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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 31. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 31.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Bedeutendst«« englischen Zeitungen, eine« derartige» Mt ohne ö^Swede» Bewel« der katholischen Kirche betznmtffen." — Da» ist nun ein sehr rinbedeutende», abgedroschenes Kunst- Gück: die Jude» regieren Presse nnd L-legraphen, sie und dt« Freimaurer haben den Lärm in Sc»ne geietzt. (Daß bi» »or Kurzeut die preußischen Fkeimaurcrlogen keine» Juden anfnahmen, braucht der engltsche Bischof nicht zu wissen.) Kä eoc«ru ^Kunststück" hatten wir schon daran gedacht, e« »ürd« Jemand behaupten, der jüdische Zauberkünftier Bella, chint, der bekannltich „mit dabei war", habe die» Attentat ans Bestellung ai« Tasklzenspieler-Kunststück abgespielt. Indessen ist e» nicht allezeit angemessen, begleichen als schlechte Witze zu »ertachen und als unschädliche Plaisanterte M behandeln. Für «ns«re Person find wir heute — am 2"7> 271p— dahin nicht gestimmt; die bischäslichen Jnvec- Noe» flüstern unö zugleich die Eingangsworte des f2"1N in« Ohr, den Spruch: „$<U dem, der stet« aus seiner Hut ist." Der Attentäter mag ja schliHlich ein Wahnwitziger, ein Tollkops sein; der Bischof und seine hunderttausend Amt«- und GestunuugSgenofftn wissen aber wohl, wa« sie wollen und »aS st« sagen. Ganz unschädlich, wie da« Rauschen von Blättern im Wind«, find die aufhetzendeu Worte doch nicht. Ist da» Buch der Leidensgeschichte, welche« am S. Ab beginnt, ganz und sür immer geschlossen? Können wir die Erinnerungen an'« Galuth verlachen, die Mahnung, auf der Hut zn sein, in den Wind schien? „Wenn Bott nicht für un« »üre, so würden st« un« verschlingen" — ist daran gar nicht» Wahre» mehr? Ist di« Erlösung längst vollzogen, und hat der Fanatismus, haben alle die finstern Mächte, welche »nsern Borfahren so manchen Ti»chea-b’Aw bereitet haben, jegliche Kraft verloren? Sind'« allerwegen nur Gespenster ohne Fleisch und Bein, bi« nicht zu schaden vermögen, also daß wir auch den v. Ab nur al» ein Gespenst betrachten und seine Feier unter dt« Kindermärchen rechnen könnten? Auch der Redakteur de» „Untv J«r." stellt ähnlich« Betrachtungen an: „Man jagt un« oft, daß diese traurige Erinnerung (an den S. Ab.) keine Berechtigung mehr habe, weil die heutigen Israeliten nicht mehr in der Gefangenschaft lede», well ihre Leiden geendet haben, weil ste frei und emaneirt stad, der liberale Geist unsrer Zeit sei unser wahrer fteier, unser Mesfia» u. s. w. Ach, diese Versicherungen werden täglich Lüge« gestraft! Man braucht nicht nach Runtäuien zu gehen, um sich davon zu überzeugen. Denn selbst in Frankreich, dieser glorreichen Hiimath der bürgerlichen, Slnischen und religiösen Freiheit, sind unsre G'.aubenSgenos- 1 zwar wohl den übrigen Franzost« gleichgestellt, aber ist nnjer Lultu« den übrig«»: gleichgeftelll? Rein, tausendmal nein! Man hat unlängst gefeheu, mir welcher Geringschätzung er von dem Berichterstatter über da« Gesetz wegen der Kinderarbeit in öffentlicher Sitzung der Rationalveriamnilung behandelt worden ist. (vgl hier Rr. 25.) Die israelitischen Soldaten find gezwuugeu, den katholischen Eeremonien in den Kirchen beizuwoharn und da» Knie »or den Bildern ftemder Gottheiten zu beugen; rin tyrannischer Zwang, der nicht einmal in den iutotrrantesten Ländern besteht. Unsre neue und prächtige Synagoge ist iu «ine enge und finstere Straße verbannt, al» ob Pari» sich schäme, den Fremden die Anwesenheit de» französischen Judenthum« in seinen Mauern zu zei- Kn.*) Unlängst hat hier die Tonsecration eine» Bischof» ütgefunden, dieser Feier nwhnte der Präsident der Republik bet, die Marschallin Mac Rahon, mehrere Minister und ein« Menge anderer Stoatö-Würdeuträge,; während bei der ueultchen Einsetzung eine» Grand-Raddin (in Marseille) kein ein¬ •) Noch „»rch. gär* klagt t» «tuest«« Heft«, in der Einleitung nt einer genaue« Beschreitung der neuer Lgnagog« in der n>« de 1* Ttetorie: „Die Strich« ist ginnltch eng, und dt« Kagad« steckt »wischen zwei Häusern. Dieser dopprlU Uetetst«» ist «in BermLchtniß der B«r< mal tun» de« Hm. tzaaßinann, de« protestantischen kaiserlichen Präfekten, der sei» unläugtare« Kate« dchin verwendet hat, all« Mtm katholischen ütrchen in Part« stet zu legen und all« neuen protstantischen und tSraetttische» Tempel potsthen »«nachtart« HSaser »u oerstecken." ziger hoher Civil' »der Militärbeamter zn sehe« gewesen ist. Wir erfahre«, und wir können e» kaum glauben» daß «in pariser JSraelite, dein bei den> Brande von 1871 sein GedurtSschei» verloren gegangen war. al« Ergänzirng ein regel» niäßige« Beichneidungeatkest produzirt bar, man hat diese» Schriftstück znrückgewiesen, nimmt aber Taufscheine bereitwilligst entgegen! Traurige Zeichen der Zeit!" (Bergl. «nter Pari«.) Mllgdebnrg, 19. Juli. (Or.