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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 25. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 25.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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»-fisch« flkmrinb« SO Stiftungen; 8) auf die rtaifth'katholischen Kirchen 7 Stiftungen und 4) auf die jüdische Gk> 6tkb< 1B Stiftuugen von diesen iS Legate» sind S für Unterricht«,wecke bestimmt, und »war mit einem Kapital von M8,286 Thlrn. und SS,»68 Thlr. Zin«,u»ch»ß. — Im königlich preußischen statistischen Bureau wird gegenwärtig ein« Untersuchung über da» Lerhällniß der verschiedenen Eonsessiouen zu einander angestellt. Bei dieser Gelegenheit ist ermittelt worden, daß die jüdisch« Bevölkerung tu der Provinz Posen fei» einigen Jahren sich in auffallender Weise vermindert hat, während andererseit« in Berlin et« Bedeutender Zuzug stattffnde». — Unter den Beschlüssen de« JustizauSschusse« zu dem Strafprozeßordnung«-Entwurf mag folgende Fassung de» §. 55. hervorgehoben sein: „Der Sid««leistung wird gleich geachtet, wen« rin Mitglied einer Religion«grsellschaft, welcher da« Gesetz den Gebrauch gewisser Letheue>ung«formeln an Stelle de« Gide« gestattet, eine Erklärung unter der Betheuerung«- formel dieser Religion«gesellschaft abgiebt." Au» Thürtuge». Der wetmarische Landtag hat ei» neue« BotkSschulgesetz accepttrt. Dasselbe enthält unter andern folgend« auch für jüdische Interessen wichtige Punkte: Die Schule ist confessiourlo«, EonsessionSschulen bestehen tat«« nur noch al« Pri»at-Unterricht«anstalren, für den Rekigtoiüanterricht steht der kirchlichen Behörde ein« Mitwirkung unter der entscheidenden Oberaufsicht de« Staate« zu. — Di« Unzahl der Hrtteu ru dtm thüringischen Herzogthümern beträgt etwa 8000. (J«r.) ildkkgvtße Dem Präsidenteu de« Finanzministerum«, Herr Gflstaedter, dem ersten und bi« jetzt einzigen Israeliten, der in Deutschland einen Mintsterialposten bekleidet, ist vom deutschen Kaiser der Stern zum Kronenorden 2. Elaste verktchen worden. StraAburg. Dem „Un. J«r." schreibt man au« dem Elsaß: Di« deutsche Behörde zeigt sich allenthalben sehr wohlwollend gegen unsere Glaubensgenossen in diesem Lande. Bor Kurzem hat sie der t»ra«l. Gemeinde zu Niederdronn 6000 Fr«, gegeben zur Tilgung einer Schuld, die noch von der Erbauung ihrer Synagoge herrührte. Wie». (J«r Allianz) Unter dem Borsitz« de« Vorstand»- Präsident«« Joseph Ritter v. Wertheimer fand vor Woche dt« arste ordentliche General - Versammlung statt. Der vom Vorsitzende« erstattet« Bericht über di« THLugAil de» Vor« staube« und Bit bisherigen Erfolge de« Verein« feit dem zwanzigmonatliche» Bestand« desselben betont eingang«,'daß e« noch tagt M '««trächtigen Zusammenwirken« aller Mitglieder und de« regen Eifer« zur Hebung de« Schulwesen« in de« jüdischen Gemeinden bedürfe, um die Zwecke, die sich die -Allianz" gestellt hat, gedeihlich zu fördern. Auch aus die Entfaltung de« Bereine« har die wirthschaftlich« Katastrophe sehr lähniend eingewirkt, und beginnen erst in diesem Jahr« der „Allianz" dt« zu ihrer gedeihlichen Thätigkeil nöthigen Fond« zuzustießen. Nicht«deitoweniger kann der Benin bereit« ai? erfreulich« Resultat« seine« Wirken« und auf erzielte politische Erfolge Hinweisen. So Hab« derselbe die jüdischen Gemeinden in Spala1o,<Lza^au,.Klosterneuburg und namentlich in Botuschan behuf« Ermöglichung eine« gertgelte» BolkSschul-Unterrichte« mit namhaften Summen unterstützt, wie auch einem Gelehrten zur Durchforschung der für di« jüdische 'Geschichtswissenschaft werthvollen italienischen Bibliotheken eine namhaft« Subvention gewährt. Ein« reiche Wirksamkeit habe der Verein im verfloss««» Jahre zu Gunsten autwärtiger Glaubensgenossen entfaltet, wozu in«beLoüd«r^. der Besuch der Diener Welrau-ftrikung seiten« der Hrrrscher Persien«, Rumänien« und Serbien» di« beste Gelegenheit geboten habe. Au« de» Berichte über die KafsrtHgekmhruna ßNltltjuuen wir, daß der Verein «00 Mitglieder Ml«, hgß. derselbe au Unterstützungen und Subventionen die Summe von 18-000 fl. verausgabt haste «zud «in vermögen von SÜ.