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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 25. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 25.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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— »04 — ben Priestern ini diesen lehrt nun es sästechl. Dt« Psalmen find ei» «och ««gehobener Schatz, de» die Kirche immer tiefer t» die Grd« tritt «ad der eiae Wett von gottseligen Wahrheiten enthält, di« «an in dem verdunkelten Lhriftenthnme wie eine Lampe an die Decke hängen sollte. Di« Kirche hat «in verbrechen, eine« Raub, eine« geistigen Mor» an eine« göttlichen Wert« begangen — besten klag« ich st« öffentlich und laut hier an! — indem st« dir einzelnen Poesie« de« Psalters finnios und unverstehdar machte durch ihre erfunden«» falsche« Ueberschriste«: „Ehristi Sieg »der dir Feinde." »von Shrifto, dem Ksnige der Ehren." «Gebet der Heiligen." „vom Bräutigam Ehristo und der Kirche seiner Braut." «Bon Christi Himmelfahrt." „Vorbild der christlichen Kirche." Und so eadtos sott. David war der größte Raturweise, wie Mose» der größte Gottesweise war. Kindlich rührend« Fragen und todesangeschauerte Aeistagnngen wechseln i« den Psalmen ab mit den heiterste», sonnigen Landschaftsbildern, die er alle nach der Ratur, nach seiner Umgebung, nach seinem Spaziergang, nach der Aussicht aus seinem Fenster malt. Rehmen wir z. B. den 8 4. Pf, in welchem «in« Reise nach dem Tempel beichrieben wird. «Me schön ist dein Tempel, Herr! Wie sehnt sich schon meine Seele, in den Bordöfen deines Hauses zu wandeln, wie sehnt sich mein müder &U> und meine liebend« Seele, bei« Allerheiligstes zu sehe,«! An deinem Altäre werde ich sei« wie der Vogel, der einen Dachfirst gefunden hat, um zu ruhen, wie die Schwalbe, die ein Rest gefunden har, um ihre Jungen zu pflegen. Wie glücklich stnd deine Priester, die immer in deinem Tempel wohnen und dich loben können. Wohl ihnen, die dich zum Zwecke ihres Lebens genommen haben, und die ihr« Zagt verbringen, indem sie dir allein dienen u. s. w. u. s. w. Denn Gott der Herr ist Sonne «std Schild, er gtebt Gnade und Ehre, und er wird den Frommen an nicht» Mangel leiden lasten. . . Woül dem Menschen, Herr, der sich aus dich verläßt"-Und dieses melancholische, sehnsüchtige Wanderlied nennt die christliche Bibel: „vom Predigeramt." Bekanntlich hat vunsen sein Lebelang stch mit der Idee besaßt, ein« Bibel für di« Gemeine herzustelleit. Bunsrn ist mitten in seiner Arbeit vom Tode abgerufeu worden, und seine Freund« haben besten Bibel für dt« Gemeine vollendet, die aber bei der Gemeine nicht den gehofften Antlang gefunden hat. Di« Dorä'schen Bibeln haben eine größere Verbreitung u. z. in den Prachtgemächern der Reichen gesunden, wo st« aber «ehr zum Schmucke und zur Zierde als zur Leetüre dienen. Ara»k»etch. Pittts. Daß die jetzige Majorität der Rationalversammluag in ihre« legitimtstischeu und klerikalen Strebungen und Gelüste« den Jude« nicht« weniger als günstig ist. kann nicht Wunder nehmen. Bei jeder Gelegenheit macht dir Abneigung sich Luft; zu» Glück fehlt de« bösen Willen dir volle Kraft, und wie di« Restauration Henri V. uav der Allmacht der Kirche frommer Wunsch bleiben wird, so wird mit Gotte« Hülse auch die volle Rechtsstellung der srauzöfischen Juden nicht angelastet «erden können. Um so bissiger vielleicht find die Feind« und Reiber. Am 18. Mai stand das Gesetz über di« Beschäftigung von Kindern in den Fabriken auf der Tdgesorvnung Artikel ö verbietet, Knabe« unter 18, Mädchen unter 2l Jahren an Sonn- und gesetzlich anerkannten Festtagen zu beschäftige« rc. «. Abgeordneter vamberger erneuert sein im vorigen Jahre eiugedrachtes und abgelehates Zusatz-Ameudemenl: „Für israelitisch« Kinder findet jedoch die Ruh« am Sonnabend statt." Er begründet daffelbe mit ganz weuigeu Worte« und verliest ei, an »hu gerichtete» Schreibe« de« Genlral-Lvnsistorinms, welches seine Bemühungen daukbar anerkennt, de« Amendement zustimmt, »«d es der Bersammlung.somtt indirekt empfiehlt.