Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 34.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/5369809-5935028-5935805--2283-5371783- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
^*■1 e- . « ler« von Profession, einet bestraften.Ist..kt nicht so? Nun ist aher seit Jahr und Tag Feser »ämliche Hr. La«ker im „Jsimelit And i, der „Jutz. Pr/' fast HllwSchentlich mit Lobe«eHrbutztzen Hberschütz« ^l«,„einRuhnr, eine Ehrrnkrone Nr« Judenitzum»" bezchhürt worden (warum? da« brauchen wir w hrlich nicht zu sagen!) Ist da« ehrlich?! köP,«n.wss^s> UH XtfUf gegen hn» Psir^ip, an po«; Wahrhaftig«,t glauben?! Da« ist da«, wa« man JesuiüSiMl« zu nennen pflegt, klar und deutlich. Wir haben nur die beiden Parteiblätter genannt und gemeint; wa« sie gesagt haben, liegt gedruckt vor. Hr. Hirsch mag bei seinen Lonserenzen mit Hrn. LaSker ihm unter vier Augen gesagt haben, daß er ihn für einen Verbrecher halte, mag' ihn gewarnt und ermahnt haben. Wir wissen: vom Gegentheil nicht«, sind daher weit entfernt, auf ihn da« eben Gesagt« zu beziehen. Die Andern müffen e« hinnehmen. Daß man auch mit Uebertrelern de« Gesetze«, mit „Verbrechern", wenn da« — orthodoxer klingt, zusammen eine Gemeind« bilden kann und soll, daß sie von sich zu stoßen ein „Verbrechen" ist (hier möchten wir den Ausdruck gebrauchen) da« wissen sübrwahr die HH H. u f. w. sogut wie wir, wir brauchen nicht hundert Mischnah-, Talmud-, Midrasch-PoSkim-Etellen zu citiren, die da« beweisen. Wa« wollen nun diejenigen, die in diesem traurigen Streite, in dem die Feder führen su sollen un« so unendlich wehtbut, unsre Gegner sind? Sie wollen Separatgemeinden bilden. Wo e« nicht ander» angeht? Wo Vorstände rc. rc. sie dazu genöthigt haben? Damit sind wir vollständig einverstanden. In diesem Falle wollen sie auch au« der Slammgemeinde auSscheiden können. Wir sagen zum zehntenmale. dgß wir ihnen Recht geben?) Aber sie wollen auch die Separation Hervorrufen, wo die Gemeinden bisher einen friedlichen modua vivendi gesunden halten. Dagegen treten wir auf. Sie wollen 1) den Schulchan Aruch angeblich al« unverrückbar« Grundlage für die Neubildung ihrer Gemeinden proclamiren und durchführen; 2) sie wollen eine Gesammtorganisation für ihre Gemeinden und für die Agitation schaffen. Ueber dies« zwei Punkte einig« Worte. Ist es ihnen mit Durchführung de« ad 1 bezeichnet«» Prinzip« Ernst? Da» Statut de« Hamburger (orthod.) Synagogen »Verband«« schließt von der Mitgliedschaft, von der Wählbarkeit in den verstand Uebertreter der Vorschriften de« Schulchan Aruch nicht au«; da» Statut der Adaß Jt«r. schließt einige Kategorien au». Da« soll dem Schulchan Aruch entsprechen?! Woher aber auch Mitglieder und woher Vorsteher nehmen, wenn nur solche zulässig, die k«t n e n Paragraphen und keine „Anmerkung" übertreten? Wenn man, um von zahllosen Beispielen ein einzige« anzuführen, denjenigen, der am Sabbath etwa« au« feinem Haus« abholen läßt, mit Geldbuße, und im llnvermügentfalle mit Malkoth strafen wollt«? (Or. Eh. S07.) Sann man lediglich JUau»ncr u. s. w. *) In solche» Fällen könne» sich zwei Gemeinden l» einem Ort« «ch wohl mit einander «Kragen. Dir haben einmal gesagt: „Die beiden Gemeinden in Frankfurt gehen friedlich neben einander her," durch «ine» fatale» Druckfehler ist gesetzt morden: feindlich, so ist uns«, Satz i» »der» Blättern wieder,eg