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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 30. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 30.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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„Daß die Krage de» Rabbi»erse»tnar« heute so stehe, wie vor Monate«, bevor sie im Abgeordaetenhause zur Verhandlung kam. daß Llle». wa« im Hause vorgefallen, bezüglich der Errichtung de« Seminar« nicht entscheidend sei. Da« Seminar würde errichtet morden sein, wenn der Antrag de« TultuSminifter« angenommen worden wäre; da« Seminar würde in« Leben getreten sein, wenn der Tißg'sch« Antrag die Majorität erhalten hätte, und da« Seminar wird errichtet «erden, auch nachdem gar kein Beschluß gefaßt wurde, der doch jevenfall« nur formeller Natur hätte sein können; Venn die Frage de« israelitischen Schulfond« ist eine rein administrative, und die Entscheidung Er. Majestät könne mittel« Beschlüsse« de« Hause« nicht außer Kraft gesetzt werden." Selbstverständlich ist die Opposition über diese Aeuveruug höchlich indignirl und wird inlerpelliren Wir haben einen abermaligen Judensturm zu erwarten. Wie danken wir je genug Gott, daß wir heutzutage dergleichen einen „Judcasturm" nennen können, Wortgefechte, dir weher Leib noch Gut, noch Seist und Lehre gefährden, bei denen nur Schweiß und Dinte vergossen werden.... 8 Lemberg, 7. Juli. (Or-Eorr.) Der hiesige i«rael. CultuSvorstand hat seinen Jahresbericht veröffentlicht und so den, lang gehegten Wunsch der Semrinde wenigsten« in diesem Punkte Rechnung getragen Der Rechenschaftsbericht umfaßt alle öffentlichcn Wohlthätigkeil«- und HumanitälSanstalten, alle jüd. Schulen, Stipendien und andere Fond«, endlich auch den Semeinde-HauShalt. Ich glaube Ihrem distinguirten Leserkreise al« Referent einen kurzgedrängtrn Bericht nicht vorenihalten zu dürfen, da Ihr Organ jede«mal Berichte au« der hiesigen Gemeinde enthält, daher eia annäherungsweise« Bild der Thätigkeit derselben einigermaßen eine Ergänzung sein wird. Au« den« Rechenschafttberichte entnehmen wir: Dir EulluSkauzlei und die Verwaltung der in ihr Bereich entfallenden Institut« beträgt in diesem Jahre: Da« i«r. Krankenhaus . . . . 34,680 fl. Die Deutsche Normalschule . . . . 19,068 „ Da« i«r. Waisenhaus (25 Zöglinge) 3,865 „ Befpeifung armer Schulkinder . . 1,549 „ BeNeidung „ „ . . 792 „ Beichuhung „ „ . . 70 „ Au« dem Armenfond. 3,459 „ Stipendien . 300 „ Die Ausgaben für den Gottesdienst 99,583 fl. sind im Ausweise nicht ersichtlich, und sind wir leider auch nicht in der Lage, diese auch nur annähernd zu bestimme». Bon den 3 größten Synagogen entfallen aus die Vorstadt-Synagoge . . . 4000 fl. auf die Stadt mindesten« ebenfall« 4000 „ auf den Tempel. 6000 14.000 fl. Nimmt man hinzu, daß von der Menge der Betvereine und kleinen Synagogen, die wir blo« auf die sehr geringe Zahl von 200 veranschlagen wollen, jede einzelne für Mielhe und Erhaltung de« Betlokale« 400 fl. jährlich benöthigt, so hat man den Betrag von 80000 fl. noch zuni obige» Posten hinzuzufügcn, wa« also wieder die nanihafte Summe von 94000 fl. repräsentirt. Sie s-hen also, daß wir die Lembrrger Gemeind« mit Recht zir den großen Gemeinden unserer Glaubensgenossen zählen dürfen, andrerseits aber sehen wir mit sehr wenig Genugthuung auf den Vergleich zwischen den ErhaltuitgSkoste« de« Unterrichte« und deu der Synagoge», so daß sich da» hiesige Bauanit zu dem AuSfpruch gedrängt fühlte, daß die WohnungSnoth und dir Theurung von der Maffe der Minjanim herrühreil. Weit entfernt, unsere Beter zu tadeln, können wir nicht umhin, diese Decrntralisation de« betende» Publikums »IS krankhaften