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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 31. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 31.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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15« — TW™ Uefet aber beantragte bei de» ffcdastftar Gemeiuderath fetee Eintragung in bi« Wählerlisten, da' die Neuwahlen in türarster Zeit bevorsteh«» Der gegenwärtige Gemeiuderath aber glaubt« sich zu guter Letzt noch «in« Gefetzverletzung zu Schulbo« kommen zu lasten zu dürren und schlug de» Israeliten ihr Gesuch ad. Letzere wenveleu sich hieraus au di« Gerichte, welche zu ihren Gunsten emschieden haben. Trotzdem erscheint «4 fraglich, ob sie ihr Wahlrecht unbehelligt werden antzüben könne«. — Der von der „Wiener Allianz" nach Rumänien geschlekte H, SmolenSky kehrt jetzt »ach Men zurück, um dem dortigen Comit« Bericht zu erstatten, nachdem er bei den wohlhabende« Juden in Bukarest 40,000 Krc«., in Jaffy SO,000 Frc«., tu Galatz 12,000 Krc«. rc. im SubseriptionSweae gesammeU hat. von welchen Geldern Israelitische Schulen in Rumänien errichtet »erden sollen, welche« die „Alliauoe JSraelüe" außerdem eine thatkräflige Unterstützung in Aussicht stellt. Verwischte mW neueste Nachrichten. Mtoua. Der jüngst verstorbene Jacob Oppenheim in Hamburg hat in seinem Testament«, alS geborner Aliouaer, dem israelitischen Waisenhause hier 1S00 --- 600 Thtr. zur Berlheilnng an die fünf jüngsten Zöglinge der Anstalt mit de« Beding, daß di« fünf Quote» zinstragend angelegt und erst bei Ei »tritt der Majorennuäl mü Zin» und ZinseSzin» auSgelehrr werde« sollen, vermacht. Die TestamenlS-Exeeoutore« solle» sich nun in einiger Lerlegenheit wegen diese« Legate« beftndeu, indem i» dem betrestrnde« Waisenhauje gegenwärtig überhaupt nur zwei Zöglinge vorhanden sind. Genannte sind Brüder. Bluweuthal (bei Begesack). ES ist gewiß für jeden Menschenfreund erfreulich, zu vernehmen, wie man G. s. D heutzutage Beispiele findet, daß bei Werfen der llgemeineo Menschenliebe alle Confessionen und alle Parteien sich edel« «üthja die Hand reiche«, und kein confesfioneller Zwiespalt und keine Parteileidenfchast unS entzweien. Gestatten Sie mir, daß ich Ihne« heute von einem solchen anerümnen«- werlhen Beispiel« von Humanität an« unserem Ort« sowohl als au« dem beuachbarten Begesack berichte. Bei »er Sammlung für unsere uochdedrängieu ÄlaubenSgenoffen in Palästina habe« di« Christen von hur und der Umgegend allge- «riu heigetrage« und namenUich haben mehrere Geistliche und Beamt« sich i» hervorragender Mise hetheillgl. Diese Mlldthäligketl verdiem nicht nur der edle« Thal, sonder« auch ganz besonder« der dadurch ausgesprochenen edle« Gesinnung wegen eine lodend« Erwähnung und gereicht ebensowohl unserem Orte, wu ganz besonder» den edlen Spender« zur größten Ehre. Mögen diese Gesinnungen in weitesten Kreisen Nachahmung finde». (Jor) Driefe», IS. Jnli. (Or.-Lorr.) Durch den Tod unsere« Mitbürger», de» Herrn EaststgtSrolh» 0r. Baschwitz, wurde »nsere Stadt in große Trauer versetzt, den« kaum durfte hier ein Hau» sich finden, in welchem der Berftorben« nicht al« rettender Arzt, al« rathender Freund gewirkt. Da« unabsehbare Trauergefolge vom Trauerhause bi« zum Bahnhofe — du Leiche wurde nach Berlin, woselbst die FamUie de« verstorbenen wohnt, üdergesührl — war hiersür «in augenscheinlicher Beweis. Herr vr. Klempner au« LaudSberg hielt im Traüerhanje »>e Leichenrede. Müüchrn, 2. Juli. In der Heuligen Sitzung der Kammer der Abgeordnete« wurde« al« TheuiruugSzulagen zur Aufbesserung der gering dolirte« RabdinatSftelle« 77S0 fl. (gegen S0S0 fl. Regierungsforderung) bewilligt. — Die Abfolntorialprüfungea der bayerischen Gew.rb» schule« «nrde« mit Rücksicht «ruf den einfallenden israelitische« Feiertag (SamStag. 