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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 30. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 30.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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ras au» Marocco bracht« unlängst di« .^Pütrie" 'NochsttheNd«n von Sortombrn untrynchneten Artikel. »In einer der 'üngsten Sitzungen der geographischen Gesellschaft sah nmn mit Jntereff« einen jungen Rabbiner Vckn Marocco, der wichtige Reisen im Innern Afrika'« gemacht hat. Dieser Jude, Moroochai, war vier Mal in der mysteriösen Handelsstadt von Sudan, Toinbuctu, die di« jetzt nur von drei europäischen Reisenden besucht wurtx, nämlich von > Lainz, Laillö und Barth. « Hr. Mordechai hielt sich im Ganzen 14 Jahre in der berühmte« Stadt auf, wo Geschäftroerdinsungen chn hinriefeu, und er gab über dies« Stadl, ebenso wie über weite Strecken der Sahara, die er besuchte, nicht nur ganz neue geographisch« und ethnographische Notizen, sondern »rach« auch Muster von Mineralien und Begeladilien m.t, welche di« Naturforscher mit Erkenntlichkeit entgegen »ahmen. Der ehrenwerthe jung« Rabbiner lomoit nach Pari«, um sich tu verschiedenen Wiffen»fächer» zu unterrichten, um feine »eirrr zu unternehnrenben Reifen nützlicher und sruchlreicher machen zu könne». Herr Henry Duovyrier, der wohlbekannt« Erforscher de» Lande« der Tuareg«, hat durch seine Penntuch der arabischen Sprache den Dollmelscher de« Hrir. Mord. SMüder der geographischen Gesellschaft gemacht. Hr. M. llt sich ganz der geogr. Gesellschaft, wie der französischen Regierung zur Verfügung. Versäumen wir die gute Gelegenheit nicht, den wohlunterrichtete» einheiinischen Afrikaner al» Reisenden zu bcnutzen, Wie Engtand sich der Panvi« in Indien bedient, die ihm in der Entdeckung von Landstrecken, Die dein Europäer ganz unzugäuglich, fo nützlich find." Bukarest. Ein Special-Eorrefpondent de« „Jew. Ehr." meldet unter dem 1. Juli, daß das Spirituosengefetz sistirr sei, wobei besonder« der neu« englische Äenerai-Eonsul, Mr Bioiaa, sich um di« Juden große Vecoienfi« erworben habe. Selbstverständlich hat auch Hr. Peixollo da« Seinige dazu gethan. Die Schilderungen de« (in unsrer Nr. 38 erwähnte«) au Srr Jul. Gott'smi» gerichteten Schreibe»«« au« Bakom seien gewaltig übertrieben gewesen. Wir halte» letztere« an der Fassung -de» ursprünglich offenbar hebräisch abgefaßten Briefe« wohl bemerkt. E« ist überhaupt ein Uebelstano bei hebräisch in blühenden Stil verfaßt«, Schilderungen und Berichten, daß da Überall di« Phrasen an« den prophetischen und poetischen Büchern unterlaufen und dann, in eine inoderne Sprache uderfetzl, die grandiosesten Uedertreidungen darftellen. Derselbe machte sich auch wohl bei den Hunger«,>olh - Berichten bemerkbar. Jassy. Der Meiropolit von Jassy, welcher seit längerer Zeit leidend war, hat de« Vorstand« der Israelitischen Lultudgeuieinbe in Jaffy 300 Frc». zu Unterstützung jüdischer Willwen und Waisen übersendet, nachdem er erfahren hatte, daß in den JSraeUtisäun Bethäusern und Synagogen für di« Herstellung scmerGesundhril öffeutlicheGebel« adgehallen.wurden. Rvtterdain. Da« „Weekd ladet" nimmt von dem in der Korrespondenz „Magdeburg" in Nr. 37 gemachten Vorschläge der Wiederbelebung de« „Institut zur Förderung der i»r. Literatur" R»tiz, freut sich de«selb«n und glaubt, daß man sich auch in H.lland dafür interejsiren würde. (Wir werben nächsten« «inen vietbrzüglichen „Aufruf" bringen. Red.) Dasselbe Blatt bringt die gewiß höchst auffällige Notiz, daß am 1ö. Juli, Roschchodesch Ab, «ine jüdisch« Trauung m Amsterdam durch den Oderrabbincr von Mastrichl vollzogen werde» solle, und denierkt dazu, daß auch in Rotterdam die Trauung eine« freilich schon seit 17 Iahten bürgerlich verbundenen Paare« t» den „drei Wochen" stattgefunden habe, und zwar in der greßen Synagoge» ob mit Vorwiffen de« Rabbiner» ad interim (Herrn vereastein in Haag) wisse es nicht, (wir grkratttn UN» fast zn dchaupten, daß letztere« Nicht der Fall sein Bru*, und •» müssen doch wohl in i ch«» 'FäWn -ganz sonderbare Umstäikde^ Pokßche», vorüber man vielleicht noch Nähöre» erfahren wird.) Au» Bereelli erhalten wir die betrübende Anzeige von dem am 10. d. M. folgten Tode be« Eaval. Prdf. Snlseppe Leoi, Redattenr« de« „Ehncalore JSraelitieo," und sprechen ans diesem Wege der Gattin und den Brüdern unser Beileid an». Lvndv». Unter den Ätnositäten, welche in nächster Zeit bei Lothedy, Wilkinson u. tzodge zum Verkaufe komnien, befindet sich auch eine Thorarolle au» dem 13. Jahrhundert, welche vor mehreren Jahren einer palästi». Synagoge abgehandelt wurde. In Tschnsnt-Kale in der Primm starb am 7. Juni der hochberühinle — vielleicht einzige und letzte — gelehrte Pa» raiten-Rabbiner Abr. b. Sam. Firkowitsch (*]Bn pM) im 88. Lebensjahre. Alle Penner der jüdischen Literatur kennen und achten seinen Namen. Seinen Sammlungen, auf welche die Forschungen von PinSker, Jost, Fürst, Grätz, Neubauer beruhen, verdanken wir di« beffere Pennknkß 'de» PatittttMst», welche« eigentlich erst in neuester Zeit sozusagen entdeckt worden ist, da« n>an früher nur höchst obersitichtich kannte und beurtheilte. EineWürvigung deöVerstorbenen nach dieserRichfung hin ist hier nicht aa> Platze. Wir geben einige Notizen von allge» meinemJnteresse nach einem Nekrologe von Deinar im ^amagiv" F hatte eine Menge werthvoller Bücher und Manuskript«, hauptsächlich karaitischer, in der Prinim und in anderen wenig durchforschten Ländern gesammelt, von denen die russische Regierung den größten Theil für 110,000 Rubel angetauft hat, und doch ist fast nicht» von diesem Geld« für die Wittn»; hinterblieben, da die Wohlthätigkrit Firkowilsch'» gegen seine Glaubensgenossen im engeren und weiteren Sinne, sowie feine Gastfreundschaft gegen die ihn aufsuchenden Fremden, gelehyr Forscher wie neugierige Touristen, unbegrenzt gewesen ist. Bei den höchsten Behörde^ genvß -er grvße» Vnsehen^tknd hat den Juden auch durch diesen Einsinß gar manche» Gute erwiesen. Auch rabbi». Gelehrte in Rußland ehrten ihn sehr. Er war bi» ln da» höchste Alter sehr rüstig, bedurfte keiner Brille und starb säst plötzlich nach kurzem Prankenlagcr. Bor etwa drei Jahren hatte er sich noch einmal verheiralhet u«tb hinterläßt eine Wiltw« und ein Tvchterchen von 8 Monaten. Algier In Algier veParb ti^ junger 9kgett.M; lang« Zeit in einer israelitischen Familie Diener war. Sein Herr ließ ihn mitten »nter den israelitische» Gräbern beerdiger. Die» regte die untere VolkSmaffe sehr auf, besonder» di-; Frauem Eine derselben wollte in der Nacht einen Geist gesehen haben, der ihr befahl, sofort die Vorsteher der Gemeint: auszusuchen und sie aufzufordern, den Leichnam zu entfernen, well sich sonst ein Unglück ereignen und die Urheber treffen würde. Die Verständigen kehrten sich an solche Fabeleier nicht, und der Pörper des verstorbenen Sieger» verblieb an seinem Platze. Da» Eonsiftorium aber entskbiü», daß die Leich«: auSgegraben und an einem bchdnderen Ow« btßmtet wertst. (Arch. J»r.) Au» Konftanttnopel wird von einem bedauerlichen Straßenkampfe zwischen Juden und Griechen gemeldet, zu welche»! der Umstarw Anlaß gegeben, daß ein Pind griechischer Elten i in» Meer gefallen und von demselben vor der Bude eine» jüd. Goldschmiede» an'» Land geworfen worden war. Die Ruhe wurde durch Polizeikräfte wiederhergestellt. Er gab auf beiden Seiten 30 Verwundete. An» Indien. Nach den neuesten Berm'effungen uni« Zählungen besitzt England in Indien «in Gebiet von nahezr 1'/, Million engl. Quadratmrilen mit einer Einwohnerzahl von 388 Millionen Seelen. Bon diesen find über die Hälft«; Sind»«, 41 Millionen Muselmänner: der Rest besteht and uddhisten, Ehriste«, Parsen (70,000) und Juden (8000). (Feuilleton in der Beilage.)

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