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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 34. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 34.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M 34. 1874. SstBtUfitö* 5. Jahrgang. ochen-Schrift für die religiösen nnd socialen Interessen des Jndenthums. ■Mntll-1';, (hfn. «rtM lad. J». KMtatartt* »»' /, «fct. ttartd» tUcL M «K» VaMauna a. SadkaaMaatta. Blnctt Aafnkaa«; ta tXatt# u> 10 Kart, aa# 0tmmt4 «fl, a. HraatrUch 1« Me»., a. ■acrifa Hy, BaO. tMrl. ariaaaMtaaka. iftklllta »*f 9»t. »acheaschet,« la aU(k€«ar(. B«r»iu»»tlNcher Stedatleur uns Herau»gcv«r Rabbiner Dr. 2L. Lrenenfel» in Stettin. Magdeburg, 30. August. 3»ff r«t« »erbeu «tt » Ggr. für dt« dreltz^yglte« Petttrelle oder bereu Xau« derechuer. Bet Stederholungen Rabatt. — Dte di« Gauutaa frLH dei der Or»«d1tt«st tu Aaßdedurg «tu« treffeudeu ftuden tu der utchsten Nuunuer Rufnadr»«. Für den vuchdaudet: «adert Friese tu «et„tG. Inhalt: Sette,»d« Wrtiftlt Der «»«tritt au« der Synagoaen-Semeinde. V. — »reichte und Coeeespondenzen: Leutlch. laad: Berlin. Stuttgart, Lu« dem Elsaß. Oesterreich: Prag. Großbritannien: London. Belfast, »tuminien. Rußland: Warschau. — vre«tscht« ««» »»»««« Noch richte«: Frankfurt a. M. (Beilage) Württemberg. Lratleheim. Wien. Aloc,ow. Par,«, »u« England. Belfast. Lu« Rußland. Rewgort. Eleoeland. St. Kranzi«ko. — jtzeutlletonr wer ist strengorthodox? — Inserat«. Der Austritt au« der Syuagogen Gemeinde. v. Einheit oder ZveitheUnng der Seueinde». (v.) Die Berschiedenheit der Ansichten über einzelne Glaubenslehren im Judenlhum, von der wir im Borhergehenden gesprochen haben, gibt jedenfalls weit weniger Anlaß zu Spaltungen in den Gemeinden, wie die Differenzen in Hinsicht auf das religiöse Leben, die Praxis, die Beobachtung oder Richtbeodachlung der jüdischen Religionsgesetze. — Müssen diese zu einer Trennung führen, ist dadurch eine Zweitheilung der Gemeinden angezcigt? Bon voniherein wnh ein Jeder, daß wir hier nicht von zwei Gruppen reden können, von solchen, die Alle» Hallen, was vorgeschrieben ist. und solchen, die nichts Hallen; nein, e« gibt der Abstufungen fast soviel,, alS es Individuen gibt. »Jeder Jnbe hat seinen eigenen Schulchan Aruch," da» Spruch» wort stammt ja nicht au» der Reuzeit, so ist es vor Jahrhunderten gewesen, wir können diese Erscheinung b:S in die Zeit der Milchna verfolgen. Die Differenzen liegen jetzt freilich tiefer und gehen weiter auseinander, als früher; wir können auch von den ganz individuellen Berschiedenheiten absehen und sie zu Gruppen, Richtungen, Parteien zusammenfaffen, aber wenn wir auch die Grenzlinien zwischen diesen gar nicht scharf ziehen, in jenen finden wir nicht zwei, sondern ein halbes Dutzend solcher. In wie viel Gemeinden soll sich nun die bisherige Gemeind« auflösen?! Freilich die erwähnte Schrift von 8. macht sich die Sache sehr bequem, sie zerhart den Knoten. Sie sagt: »Diese Richtungen gehen chrcm Wesen nach weil auseinander. . . sie sind jedoch nicht so streng ron einander geschieden... ei gibt verschiedene Abstufungen, ei gibt Mittelparteien. .. Jrden'alls stehen sich die Extrem«, und nur in diesen liegt ein Kern, ein Reim für die Zukunft, diametral entgegen." — Wir wollen es Hr». 8. überla'fen, e» vor seinen Sesinnungsgenoffen zu verantworten, daß er auch in der extremsten Reform, und »nr in dieser nach der Seite hin, einen Kern sür die Zukunft erblickt; auf der andern Seüe hat ihm auch nur das L Extrem, eine verschwindende Minorität, Bedeutung, alle An dern, neun Zehntel der Juden (wenn wir aber von den Radikalen, die sich wirklich auch gar nicht am Gemeindeleben betheiligen, absehen, so können wir sagen: SS von Hundert) wirft er zu den Tobten! Wenden wir un» zu einem ernsteren Manne, der wrngstenS wohl überlegt, waS er niederschreibt, zu Hr». Rabbiner Hirsch. »Anerkennung oder Berleugnung de» religiösen Gesetzes (sagt er E. 14 seiner Broschüre,) in Lehre und Leien bildet die Scheidung." Dies ist richtig So haben auch wir in. der dritten Nummer unsre» Blatte» (l Jahrg.), also gleich in unserm Programm, den „Kern de» Streit«»" bezeichnet. Des Streite», nicht nothwendig auch der Trennung! „Lehre und Leben de» orthodoxen Juden ist dem Juden »er Reform Aberglaube und Thorheit," fährt er fort. Denkt er dabei an den prinzipiellen, den Radikal-Reformer, so hat er Recht; meint er aber die ungeheure Mehrzahl derjenigen, bii es mit dem Gesetz« nicht genau nehmen, so thut er ihurr: Unrecht, schreiendes Unrecht. Hunderttausend Juden in Deutschland setzen sich über Speisegesetz« hinweg, ganz, halb, zri Hause, gelegentlich, aus Reisen, thun am Sabbath, wa» sie nicht thun sollten, aber - Aberglaube und Thorheit? R:in, das ist'» ihnen nimmermehr! Wir könnten dafür hundert Beweise beibringen, es ist nicht nöthig. E» weiß und sieht da» ein Jeder. »Lehre und Leben brr Reform ist dem orchodoxcn Juden Blasphemie »nd Verbrechen," schloßt der Satz. Von Bla-phemie haben wir gesprochen. Also Verbrechen. Wir verstehen ganz gut. Run wohlan, wir können nicht umhin, Persönlichkeiten in« Spiel zu ziehen, denn ein Streit um Abstrakte, um Ideen oder erdachte Fälle führt zu nichts. Der Abgeordnete Dr Eduard LaSker, der notorisch da» jüdische Religionsgesetz tagtäglich wiffenllich (denil er ist in demselben erzogen und kennt e» genügend) Übertritt, ist H:rrn Hirsch rin — Verbrecher. Und wenn Hr. Hirsch, etwa zusammen mit HHrn. Hildesheimer und Lebniann zu einem Beth-Din zusammeusäßen, und jemand probucirt« vor chnen Hr». Laster als Zeugen in einem E i v i l - Priyeffe, iu einer Bagalellsrche, jo würden sie sei» Zeuguiß verwerfen, gleich dem eine« Spie- O o .

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