18. Juli) auf den 1«„ 17. «* «0. 3rU anberaumt, so daß also zwischen di« beiden letzten Prüfung«» tage zwei Ruhetage fallen. Änd«» Die Anglo-Jewish-Affociation hat ihre« Jahre«, bericht für 1873—7« herauSgegeben Derselbe bespricht di« Lage der Juden in Serbien, Persien, Rußland, Maroceo und Demen und di« Schritte, di« von genannter Gesellschaft znr Besserstellung derselben geschehe« find, verbreitet sich sodqnn über die Situation mehrerer Schulen im Orient, die von Ihr unterstützt werden. Die Anglo Jewish-Affociation hat in England drei (Man. chester, Birmingham und Liverpool), in Australien S (Rensüdwale«, Ballarat, Sandharst. Canterburp, Anckland, Hobart Town, Dunedin und Neuseeland), in Afrika 2 (Capstadt und Port Elisabeth) und in Gibraltar Zwriggesellschaften gegründet, von denen die Rechenschaftsberichte dem vorliegende» Bericht angeschloffen sind. Im Ganzen zählt di« Gesellschaft jetzt 1000 Mitglieder. Ihre Einnahme betrug 1431 Psd. St , wovon SSS Pfd. St. v«rau»gabt wurden. Petersburg Da« Regierungsblatt vom 14/26. Juni enthält ei« kaiserlich«« Dekret, welche« auf Antrag de« Finanz» minister« verordnet, daß di« Juden nur an de« Orden, wo sie Wohnrecht besitzen, und nur in eignen, nicht in gemiethe« teu Lokalen Schantgewerbe betreibe« dürfe« Rach einer Gor» respoiidenz im „Hammagid" würde dies« Verordnung sehr viele Familien auf da« härteste treffen. Odesin Fräulein Rosa Simonowitsch von hier hat in Bern da» Doetor» Diplom der Medizin erhalten, ihre Differtation erlangte da« Prädikat summa cum lauda. Eine Schwester derselben, Frau Rosenstei«, hat den Enrsn« der chemisch-technischen Schul« in Zürich adsolvirt. (Hazephtra.) Algier. Der oberst« Gerichtshof hat de« Eid mors judain), auf besten Abnahme da« Handelstribunal in Oran erkannt hatte, für abgeschafft erklärt, weil dse JSraelite« in Algier jetzt französische Bürger seien. Marore« Die Anglo-Jtwish Astociation hat die Rach, richt erhalten, daß der Sultan Maßregel« ergriffen hat, »m sei« durch den Minister gegebene« verspreche« in Betreff der Berbefferung der Lag« der Juden auSzusühren. Ausrufer find in die Städte und Dörfer versendet worden, um de» Willen „seiner göttlichen Gegenwart" zu verkünden, und' zu erklären, daß die Juden in Marokko hinfort mit de« andere« Unterthane« seiner scheristschen Majestät auf gleichem Fuße behandelt und vor dem Gesetze ihnen gleich sein sollen. Rvg<ch«r- Di« J«raellten dieser Stadt (wird dem Echo d'Oran geschrieben) hatten im Mai ei« Casino nach europäischer Art eröffnet. Gleich daraus haben di« Maure«, um hinter den von ihnen ebenso beneideten wie geringaeschätzt«« Juden nicht zurückzustehen, ebenfall« ein« ähnlich« Gefellfchaft in« Leben gerufen. Sage man nun noch, daß «an in Maghreb dem Fortschritte abgeneigt sei! Einer der gelehrteste« Männer der Stadt hat da» muselmännische Casino eröffnet und dabei eine sehr beifällig aufgenommene und bemerkenswerthe Red« gehaltcn- Wir möchten wohl diese „bemerkenSwerthen Worte" eine« gelehnen MoSllm, der ei« Trutz-Juden-Eafino eröffnet, kennen lernen. (Arch. J«r.) Rkwhork Die Amerikanisch« Jewish Pnbliratisn-Sooiety, welch« zunächst den 4. Band von Grätz Geschichte in Leber» setzung von vr. Bülheim HerauSgegeben hat, kündigt jetzt weitere Uebersetzungen voil Herzberg'« „Familienpapier««" und Chwolsohn'S „Semiten" an. Wir können der Wahl nur Bet« fall zolleil. Unter den Aufpiziei» eine» Hrn. Morgenthau bildet« sich «in« Gesellschaft, welche sich zur Ausgabe macht, jung« Waisenmädchen au« ven Waisenhäusern von Rew-Aork, Philadelphia. Baltimore, Cleveland, Rew-Orlean« und San-FranziSeo mit Mitgift anSzustaue«, n. zwar soll jede Mitgift nicht weniger al« S00 Dollar und nicht mehr al« lausend betragen. Di»

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