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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 28. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 28.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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mr al» Fremde behandeln könnten, und nul den» au« dem Art. 46 fr« Pariser Vertrage«, brr allen Rumänen ohne Unterschied de« gultui da« Bürgerrecht garantirle, geworden sei; auf dies« Weise hätte man der diploinatischen Aktion auf dem Boden de« positiven Rechtet den Weg gebahnt und in den Bemühungen der Israeliten anderer Länder zu Gunsten ihrer rum. Glaubensgenossen eine wirksame Unterstützung gefunden. Allein wegen lokaler Meinungsverschiedenheiten und wegen der Befürchtungen, die in Bezug auf die eventuellen Folgen eine« solchen Schritte» bei der Kammer geäußert worden waren, hat sich die Sache drei Monate verzögert. Dann folg: die unfern Lesern bekannte Geschichte der Petition, mit der die Israeliten Hingehalte» ivurden, bi» e» zu spät war. Türkei. Man meldet dem E-Eomite von neuen Reibungen, die zwischen den Griechen und Israeliten vorgefalle». In Burla, einer Ortschaft in der Nähe von Smyrna, war ein griechische» Mädchen verschwunden, und obgleich dasselbe sofort wiedrrgesunden worden, fiel nan doch plötzlich über die Israeliten "her, welche sich seitdeoi nicht im griechischen Stadtviertel sehen lassen können, ohne sich Thällichkciten und Steinwürfen Seilen» der Ehristen auszusetzen. Auf Veranlassung de» Localcomite'» und de» Oberrabbiners von Smyrna hat der Generalgouvernenr der Provinz den Gouverneur von Burla aufgefordert, die Schuldigen nach Smyrna zu schicken. Rach einem später eingeiroffenen Schreiben hrtten die Verfolgungen gegen die Israeliten noch nicht aufgehörl und sich sogar noch gesteigert; unter diesen Umständen begab sich da» Eomite von Smyrna in corpore zu dem Generalgouverueur, um ihn zu direkter und energischer Intervention in Burla zu veranlassen; da derselbe jedoch krank war, so zeigte sein Stellvertreter dem Eomite die von chm an den Kalmakan von Burla gerichteten Depeschen, und erklärte sich bereit, noch dringendere zu erlassen; aber H. Sidi schlug vor, auf der Stelle «inen Sprcialkvmmiffar abzujenden, dieser Vorschlag wurde angenommen und ein GenSdarmerir-Eapitän mit gemessenem Befehl adgeschickt; Letzterer ließ bei seiner Ankunft in Burla sofort den RegierungSerlaß anschlagen, welcher Jedem, der die Hand gegen einen JSraeliten erheben würde, strenge Strafen ankündigte, und befahl außerdem den orthodoxen Priestern, in den Kirchen den Frieden und die E»nrracht zu predigen und die absurd« Bluianklage gegen die Israeliten zu widerlegen. In Folge dessen haben die Israeliten von Burla chre Ruhe wieder, die sie fast einen Monat lang verloren hatten; sie richteten an da» Eomite von Smyrna ein Dankschreiben. — Da» E-E. fühlt sich gleichfalls gedrungen, dem Präsidenten de« Eomite'» von Smyrna, Herrn Alexander Sidi, zu dieser erfolgreichen Intervention für die J-raelitcn von Burla seine wärmsten Glückwünsche auszudrücken. — H. R. H. Picciotto, Eonjul des deutschen Reich» zu Aleppo, zeigt an, daß er in Folge von Hindernissen, welche die Behörden dem Wieverausdau der Synagoge in Tscharnrug in den Weg gelegt haben, in Aleppo eine Sammlung veranstaltet und den Ertrag den« Eomite in Eonstanlinopel übersandt habe, um chn zu den Kosten des für die Fortsetzung de» Baue» nölhigen FirmanS zu verwenden. Marokko. Der Minister de» Aeußern, Eid Mohamed Bargasch, hat auf die von dem E.