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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 41. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 41.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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nöthig, daß ausländische Israeliten sich mit dieser Frage beschäftigen, und wenn ne eS thäten, so wäre auf gar keinen Erfolg zu rechnen. Der Aufruf, den die Alliance unlängst in den jüdischen Zeitungen veröffentlicht hat, kann allerdings nur wohlthätig wirken, aber weitere, thätigere Schritte i» dieser Angelegenheit z» lhun, wäre unnütz. Dagegen könnten die ausländischen J-raeliten Hülfe leiste», um die Einwanderung der J-raeliteu aus Polen in d>is Innere Rußlands zu fördern. Das hat keine großen Schwierigkeiten. Da- Gesetz gestaltet allen H a » d w e r k e r », und deren gibt cin Polen sehr viele, die Nieder!,iffung tut Innern Rußlands Die Juden treiben alle Handwerke ohne Ausnahme, sind geschickter als die rufstiche» Arbeiter, sie haben jegliche Aussicht auf Woblergehen iin Innern deS Lande», den» die Handarbeit ist in Rußland rar und Iheuer. Die Einwanderung israelitischer Handwerker anS Polen kann auf kein Hinderniß Seitens der Regierung stoßeit und würde für die Inden selbst eine große Wohlthat sein. Das Erlernen von Handwerken befördern oder Handiverterschnlen in Polen gründen zu wollen, wäre ebenfalls unnölhig, es ist, wie!gesagt, Ueberfluß an jüdischen tzandwelkern vorhanden, und ie verstehen ihr Gewerbe Rur die Einwanderung sollte gefördert, c» sollte dazil ermulhigt werden Man rechnet, daß eine Silinine von ISO Francs für eine Familie zur Einwanderung ungefähr genügen ivürk? (Aber so viel beinahe kostet ja der Transport der Personen und der »öthigsten Hau»- und Handwerkogeräthe für eine Familie! Red.) Man könnte wobl sogar in Petersburg selbst ein Eomite zur Organisation Dieser Einwauderung, oder wenigste»» z» deren Förderung bilden. — — Da» Eeutral-Eoinite hat dem Bericht ^Instructionen für die Local-To mite'S" beigelegt, namentlich in Beziehung auf gleichförmige Normen und Schemata für die Einsendung der Beiträge, Mitglieds-Listen, An- und A b ni e t d u n g e n rc Die ohne Zweifel gewaltige Arbeit der verwickelten Buch- und Cassenführung wirb offenbar durch Befolgung der Anweisungen außerordentlich erleichtert. Wir machen daher hier auf dieselben aufmerksam. Rumänien. Fokscha» (Or.-Eorr. — Schluß aus Nr. 38. *) Es scheint fast, mit nüchternen Auge betrachtet, daß es den Schöpfern de» Art. 8 AngestchtS ihrer Nullität auf dem Gebiete deS modernen Handels, b!oS darum zu thun war, dieses Spirituosen-Verfchleiß- Gcjetz), wenigsten» national nennen zu dürfen. Denn bekanntlich herrscht bei den echten Rumänen seit jeher, hauptsächlich aber seitdem man sie mit dem au» der Fremde (Belgien) hergeholten Kleinode (Eonstitution) aller civilisirlen Völker beschenkt, ei» gewiffeS Lorurtheil gegen Eommerz und Gewerbe. Al» charakteristisch möge die au» authentisch statistische Quelle herrührenb« Notiz dienen, daß bi» vor Kurzem die rumänischen Lande keinen einzigen national-rumänischen Klempner auszuweisen hatten, und beherbergte Rumänien nicht all die „verdammten Juden", denen jede» noch so unailgenehme Handwerk Gold ist, e» müßte sonst jede Kirche, Dach-, Kuppel- und Kreuz lo» zum Staunen aller Passanten dastehen! — Der rumänische Jeunesse ist'voii einem nach Verwaltung öffenllcher Aemter strebenden ParoxySmuS defailgen, kaum daß ein Jüngling die Feder zu führen gelernt, als man ihn bereit» um irgend, welche» Aeniichen candidiren sichet. Der dem Knabenalter kaum entsprungene Jüngling wähnt sich groß genug, um seine Nase hinter die ausgefpeichenen Acten- Stöße eine» Archive'» oder einer sonstigeu administrativen Abzweigung zu stecken, nur selten stehet man einen rumänischen Jüngling sich dem Dienste Merkur» widmen und trotzdem pflegeil manche sich national