Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 31.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Caffa bn Gesellschaft besteht au« fmfeciOifl subseribirten Ge« f$tüit« n«b au» solchen Gaben, welche sämmtliche Ir, Lme- «Äo Heirat tzende an ihre» Hochzeitstagen zu diesem Zwecke Ein Register ad hoc wird zu diesem Vehufe von jedem Rabbtuer den« neuzuvrrmählenden Paare vorgelegt werden, welche» die Namen derselben und die freiwillig« Spende, die e» gibt, enthalte» wird. Di« Gesellschaft trat am Hochzeitstage de» genannten Herrn Morgenihau in« Leben, der in da» vom vr. Einhorn chm präsentirt« Register 100 Dollar« zetchaete. Ein zweite» Hochzeitspaar a« selben Tage in einer andern Synagoge zeichnete in da« Register de» Rabbiner« Gottheil 60 Dollar«. ftcWprt Der Gcuverneur von Süd-Earolina, Rose«, wird augtnblicklich heftig angegriffen, und schändliche Dinge »erden ihm vorgeworfen. Die amerikanische Presse, dekaunrlich nicht sehr höflich, nennt ihn z v. einen Schurken, und zwar von der schlechtesten Sone. Dabei ist denn auch «fl von dem „Juden Rose«" die Rede. Hiergegen erheben die jüdischen Glätter Protest. Besagter Mose« sei zwar der Sohn eine« Juden, de« Oberrichter« Mose«, und der sei ein durchaus respektabler, vorwurfsfreier Mann, die Mutter aber fei eine geborne Ehriftir., und Mose« jun. sei nie in» Judenlhum ausgenommen worden. Daher verbitte man sich jede Gemeinschaft mit ihm, abgesehen davon, daß seine Schurkereien di« Jude» auch dann nicht« angehen würden, wenn er wirklich ihre« Glauben« wäre. Feuilleton. Janin. Wenn wir dem jün>fft verstorbenen „Fürsten de« Feuilleton" in unserem Feuilleton ein bescheidene« Plätzchen einräumen, so geschieht die« — wir gestehen e« offen — weniger um feiner selbst willen, al« vielmehr eine« seiner kritischen Feuilleton« weg«, durch da« er den Ruhm der großen Tragödin Rachel o^ründete. 8» war im heißen August de« Jahre« 1838 — so er- Mhtt Paul Lindau in der „Gegenwart" — Janin, der nicht «ht wußte, wa« er sein« Lesern erzählen sollte, ging am 18. Abend« tn da« Theatre franyai«, in welchem eine vor Kurzem Sagirte Anfängerin vor leeren Bänken die „Camilla" in den oratiern" spielt«. Da« junge Mädchen war bereit« sechsmal aufgetreten, ohne daß sich ein Mensch um dasselbe be- Eimmrrt bätt«. Am 18. war da« Hau« wieder ganz leer. s>m iO. August Morgen« erschien die Kritik von Jule« Janin, »Ad am 20. August Abend« war da« Theatre franyai» bi« auf den letzten Platz gefüllt und die Anfängerin eine Berühmtheit. Diese Ansänginnn hieß Rachel. Der betreffende Feuilleton-ArtkkA Janist« lautete wie folgt: „Hört meinen Worten aufmerksam zu u»d bereitet Euch auf große Dinge vor. .In dem Augenblick, wo ich zu Euch spreche, feiert da« Theatre franyai«, ja ich wiederhole e«, da» Theatre franyai«, einen unerwarteten Sieg, einen jener seltenen Triumphe, auf die eine Nation, wie die unsrige, mit Recht stolz sein darf, wenn sie, zurückgekehrt zu chrmhaften Gefühlen, zur stolzen Sprache, zur keuschen, z lchtigen Liebe und den namenlosen Gewaltthätigkeitm, den BurbariSmen ohne Ende entrisien wird. Ja, jetzt besitzen wir ra« erstaunlichste, wunderbare, kleine Mädchen, welche« die gegenwärtige Generation jemals auf den Brettern gesehen hat, die« Kind — merkt Euch seinen Slam«! — die« Kind heißt Fräulein Rachel. Bor ungefähr einem Jahre debüttrte st« auf d>.