-Lor.) Daß e» zum guten (?) Tone mancher lieberalea Blätter gehört, hin und wieder de» hindern Israel«" einige Seitenhieb« zu versetzen, ist bekannt. Warum sollte die national-liberale „Magd. Zeit" hiervon eine Ausnahme machen? Bi» zum nächsten Quartal ist'» ja noch weit, bi« dahin kann uian ja wieder einlenken. In der heutigen Sonntag«.-Rr. bringt sie eine Lorrespondenz „tut» Lothringen", die über die Preßzuständ« im ReichSland« sich de« Weiten und Breiten auSläßt. Da muß nun der „Jude" al« „Prrßbengel" herhalten. Eine hervorragend« Rolle — s» heißt «» in den, Artikel — spielen hierbei di« zahlreicheu Juden, mit Venen da« Reichsland gesegnet ist. Sie, die sonst überall in Deutschland in ihrer größten Mehrheit dem Grundsatz: „Wo mir'» wohlgeht, ist mein Barerland", huldigen, sie. die Kinder Israel«, sind in politischer Beziehung hier im Reichelande die Trabanten eine« jeden Gegner» de» Deutschthum»; durch den Einfluß, de» sie durch ihr Vermögen und ihr rastlose» Wirken sowohl, al« auch ihrer hervorragenden Intelligenz salso doch!) wegen im Lande auSüben, find fj zu sagen, der Sauerteig, der die ganz« antideutsche veweguug in fortwährender Gährung erhält. Die meisten von ijitt», die trotz alledem die guten Deutschen trefflich au »zu sauge« wiffen, die meisten ovn chue», behaupte ich, würden sich nicht einen Augenblick bedenken, wenn e« gälte, die Rolle de« Französischen GeueralstabS-Eapitän« Samuel au« LaarlouÜ zu übernehmen, der bekanntlich auch ei» Jude und de« General Moltke auf Weg und Steg al» Spion gefolgt ist, al» lerselb« einige Zeit vor dem Kriege die ehemalig« Deutsche Französisch« Grenze in militärischem Jntereff« beräste." Bedarf ei» solcher pluntper Ausfall gegen die deutschen Juden im Allgemeinen hier erst einer Widerleguug? er nicht an einem innern Widerspruch? Zuerst möchte mau den Juden „Vaterlandslosigkeit" imputire», und dann macht mau den elsaß-lothringischen den Vorwurf, daß sie chrem frühere» (französischen) Vaterland« noch mit Zähigkeit anhängen, und ihr Vaterland nicht wie einen Rock wechselt» Wa« nun gar da« Hineinziehen der Handlung-weise de« irr. Generalstqdtz- Eapilän« Samuel vor dem Kriege hier bedeuten soll, ist gar nicht anzugeben, wollte der Hr. Eorresp vielleicht daran erinnern, daß dir Juden unter der jetzigen Oberherrschaft ein« solche Charge zu bekleiden, gar nicht in die Bersuchutlg kommen? In jedem Falle war e« Pflicht einer wirtlich lieberaleu Redaktion, dergleichen eine ganze GlaubenSgenoffeuschast verletzend« Aeußcrunge» au« dem Berichte ihre« Lorrespondenteu zu streichen, sonst übernimmt sie selbst die Beranlwortlichkeit dafür. Ein sorgfältiger Leser der Magd. Zeit. BreSlü» Ginrnt Artikel der „Elberf. Zig." über die mit der hier abgehaltenen allgcm. deutsch. Lehrerversammlung verbunden gewesen«» Ausstellung von Lehrmttteln rc. entnehmen wir folgende Stelle: „Endlich möchten wir noch auf ein ziemlich wenig bebaute« Feld Hinweisen: auf den Unterricht in weiblichen Handarbeiten. Die in den Breslauer Schulen angefertigten Hemden, Strümps« >t. s. w. waren «»«gestellt und gaben ein beredte» Zeugniß davon, wie viel nach der Schallenfeldt'schen Methode, di« iu Bre«lau die herrschend« ist, geleistet werden kann. Allein wir möchten besouder» auf die LuSstellung-gegrnstäitde der hiesigen sogei»annleu israelitischen Industrieschule hiniveisen und ste den christlich« n al» Muster hinstellen Di« Juden find ein praktische» Volk während wir Christen un» abmühen, die Lösung der sociale» Frage zu finden, packen die Juden diese Frage gleich bet. eiuer Seite an und zwar bei der «ichtigfirn, bin der Erzie-

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