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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 31. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 31.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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U* Schulchan Aruch, bi» io di« feinsten Ber^stätzikKik hu« «io. Übertritt, so steht ihr wiederum nicht» im Weg». — Aber fu muß der OMgeuminde veisteueru «ntvchten. Da» ist d» entzige Amstacktz, » p deu »fitzwerde» und Agitation«* AuW gGeben tzat. f» Ifantn bk Frage, ob durch eine tzloße Steilerzatzfilng Hätz Dewisstli belästigt «erde, auf sich beruhe« lassen. Wir vermiffen nur di« tton* setzüM A» Atztttstr ««feit« st»« ttHklifti# ta un> fftm Geldbeutel, aber wir dürfen nicht die Uebertreter unterstützen, durch unsre Beiträge ein« Sache fördern, die wir für rel<gion»widrig halten, Personen brsoldeu, die wir für Feind« unserer Religion erklären müssen. Aber warum verbietet ihr nicht, mit den Uebertretern und Religion» - Feinden oder «erächtern Handel und Berkehr zu treiben, fie durch euch verdienen f« lassen, und so weiter . . . Da» würde sie wahrlich eher zur Raison bringen, al« die Entziehung der Betträge; denn «nrweder ist die Zahl und da« Gewicht der zu jenem rigorosen Prktzip sich Bekeunenden unbedeutend, dann wird die Majorität auch durch den Ausfall der Beiträge nicht zahm gemacht werden; oder jene sind zahl« und einflußreich, warum gebt chr dan» wicht die augedeutete Weisung und Mahnung? Greisen wir fie etwa au» der Lust? Ihr fürchtet Eelat, Repressalien! Wer auf sein Gewiffen also pocht, der darf nicht« fürchten, keine weltlichen Rütkfichte» kennen, oder sein Enthusiasmus ist ein unechter. Soviel von der Eonsequenz! Im Uebrigen gehöre,» wir durchau« nicht zu denjenigen, welch« die Sleuerpflicht auf die Angehürigeu einer Separatgemeinde ausgedehnt wissen wollen. Wir haben da» nie befürwortet. Hat sich ein« solch« gebildet, so sollen ihre Angehörigen nicht doppelte Beiträge entrichten, e» ist un» nie i» den Sinn gekoo»o>en, da» recht und billig zu finde». Aber wa» hat da» mü dem Agüiren für die unbeschrände Freiheit de» Austritt» zu thun, und mit welchem Schein und Schimmer von Recht kommen orthodox« Jude« dazu, für den BoluutariSm einzutretea? die Pflicht, daß jeder Jude zur Gemeind« feine» Wohnorts gehöre, und da» Recht chn nöthigenfall» zwangsweise zu Steuer« für dieselbe anzuhallen, in Frage zu stellen oder gar zu läugne»? Wenn ei» von ganz vorau»setzung-losem Standpunste Ausgehender an die Frage heranlntt und zu dem Resultate kommt, daß e» Jedem durchau» überlaffeu bleiben mufft, ob «r sich irgend einer ReligionSgesellschast anschließen, ob und welche Pflichten er gegen sie übernehmen wolle, so mag da» gelten; einem Solchen steht eine Religionsgemeinde ganz auf gleicher Linie mit einem geselligen oder gewerblichen Vereine. Aber wie verträgt sich solche Ansicht mit den ganz positiven Bestimmungen de» Schulchan Aruch? Die neueste Schrift, welche von Seite der orthodoxen Separatisten ausgegangen ist,*) beginnt ihr« Erörterungen mit dem Tatze: „Schon im Allgemeinen widerstreitet der Begriff ZwangSgemeinde und die Sleuerpflicht für dieselbe dem fortgejchrittenenen Rrcht»- degriffe." Muß man da nicht ein g'&B iqto „Staunet chr Himmel" auSrufe«! Seit wann führt jene Sette denn da« fongeschrittene RechtSbewußisein gegen den Schulchan Aruch •) „Der fakultativ« LuStritt au« der Synagogeu-Sememd« und fria« Fotgen. Von 6. Frankfurt a. ». 