*) Rach einigen Bemerkungen des Berichterstatters, Grafen v. Mein«, wird dasselbe avgelehnt. Sir «ollen dies Votum an sich ««erörtert lasten, es stände «ns Deutschen schlecht an, so wir daffelbe tadeln wollten, wir räumen auch ein. daß einige von den Beaengründen nich» ganz unftichhaltig stnd — aber der Ton, ln dem die Enlgegnnng gehalten ist, ist «in höchst oerletzrnber. Esist wahrlich nicht der Mühe werth, die betreffenden Stelle» »ollständig wiederzugeben, und doch ist nur der gauze Zusammenhang eben verletzend. Da. wird von der »trqigen Minorität, von einer beliebigen (jo ne sai* quelle) Religion, om Leuten, die gar keine Religion haben und wohl den Montag feiern möchten, gesprochen (lundt ist auch unser „blauer Montag"); die Sache wird in« Lächerliche gezogen und dann von dem sozialen und religiösen Gesetze des Sonntag, welches alle Böller hochgeachtet haben (??!) geredet. — Man will vergessen, daß da« Judenrhum in Frankreich eben keine je ne sais quelle, sondern «ine der drei anerkannte» Religionen ist. Man möchte die katholisch« Kirche, die religion de la majori td, wieder in die religion de l'dtat nach der Charte de« ancien rdgime verwandeln» und kühlt sein Mülhchen zunächst im Kleinen an den Kleinen unter de» an Zahl Kleinen. — Da« Projekt der Fuston des deutschen und portugiefischen Ritus ist in einer von ca. ISO Mitgliedern der porrugiefische« Seineind« am 18. Mai abgehaltene« Versammlung vom Oberrabbiner Isidor vorgelegt, erörtert und' empfohlen, aber, nachdem mehrere Redner sich dagegen ausge« sprachen hatten, mit allen gegen drei Stimmen abgelehnt worden. Die nächste Folge ist, daß di« Synagoge der ra« Lamartine bestehen und dem portugiesischen Ritus erhalten werden wird. Di« finanziell« Lage dieser Synagoge ist fstr jetzt günstig, sie bedarf aber bedeutender Reparaturen, welche auf 40,000 Frcs. veranschlagt stnd. (Der Staat und di« Stadt, so combinirei» wir uns die Sach«, werden dazu nichts geben, und so wollte nran die Kosten nicht nur für diesen Umbau, sondern auch für da« ganz« Eultus- und Verwaltungs- Personal de« gesonderten Rim« sparen. E« scheint uns, als ob auf diese finanzielle Frag« besondere« Gewicht gelegt worden ist, obgleich fie — der Würde der Sach« ganz entsprechend — in den Debatten nicht berührt worden zu sei» scheint.) Die Vorschläge des Oderrabdiuers stnd sehr de» taillirt gewesen; wir heben hervor: Di« orientalisch« Aussprache des Hebräischen; Borleseu der Torah nach portugiestscher Intonation, ausgrnommen für Roschhaschaaa und Jomtippur; verschiedene Gebete und Rite» des portugiesisch«« Miuhaug sollen eingeführt werden, aber der deutsche Ritus wir» am Aaschhaschana uud Jomtippur betbehaUeu. (Der Leser macht wohl seine Bemerkungen über den Löwenanthetl» d. h. hier di« Jomim noraim, selber! Ob ) B. am Sadbath der „Tropp" so ober etwas ander« geiungen wird, ist den Meisten irrelevant, aber an 2"' wollen sie auf den alten Nigun nicht verzichten.) Zu den Kosten der Synagoge nlurden alsbald in der Sitzung 10,000 Fre». gezeichnet. Vermischte und neueste Nachrichte». Perlt». Bei den hiesigen 48 Pfarrkirchen und 4 religiöse» Gemeinschaften bestehen von den 148 Stiftungen und Legalen 82 ausschließlich für Unterrichtszwecke mit einem Gesammtcapiral von 1,084,872 Thlr. und einem ZinetznfchüG» von 79,032 Thlr. Hiervon fallen 1) auf die evangelischen Kirchen 108 Stiftungen mit einem Kapital von 201,887 Thlr. und eine« Zinszusthuffe von 8881 Thlr; 2) auf di« ftan- *) »der warum wendet stch das teraetitifch« Central-Lvnstftorin« nicht direkt an dt« Aationateersanmtlanat Sera» «rgreist e« nicht die Initiativ«? Sollte die« dem Statut, der BaUmacht des CM» stttoriutn« »«nültz mqultfftg feint Sir atffm es Nicht u» ditwn um Ansinss«. AerfvffnnpNvtvrlD kan» «• dmh »vht Mch» sein I ... <

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