, früher in Kapeln gewohnt, jedoch wie alle dortigen jüdischen Bewohner zur Gemeinde Rendsburg gezählt und gesteuert, nachher zog er ganz hierher und »erstarb im letztvergangenen Frühjahr zu Altona, wohin ihn eine Vergnügungsreise führte. Möge seine letzte edele That Nachahmung und Nacheiferung finden! Araukreich. Paris. Die Pariser israelitischen Blätter veröffentlichen allmonatlich die für verschiedene Anstalten oder Vereine eingegangenen milden Gaben. Wir bemerken unter diesen (höchstwahrscheinlich an« Anlaß de« Tode« der Wittwe Heine:) von Fi au Furtado Heine 1000 Franc«, von A. und M. eine 3000 Franc« für verschiedene milde Zwecke und 80 bliga ionen der Anleihe de« Eonfistorium«, al« getilgt zurückgeg:ben (zu 100 Frc« jede?). — Wir haben weitere Berichte über die Einweihung der neuen Synagoge versprochen und tragen sie jetzt «ach. Wir geben leine Beschreibung de« Gebäude«; mehrere illustrtrte Blätter bringen Abbildungen, welche vielen Lesern zu Gesichte ' J kommen, und besser sind al« eine Beschreibung durch Worte. ' i Rach Angabe der „Univ Jsr." ist sie an, Kol-Nidre-Abend - von 3500 Personen besucht gewesen, und viele haben in der Vorhalle bleiben müssen. Wir geben auch keine Detailüber die Feierlichkeit, die sich von dem aller Orten ziemlich gleiche» Programme in nicht« wescnlich unterschied. Eigenthümlich ist »ur, daß während der Feier, in einer durch Musik au«- gcfüllten Pause, eine Eollekte durch junge Damen abgehalte« wurde — man scheint die hübschesten auSgesuchf und auch wohl die gesellschaftliche Stellung nicht unberücksichtigt gelassen zu haben. Bei uunicht üblich, auch unsern Ansichten nicht entsprechend. Wir kommen zunächst auf einige in deutschen Journale» enthaltene Anzüglichkeiten (wie wir'S bezeichnen wollen). Wie schon hier mitgetheilt worden, soll in den gehaltenen Predigte» von der „Revanche" geredet worden sein — keine Spur i,l davon vorhanden; mau hat gesagt, daß 'rankreich sich von seinem tiefen Falle erhebe, daß es wieder bereit und im Stande sei, für den Cnllu», auch den der F-raeliten, Opfer zu bringen: man hat für das fernere Wohl des theuren Vaterlandes, für seine Wiederherstellung und Beruhigung gebetet u. s. w. — Wen» die „Köln Zeit" geinein genug ist, da« tadeln und besvötteln zu können, so mag sie eS thu» ES war ferner ausgesprengl worden, die Rabbiner hätte« so republikanisch gesprochen, daß eS hohes Mißfalle» erregt Hab«. Auch davon finde» wir keine Spur. Sie haben nur für „die Republik" gebetet, nicht für das Scplennal, nicht für de» illustren Besiegten von Wörth oder Verwundeten von Sedan, noch weniger etwa, versteckt, für den Ray oder für ei» Abstraktum. unter dem man sich beliebig etwa» denken mag. Sie haben das faktisch zu Recht bestehende genannt; wen da« ärgert, der Ihn eS, un» künimert eS nicht, unsre Leser ebensowenig. Ferner ist zu lesen gewesen, daß Mr. Isidor oder Kahn alle Israeliten der Welt ausgeforderl hätte, für die Wiederherstellung Frankreichs lhütig zu sein — die hier unterstrichenen Worte sind Erfindung skandalsüchtiger Correspondenten. WaS ohne sie übrig bleibt, ist wieder höchst gerecht. Der Bericht der „Rep. Franc.", die eS sich sicherlich nicht entgehen ließe, wenn das eben Angegebene gesprochen worden wäre oder nur diese Deutung -»ließe, sagt: „II a stipplid ses fr4res de travailler au r616vement de oette patrie qui a tant fait pour reodre aux Juifs leur dignit6 de fils d’Israel et de citoyens d’un grand pays libre.“ Aber auch für die Juden in Frankreich selbst sind offenbar, wie die Dinge dort jetzt liegen, die Berichte der P ar i s e r Journale über die Feier daS Jntereffanteste. Auszüge au« ihnen füllen die Spalten der jüdischen Blätter. Man lauscht auf die Aeußernngen der Umgebung; man hat Grund genug, im Allgemeinen auf nicht zu groß,« entgegenkommendes Wohl vollen zu rechnen. Die hohen Behörden sind bei der Einweihung nicht anwesend und nicht angemeffen vertreten gewesen. Die Juden erinnern sich, daß e« früher ander« gewesen, und daß e« ander« sein sollte; di« beiden israelitischen Blätter ziehen — gewiß sehr ungern — Parallelen mit ähnlichen Feierlichkeiten in Deutschland und mit der Jnstallirung de» Rabbinen zu Metz. Diese Preußen stad so schlau, daß sie die große Nation jetzt sogar auf dem Gebiete der Gleichstellung der Eulten und der Deferenz gegen Jude» zu schlagen anfangen! „Alle Pariser Journale, mit Ausnahme der rein weiße» (sagen die „Arch. Jsr."), haben über die Einweihung mehr oder weniger genau berichtet, aber alle mit demselben Wohlwollen." Ob da« Ironie ist, sein soll? Wie dem sei, wir würden sagen: zumeist (denn wir kennen nur die von „Arch." und „Univ. J«r." cittrten) in dem Sinn«, mit dem ein bekannter „blinder Seher" der grauen Lorzett Israel gesegnet hat. Da« ist, wir dürfen e« unsern Leser» versichern, vollkomnien zutreffend. Ja, man hat bet der Gelegenheil viel Lobende« u«d für un» Erhebende« über Jude»

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