Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 23.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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- r-. — 18« bie Mitglieder so begeistert, daß sie e« sich per Ehrensache machten, denselben mit der Bekehrung eine« brillanten Lasse«» servier.zu erfreuen. — Ps 1, 1! Luch für die bi« vor 1'/, Jahren hier noch unbekannte »Alliance JSraelite" hat sich ein Local-Eomite gebildet, und zählt daffelb« bereit« schon 27 Mitglieder. N2T' s2 . . t. Kreurkretch. Pnri«. (MonatS-Bericht der Alliance JSr. Univ. für Mai.) Reue Mitglieder 304, darunter au« Deutschland 164 (vromberg SO.) Rolfzen au« den Echulberichten. Adrianopel. Die Schule zählt gegenwärtig 113 Schüler, 38 arme, 75 zahlend«. Da« Lokah kann nicht mehr aufnehmen. Wäre die Gemeind« nicht uneinig, und würden sich Männer, welche für daß PZohl der Jugend ein Herz haben, des Unterrichliwesen« äunehmrn, so ließe, sich in Adrianopel Großes leisten. Man könnte dort eine Schulc mit etwa tausend Zöglingen haben. — Bagdad. D« Idee, unter der israelitischen Jugend der Stadt die Auswanderung nach Ostindien zu fördern, findet Anklang. Man begreift, welche Vortheile die englischen Besitzungen bieten; e« giebt dort schon jetzt mehr als 3000 Israeliten, welche meisten« aus Bagdad stammen, und denen eS sehr gut geht. E« wird daher, sehr gewünscht, daß die Schule Gelegenheit böte, englisch zu lernen. Da« E.-E. wird sich darüber mir der Anglo-Jewisch-Affocialion in Verbindung setzen. — Belgrad. Der Schulbericht theilt statitische Notizen mit. Unter 25,000 Seelen der Gesammlbevölkerung zählt die Stadt etwa 1000 Israeliten, 200 Familien, worunter 160 arme, der Gemeinde zur Last fallend« find, darunter speziell 65 Wittwen mit Lindern. (Diese Achte» mögen manchen frappiren, aber ein ähnliche« Verhältnis findet offenbar in zahllosen großen und kleinen Gemeinden in Rußland, Galizien und anderen östlichen Ländern statt — und dabei redet Unkenntnis» oder Reid immer von den alle« Geld besitzenden Juden!) Di« Gemeinde zählt an schulfähigen Lindern etwa 200 L naben und 220 Mädchen, von jenen besuchen 160, von diesen nur 60 di« Lnaben- resp. Mädchenschule, die Mädchen werde« großentheil« schon zu 7—8 Jahren zu Dienstleistungen vermiethet, um Lebensunterhalt zu gewinnen. — Lrajowa. Da» Lokal-Epmite will eine Schule gründen, in der hebräisch, die Landessprache, deutsch und französisch gelehrt werden solle, legt Losten- und mmhmaßliche Einnahme-Berechnung vor und bittet um Subvention. Lus di«. Hirjch'schen Stiftungen werden übernommen: 1) Die laufenden Ausgaben für die Lckerbauschule in Jaffa vom 1. Februar 1874 ab, 2) die Subventionen für die Schulen iu Lonftanttnopel, 3) di« Losten der von Hrn. S. Hirsch vorgenommenen Inspektion der Schulen in der Türkei. — Persieu. Mellioel, französischer Ministerpräsident in Teheran, giebt Auskunft über die Ansichten der persischen Regierung in Betreff der Gründung von Schulen der Alliance in Persieu. Rach der Leußerung de« früheren Grvßvezier«, jetzt Ministers de« Auswärtigen, wird die Regierung einem nach Teheran zu sendenden Lehrer wohlwollend enlgegenkommeu. Dre Sendung junger Leute nach Pari» zur AuSbUdung soll nächsten» vor sich gehen. c».. ,'m m¥ >. besitzt Grundstücke im Feuerkaffen-Werth von 18,865 Ritz, und Lapttalieu und Effekten im Betrage von 17.085 Ritzt Unter de» Schenkungen befindet sich ei» Lapital von100fr. Thlr. in 3'/, •/« Obligationen, von dessen Zinsen zunächst zweimal jährlich den Zöglinge» der Anstalt eine kleine Festlichkeit veranstaltet werden soll. - .!