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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 27. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 27.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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(inen Seite beeinflußt ist, wir flehen dnrchan» nicht ans Seiten der Gegner dieser einen Seite, aber diese Einseitigkeit verstimmt. Lest man aber einen autführücheren Au»zug au» der Denkschrist, wie er und jetzt in der „J»r. Gem. und Sch. Z." vor iegt, so fühl» man sich durch büfe jüdisch-theologisch »gelehrten Erörterungen geradezu abgestoßen. Wären sie noch so stichhaltig — fte taugen nicht zur Sache, der Reichstag ist nicht in der Lage, sie zu prüfen, wäre e* auch dann nicht, wenn De seine Mitglieder Schaß und PoStim ftudirt Hütten. Damit die» Uttheil nicht zu absprechend oder wegwerfend laute, geben wir eine kleine Probe au» dem ausführlicheren AuSzuge (dem TfnKTt SHTG möchten wir sagen.) „An der Hand der Geschichte weist nunwehr der Bericht detaillin nach, wie in Sachen de» Dogma» der MosaiSmu» zu allen Zeiten und in der ganzen Welt (die einzigen in Babylon entstandenen, aber selbst hier niemals zu besonderer Bedeutung gelangten und in Europa völlig unbekannten Kararten unter Führung ihre» Stifter» Rabbi Anan den David etwa «»»genommen) stet» ein einiger und einheitlicher auf den „Echulchan-Lruch" basitter gewesen. Unterschiede haben sich — wie da« bei der Zerstreuung in alle Welt und dem gänzlichen Mangel eine» rituellen Mittelpunkte» nur natürlich — allerdings im Gebiete der Liturgie aber auch nur da auSgebreitet, tvic denn die ASkenasim, Chaffidim u. L. m. nur in Sachen der Liturgie differiren. In unsere« Baterlande gab e» zu Anfang — nach Leopold Löw — überhaupt nur sehr wenige israelitische CultuSgemeindeu, und diese waren ausschließlich Anhänger de» polnischen und ab und zu de» spanischen Ritu». Al» in nenevet Zeit eine mit de» Namen Mose» Rendelsohn'» zusammenhängende Refyrmbemegung die Judenschast - aber wieder nur in ritueller Beziehung — in zwei gieße Schulen lheiUe, nämlich die Wiener und die Hambnrzer, hing, die ungarische Judenschast größteulheil« dem Wiener Ritu» au. Daß aber alle drei bei un» in Ungarn bestehenden rituell verschiedenen Schulen (die polnische, spanische und die gemäßigte Wiener) in Sachen der Glaubenslehre durchaus nicht verschieden seien und durchaus keinen dogmatischen Unterschied zuuschen einer „Kougreßputtei" und einer den Kougreßbeschlüffeu nicht anhängenden Partei begründen können, beweist schlagend der Umstand, daß häufig zwischen zwei Gemeinden, »eiche sich beide al» „orthodox" stuireu (io z. B. Preßburg und M-Szigeth) ein weitau» größerer Unterschied in der Synagogeuordnung besteht, als zwischen zwei anderen Gemeinden, deren eine sich für orthodox, die andere aber den Eongreßbeschlüffen anhängeud, erklärt (so z. B. Preßburg und Szegedin)" So geht e» weiter. Unverstandene Gelehrsamkeit und viel gelehrter Unverstand untereinander. Die Abgeordneten aber müssen sagen: „Mir wird von allem dem so dumm rc." Rumänien. Bukureß, 14. Juni. (Or-Eorr.) Die außerordentliche LaudlagSjesfian ist gestern geschloffen, ohne daß, in Betreff de» ß 8 des Spirituosengesetze», da» Geringste geschehen wäre Die diplomatischen Bettreter England», Amerika» und Griechenland» haben abermals Proteste überreicht, die der italienischen, deutschen und srauzöstscheu Regierung haben fich zu Gunsten der Juden verwendet, nur der österreichische Gesandte hat fich nicht u» die Sache gekümmert. Jp dem im vorigen Landtage abgeäuderten Lommunalgesetze ist bekanntlich der § 26 unverändert geblieben, welcher den rumänischen Juden, welche den Doctortilel erlangt haben, da» OttSbücgerrecht verleiht. Daraufhin haben nun die eingeborenen jüdischen Doctoreu in Jassy bei der Primarie den Antrag gestellt, fte in die Bürgerliste einzutragen. Die» wurde oerweigett, und da» zu der Appellation»iustanz angerusene Tribunal hat gm 6. d. M. erklärt: wenn die Juden Bürgerrechte erlangen