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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 29. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 29.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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— 236 i Schriften »tA in ihren mündlichen Ausführungen sich ü« dir Ehre de« Judenthum« willen, und e« haben namentlich die Vertreter größerer Gemeinden sich um tzer Ehue ihrer Gemeinden willen bemüßigt gesunde», zu sotzkni da« -»denthum wird auch ohnd Zwsüg bestehe« köiMe^ Mr hüben bisher keine materielle €>u6Mnt»t dom BtaOe Gchdlten «Ift Verden auch seiner Execution«leistung entbehret» können, unske Gemaiabe «riet» uiier alle« Umftäudlli ihr« Angaben und BerpstrchMMn zu eMrn i« Swnbe sein und Reiben. ütkrhier und da, in dem und jenem Punkte, nur in kleinen Gemeinden wird e« schwer gehen, wird ein Zusammenbruch erfolgen u. s. w Da« Echo dieser Lu«führungen tönt ja deutlich in den Reden La«ker'«, Miquei'S, Lehseldt'« wieder. Und wir — auch wir bestreiten ja jene Vordersätze durchaus nicht, auch wir könnten nicht ander« sagen al«: „«« wird zwar auch ohne Zwang gehen und bestehen, nur . . . aber . E« liegt auf der Hand, daß der Bertheidiger der obligatorischen Zugehörigkeit ihre eigenen Argumente abschwächen mußten; auch da« ist Eigenan de« Judenthum«. Und so ist e« denn gekommen, daß da« Hau«, wie die Zeitungen berichtet haben, fast einstimmig die Latker'sche Resolution angenommen hat, daß jedenfalls die verschiedenen Seiten de« Hause« in dieser Frage nicht auseinandergegangen und. Natürlich! Die Liberalen hörten, verstanden und billigten au« dem Ganzen nur da« Ein« heraus: „3Bir «ollen keinen Zwang, wir wollen volle Freiheit.- Die in religiöser Beziehung Radikalen haben weder für die Aufrechterhaltuug irgend einer religiösen Lorporation oder Institution noch für di« Synagoge speziell rin Jntereffe, und wenn man chnen sagte: „wie sollen unsere Gemeinden und Beamten bestehen?- so hatten sie, im Herzen wenigften«, di« Antwort Richelieu'« an den Suppltcanten in Bereitschaft: „J1 vom faul vivre?! Je n’en rois paa la ndceasitd, oder, auf gut Berlinisch: „Nun, denn nichts Di« Klerikalen wünschen bekanntlich nicht« sehnlicher, al« daß der Staat dt« Kirche vollständig frei gebe, über die Ihrigen schalten und «alten taffen — da« will er nun freilich augenblicklich gerade durchau« nicht, aber sie konnten nicht gegen chr Prinzip stimmen, wenn in Bezug auf Juden die Frag« gestellt war, ob der Staat eine Auf-, Ein- und Fürficht über deren religiöse Angelegenheiten üben solle. Blieben also die wenigen Altconseroativen und Feudalen übrig, di« sicherlich für den Parochiaizwang, für die Rothwendigkeit, daß jeder Mensch sich zu einer Religion bekenne, eintreten würden; von diesem wird auch wohl der Eine und der Andere, au« Prinzip, nicht au« Fürsorge für die Synagoge, gegen die LaSker'« sch« Resolution gestimmt haben, ebeuso einzelne Abgeordnete, welch« eine richtige Einsicht in die Sachlage gewonnen hatten. Auf irgend eine Partei oder sonstig« größere Gruppe im Hause konnte man nicht rechnen. E« ist nicht gerade nöthig anzunehmen, daß man in Bezug auf Juden und Voluntariam sich gesagt Hab«: fiat experimentum in corpore vili, oder gar: vile damnum, dum perierint, c« erklärt sich auch mehr & l’amiable, obgleich man doch leicht an da« alte Lied denkt: „Und an biffel« Falschheit ist