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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 26. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 26.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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tfiftpuDriftn vermögen. Wir hcben ebenso »or Jahr,«*) die ßaftz ähaliche Darlegung Deak« im ungarischen Reichstage correkt gesunden, al» er sagt«: »hier sind Juden, welch« behaupten , . daß sie mit den Anhängern der Congreßst,Unten nicht« zu Ihn» haben könne«; wir habe» nicht zu prüfen, ob sie wirklich Grund zu dieser Behauptniig haben; wir müffen st« gewähren lassen." Wir verweise» auf unsrre veincrkuugen zu der Trefort'schen Denkschrift (in der nächsten Nr.); wir sagen auch da: ein Landtag ist kein jüdisch-theologische« Collegium. Wir dürfen ohne Selbstlob sagen, daß wir diese Fragen stet« unbefangen und unparteiisch beurtheilt, staatlich« und religiöse Gesichtspunkte au«eina»dergehalten haben. Die Frage, die der Gemeindebund gestellt, konnte nicht ander« beantwortet werden, al« e« im Botum geschehe» ist. aber daß Laöker auf seinem Standpunkt« sich durch dasselbe nicht beeinflussen taffen werde, war un« von vornherein nicht sehr zweifelhaft. Wir können niit dem Staatsmann und Gesetzgeber nicht rechten, wenn er e« von sich weist, da« Berhältuiß der jüdischen Parteien zu den christlichen Confessionen zn prüfen; wir verlangen nur für alle Fälle da« gleiche Recht, welche« un» La«ker aber nicht gewährt, »ie wir nn vorigen Leitart. gezeigt haben. Desto mehr haben wir über jene Frage und die prätendirte Confession«- btldung mit unser» jüdischen Gegnern zu rechten. Da« «ich nunmehr geschehen. Berichte und Lorrefpondenzen. Deutschland. Stritt», 17. Juni. Da« in Jerusalem in hebräischer Sprache erscheinend« Blatt »Hahazeleth" bringt in seiner Rr. vom 1». Mai folgenden Artikel uMer der lleberschrist: »Den Redlichen ziemet Lob." »Dieser Tage ist hierher «in« Summe von 4000 Frc«., welche Freiherr von Rothschild au« Part« gespendet hat, an Jac. Valero Erben gelangt und an dt« Borsteher der sefardischeN und deutschen Gemeinden zur Bertheilung an 'die armen Israeli,«» gegeben worden. Bon Amsterdam hat da« Comite neuerdtng« 3000 Frc«. zur verthellung gespeichet. (Seitdem ist natürlich noch viel »ehr gekommen. Red.) Am Lionntag ist Geld von unser» Brüdern in England, durch Sir Mose« Montefiore gesendet, «vch Jerusalem gelangt im Betrag von 250 Pf. St. Rach telegraphischer Anzeige find noch weitere 300 Pf. St. abgesNndt, welche demnächst anher gelangen. Sir Mose« hat dt« Bert heiler beaustragt, selbst darauf z» achten, daß da« Geld allen armen Juden in unserer Stadt nach der Eeelenzahl zugethellt werde, und jeder Empfänger soll mit eigener Hand über den vollen Empfang quittiren. Der Obmwbbiner und R. Maier Menvtsch sollen die Unterschriften der Empfänger beglaubigen, und der bÄtische Consul fall wieder diese Unterschriften und Bescheinigungen legaltfirrn. Die« ist geschehe«, und e« sind 3 Vaster --- 3 Pence per Kopf vertheilt worden. (Also an 10,000 Personen. 5U6.) Möchten doch alle edlen Spender also verfahren, so würde den Armen gründlich geholfen werden!" Wozu die ängstlich« Borsicht de« greisen Wohlthäter«, de« Ranne«, der nun fett bald einem Menschenalter mir für Philanthropie und Hochherzigkeit tltt? Fürchtet er, daß di« englischen Spender ihm »ächt trauen, daß sie von ihm doppelt vgaltsttte Quittungen fordern werden, oder traut er nichts U10, 6.117. Ob überall der Borficht genügt wird? Der Schlußsatz de« Bericht« läßt Andere« vermulhen. Und al« vor fast 8«! Jahren zuerst gegen die von Amsterdam au« geleitete Ehalnkah Lärm geschlagen wnrde. ist e« da denn einem Mensch«, im Traume eingesallen. de» sei