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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 36. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 36.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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- * |i4 i » i i de» Parteien gekommen, stehen im Principe »eist auf demselben Standpunkte wie di« vorhergehenden, aber»»der der Prir.ch»ienreitetz^stetztz*n^»or UHpm DeOstza l t u Hetzer Gemeinden, und Wenn Ugeux mögstzh, He Hrtznlt^ßg'von deM Tinigleit. Mr, die gMäßigMeDeHgch unserex^siruppirung, oder der linke Flügel der Orthtzdoxen, wie man unS anderweitig ^enani^ .hat, wst^Az» dgS^te^Hort. von dem «inisen Bckke^wahr q». ereilten. /Wo-«S.^ljp irgend angeht, suchen wir di« auseinandergehenden Meinungen in btn Gemeinden zu vertragen, wir bekämpfen und suchen Lendrrungen im Eultu», Abschaffungen von Gebeten, Reueinführnugen ic., namentlich Orgel — letztere. weil diese (sehr mit Unrecht) nun einmal zum Echiboleth gemacht ist — mit allen Mitteln und Anstrengungen zu verhindern, aber wir halte« Alle» dieses, so lange nicht alte Grundpfeiler unserer Thora und Tradition, wie etwa die Gebete um Zijon und daS gelobte Land erschüttert und abgeschafft werden, nicht für genügend, unS zum Zerbrechen deS Gemeindebandes zu berechtigen; in solchen Fällen unterwerfen wir unS, wenn schon mit schwereul Herzen, ohne den Borwurf der Inkonsequenz oder Principienlostgkeit zu fürchten, wir trösten unS. daß wir Schlimmereverhüten, und daß wir sonstige Institutionen. wie Schechtta, Mikwah, Begräbnißwesen rc. in streng rüueller Wnse erhalten können, Dinge, in welchen intelligente Berwaltungen den Orthodoxen freie Hand laffen, wenn diese fich olle mit ihnen über CultuLfragen zu verständiget» wiffen. Grade in unserer Zeit, wo auf der einen Seile durch die bevorstehend« Aufhebung de- GemeindezivangeS Alles den freiwilligen Leistungen der Einzelnen überlaffen bleiben wird, während auf der andern Seite leider nur eine zu große Menge Religion-feindlicher u. Indifferenter geneigt ist, den Elementen der linken Seite übergroße Majoritäten in den Gemeinsea zu sichern, halten wir Mäßigung für geboten, um nicht alle Institutionen zu Grabe zu tragen. Wie viele Gemeinden find denn im Stande, Spaltungen materiell zu ertragen? und wo das der Fall ist, glauben die fich loSreißenden Seperatgemeinden bei der heute vorherrschenden Strömung gegen confesfionelle Sonderbestrebungen, bei den Ganüät«rü«kfichten, welchen man heute in allen größeren Städten huldigt, um nnr ein» heroorzuheben. die Eoncesfion zur Anlage von Sonderbegräbnißplätzen zu erlangen? Und wiederum, wollen Ke in diesem einen Punkte sich mit der Hauxtgemeinde auch vertragen, »vird dann die nicht die ihr Feindseligen ganz zurückweisen? namentlich, wenn die Aufhebung d«S Gemeindezivange« vice versa auch diese von dem Zwange, allen Juden die Theiluahme an chren Einrichtungen zu gestatten, selbstverständlich befreit. Wir sind sogar fest überzeugt, daß viele ruhige Männer der VraxiS unter den Ultrcorthodoxen diese Befürchtungen theilen, und wenn sie eS auch nicht öffentlich aussprechen, doch im Innern ihre» Herzen» die Erhaltung der Gemeindeverbände, selbst um den Preis von Opfern, wünschen. Ter Gang unserer Besprechung hat eS so gefügt, daß wir :>er Bescheidenheit Borschrift folgten und von unS zuletzt sprachen. Wir schließen imsere Betrachtung, indem wir den von beiden Seiten unS recht oft und recht bttter bestrittenen Standpunkt fest zu bewahren unS vornehmen. Trotz alle» Jtfatpfnt zwischen de« beiden groß« Part' i M teien, und innerhalb dieser zwischen de« einzelnen Gruppen, die leider bedrohlich genug für «tzqltztzGMtzNden auSsehen, MWueu upir»uf'>die Leitung M AllMöchsten, der nach lWiiHöortecher tzchUfk^sei» Bolk nicht »iteWhen laffen wird/ Israel wird nicht, verwittive» und verwaiken! 