Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 34. · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 34.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/5369809-5935028-5935805--2284-5371784
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Zur Zeit R. Jos. Itaro’« tourt« Sehnliche« versucht, gani anbete Männer wollten sich da« Recht anmaben, dem Judenthum Gesetze zu geben und Rabbiner zu approbiren — sie machten Ficieco. Heutzutage? Der reine Kladderadatsch! Berichte und Correspoudenzen. De«tschlaud. Berlin, 14. Aug. (Or.-Eorr) Am 10. August waren e« 80 Jahre, daß vr. L. Zunz, der Nestor der jüd. Lite» ratur, zu Detmold da« Licht der Welt erblickte. (Wir haben bi» heut« vergeblich in den Berliner Blättern nach einem Berichte über Zunz' achtzigjährige Geburtstagsfeier gesucht; e« folgt ein solcher wahrscheinlich noch.) — Die an der Spitz« der vor. Rr. Ihrer Wochenschrift befindliche Ankündigung, betreffend den neuen jüdischen Literaturorrein, trägt ebenfall« da» Dalum de« 10. August, möge e« ein gute« omen sein. Hier wird da« Projekt in den verschiedensten Äreifen mit Freuden begrüßt, e« ist ja unstreitig ein vedürsniß sowohl für jüd. Autoren al« auch für da« gebildete jüd. Publikum, daß ein solcher die jüd. Literatur fördernder Verein existire, «an fürchtet hier nur Gin«, daß die provisorischen Leiter, die mit rascher und höchst anerkennenSwerther Energie di« Sache in die Hand genommen haben, die Rechnung vielleicht ohne Wirth gemacht, d h. den Jahresbeitrag zu niedrig gestellt haben. Für 2 Thlr. können ja bei de» jetzigen so enorm hohen Druckpreisrn unmöglich so bedeutende Werke wie die angekündiglen geliefert werden, da« muß ja schnurstracks zum Defizit führen. Einsichtige und Sachverständige konnten sich di« Reudegiündung eine« solchen Institut« nur auf der Grundlage eine« erhöhten AbonnementSpreise» (etwa »on S Thlr.) denken. Doch ich schreibe da» nicht, uni die Unternehmer zu «ntmulhigen, behüte Gott, sondern nur, um bei Zeiten auf rin etwaige« Versehen bei der Grundlegung aufmerksam zu machen. Ich wünsche dein Unternehmeii den besten Fortgang. (Wir danken dem Hrn. Einsender für seinen freundlichen zur Vorsicht mahnenden praktisch«» Rath, denn wir gestehen offen, daß da« „Geschäftliche" nicht unsere starke Seite bildet; Drucker und Verleger sprachen sich rbenfall« für eine Preiserhöhung au«, da der Preis von 2 Thlr. (d. h. kaum 1'/, Thlr., denn mehr al« 115 •/, gehen für Provlsion an Buchhändler und Agenten, kür Emballage, Porto-, Eommtjsion«- uud LerscndungSspeseu ad) in allzuniedrigem Berhälrniß zu den zu liefernden Schriften stehe, allelit wir wollten so lauge irgend möglich die frühere BeilragShöhe festhalten, hauptsächlich um den weniger gal fituirten Gemeindebeamten die Anschaffung der Bücher zil erleichtern. Wir rechnen allerdings babti auf riue starke Betheiiigung feiten« de» übrigen jüd. Publikum«; die Menge soll'« bringen.) Etnttgnrk, S. Aug Heute tagte hier die je nach S Jahren wtedertehrend« Pleuar- Versammlung de« lrraelttischen Lehrer- und Borsä,tg,t-Unterstutzung«<Berein« für Würtlemberg, an welcher über dt« Hälfte aller StandeSgenoflen au« allen Gauen de« Lanlx« lebhaften Anthetl genommen hat. Die vegrüßungsivorle de» VereinSvorstandr» Herrn Liebmann, pensiontrten Oberlehrer» hier, weicher da» erfreuliche Gedeihen diese» feit 12 Jahren bestehenden Verein» und die er- Äeckliche Zunahme desselben nach wie», fanden freudigen Wiederhall in den Herzen der theiluehmenden Zuhörer, welche e« innig bedauerte», daß nicht alle Lollegen erschienen waren. Obscho» auch der VereinsauSschuß alle eingekommenen Unter» ftutzungSgesuch« nach.Lage der Kaffe und Petenten berücksichtigt«, hat sich doch eine Vermögens-Zunahme von etlichen Taufend Gulden ergeben. Dieses materielle Wachsrhun« verdankt der Verein der Munifizenz de« Königl. Hause« und der Fretgedigkeil vieler t»r. Gemeinden. deren Grnoffen die Zwecke ta» Verein» durch ihre regelmäßige» Beiträge au« den Ge» meindepflegen und durch Opfer beim Gottesdienste wefenttich fördern. Auffallend erschien unter