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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 41. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 41.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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340 da» bekannte geflügelte hebr. Wortspiel 2-V11P 7112 nn* *112« recn verständlich zu machen, einer Eorresp. auS Gaya in Nr. 34 seines Blatte» hinzufügt: „-NLK 7112 'IN« sind eigentlich die lleberschrift von vier auseinandersolgeuden Sivra'S (fadbathliche Thoraabjchnillc) Als Wortspiel zusammengestellt, kann man ihnen den Sinn uiilerlegeu: «Nach dem Tode — nennt man die Leute Hei ige." Nun weiß aber jeder von einem guten jüd. Lehrer unterrichtete Schulknabe, daß jene vier Wörter die Namen von nur i>tei Sidra'» sind Freilich Klingersteiu'jche Schüler können'» nicht wifien '22 K"N"i ‘VS ’3“l Daß Hr. Kl. auch «deutsch zu lesen" nicht versieht, wollen wir nächstens zeigen Breslau, 1. Oc ober. Ter Prediger vr. 4ieustadt versendet den «siebenten Bericht" über die von ihm geleitete hebr. Unterricht! (anstatt. Auf die Leistungen, Pensa w., wird seiner Zeit im «Literaturbl." zurückgekommen werden, hier sei nur erwähnt, äaß die Anstalt sich steigender Frequenz (die jetzige Schülerzal l ist 71) und mehrender Zeichen der Theilnahme und de» Wohlwollens, die dieselbe in hohem Maaße verdient, sich erfreut. Daß der Gemeindevorstanv für 5 arme Schüler der Anstalt 60 Thlr. jährlich zahlt, ist anerkennenswerth. Nichisdesu weniger har die Anstalt iwch gar sehr um ihre materielle Sicherstellung zu kämpfen, wie wir au» dem Aufrufe des Dirigmim ersehen, den wir hier zum Abdruck bringen, um manchen Hüohlthätigen auf diese der Unterstützung höchst würdige Stätte hinzuweisen. Der Aufruf lautet: „Zn dem Ringen und Kämpfen für die Erhaltung der fett Jahrm hier bestehenden hebräischen Unterrichts-Anstalt glauben wir — und es hoffen dies nsit uns die Gesinnungstüchtigen aller religiösen Richtungen — ein Mittel gesunden zu haben für die Erhaltung der väterlichen Religion. Die Anstalt d<ruht jedoch nur aus moralischer Grundlage und hat über gar keine Geldmittel zu venügen; chre bisherige Existenz hat sie avch nur dem humanen Entgegenkommen vieler Edelgesinnten ,u verdanken. Sie ist daher, trotz aller bisher gemachten Anstrengungen, nicht im (Stande, einen Lehrer für hebräische Bibel und Talmud definitiv anzustellen. Und dennoch hängt hiervon die Existenz du: Schule ab. Um Willen der hochwichtigen Sache, wie um Willen der unbemütelten Kinder höchst. anständiger Eltern, die die Anstalt unentgeltlich unterrichtet (gegenwärtig 18; ein großer Thell genoßt den Uiuerrichl fjür die Hälft« des Schulgeldes) und selbige sogar noch mit den nöthigen Büchern freihält, ersuch« iä- Ew. Wohlgeboren' dieses große, Gott und Menschen wohlgefällige Werk zu unterstützen und eine Anstalt zu erhalten helfen die von solcher hochwichtigen Aufgabe durch und durch erftlllt ist." vr. Neustadt, Schulbirigenr." Lyck Der Verein „Mekize Nirdamim* versendet so eben den 5 Jahrgang seiner Schriften. Ein dein Subscribentenverzeichnifle vorgebruckter Rechenschaftsbericht rechtfertigt das späte Erscheinen der Schriften in wirklich genügender Weise. München. (Or.-Corr.) Herr vr. Adolph Schwarz, der in drei aus einander folgenden Jahren die Funktionen eine- Festpredigers bei dem während der hohen Feiertage im Kön. Odeon onaustalletcn Filtatgütiesdienste versah und sich eines von Jahr zu Jahr wachsenden Beifalls zu erfreuen hatte, wurde anl Schluffe seiner diesjährigen Festreden von dem Rabnner und der Verwaltung der hiesigen Gemeinde in ehrenroller Weise eiugelaoea, au, zweiten Tage de» Succothseste» in der Hauplsynagoge zu predigen. Herr vr. Schwarz hat dieser Einladung Folge gegeben und auch durch de» in der überfüllten Synagoge gehaltenen Vortrag die günstigsten Eindrücke in urijerrr Gemeinde zurückgelastet,. Wir». Mit