1874." Di« klein« Schrift ist i« „Jeraetit" und in der „Jäd. Pr." vollständig «»gedruckt und f«> Orts «U Krf-nvntauedruck der Partei sozusagen leqitinnrt. , tut Feldes i» wird dann weiter ganz a»«driiLlich behauptet, daß nur der Staat und die Tommuue im stresse de» allgemeinen Wohl» »mchtigt seien, tzle Bik^er zu besteuern, däß Aber KAberö ÄtMaßens^rMn, tz P. SyWtzogea, nur frei. «MiM BeiMgSßflitzt «ufeAeDn RkrfM -«» Dem gegenüber strtzt nun, wie tzefägk, der Tchulchait Utttch vom erste« bi» zum letzte« Eapitel, da« ganze, consequeat durchgeführre, nie beftritlSstt jüdisch? -erkoMneä, demtzufotge mckS stet« Schä> tzung gepflogen, Steuern ausgeschrieben und umgelegt und fie - selbst für Wohlthätigkeit«zwecke — auf jrveWrtfe, auch mit Zuziehung der Staatsgewalt, unnachfichtltch ringe» triebe» hat. Denn wenn man früher, gesagt und vorgrschrieden hat: „man übergiebl de» Widerspenstigen der weltlichen Macht", so hatte das eine ganz andere Tragweite, als wenn heutzutage der äußerste und daher wahrlich höchst selten« Fall eintrilt, daß der Steuerbot« de» Magistrat«, oder «er «» sonst lhm, die Synag.-Steuerquittung präsentirt. ES scheint unbegreiflich, wie mm f» seine eigenen Prinzipien verläugnen, der sonst auf« höchste anerkannten Autori. tät in» Gesicht schlagen mag. L« scheint überhaupt uudogreisluh, wie man von Gewiffen»- und Religionsfreiheit t» modernen Sinn reden kann, die mit dem Schulchan Aruch doch so wenig sich verträgt, wie Feuer und Waffer, da man tausenre von Paragraphen de» Buche» streichen müßte, wenn uian jene modernen Begriffe gelten lasten will. E» erklärt sich die dreiste Unbefangenhest, mit der da» geschieht, aber ganz wohl. Man rechnet darauf, daß Diejenigen, welch« de« Nachweis der Berlogenheil führen könne«, e» nicht thun werde». — Run allerdings, die Leut« täuschen sich darin nicht. — Wie wir aber für un» und unter un» über di« Phrase« unv Sophistereien denken, da» ist hiermit genügend augedeutel. Berichte und Lorrespoudeuzen. Demtschkamd. Stettin, 22. Juli. Daß die durch skull manu'» Schuß getroffene» Ultramoulanen in irgend einer Weise versuche» würden, die Juden in Mitleidenschaft oder Mitthäterschaft zu ziehen, enen Theil de» Haffe» auf fie adzuleite», da» ließ sich unschwer errathen. Ran konnte nur darauf neugierig sein, zu sehen, in welcher Weise sie den leitenden Faden spinnen würden. Zunächst hat ein englischer katholischer Bischof einen solchen gesunden. Berschievene Zeitungen beruhten: „Die Theilnahme für den Fürsten Bismarck, vie sich in ganz England kund giebt, ist den llltramoalaaen «in Don» im Luge. Zu welchen Deutungen von ihrer Seite fie Veranlassung giebt, mögen folgend« Aeußeruugen de» Bischof» von Salford zeigen, die er gestern Abend bei einer Bersammlnug seiner Bezirksgeistlichkeit zum Besten gab. „Die Kundgebungen de« römischen Pöbel« gegen den Papst" — so klagt er — „feiern weder von »er englischen noch von der kontinentalen Press« eine« Proteste» gewürdigt worden. Aber so wie ein verrückter Mensch, ver früher schon Mordversuch« gemacht, «ine Pistole gegen Bismarck abfeuere, da erwache sogleich die veredtsamkeil, und werd« die Thal durch Reuter'» Lelegraphen- Bureau einem Priester in die Schuh« geschoben. Bekanntlich befinde da» gesammle Telegraphengeschäft Europa'» sich tat deu Hände« der Iudeu, der angestammten Feind« nicht blo» der katholischen, sondern überhaupt der christlichen Kirche. Daß sie ein vündniß mit den Freimaurern eingegangeu, um da» Lhristenthum in Deutschland zu vernichten, sei eine bekannt«, wenngleich i« Snglaud angefochtene Thatfache. Gr Protest«« hiermit gegen da» offenbare Bestrebeu mehrerer der

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