'Berichte und Correspondenzetl. Deutschland. Danzig, 20. Aug. (Or.-Eorr.) Im Echooß« unsrer Stadtverordneten-Sammlung hat eine inlereffante Verhandlung in Betteff des jüdischen Religionsunterricht» an den höheren öffentlichen Schulen stattgefunden. Der Rabbiner, Hr. vr. Wallerstein, hatte den Antrag gestellt, die israelitischen Schüler der betreffenden drei Schulen zu combiniren and hatte sich bereit erklärt, denselben gemeinsamen Religionsunterricht zu ert. eilen. Da nun in diesen Schulen die Rachmtttage nur an je verschiedenen Tagen resp. Stundeu frei sind, so blieb nur der Sonntag Bormittag, «für den combinirten israelitischen Religionsunterricht übrig, obgleich Hr. vr. W. die» Ungenügende, Unbequeme und Rachtheilige eine» nur am Sonntag zu ertheilenden Unterrichts schr wohl einsah. (Der hebräische Unterricht würde vor wie nach in der ReligtonSschül« rrtheilt werden.) lieber die Eingangs erwähnte Debatte laffe ich den Bericht der „Tanz. Ztg." folgen und bernerke nur mich, daß Hr. vr. Senwn Israelit ist „Es soll, wie bereit» erwähnt, den israelitischen Schülern der 3 höheren Schulanstalten regelmäßiger Religionsunterricht erthellt werden. Herr Rabbiner vr. Wallerstein hat fich bajj» gegen eine Remuneration von 100 Thlr. jährlich bereit erklärt. Al» Unterrichtszeit ist der Sonntag Bormittag bestmmt. Herr Semon möchte zuvörderst »viffen, ob dieser Religionsunterricht o ligatorisch sein solle. Herr Stadtrath Ladewig antwortet, daß die höhere Schulverrpaltung denselba» nicht als obligatorisch betrachtet wiffen, sondern ihn der Ueberwachung durch die Synagogen-Borstände und die Religion«- lehrer überlaffen «volle. Hr. Senwn beantragt nuninehr, i« Falle der Annahme der Borlage auSdrückllch z« erkläre«, daß der Unterricht nicht obligatorisch sein soll«. Hr. Dam»« glaubt, daß die Versammlung nur über die Bewilligung oder Ablehnung der geforderten Summe sich zu entscheiden habe, darüber, ob obligatorisch oder nicht, würde von anderer Sette Bestimmung getroffen «»erden. Er ist gegen die Borlag« und beklagt, daß überhaupt jetzt konfessioneller Religionsunterricht in den Schulen erthellt »vird. In früherer Zeit konnten cm dem Religionsunterricht die Bekenner jeder Confession Theil neh- «>en, weil nur reine Moral ohne »»eitere Formenbeimischnng gelehrt nmrde. Er habe auch viele jüdische Mitbürger darüber gefragt, ob ihnen die projectirte Einführung de» Religionsunterrichts in die höheren Schulanstalten angenehm wäre, sie hätte» sich gegen das Obligatorisch« ausgesprochen. Der jetzige Religionsunterricht biete den Schülern nur Formeluresen, er bestreite, daß in den Schulen den Kindern mehr Religion betgebracht würde, als im elterlichen Hause, wo man überhaupt aus Moral und Sitte ettva» halte. Da »vir leider eimnÄ schon konfessionellen Unterricht in den Schulen haben müßten, so sei er nicht geneigt, noch eine Eonfession mehr hiueinzubrtngen, und er bitte daher, die Vorlage abzulehnen. Herr ».Winter: Eine Anzahl nicht orthodoxer jüdischer Männer hätte» dem Magistrat gesagt, daß sie fich in ihrem Gewissen beschwert fühlten, da die Schüler der andern Eonfesfionen Religionsunterricht in den höher« Schulen erhielten, nur die jüdische» Schüler nicht. Für die 7-uden habe dieser Unterricht aber noch einen besonder« Werth, da sie dadurch Kenntniß von de« Ritual erhielten und fich somtt auch nach dieser Richttmg als Glaubensgenoffen zeigen könnten. Da habe der Magistrat z»- geben uiüffen, daß die Juden ganz dieselben Ansprüche «te die Ehrist«, erhebe» könnte» und habe für de» »rrstmgtM Uttterricht eine -«ringe Sumnre «»«gesetzt. Obvglttmcksch mäm

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