Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 27.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/5369809-5935028-5935793--2219-5371728- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
0 r'r*xn ’t* tat - wir hin tincu jüdischen Premier-Minist«, IM. Vvgel» habe», ist Ihren Leser» «»hl bekannt. Noch manch« andere bekleiden Ehrrnftrllen. Toleranz herrscht hier in weiter Luddeh- . »ung, und wenn einzelne unserer Gia«ben»genoffen von Ge- '«innsucht und Unredlichkeit laffe» wollte», und «inzetae filzige, reiche, uuwiffend« Emporkömmlinge sich nicht dkr'Verachtung auSsetzlen, so hätten wir alle Ursache zufrieden zu sein und dar Beste zu hoffen. (I. World.) Vermischte und neueste Nachrichten. Bali», 26. Juni. (Ol.-Lorr.) Der in vor. Nr. unter Magdeburg gemachte Vorschlag, die noch nicht ckbgesandten Sammlungen für dt« Nothleidenden in Palästina nunniehr dem &KM für Errichtung von Waisenhäusern im heil. Lande zutommen zu taffen, ist sehr empfehlen»werth und findet in den hies. für Palästina sich inleressirendr» Kreisen Änklang. Nur scheint er uns nicht weit genug zu geh««. Warum nur di« Hälfte? Da notorisch in Palästina jetzt gar keine Spur von Theuerung — HangrrSnolh war überhaupt nicht — inehr ist, f» sollt« di« für die Nothleidenden gesammelten »nd noch nt hl abgesandren Gelder ganz und gar zur Hebung jener andern Rothslander, welchem nur durch Waisenhäuser adgeholfen werlen kann, zugewendel werden. Berlin. Die städtisch« Schuldeputatiou hat beschläffrn, däß die beiden zu Mtchaelir d. I. neu zu eröffnenden Ge- »eindeschulen confessionSlose Schulen sei« sollen, d. h. daß dieselben einfach al» Gemeindrschulen ohne jede» confesstonelle Prädikat bezeichnet werden, daß >n ihnen alle NnterrichlSsächer außer der Religion von jrdein coafession llen Gepräge befreit »nd Kindern aller Lonfessionen zugänglich sind, und daß endlich an diesen Schulen der ReligiouSünterricht für jede Eonfrsfion nach Bedürfniß besonlrer« enheilt wird. (B. Z ) Bifik» Kll. (vr.-Dpre.) Dem Herrn L. Silbermann, Redakteur de» „Hammagid" und Lester der hebr. Literatur-Verein« „Mekize Nirvanum" Hierselbst ist von der Universität Leipzig unterm 12. d. Ml», da« Diplom al» vr. philo«, in Anerkennung seiner Verdienste, die derselbe sich durch Herausgabe vortrefflicher hebräischer LiteraturtdeR« et» worben, ertheilt worden. t NtchstiH (Obrrschlesien). Kl* ich Ihnen meine jüngste Eprresp. an« Oderschkestt!» (Nr. LS) geschrieben, worin rch btst «rsblührndetl Stand unserer GemeiNdeinstilute meldete, m»d di« Schwierigkesten, mit denen man für die Erhaltung lmsetben zu ringen haben dürste, sobald die La»ker'sche Resotustdn zum Gesetz« würde, wie ein Rendau alsdann unmöglich, da ahnte ich nicht, daß die Prob« zum Exempel sobald folg!»»' würde. Unser Geminndehau», in weichem sich die Schullocalstälen, Eantorwohnung, da» rituelle Quellenbad befand, ist ein Raub der Flammen geworden. Da» Hau» steht vollständig au»gebrannt da, und e« ist sehr die Frage, ob und wie ein Neubau von Seiten der Gemeinde 'unternommen «erden wird. Ast» VllttstRberg. Der „StaatSanheiger" meldet: Departement de« Kirchen- und Schulwesen». Bekanntmachung der K. iSrcnlitischen Obetkirchenbehörd«, betreffend da» Lrgedniß der zweiten Dienstprüsung von Rabdrnat»-Kandidaten. Bei der vom I. bi» 4. b. Mt», vorgenommenen zweiten Dienstprüsung von Rabbinal »-Kandidaten find di« Kandidaten Ludwig Kahn von Baisingeu und Jakob Stern von Niederstetten für befähigt zur Anstellung al» Rabbiner erklärt worden. Stuttgart, den 8. Juni 1874. K. itraeliktfche Oberkirchenbehörd«. Schmid. Vst». Me „R. Fr. Pr." fchrotbi« Est tiegt un« eine Zusammenstellung über die im JHP? in Men vorgekommenen Religion-Übertritte vor, wel^. tm Vergleiche mit den früheren Jahren bemerken-werth« Ergebniffe a fweistn. Di« Acht der im Jahre 1873 bei der politischen Bchlltde angeckewetrn Uebertritte von einer Religion zur andern betrug in Wien 423. Hiervon traten au» der katholischen Religion 307, au» der evangelischen SO und au» dem Judenthum 64 Personen. Dagegen traten von anderen ReligionSgenoffeuschasten über: zur katholischen 30, zur evangelischen 144 tut» znm Judenthum 83 Personen, während sich 88 katholische, IS evangelische konfessiontloS erklärten. Im Jahre 1870 wurden 305 Anmeldungen de» Uebertritte» von einer Religionsgenossenschaft zur andern gemacht. Hiervon traten au» der katholischen Religion 233, au» der evangelischen R<- ligion 30 und au» dem Judenthum 39 Personen au». Dagegen traten in die katholisch« 36, in die evangelisch« S0 und in da» Judenthum 116Hstrsonen ein,!oufesfion»to» hatte» sich damal» 26 katholisches evangelisch« und v Jude« «• klärt. Bei den KathRkken sistd 397 mehr au»- a!» eingetriten, in die evangelische Religion sind 94 mehr und ln bä» Judenthum 19 Personen mehr einal» ausgetreten. Duelle Berhältniß bestand im Jahre 1870 nur mit dem Unterschieb«!, daß damal» ungewöhnlich stark die Eintritt« in da» Jüberie thum waren, so daß in dasselbe 77 Personen mehr «inlradfti, al» au» demselben geschieden sind. (Unter diese« sinh jedmh viele unter dem alten Regime zum Ehristenthnm Uebev- und dann Zurückgelretene ) Feuilleton. Das Waisenkind. «» Tage der Eiuwcihn», kt m Wie» (siehe vor. Nr.) k» 14. JMlt 1874. „Du bist s» traurig, still gebückt. Die Lug.-n sind verwriM! Warum bist Du allein gedrückt. Wenn Alle« froh erscheint?" „„Ich bin «in arme» Waisenkind, > «rin Bater, d«r ist todt l Die Rutter, ach! «» kam grschwiud Zu ihr di« bitt're Roth!"" „„Die Hand ist ihr so matt und schwach! Ihr Herz, da« baagt so sehr! Ihr arm«», arme» Rädchen, ach! Har krinen Vater ««ft?** „Sri nicht so traurig! komm mit mir! Ich führ' Dich in «in Hau«! Komm, komm, mein Kind! Ich geh' mtt Dir! Dein Jammrr ist nun au«!" '„Siehst Du da« Hau«? dort bettet Dich Die Lieb« »eich und «arm! Dort ist e« gut! dort hält man Dich Rit treuem, starken Arm! „„So bin ich da! Rein Lug« blickt So hell, nicht mehr verweint! Bin nicht «ehr traurig und gedrückt Wo Llle« froh erscheint!"" „„Bin nicht inehr «i«, bin nicht mehr bleich! Bin sroh und laut gesinnt I Der!>eb« Sottl er segdet Euch Durch «ich. da» Waisenkind!"" Kompert.