wollten, so sollten sie splche iu Palästina stuhen, oben nicht in de» neuen rumänischen Staate. Der „Eurirtttl" spricht de» Tribunal seinen Dank au» und freut fich, daß fich in Jaffy auch nicht ein Advoeat gesunden habe, der die Juden in dieser Angelegenheit habe vettreten wollen, (Palästina. * Jerusale«. Au» einem UN« gütigst «ilgetheUteu iPrivatbriese eine» durchaus glaubwürdigen Manne«, datirt Jerusalem, S. v. M., geben wir dre» Sätze: »Zu der Theuerung hat auch der Umstand viel beigetragen, daß in diese« Jahre in den Monaten Januar, Februar und März eine außergewöhnlich große Zahl von englischen nnd amerikanischen Touristen nach Palästina und besonder» nach Jerusalem gekomnlen war." — Wa» also anderswo Geld in Circulgtiou setzt, Verdienst und Brod schafft, da» bringt dort lediglich Hunger! — „Warum ist denn Niemand von den sür da» heil. Land begeisterten Männern au» England oder Deutschland hierhergekommea, um mit eigenen Augen zu sehen, wie die Sache liege?" — Der greise Momefiore wollte die Reise unternehmen, diesmal doch sicherlich nur um zu sehen; da» ist nicht möglich, aber warum reift kein Jüngerer? Würde nicht jeder Einsichtige e» billigen, wenn die Rosten der Reise auch nörhigenfall» aus den milden Fond« bestritten würden? — „Sie werden wahrscheinlich von dem mit 500 Napoleon» Armengelder durchgegangenen hiesigen Vorsteher Jsak Mose» Gotdschmid (Schwager und Agent de» I. R. in A) gehör» haben." — Un« war das noch nicht bekannt, aber vom nochwendigen Mißtrauen haben wir auch ohne die» im vor. Bl. gesprochen. Jermsnle», 22. Mai. Die Frau eine» hier wohnendem österreichischen Israeliten ging in voriger Woche au», «n Markteinkäufe zu machen, und gerieth in die „Lhristenstraße", welche in der Nähe de» h. Grade» liegt. Alsbald wurde fle vom Pöbel umringt, mit Schlägen mißhandelt und kam übet zugerichtel nach Hause. Eingeborene Juden hüte,» sich wohl, jene Straße zu betreten, aber fremden widersähn e» zmoeilem zu ihrem großen Rachthest; die untere Klaffe der christlichem Bevölkerung hält e» sür eine Entweihung, wenn der Fuß eine» Juden die Stelle betritt, und erlaubt fich die schnödestem Exceffe und Mißhandlungen. Betreten aber nicht Ehriftem und Ruhamedaner, so oft chnen beliebt, unsere Synagogen und sonstigen geheiligten Orte, ohne daß Jemand sie daran hindert? Möchten doch unsere Brüder in Konstantinopel dahin wirken, daß jenen Ausgeburten de» mittelalterlichen Fanati»- mu» ein Ende gemacht werde. Die Pforte würde gewiß die Hand dazu bitten. (Habaeeleth.) Ren-Geelamd. Ancklnub, im April. Ein kurzer Bericht über unsere jüdischen Gemeinden in Reu-Seeland wird wohl Ihren Lesern nicht unerwünscht sei«. Wellington, der jetzige Nogierungssitz, hat eine hübsche kleine Synagoge, aber die Gemeinde ist klein, e» ist ihnen nicht immer möglich, Rinjam 1 zu erlangen. Da jedoch sehr viele Dampfer hier anlaufen, < so sind in der Regel manche Fremde hier. Auckland rühmt sich, die grüßte und orthodoxeste Gemeinde in der Kolonie zu j sein; hier ist eine schöne, kleine Synagoge und eine jüdische Schule, welche unter Aufsicht de» Reo. Elkin, der seit zehn Jahren hier ist, sehr gut geleitet wird. Unsere jetzige Syi nagoge genügt dem vedürfniß nicht mehr, und unser Prä- ' fident hat schon vor einigen Jahren einen werrhwollen Bauplatz in trefflicher Lage von der Regierung erhalten. Uuse-! ren Friedhof, nahe an der Stadl, haben wir auch geschenkt bekommen. Unser Vorsteher, Mr. P. S. Philip», ist jüngst zum vierten Male zum Mryor erwählt worden. Beim letz- J ten Schulfeste waren 52 Kinder gegenwärtig, der öffentlichem < Prüfung wohnten fast die ganze Gemeinde und mehrere christliche Freunde bei. — Dunedin erbaut eben eine jchöne Eynah goge, die dortige Gemeinde ist groß, aber sie nehmen e» mit -i der Feier de» Sabbath nicht sehr genau. — Nelson hat J eine kleine Synagoge, welche jedoch selten geöffnev wird, weil ~ nur sehr wenige Juden dort wohnen. J 'S Unsere Glaubensgenossen find zumeist »ohl Daß

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