-m Gymimse, und ich allein sagt« schon damal», daß hier ein ernste», natürliche«, tiefe« Talent, daß hier eine unbegrenzte Zukunft vorhanden wäre. Man wollte »ir aber nicht glaub«, man sagt«, ich trüge zu stark ans»... Jetzt plötzlich erscheint e« wieder ach hg» Theatre francai« in dm «rvergtngltch« ZtagBwt* tot mttht, Corneille und Boltaire. Jetzt endlich ist e« in da» Drama etngetret«, welch«« allein feine« frühzeitigen Genie gewachfm ist. Wunderbar! ein kleine« unwissende« Ding, ohne künstlerische Bildung, ohne Schule, mittm tn unsere alte Trägödie geworfen Und diese« kleine Mädchen haucht der alt« Tragödie neues« kräftige« Leben ei»! Ja, Leben und Funk« sprüh« na» fft her! Führwahr, ti ist wunderbar. Und nun vergeff« mar: nicht, daß da« Kind klein und ziemlich häßlich ist, engbrüstig, gewöhnliche« Aussehen, niedrig triviale Sprache. Ich bin tbr gestern hinter den Souliffm begegnet. „Ich bin auf'« Symnase gewest," sagte sie zu mir, woraus ich natürlich antworten mußte: „Ich that e» miss« thun." *) Fragt sie nur nicht, wa« Tancred ist, wa« Horaz, Hermione, der trojanische Krieg Pyrrhu« und Helena; davon weiß sie nicht«, sie weiß überhaupt nicht«. Aber sie hat etwa» besseres al« erlernte« Wiffen, sie hät den göttl. Funk« de« Genie'«, der JiUe» ring» um sie erhellt. Kaum betritt sie di« Bühne, so wächst sie riesengroß empor, sie hat die Gestalt der homerisch« Helden, ihr Haupt erhebt sich, ihre Brust breitet sich au«, ihr Auge belebt sich, ihre Geste ist wie ein Laut, der au» der Seele dringt; ihr von der Herzen»leidenfchast ganz erfülltes Wort dringt in die Weit« und verhallt. Leiden chaft, Majestät. Großartigkeit, nicht« ist ihr fremd. Hier ist der Himmel uiü> die Erd« für diese« wunderbare «Und. Laßt e« nur groß werdm die« kleine Mädchm, da«, ohne e« zu wissen, eine groß« Revolution vollbringt. Wir »erd« sshm, wie aus den Altär« von Racine, Corneille und all« Göttcni die erloschene Kerze von neuem angqündet werdet» wird. . . . Fräulein Rachel ist eine lebhafte, mächttge JnteNgMz, die durch schwache Organe bedimt wird, eine Klinge in thünerner Scheide; ein bewunderung»werlhe« Beispiel für da«, wa« Herz und Seele in der Kunst zu vollbring« vermögen, unabhängig von ihrer sterblichen Hülle. . . ." Die Wirkung, welch« dies« Kritik heroorbrachte, läßt sich am best« in Zahl« auSdrücke«. Der Durchschnitt für die erst« 6 Ausführungen, in welchen Rachel mitwirkte (vor der Kritik), betrug 511 Frc».; für die darauf folgend« (August 188) durchschnittlich 4193 Frc«. Auf diese« Feuilleton, die „Entdeckung der Rachel", that sich Janin noch im Alter etwa« zu gute. SancfNM. Da« Pariser „Evänemmt" will von einem Briefe Rothschild'» Einsicht genommen haben, d« dieser an ein« neu« Cagliostro richtete, der um die Bagatelle von 10,000 Franc» da« Leb« de« vielfach« Millionär« auf Hundertsiebmundzwanzig Jahre zu verlange« verspricht. Der Brief lautet: Mein Herr! Ich erhalte tagtäglich die bizarrst«Anträge. Biele Leute interessiren sich für mich. Der Ein« droht mich zu tödten, wenn ich ihm nicht 100,000- Franc« schicke. Ein Anderer will, wmn ich ihn unterstütz«, mich mtt einem sechSt« Sinn» boschenk«. Ein Dritter will um die Summe von 100 Mill. zu mein« Gunst« da» Königreich Jerusalem wiederherstell«. Ich laffe bei all dies« Correspondenten kein« Unterschied gelt« und bitte sie sämmtlich, mich tu Ruhe zu laff« 1 I« Ort-mal lautet der betr. Pass»« tn seine« freveldafte» Französisch «örtlich: LU« w« dttl Saat mcri qal t'aa Qjninue -- a quol j’el dfl repondre: Je le mtioiu. ,9