eben morde». Dir berichtige» e« hier »ochmal«. zu Vorstehern nehmen, oder Rentier»? Lwckier« dürft ihr schon nicht wählet, da.,stehen^m Zo» Deah neunzehn mHt^eh-ü Mmfckngttich« Kapitel (159-^17^, die von Zin«- nähhichn un^ Geben tzpndehn., Wer cktzlch mit Juden, auch Rädiralieftwmern, in Geschäftsverbindung and Eontocorrent steht, TageSzinsen berechnet, giebt und einnimmt, der ist ein — „Verbrecher." Und der köiuUe gar Borstchyd eurer Gemeind, sein?! Aber dann sucht auch den Geschäftsmann, de« Großhändler oder Krämer, der keinen DiSconto giebt oder vergütet, — weiß er doch mitunter nicht einmal, ob sein Creditor oder Debitor in der Ferne Jude ist! E« ist nicht ander« möglich, al» daß ihr gegen dies« Bestimmungen ein Auge zudrückt. Wir verurtheilen euch deshalb nicht, e« wäre in der That Unmögliche« gefordert. Die Geschäfts- Verhältnisse der Gegenwart lassen sich nicht in diese Paragraphen zwängen. ES genügt, wenn da« bestehen bleibt, heilige Pflicht bleibt, daß der bemittelte Jude dem kleinen Manne ein zinslose« Darlehen gebe, da« thun aber Gottlob auch Tausende von „Verbrechern." So sagen wir und werfen darum keineswegs alle jene Eapitel de« Schulchan Aruch hinan«. Ihr aber steift euch aus euer angebliche« Prinzip und übertretet e« dennoch! Da müffen wir euch Unwahrheit oorwerfen. Ehrlich in seiner Grobheit ist da einnial da« „Trad. Jud.", welche« in Bekämpfung eine« Statuten-Eittwurf«, welcher zur aktiven Wahlberechtigung „Unbescholtenheit" verlangte, den Satz »»«sprach: „Gibt e« nur eine bürgerliche Unbescholtenheit und nicht auch ein« religiöse? Wir glauben jedoch, daß wenn r« sich um die Wahl von Vorstehern und Beamten einer EuituSgemünde handelt, eben auf die „religiöse" Unbescholtenheit «in gar vorzügliche« Gewicht gelegt werden niüßte. Und wenn die« nicht streitig gemacht werden kann, so haben sämmtliche Reformer ihr« Wahlberechtigung vo ipso gründlich verwirkt I" Ad 2. Bor Jahr und Tag erschien im „Israelit" (vom 26.-Mürz 1873) da« vollständig autgearbeitet« Statut für einen „Erntral-Berein für jüdisch-religiöse Angelegenheiten." Daffelb« war zwar von einem unbekannten Mann« in Würzburg unterzeichnet, «» war jedoch angegeben, daß dt« Rabbiner Bamderger, Hildesheimer, Hirsch und Lehmann e« vollkommen gut geheißen haben. Herr Lehmann hat r« so in seinem Blatt« abgedruckt, an der Authenticität ist nicht z» zweifeln. Da heißt e« nun 8 19: „Das Leatral-Eomit« besteht au« l l Mitgliedern. Die Gründer de« verein« (dt« vier eben Genannten) berufen noch einen Rabbiner und fünf Privatleute; diese Zehn ernennen «inen Präsidenten. Bei» Ausscheiden ergänzt sich da« L.-E. selbst. 8 20. Da« Haupt- Local-Eomite wird vom E-E. ernannt. 8 21. Dt« Loeal- Eomite'» werden nur mit Genehmigung de« E.-E. gebildet resp. ernannt." Da« find die Leute, die immer von G«wiffen»freihett und Autoaonite reden und um dt« Wette mft den Radikalste» über Hierarchie schreien! Doch da« nur nebenher. Wir wissen nun au« vielen andern Aeußerungen, daß der Plan da«» weiter dahin ginge, nur diejenigen al« Rabbiner «. x. an» zuerkemie», welche von jenen Oberhäuptern approbirt find. Da« vollständige jüdische Papstthum wäre fertig, vierköpfig allerdings, dafür aber wird der Papst wenigste»« erwähl!, und e« liegt so i» Dogma; hier setzen tzio.HerpG sich selbst ei», st« proelamirev! s i ch ab» dt« Alletusetigwocheutze». .1