nennende Organe ein Zeler- *) Wir haben den hier fotzenden Paflu«. in welcheni unser geehrter Herr «owe^ondent ein« «Ilpchtzerf« — sichert,» wohlverdient« — Kritik nn Im* oMftn. Afoflenthnm loMstnicht in unser «. *eh»rt* «Nt*»*«. (IM.) . Mordio und Lamento darüber anzuschlageu daß deS Inden- Macht im ganzen Lande herrscht, Industrie, Handel an sich reißend und de» Lande» Fett verzehrend. Manche hirnverbrannte nationale Krakehler allarmiren, so oft sie auS ihre .' DaseinS-Agonie zu erwachen wünschen, durch allerhand von bübisch rohen AuSlaffungen und Insulten gegen die Juden zusamniengeflickte Pamphlete die rumänische Welt. So hat auch unsere Stadt einen nunmehr allmählig hinsiechenden Hrn. I C. auszuweisen, der nachdem er vor mehr al» einem Decenninm im Handel Schiffbruch gelitten, seine Zuflucht zunr lohnenden Patrioti-mnS »ahm, indem er von Zeit zu Zeit durch wohlfeile in den absurdesten rumänischen Stylergüffen abgefaßte Broschüren zum Ausstande gegen alle» wa» Jude heißt, gewaltig i» die Posaune stößt, alles wwi Beine hat znm Ausbruche gegen die jüdische Invasion, laut vertündeno, daß der Jude, de» Laude» Nebel, sie übcrfluthe, ihnen den Handel gewaltsam entriffen habe. Al» der s Z. in der rumänischru Kammer eingebiachte Antrag auf Vetleihung de» Avancements-Recht» an d e ir dcr Armee bedienstetcn Israeliten, im Senate zur Beralhunz gelangte, woselbst der Herr KriegSniinlster in einer Anwanrlung von Humanität Großmuih unter Berufung auf die rationelle Maxime: „Wo Pflichte», muß e» auch Rechte g«- beu", sich seiner warm anuahm — da war'» der ehrwürdige heißblüthige Herr DeSchli», da» treue EefarBolekesche-Exe» plan, der den Herrn Minister mit solgrnden, ihn eines schlechte» Patrioti-mnS zeihenden, Worten anfuhr: „Rachen wir nicht die Söhne Israels pur force zu Söhne» des Mar», übevlaffen wir ihnen die Gebiete der Industrie, de» Handel». nur iu de» Mammon Schätzen findet Israel seine Loorbeeren, seine Ehren und fein Wohlgefallen. Andere Ehren jedoch müffeu wir ihnen streitig mache». Denn bleiben dem Juden die AvancementS-Psorten offen, so kann auch der Jude ein«» Tage» alS Kriegsminister auf diesen Fauteuil» zum Spot:« der ganzen rumänischen Nation sitzen, und wollt Ihr da»1" — Der Würfel war gefallen, er traf verletzend da» patrvrtisch empfindliche Herz, und unter einem donnernden „Amen" wurde der Antrag iu die Gruft gebettet! Schließlich versichere ich Sie, Herr Redakteur, daß ich in uieiuer Darstellung nicht über die Grenzen der Wirklichkeit gegriffen, ja daß diese meine Schilderung oft noch überragt. Fr. Vermischte und neueste Nachrichten. Magdeburg, I. Oktober. (Or.-Eorr.) Die am 10. Jrli 1872 verstorbene, hier wohnhaft gewesene Frau Wiltw,: Johanne Elbthal, gelw.ene Haller, hat in ihrem Testamente 9500 Thlr. (abzüglich ErbschaftSftempel v. 670 Thlr.) der Synagogen-Gemeiude Magdeburg vermacht, um daraus ei.ie Stiftung für arme, würdige Blinde und Kranke i»raeli:ischrr Religio» zu gründen, welche der Vorstand der hies. Gemeinde zu verwalten hat. Dieser hat, nachdem dir Stiftung dir Köuigl. Geuehntiguug und die Rechte einer juristischen P,rson erhalten, da» „Statut" veröffentlicht, wonach tz 8 wie folgt lautet: „Wenn Zeit, Mittel und Umstände es gestatten, kann von den vorhandenen Fond» eiu Hau» angekaufl werden, r m darin Blind« und Kianke zu verpflegen, sonst werdeu Unterstützungen an derartig Bedürftige au» den jährlich einko,»Minden Zinsen und etwaigen zufälligen Einnahmen verihrill. Die Stiftung ist bereit« wohlchätig wirkend in» Leten getreten. v»» ber Elbe (Or^Eorr.) Daß man heulzutagt jUd- Schutmeifter und dazu noch Herausgeber eine» jüd. Blättchca» fein kau» und dabei doch blutwenig vom Hebräischen zu verstehe» braucht, beweist fügend« Redactioutdemerkuag de« H :». I. Kltugmstch» t, JußKhft», dt« dersetbe, »» sei»«, Lq,« ~y M-, ff« ,,1t uet Ul «T* V 'I \! ~ . ‘

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