au mit dabei. - Wir haben den Umstand, daß di« verschiedenen Seiten de« Hause« in großer Mehrheit die Laöker'sch« Resolution angenommen haben, erklären müffnt, well man darau« sonst «inen bedeutende« Beweis für die Richttgkell derselben herlet- Ica köUitt«. Am Uebrigeu babeu wir jedoch »t.iil „die Stellung der Parteienim Abgeordnetenhaus« bespreche» wollen, sondern di« der jüdischen Üftji 0 ^leht ja so seit» s» üu«. »aß die LVrrakm, de« Fllktschditt, dem Zellgetst htAdtzenden Juden in ihre» Mehrheit für An Gemeinde- und SdrMrzwaOß, Re veHoboM für Re dllbeschränktr Freiheit de« Austritt» und die Freiwilligkeit ringetreten sind. Da« ist teicht -und schallt «rkliiei» maat taan tzier wie «rt Satbst» sucht und unlautere Motiv« unterschieben will. Dann sagt man: e« find die Vorstände der Gemeind«, welche hrrrjche», ihren Willen durch den vom Staat« gestützten Zwang durchsetzen wollen. Und nach der anderen Seite: da« ist dt« bekannte Weise der Jesuiten, daß sie Grwiffensfreiheit fordern, um unter dieser Devise zu herrschen. Roch weiter geht das Organ der ungarischen Orthodoxen, wenn es schrieb: „die Gefahr der Trennung ist in Deutschland wirklich kein« allgemeine, sie wird nur dort Platz greifen, wo die archadaxa Fraktion in der Lage ist, selbstständig für ihre Grmeindeinstttutionen zu sorgen; mit anderen Worten: wo llnem Schüler Hildetheimer'« ein ziemlich lukrativer Posten sich btetet.- — Die Vorstände I Al« ob die Männer nicht aus. der Gemeinde hervorgegaugen wäre,» und nach Ablauf ihrer Wahlperiode wieder in dt« Gemeind« zurück- oder zur Wiederwahl vor sie hinträten, und al« ob sie nicht glauben müßten, bet ihrem Thun die Majorität der Gemeind« hinter sich zu haben, weil sie sonst nicht wirdergewählt werden könnte», was doch, nach jener Unterstellung selbstsüchtiger, herrschsüchtiger Absichten, ihr einzige« Augenmerk sein müßt«. Was dagegen die Motiv« der Orthodoxen betrifft, so sind ja längst nicht alle, sind ja uur wenige bei der Agitation gegen den Gemetndezwang betheiltgt. Wir wiffen, daß streng orthodox« Männer, die sich mit der Einrichtungen in ihrer Gemeind« leidlich befriedigt fühle», de» Gedanken an Freigebung de« Austrllt« sehr perhorreseiten, weil sie davon Verwirrung und Schädigung de« Gemeinwesen« fürchten, well sie sich sagen, daß sie dabet am meisten zu verlieren haben, daß sie nicht auStrrten könne», weil sie für ihr« Person mit «in paar Gesinnungsgenosse» sich nicht einzurichten vermügrn, und hinfort stets mit denjenigen rechnen und rechten müßten, welche mit ihre« Austritte drohen würden, weil sie de« Schrllt leichten Herzens thun könnten. Wir haben nicht gehört, daß einer der Rabbiner, welche ganz der Hirsch-Hildesheimer'schen Richtung an- ' gehören, sich an der Agitation bethelligt hätte, wir wolle» nur die Ensch, Wetzlar u. s. w. in Heffen nennen, wa« würden sie wohl sagen, wenn man sie aufgefordert hätte, eine Petition um Freigebung de« Auttritt« zu unterschreibe»! E« find also nur die Führer der bereits separirten Gemeinde». Run gerade darum sind wir weit davon entfernt, chr« Motiv« zu verdächtigen oder andere zu suche», al« die bridersellig au«gespr.ochenen: Die Einheit der Gemeinde auf der einen, die Gewissensfreiheit auf der anderen Seite. Prüfe» wir dies« beiden. Berichte und Lorrespoudeuzeu. De«tschl«»ch. AU»»», de» 2. Juli. Bqüchnehmend auf Jh« mtm -k

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