den Brnretern der israel. Eultllsgenieütd« wurde bezüglich der Zuiveisung und Benutzung des entsprechenden Friedhofrrume«, bereit» eine Berrinbamng getroffen, dahin gehend, daß der iSrael. EultuSgenieinde der von derselbe» gewünschte Theil de» Eentralfriedhofe» nächst Simmering u« den Preis überlaffen wird, welchen die Eonimune dafür bezahlt, und auf die Dauer de» Bestände» de» Eentralfriedhofe» überhaupt. Die Cuitusgemeinde hat die zweckdienlichen Bauten au» ihrem Säckel zu bestreiten, jedoch ist zu beobachten, daß sowohl bei de» Bauten als auch bei der Eintheilung der Gräber die Einheit der Anlage des Eentralfriedhofe» gewahrt wird. Der EultuSgeinemde bleibt die Selbstverwaltung ihre» Friedhoftheiles, die Einiheilnug und Bemeffung der Grabesstellen im Preise überlaffen und wird zwischen beiden Theilen, Eonlinune und Eultusgeiueiuve, ein rechtSgiltiger Vertrag errichtet iverden. Tesche», 25 Septbr. Gestern gegen Abend wurde der nach Rybny in Preußen zuständige israelitische Borbeter Marcus Nathan von den> Geuieindrvorstande Tranowitz in da» hiesige Spital de» Barmherzigen-Kloster» gebracht, indem der Eantor Nachmittags von feinem Begleiter bei einem Wäldchen nächst Tranowitz meuchlings überfallen und »ach einer ihm beigebrachten, anscheinend tödtlichen Verwundung beraubt worden war. Der Bevanernswerthe hatte eine klaffende, tiefe Schnittwunde am Halse und mehrere aildere Verletzungen davongctragen und vermochte nur noch den Thäter zu beschreiben. Der Letztere war in der Richtung gegen Tesche» zu entflohen und den Verfolgern entschwunden Dem Gendarmerie-Posten gelang er in Folge der nach allen Richtungen veranlaßten Nachforschungen, den Thäter Abend» »ach S Uhr auf denl hiesigen Bahnhöfe in dem Momente anzuhalten uud festzunehnien, al» er iu ein Coupä vierter Klaffe zur Reise nach Ungarn eingestiegeu war. Derselbe Halle sich dem Verletzten gegenüber Blumenseld oder Blumenthal genannt; er wurde noch gestern Nacht» von seinem Opfer al» Thäter erkannt, war noch im Besitze der geraubten Gegenstände und trug Blutspuren. Er nennt sich Arnim Orlik und ist an« Rybek in Ungarn. Den« Verneymen nach halt« der Thäter den Verletzten veranlaßt, sich znm Zwecke der Leilnsreinigung zu entkleiden, hatte sich auch erboten, ihn zu waschen, uno diese Situation benutzt, um dein Unglücklichen eine tiefe Schnittwunde am Halse beizubriugen. Nähere Dciarj» sind noch nicht bekauni. Der Verbrecher wurde dem Geruhte übergebe». Drohobhcz (Galizien). Die hiesige Gemeindevertretung wurde von der Statthalterei aufgelöst. Warum? Weil verfassungstreue Ruthenen und Juden die Ata.orüäl de» Stadtrathes bildeten; was für einen polnischen Patrioten Grund genug zur Auflösung desselben ist. An der Spitz« der Landesbehörde steht Graf Agenor GoluchowSki. AuS Ungar» Zur Abwechselung steht hier wieder einmal die Judenfrage auf der journalistischen Tagesordnung. Efernaiony hatte den Einfall, eine Reihe von Artikeln über feine jüdischen Landsleute zu veröffentlichen. Daraufhin wimmelt es in dm Magyarischen Blättem von Abhandlungm über die Juden. Diese haben jedoch nicht dm mindestm Werth, weder theoreti ch noch prakttsch. Die ung. Journal« sollten in diesem Augenblicke ihre Aufmerksamkeit auch lieber ihrem Juftiz- und Finanzwesm zuwenden. Paris. Die Rational»vers»mmlung hat 179,900 Frc». für isr. Eullusbeamte uud eine ändere Summe für Synagygen votirt. Herr Rabbiner WeiSkopf ist zum beeidigten Tran»lator am AppellationShofe in Paris crnannt ivordcn. (Un. J»r.) — Herr Elermouk Ganneau, franz. Eonsul in Palästina, soll nenlich einen > Stein entdeckt haben, der eine Inschrift trägt, die von der Zeit der Könige datirt. (Jew. Ehr.) Marseille Ein Katholik, Alphon» Borgaro, hat letztwillig 6000 Frc». de» katholischen, und je 8000 den protestantischen und israelitischen Schulen der Stadt vermacht. (Arch. J»r.)

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