R. Hirsch Lehren in Ber» dacht zu habe», daß er von dem Gelbe den Staub eine» Stäubchens nicht corrcct absende?! Möchten doch die Männer, die soviel für die Roth in Palästina thnn, samnieln und schreiben, sich von Montefio,« Ärsicht, ja Mißtrauen, lehren lasse», nicht jede« gegen t»e Heiligkeit der Bewohner Jerusalem» und ihrer Häupter gesagte Wort al» Apostasie brandmarke». E« könnte Mamht« besser werden, und es würde von den leider so rieben Grüri» den, die die Herzen der deutschen Juden von einander tmi* nen, einer wegfallen, und zwar ein recht sehr trauriger uud bitterer. Berlin. 13. Juni Hiesige Blätter bringen die folgende, der »I Pr." entnommene, nicht unintereffanre Geheimgeschichre vom Berliner grünen Gemetndetische. Aus Antrag de« Di» rectors der jüdischen Gemeinde-Schule wurde von dem Borstande nach Anhörung und Genehmigung de» Schulvorstand«» gestattet, daß auf dem alten jüdischen Begräbnißplatze in btt großen Hamburgerstraßt neben der jüdischen Knabenschule ein — Turnplatz errichtet werde. Hierdurch ermuthigt, beanlrast nun der besagte Herr Direktor Horwitz, einen andern Theit de« Begräbnißplatze» in einen botanischen Garten zu verwandeln. Der Gemeinde-Vorstand schickte diesen AMrag dem Schulvorstande, deffen Präse« jetzt der Rabbiner vr. Geiger ist. Dieser hatte auch hiergegen nicht« cinzuwenden. Im Rrpvisentanten-Collegium, sowie beim Gemeinde-Borstande ging tie Sache sonach durch. Da nun wurde der Inspektor de« Begräbntßplatze«, Herr Land«hut, bei der Gemeind« vorstellig, indem er bemerkte, daß die» wohl da» erste Mal sei, daß vim Seiten einer jüdischen Gemeind« die Initiativ« ergriffen wer!«, um einen jüdischen Beerdigungsplatz zu anderen Zwecken zu verwenden. Den Borstand machte dieser Einwand etwa« stutzig, und er forderte nunmehr die Beerdigungs-Commission auf, durch Ausgrabung de« betreffenden Platze« zu eonstattren, »b sich noch Gebeine darin fänden, aber auch hiergegen protestiiie Herr Lanböhut, da die Grabenden nicht kompetent feien, n» möge auf seine Kosten eine Commission von Chemikern htnzuziehen, die constatire, daß sich keine verwesten menschlichen Theile aus diesem Platze befänden Al« der Vorstand demuugeachtet dennoch die Crdarbeitrn in Angriff nehmen ließ, setzte Herr Landshut die Herren in Kenntniß, daß er auf de« 4»«- erdigung«platze einen Lehmstein gefunden habe, auf de» anr* merkt steh«, daß ein gewiffer Herr Rieß (einer von den Wiener Bertriebenen) diesen Platz angekauft, der Gemeind« hbrrselbst behuf« Beerdigung der Leichen geschenkt, daß also!)ie Gemeinde kein Recht Hab«, einen botanischen Garten daran« zu machen Die Arbeiten mußte» sofort eingestellt werden, und eiarm Gerüchte zufolg« soll b-4 Projekt nunmehr aufgegeben sein Roch ein Curiosum, da« hinter de« Couliffe« sich ereignet. sei hierangereiht: Seitdem Herr vr. Geiger Vorsitzender de« Schulvorstimde« ist, ist auch angeordnet worden, daß in fämmtlichen Klassen der jüd. Gemeinde- und Religionsschul« da« Hebräische unbedeckten Haupte« gelehrt und gelernt werde; zweien hebr. Lehrern, die die Schüler ihrer Klaffen beim Hebräischen, wie üblicher Weise, da« Haupt bedecken liehen, ist die« in strengster Weise durch schriftlichen Bescheid uMeriagt worden De1»»ld, 10. Juni. (Or.-Corr.) Am 6. d. M. feierte Herr. R. Leseritz, Lehrer an der hiesigen Schule der Herford'scheu Sttftung und z. Z. auch LandrabbinatSverwefer, da» Fest seine» fünfzigjährigen Jubiläum«. Vor fü«szig Jahren al« noch sehr junger Mann au» seiner Vaterstadt Posen, wo er bei dem fti R. Aktba Eger Talmud studirt hatte, hierhergekommen, hat er seitdem ununterbrochen mit Hingebung und Treue sei« Amt «rwallet. Ist die Schule selbst längst nicht

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