-Eon«ile der Alliance und dem Rath der Anglo-Jewish-Association an den neuen Sultan für die dorttgen Israeliten gerichtete Adresse eine Antwort an den Präsidenten der Association geschrieben, in welcher derselbe die Versicherung giedt, daß die Erlasse de« verstorbenen Sultan in Betreff der Juden treu au»gesührt werden sollen. Dasselbe Versprechen hat der französische Gesandte zu Tanger, Herr Tissol, von Sr. Majestät dem Sultan selbst mündlich erhalten. — Der Rabbi Mardochai Aby Serur au» Mogador, den das E-Evmiic nach Pari« kommen ließ, um chm zur Vorbereitung auf die von chm beabsichtigten großen wiffenschasilichen Reisen behilflich zu sein, ist augekomwen und üderdrachte ein Empfehlungsschreiben de» H. Beaumier, französischen Eousul» zu Rogador. Die geographische Gesellschaft zu Pari», die diesen Reisenden mit großem Interesse anfnahm, will ihn in seinen wissenschaftliche« Bestrebung«« nachdruckllchsi unterstützen, und wüuscht, daß er sich die Fertigkeiten aneigne, die Pflanzen, die Thirre, die Inschriften gut auszunehmen, richtig zu beschreiben und sein« Reiseroute im Orient zu zeichnen; sie wird chm besonder« Anweisung für seine Reisen ertheilen; aber die Alliance müßte ihrerseit» für seinen Umrrhalt in Pari» Sorge tragen. L» wird hicrfür eine Unterstützung gewährt. (Wir werden über diesen Reisenden im nächste» Blatte Weitere» mittheilen.) GroHbrtta»»ieu. London. In einer Versammlung eine» Thierfchutz-Berein» stellte Jemand den Antrag in einer Resolution, die jüdische Art de» Biehschlachten» für tbierquälend zu erklären. Der Antrag wurde jedoch bekämpft und verworfen. — „Jeio. Ehr." bespricht die Angelegenheit in einem Leitartikel ui»d wünscht, daß einzelne Uebelstände beim Schlachten nach jüdischem Ritu» abgestellt werden möchten, e» nennt den Umstand, daß oft Vieh zuschen müsse, wie seinesgleichen geschlachtet werde. Da» Blatt scheint nicht zu wissen, daß die» in jedem Lehrbuch über die Schlachtregeln al» verboten bezeichnet ist! Vermischte und neueste Nachrichten. Berlin, 26. Juni. (Or.-Eorr.) In Ihrem dem Volum der hiesigen „Hochschule" gewidmeten Leitartikel (Nr. 26) haben Sie vorläufig bemerkt, daß zwei von den Unterzeichneten desselben in gar keiner Beziehung zu den Gemeindebehörden steheu. Sie haben natürlich die HH. DD. Levy und Sleinthal gemeint. Ader auch Hr. Dr. Lasset hat feit Oste:» 1873, mit Riederlegung seiner früheren Stelle am i»r. Lehrerseminar, jede amtliche Beziehung zu benl Vorstande der jüd. Gemeinde gelöst. Berlin. Die Baruch-Auerbach'sche Wais«n-Erziehung»anstalt für jüdische Knaben har soeben ihren 41. Jahresbericht veröffentlicht. Wir entnehmen demselben folgend« Daten: 50 Zöglinge werde,» augenblicklich in der Anstalt verpflegt, S davon sind in diesem Jahre in chren LebenSberuf «ingelretm und an ihrer Stelle 9 Waisen neu ausgenommen worden. Bei der Ausbildung der Knaben waltet der Grundsatz rb, daß dieselbe» die höheren Lehranstalten bis Ober-Secunda besuchen und so die Anstalt mit dem Zeugniß der Berechtigung zum einjährigen freiwilligen Militärdienst verlassen; Schulgeld für jedes Kind wird pro Anno mit 32 Thlr. veranschlagt. In den 41 Jahren des Bestehen» verpflegte die Anstalt 203 Zöglinge. Die Bibliothek umfaßt 1380 Bände. Die Anstalt besitzt ein unantaftdare» Vermögen von 194,038 Th r. Die Koste» für den Gesammlbedarf betrugen im abgelauienen Geschäftsjahre 15,719 Thlr. 14 Sgr. 3 Pf., welche» pro Kopf 314 Thlr. II Sgr. 8'/, Pf. auSmachr. (B. T.) Posen. Wie gering unter der Polnischen Beoölkeruirg unserer Provinz das Streben nach höherer Bildung ist, geht wohl zur Genüge au» folgender, von Polnischen Zeitungen selbst mitgetheilter Zusammenstellung hervor: Im Jahre 1872 wurden die höher» Lehranstalten der Provinz Posen besucht von 5848 Schülern, und zwar 1892 Polen, 2679 Deutschen, 1277 Jude.» — 32'/» pCt. Polen. 45'/, pEt. Deutschen, 21'/, pEk. Juden. Da nun die Provinz oa. 800,000 Polen, ca. 600,000 christliche Deutsche, ca. 100,000 jüdische Deutsche zählt, so kommen danach aus 1000 Polen 2'/», aus 1000 christliche Deutsche 4'/,, auf 1000 Jude« 12'/, Schüler höherer Lehranstalten. Lu»ig»hase». Der „Pfälzer Eourier" enthält folgent«» Eingefandle: Bon dem „Rettttstg«ruf", den ich jüngst in Augelegcnheil der in Palästina herrschende» HungerSnoth au eine gröbere Anzahl von Eynagogen-Gemeiuden versandte, verirrte sich

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