> An« der Protzinz Pose». Auch in den Städten Ostrowo und Lrotoschin ist seit Anfang dieses Jahre« der jüdisch« Religionsunterricht an den dortigen königlichen Gymnasien durch fämmtliche Llaffen eingerichtet, und werden die betreffenden Religion«lehrer, Herr Rabbiner Dr. Freimann in Ostrowo und vr. Io«! in Lrotoschin dafür aus der StaatSkaff« honorirt. Wie». Rach einer Rotiz im „Educatore JSraelitieo" beläuft sich die Zahl der Juden in Wien auf 40320 Seelen. Pest. Madame Mac Mahon ließ sich, wie da« „P. mittheil», im Wege der Gesandtschaft beim ung. MinisteriuM de« Innern, um die Einrichtung der Volksküche de« hief. i«r. Frauenvercin« erkundigen, damit sie die dortigen ähnliche» Anstalten demgemäß umgestalte. (Dieselbe Dame hat, wie unlängst französische Blätter berichteten, der israelitischen Volksküche in der Straße,dM Rosi&res in Paris au» einer von ihr veranstalteten WohthätigkeitScollecte eine Summe zukommen lassen) Pari«. Der Streit über die von Erämieux 1870 decre» tirte Verleihung de« französischen Bürgerrecht« an die eingeborene israelitische Bevölkerung Algerien», über die Aufrechterhaltung oder Wiederaushedung diese» Decket« dauert fort. Erämieux hat sich und seine GlaubenSgenoffen in eine« offenen Briefe an den General-Gouverneur von Algerien gerechtfertigt. Ein Theil der Preffe fällt aber mit Erbitterung und mitunter in recht gemeinen Ausdrücken über beide her. Befremdend und betrübend ist e«, daß der „M o »t t e a r U N tversel" die Behauptung aufstellt, da« Lrämieux'fche Dterrt habe den Aufstand der Araber hervorgerufen; eine Behauptung, welche schon damal» ausgetaucht, aber auch widerlegt worden ist: „Patrie" spricht von der Leckheir de« Mr.' Erämieux und seiner GlaubenSgenoffen"', und der „GauloiS" greift zu Schimpfwörtern, die kaum in einem ultranlontanrn Winkelblättchen gröber zu finden sind. — Für den Gottesdienst in dem neuen , Tempel der ras äs. In Viotyfrs, welcher übrigen« ichmer noch yicht vollendet ist und null zü den Herbstfeierlagen endlich fertig ge?., stellt werden soll, wirdeine „Fusion" de« sefaroischen und deutschen Ritus angestrebt. Man darf auf da« Resultat diese» immerhin etwa» gewagten Experiment« gespannt seiyH Zunächst war eine Versammlung zur Berathung der Sache auf den 16 d. M. anberaumt. Load»». Die Fischhändlergilde. von der im *or. Blatte die Rede gewesen ist, hat, außer dem erwähnten Beweise ihrer- Hochachtung für Sir Mose« Montefiore, auch sür die Lorougl» Jew. schools 50 Ps. St. gespendet. . . ..lln, S«yr»a. Hier hat sich ei» iSr. Dam eucomite gebildet, um an dem Werte der Alliance J»r. Univ. Theil z» nehmen. Datselbe ist hauptsächlich bemi.ht, den Unterricht (besonder« de« weiblichen Geschlecht«) zu fördern. Vermischte und neueste Nachrichten. LöaigSberg i Pr. Dem 13. Jahresbericht de» israelitischen WaljenhauseS (für 1873) entnehmen wir einige Datei». E« defaudeu sich in der Anstalt 12 Lnaben und 6 Mädchen. Die Ausgaben betrugen im Ganzen 5542 Thlr., davon sind, soviel wir aus Zusammenstellung der Posten ermitteln können, 2862 Thlr. auf Erziehung der Linder verwendet; der Rest ist nur contomäßig al« Ausgabe zu betrachten. Di« Einnahmen find wieder recht bedeutend gewesen, die Anstalt New-Pork Line Lorrespondenz dr« „Jew. World" »elder, daß Dr. S. Adler von seinen» Posten am Emanuel« Tempel an» 1. August zurücktreten wird. Er wird controctmäßig eine Pension von 2000 Dollar« beziehen, die Gemeind« wird, als Zeichen ihrer Hochachtung, noch 1000 Doll v «. hinzufügen. (Dr. Adler ist nicht, wie in »I. W." mit Buchstaben auSgedrückt ist, 27 Jahre in der fraglichen Stelle, sondern, wenn wir unS recht entsinnen, 1857 oder. 1858 nach Amerika gegangen. Auch kann bei ihm nicht, wie dort geschieht, voit „hohem Alter" die Red« sein, da er wohl erst '■< einige 60 Jahre alt sein wird.)