Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 36.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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* ,.C * -X?*,''* ,- ^L 3(1 1874. Isrsrlttisijr 5. Jahrgang. Wochen-Zchnst ' für die religiösen und soeialm Jutereffen des Jndenthvms. »»cheutl. 1—1»/, «««(K. bmi {bcL _Htt. WtfrttyrM " M> L S«. Mertel» I Rabbiner Dr. A. Lrenenfel» in Stettin. »Ach vesterreich 6 st, ». Frenkreich 1« Hrcs^. ». KoieriU I» Dost. jährl. prL»»«er«»»v. Oxpeditis» »er I4r. Wuche«fchrift tu MagMfurg Verantwoctlicher Redakteur und Heraustgeber Magdeburg, 3. September ggserate »erben Mit ft 6fr. für Me vreifefpulteue VetitzeUe ober bere« Raum berechnet. Bei Wieder hat u»ße» Rabatt. — Die bis SaemtLG früh bei der ExpeMtian i» Magdeburg eia» treffende« staden in der nächsten Rümmer Rufnahme. ^ür den Buchha'bet.: Rebert strtsfe tr Leipzig. * ' Inhalt: jiettetch«Uettkelr Die Parteien unter den heutigen Juden, namentlich in Deutschland. -Schluß.) — Bericht« ttM» £; , Deutschland: Danjig. »u« dem «reise Pirschen Bom Har, «emet Braunschweig, Au« Pommern. — Oester, »eich; »u« Böhmen. Z,duc,ow (»ali,i«a>. — Rumänien: Bukarest. — »er«ischt« und «ttteGe Sle»chrtcht««r «agdeburg. Berlin. Küdelheim Württemberg Bremen. Troppau. Wie«. London. Italien. — Inserate. Die Wartete« unter de« heutige« Juden, uameutlici, in Deutschland. ■" (Schluß.) Durch solche Provolälionen gewann erst die Partei der äußersten Rechten, welche, so weit sie schon vorhanden, sich doch bi» dahin sehr ruhig verhalten halte, au Bedeutung, inibem Männer von hoher geistiger Befähigung und straffer Euergie an deren Spitz« traten, den freventlich Allen, bi« mir hergebrachten Gesetzen und Sitte« nicht brechen wollten, hin- § -, geworfenen Handschuh aufhoben, und den auflösenden Be - strebunge« da» andere ikxtrem gegenüberstellten: „Alle» er> halten zu wollen, wa» und weil e» einmal Gebrauch gewejjpsen, ja selbst Sitten (Miuhagim), die schon halb der Berges- 5" seuhrit verfallen, hervoizusuchen und wieder herzustellru."!, Diese äußerste Rechte, oder wie man sie auch sonst nennt, die „Ultraorthodoxen", erklären jede» Abweichen für Ber- A brechen, die Uebertretung eine» nebensächliche» Minhag» gilt ihnen gleich dem Berlaffen de» Goltetgesetze», die Abschaffung «ine» unverstanden abgel-sierten Pijut stellen sie in einen Rang ls «U der A«»laffung prinzipieller Gebetstücke, nach der Lehr« jiutitia, perett mundus*, geht ihnen die Aufrechtrr- H. Haltung chrer Grundsatz«, bi» zum Tüpfelchen auf dem I, selbst über den Bestaub Ixt Gemeinden, in wrlche au« solchen A Veranlassungen die Fa-kel der Zwietracht zu schleudern sie leinen »«stand nehmen. Und doch gllt von ihnen unsere «big« Bemerkung auch, „daß ste di« Vermittelung zwischen den, v Althergebrachten und den Forderungen der Gegenwart suchen." Wenn sie in Bezug auf Sletdung und äußere Erscheinung sich von unser« ailderSgläubtgen Mitbürgern nicht un- Entscheiden wollen, wen,, sie tn deren Gegenwart entblößten Haupte« verkehrea, wenn sie nicht nur im Privatleben, sonder« selbst auf der Ranzel sich de» cvrrectesten Deutsch dr» fietßtgen, wenn sie sogar in einigen chrer Synagogen Ehorgesaag") eingeführt Hab;«, wa» ist da» alle» Andere», wa» ») «i, wisse». 1.0. »ei de» Orlhodor«» im Oste» ei», ,Lhoe< Z zch»!«-' «ums» et» tan «stsbische« «»ttesh«« hqeich»«. wie »et je»«» L- «••* JD»»*!*'“#»««-“ sie sonst al» 6tiulcatK hagoi so sehr perhorreSciren? Wenn an ihrer Spitze zum Theil Männer stehen, welche außer in Thora auch al» Leuchten in andern Wiffenschasten gelten — und wir freuen un» de», ai» Beweis, wie sich rituelle» Judenthum mit der Wiffenschaft so wohl verträgl — wenn ste ihre Sinder christliche Gymnasien, und da» auch häufig au Sabbathen, besuchen laffrn, wiffen sie kenn nicht, daß noch vor Beginn unsere» Jahrhundert» da» Lese» eiire» Buche» tn anderer al» der „heiligen" Sprache und Schrift streng verpönt war, von dem Besuch der christlichen Schule gar nicht zu reden? Ist ihnen denn so unbekannt, daß die Ultra'» in Polen und Ungarn selbst heute noch diese ihre Thaten verwerfen und sie Alle für Abtrünnige halten? Wir freilich wiffen wohl, daß der Westen, wozu ja auch G. s. D. unser Baterland gehön, für diesen finstersten Fanatismus jener „hinter der Grenze" (anderswo „Ultramontanen" genannt), der jede Geiste-richlung, welche die Rase etwa über den Talmud hinau-stecken möchte, verflucht» der sich bewußt mit allem Großen und Schönen unserer Zeit in Widerspruch setzt und un» am liebsten noch in Ghetto'« einpferchen möchte, «tr sagen, daß in unseren Landen für solche Partei kein Raum ift. Wenn also unsere Ultraorthodoxen den Unterschied znischen sich und Jenen einsehen müssen, ja denselben sogar mit gewissen! Stolze au geeigneter Stelle bervorheden, wethalb denn die Verketzerung eine» Irden, der nicht genau in ihr Horn stößt? Fern sei e» von un», da» Borhandensein dieser Partei überhaupt zu beklagen, im Gegrnthetl erscheint e« un« im Interesse der guten Sache zu liegen, daß den auflösend,:« Tendenzen gewiffer sich der Gemeinden benlächttgt habender Faiseur« gegenüber sich da« Gegenbild streng orthoooxer <&:> metnden mit ihren oft hoch gebildeten und uneigennützig,'« Männern an der Spitze darbietet. Ad,:r wir beklagen die gesuchten Sehäsfigkeiteu in deren Zeitschriften um so tiefer, al», um un« eine« volttthümlichen Worte« zu bedienen, ja doch nicht Alle« „so heiß gegeffeu wie gekocht" wird, und wie wir oben nachgewiesen, vir Lester derselben auch der Gegeiwart Eoucesfionen mache». «tr, und damit find «tr an die letzt« Grupp« unter