Ü25 fl. besitze. Mit der BerNfßlkg der Herr«» Sigmrud Pappenheinl und David Gutmann in de« Vorstand wird dt« Versammlung geschlossen. Wie». (Da« Berwaltung»jahr 1873.) Die Gemeind« hatte in diesem Jahre 194,527 fl. Einnahmen und 170,185 fl. Ausgaben (im Jahre 1872 betrugen dt« (Übt* nähmen 188,088 fl. und die Ausgaben 142,993 fl.) Die bedeutendste Einnahme bildet die LultuSfteuer, welche im .etzten Jahr« 91/847 fl. betrug. Die FriedhofSverwaltuna hatte trotz der zahlreichen GratiSleichen einen Ueberschug ron 10,899 fl., die zur Abzahlung und Verzinsung de« neaen Friedhos«-Eomplexe« verwendet wurden. Da« Bethau« in der Stadt, Seitenstättengasse, bedurfte einen Zuschuß von 1169 fl, da« in der Leopotdstadt hatte einen Ueverschuß iron 7038 fl. Die Belhäusrr-Ftltalea nahmen 2412 fl. in Anspruch. Trotz der zahlreichen Wahlihätigkeit«anstalten gemahne der Borstand au« der Gemeindekaffe Unterstützung« im Betrage von 10,397 fl. Da« Rabbjgat und die Pr:diger bedurften 13,252 fl., lg« MjUartMfftfUli« ÜJJB71 fl. Zuschuß. Die GemeiudeuarwaUuog kostet« 28^88 st. Trotzdem die finanziellen Berhältniffe der Gemeinde sich tu der letzten Zeit gebefferl haben, so betragen nichtsdestoweniger die Schulden derselben weit über 800,000 fl. Pest. Anton Fach«, Vorsteher der pester i«r. Religio »«- gemeinde, Gründer de« hiesigen i«r. Knabenwaisenhause« re., ist hier am 81. v M. nach längerem Briden in «in beffere« Jrnseit« hinüdergeschlummeN. Der verblichene hinterließ ein große« Vermögen, welche« er zum weitau« größten Theil« den hunianiiären Instituten der Landeshauptstadt, ohne Unterschied der Eonfession» darunter migefähr 800,000 fl. als SliftunaSkapital für ein sofort in» Leben zu rufende« i«r. LandeS-Taubstummeninstitut, und an 80—80,000 (Bulben zur Gründung eine« Studienfond« zur Unterstützung solcher Zöglinge de« Knabenwaisenhause«, welche sich etwa der Kvnst oder der Wissenschaft widmen schlten, vermacht«. Der verewigte, anjpruch«lo« wie er in Allem und Jedem war, hatte sich jegliche« Gepränge auch bei seinem Leichenbegängniffe, sowie überhaupt jede Lobrederei für inuner mit allem Nachdrucke testamentarisch verbeten, ja nicht einmal die Stund« -seit,er vieedigung sollt« bekannt-tzsaeta« er „nur in aller Stille, schon bei TageSarivruch und bloß von einem Minjan deglettek" zur ewigen Ruhestätte hinauSgebrachr werde Wir glauben et daher den Mauen de« verstarb«»«» schuldig zu sein, daß wir sei»« letzte» Willen pietii»«v«l achten und anstatt eine« jeden ferner» Worte« über sein Leben und Wirken bloß auf seine Legate Hinweisen, di« ihn geuugsam charaklerisiren. Di« Beerdigung fand denn auch Dienstag, am 2. d. Ml«, Morgen« halb 8 Uhr statt, und mar «trstz der frühen Stunde die Elite der Gemeinde erschienen, u« den, seltenen Manne die letzt« Ehr« zu erweisen. M«ge er tu Fried;» ruhen I (I. G. u. Sch. Z.) Loadoo. Die Witttoe de« verstorbenen Baron Mvyer v. Rothichild hat, zum Andenken an ihren (Batten, tan •wUm* Ho«spüal, welch« von einem anderen Mitglied« der Familie Rothschild gestiftet worden ist, 1000 Pfd. SteÜ. und eben so viel an drei jüdisch« Schulen in London geschenkt. — E« war von Seiten de« Board of Deputier und der Auglo-Jewisch Association beabsichtigt worden, dem Ezar 'bei seiner Anwesenheit in London eine Adresse zu überreiöjen. Man hat jedoch davon Abstand genommen, da der Kaiser den Empfang von Deputationen und Adressen überhaupt abgelehnt hatte. Zu dem Bartkette, welch« der Lord-Mayor zu Ehren de« Ezar gegeben hat, hatten den Ehief-RaM nebst Gemahlin, Sir.Htase« Montefiore, Baron Rothschild, Mb. Saffoon, Jessal, "ioitel ^Eohn Einladungen erhalle» „Reden und Adressen (bemettt -sichr richtig Arch. Irr.) irgend welcher Art kömüen aus den Ezar nicht solchen'Eindruck gemacht haben, wie die Anwesenheit lsieser Personen, wenn mau ihn daraus mkfmerkfa» gemacht hat."

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