den rühmlichen Beiipieleit thätiger Theilnahme da» im Wiveripruch mit einem hohen Erlaffe stehende Benehmen einiger Borsteheramter, ivelche die Spenden in diese höchst .voliithatige wirkende Chebrath Almenuth Melaminedi:n engoerzig zu beschränken und zu verhindern suchen, odscyon die Versorgung der Hinterbliebenen de« Lehrers und Vorsängers schon deshalb zn einer der ersten Ausgaben einer isr. Airche»gemeinde gehören durfte, al» auch dadurch dem großen Lehrermangel abgeho.fen und mancher ermuntert werden köniite, sich dem muoevoll-n Anile zu widmen. Die Mittel erlaubten eS dem Ausschuß, die bisherigen Gratiale zu erhöhen und jeder der pelillonirenden acht Lehrerwiltwen, zwei Waisenkindern, al« Beitrag zu ihre» ErziehungSkosten und einem penfioninen Greise für da» Jayr 1874—75 je eine Unterstützung von SO Mark zu verabreichen. Je mehr die verfügbare» Mittel zunehine», desto trllftigcr werden bte Wiltwen und Walsen oerslordener Lehrer und Vorsänger unterstützt und insbesondere auch die AuSdil* düng talentvoller Kinder derselben gefördert werden In den engeren Ausschuß wurden der bisherige Vorstand und Schriftführer, statt de« Kassier« hingegen, dem ein physische« Leiden die Fortführung de« 12 Jahre lang masterhait und uitenlgcltlich verwalteten KaffenamteS leider bauernd verbietet, e.ne jüngere Kraft berufen De« weiteren Ausjchiiffe» Miiglierer wurden wieder gewählt Sonnt besteht der Gesammtausschuß per 1874/75 au« den HH. Liebmann in Stuttgart, Elsäzer in Laupheim, Rothschild in Freudenlhal, Löwenitein in H.ilbronn, Weil in Stuttgart, Kahn in Ludwigsvurg und Preßdurger in Aexingen. — Bei dem gemeiitjame» Effen loast.rl« Herr Kirchenrath vr. Wassermann, theologische« Mitglied de, K. Oderkirchenbehörde, auf Se. Majestät ui»>eren geliebten König, Allerhöchst dessen Regierung und die Stände de« Lande«, deren riniilülhigem wohlwollendem Zuianimkitwirken der Vorsängerftand Württemberg« die folgenreiche Pensioitsderech» tigung verdankt, welche durch Gesetz unlängst «lngesuhrt worden ist. Die beredten Worte waren der Versammlung, die sich überhaupt der ehrenden und thätigen Theilnahme de« Hrn. Kirchenrath» auch an der Eonferenzdebatle und Statutenrevisii'n zu erfreuen harte, au« der Seele gesprochen. iSel» tere sinnreiche Toaste würzten bte gute Mahlzeit de« eifrigen Gastwirlhe«, während und »ach welcher di« Gegenftäud« der Tagesordnung auch für die Eonferenz, namentlich obligater Religion«unterricht für die i»r. Schüler in Gymnasien und Realunstalten, Theilnahme der Vorsänger an den Sitzungen de« KtrchenvorstehrramtS, ihre Eclebigung fanden. Man trennte sich mit der Ueberzeugung, baß die Vereinigung der L«hcer auch an diesem Tage Gute« befördert und den Sporn zu ernerer ersprießliche» Thatlgkeil sur Schule und Synagoge, ür Gemeinde und Lehrer, gegeben hat. Au« dem Elsaß. Vergangenen Mittwoch ist auf dem Bürgermeisteramt« oon Blotzhetm die Livtlehe de« Napoleon Wolff, 74 Jahre alt, mit Luise Levy, 88 Jahre all, vollzogen worden. Folgende Umstände gaben dt» jetzt Herrn Wolff verhindert, feiner vor ungefähr 82 Jahren nach israelttijchem Kultus mit feiner Frau eiugegangenen Eh« gesetzliche A irr» kennung zu verschaffen. Sein Vater Jakob Wolfs (in Ailltrch der „reiche Wolff" genannt) hinlertteß ihn, ein ordentliche« Vermögen, aber wett er taubstumm war, >vl« er e« jetzt iroch ist, so verlangten seine nächsten Lerivandten im Jahr« 1888, in der Absicht, dir Hochzeit zu verhindern, beim Eivilgectcht von Allktrch ein Eheverbot, welche« aber oa» Gericht licht aussprech-» ivollte. Di« Anverwandten appellirten a>. den königl. GerlchtShof in Lolmar, und dieser erließ «rn LonluinaciainS-Urthril, laut welchem dem Wolff die Ehe unliisagt wurde. Einige Zeü später, al« da» Urthell tu Rechtskraft erwachsen war, fand Wolff einen Rabbiner, welcher so g st illig war, ihn auf fremdem Boden (in Alschwiller bei Hegenh-im) serner Verlobten anzulrauen. In dieser Ehe, we-che t: al« ein« legitims betrachtete, erzeugte er sieben Ktnoer, von denen - - - f, - . J.-. , ,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.