AuSwirch« de« Ehrgeize« in unserer Gemeind« aufzufaffen, der dadurch entstand, daß mit dem Geiste der Freiheit auch der Drang »ach Vereinigung und Zusammengehörigkest in unser« Gemeinde etngezoge», woher die Unzahl von Beretnen, die da entstanden, all« zu*-- Zwecke der Unterstützung, die ihren Sammelpunkt in irgend einem Minjan haben müffen, um so al« Vorsteher, gleichzeitig auch Gabbai sein zu können, und da« so gut schmeckend« 'Vrbv oder ]1*VTK zu erhalte«». Ja einer der nächsten Nummern werden wir auch, über die Grüße de« Gemeindcfond« berichten. — (Der Jad-Eharuzim-Verein.) Ihrem geehrte» Organe ist e« zu danken, daß dieser Handwerker-Verein sich zu einer energischen Initiative aufgeschwungen hat, um di« Interessen de« Handwerkerstände« der Jude» in Galizien zu fördern. Mit Zugrundlegung Ihre« Berichte« hat da« Somit« derselbe» ein Memorandum auSgearbeitet, und die Bernfteinsche Stiftung aufgefordert, die Jntereffen de« Handwerkerstande« iin Verein mit einer Soiilinission der Jad Eharuzim zu leiten, und wird diese» Memorandum al« Beilage zu« Lemberger „Jrraelit" erscheinen. Ihr Organ also wird dazu bcigetragen haben, daß eine ganze Bürgerklaffe auf ihr« eigene Standetverbefferung aufmerkfan» geinacht wurde. Di« betreffende Eorrespoadenz in Ihrem Blatte bewirkte, daß der Ehrenpräsident Vr. G, der auf sich den Boriourf bezog, resignlrte, ebenso auch der Vorsteher de« Vereine« und so find auf einmal die Fesseln gefallen, die den Verein drückten und ihn zu jedein Aufschwung« unfähig »lachten. Vermischte und neueste Nachrichten. Kisflogk», 15. Juli. Heule Nachmittag findet „au« Anlaß der glücklichen Errettung de« Fürsten Bismarck" in der hiesigen Synagoge eine Dankfcier statt. (In der katholischen Kirche wurde „au» Anlaß der Vereitelung de« Attentate«" ein Amt abgehalten.) Düsseldorf Der hiesigen jüd. Lehrerbildungsanstalt wurden von einem Gönner und Schulfreunde in Löln zwei Häuser in Ehrenfeld geschenkt. Die Anstalt, welche von 20 Candidaten besucht wird, wird nächsten« in jene Räume übersiedelu. Hamburg, 10. Juli Unter den gestern pnblicirten Teftamenlern enthält nur da« de«, verstorbenen Jacob Oppenheim Zuwendungen für milde Stiftungen und zu wohlihätigci, Zwecken. Der Testator hat iu einem Additament' vom 27. April 1860 2000 Mark — 800 Thlr. für mild« Stiftungen oder an hilfsbedürftige Privaip. rfonen in .Hamburg ganz nach dem Erineffen der Testament«-Executore» (Herren Dre« Daniel und Eduard Herz) zu vertheilen, auSgeieyl, und weiter in einem Additament vom 28. März 1865 800 Dänisch« Spec—1200 Thlr. für hülf-bedürftige israelitisch« Wittwen, Jungsraueu und Greife in Altona ferner 1500 Mart--600 Thlr. dem Waisenhaus« dort. (ü. R.) Worin«, 1. Juli. Der seitherige jüdische Religionslehrer Samson Rothschild dahier ist al« Schulvicar an der hiesigen städtische» Eonununalschitle angestellt worden. Obgleich die Stelle nur provisorisch ist, — Rothschild ist Badenser nud hat hier noch kein Staatsexamen gemacht, kann also auch noch nicht auf definitive Anstellung Anspruch machen —, so ist e« doch wieder ein Bewei«, daß e« der derzeitigen Regierung Ernst ist mit der Durchführung der Grundsätze, die im Schulgesetz ausgesprochen sind. Wir haben daran nie gezweifelt und erwähnen de« Falle« nur, weil c« unsere« Wissen« der erst« dieser Art in Hessen, d.r Anfang der Durchführung de» Gesetze«, da« eigentlich noch g,r nicht in Wirksamkeit, — obgleich pubiiciit — ist. Wir sind ebenso überzeugt, daß diesem Falle bald noch mehr und eclatantere folge» werden. (I «) Püri«. lieber den im jüngsten Monatsbericht der Alli-. an« Israel. Lniv. ermähnt n Reisenden Mordochai Abi S«e t.\

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