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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 22. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 22.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Dies genügte jedach nicht, um de« Manne wieder z» «ine« Geschäfte zu verhelfen, und so hat sich der Pastor, mit Empfehlungen von H. Ak. Lehre« versehen, »ach England begeben, um dort »och weiter für. sei neu Schützling Seid zu sammeln. (I- Ehr.) SfllM. Sir Moses Moatefiore ist von der Fischhändler-Gilde zum Ehrenmitglied ernannt und ihm darüber ein prachtvolles Diplom überreicht worden. Das Etui kostet 100 Guineen. Ein Zeichen der Popularität, welche der verehrte Greis bei allen Klaffen der Bevölkerung genießt. <3- LH'-) Manchester. Wie schon erwähnt, hat die Einweihung der neuen portugiesischen Synagoge stattgeftmden. Es ist die erst« dieses Ritus in der Provinz in England. „Die Thatsache ist bemerkenswerch, sagt I. C ron, daß in dem so geschäftigen Manchester «ine portugiesisch« Gemeind« entstehen konnte, es ist ein Zeichen »»och frischer Lebenskraft. Es extstiren jetzt vier Gemeinden in der Stadt, welche all« einträchtig bei der Feier zusammemvirkten." Dagegen tadelt I. World, daß keine Repräseutatio« der alte» Gemetnd« Manchesters zu der Eimoeihung etngeladen worden sei, und daß man jene vollständig iguortrt Hab«. — Seltsam widersprechende Nachrichten! Feuilleto«. Da« MSdche» vv« Xautytt. (FoNsetzung.) Wie es Esther im Palaste ergangen, darüber lauten die V» richte verschieden. Einige versichern, der Sultan Hab« es nkbt verschmäht das junge Mädchen durch deu Glanz seines ,Hofes und die Macht seiner Ueberredung zu versucheu; Andere behaupten, es sei der Thronfolger Sidi-Mohammed gewesen, der, in Lieb« zu der reizende» Jüdin entbrannt, thr geschworen Hab«, er werde st« zu seiner Gemahltn erheben, »venn sie üdenräle — so viel ist sicher, daß sie nach Verlauf vou acht Tage» von kaiserlicher Wach« in die Wohnung des Kadi zurückgebracht wurde, und daß sie in demselben Kleide, mit derselben Seelenruhe in das Hans zurückkehrte, wie sie es vertaffe« hatte. Der Kadi kam chr erwartungsvoll entgegen. Hat der erhabene Herrscher (Gott halt« ihn gesegnet), sagt« er, mehr vermocht als meine geringe Weisheit? Unterwirfst Du Dich -dem Befehle des Sprößlings der Propheten? Dein« Magd ist müde, entgegnet« sie das Haupt senkend, sehr niüde, Effendi. Du bist in Deinem Hans«, Tochter; mir scheint, Du siehst bleiryer aus, als zuvor; geh, und ruh« Dich; aber vorher antworte auf meine Frage. Die zum Tod« verurtheiite», sagte sie leise, wie lange lvanet man mit ihrer Hinrichtung? Gar nicht, Kind. Wäre es nicht grausam, einen Menschen, der weiß, daß ihm der Tod bevorsteht, lange in dieser Qual zu laffrn? Warum macht man mit mir eine Ausnahme, Effendi? Man sagt mir, daß, iven« ich meine« Glauben nicht verleugne, der Tod meiner harrt; warum zögert Ihr? Also hat es Dir bei Hof« nicht gefallen? O, es ist wunderbar dort. Der Glanz könnte ein armes Mädchen wohl verblenden. Bon Dir hängt es ob, ihn täglich zu besitzen. Bon mir wie von Dir. Du sprichst in Räthseln, o Tochter der Schlauen. Wenn Du den Kaiser tödtetest, was Gott verhüte, o Kadi, und in den Besitz seiner Macht gelangtest, glaubst Du, Du würdest glücklich sein? Gcwiß nicht. Müßte ich nicht vor der Rach« Allah'« zittern? Der Kaiser ist doch nur ein Mensch, o Kadi. Ich ob« soll mich gegen de« selbst vergehen, de« Du Allah nennst? Meiust Du, ich könnte Eurer goldeaen Hallen, Eurer Zand«, gärten und marmornen Springbrunnen froh »oerdeu, wen» ich vor mir selber ausspeien müßte? Ich fühl«, o Effendi, daß da« Glück nicht in den Dingen besteht, von denen ich früher träumt«. Ach, einst »var ich glücklich und wußte es nicht.. Manches Mal an den Zwiichentagen unserer schönen Fest« machte ich mit den Eltern einen Ausflug nach de» Landsitz des gütigen Herru, des Amerikanischen Eonsuls, de» er auch uns Inden erlaubt hatte zu besuchen. Im Schatte« prächtiger Kortbäume spielten und jauchzten wir Kinder. Ich erinnere n«ich, daß ich einmal nach Blume« suchenh unten an den Vach gerieth, der zwischen den Hügeln hin» rieselt. Ich setzte mich an sein kühles Ufer auf eine Baum» wurzel und sah den klonen Schildkröten zu, di« im Wasser schwammen. Ich weiß nicht, was mich übertam, Effendi» — der heilige Friede Gotte» lagerte über seiner wundervollen Welt — und diesen Frieden, mein Vater, fuhr sie fort, dis dunklen Augen sanft zu ihm aufschlagend, fühle ich jetzt »oteder in meiner Brust — und ich sollte selbst den Wind der Wüst» über meinen stillen Garten herbeirufen? Unmöglich, Effendi, unmöglich! So wenig auch Esther sich über ihren Aufenthalt i» kaiserlichen Palast« ausließ, man nahm höheren Orte« offen» bar Anthetl an chr. Der Kadi erhielt de» Auftrag, die schriftgelehrien Juden der Stadt tu versammeln und die ganz« Gemeind« mit harter Straf« zu bedrohen, wenn sie nicht th« Autorität bet dem Rädchen anwendetea, um es zum Ueberlritt zu bewegen. Der Plan war gut angelegt. Di« Jude» hatte» «och nicht die Verfolgung unter Sultan Mule, Aezid vergeffen, der seinen, den rückständigen Sold fordernden Toq»- pen auf vier und zwanzig Stunden die Plünderung des In, denvierlels in Fez bewilligt hatte. Die Rabbiner versammelten sich im Hause de» Kadi; der ging in das Harem, ms Esther mit Handarbeiten beschäftigt war. Meine Tochter, sagte er zu chr. Du hast auf dt« Gründe der Mohammedaner nicht hören wollen; ich merke, Dn.bist um die jenseitig« Welt besorgt. Sieh, die Weisen Deiner Ration »arten auf Dich; sie werden Dir Gewißheit ged«», daß Dir auch bei uns der Fried« in der andern Welt gesichert sei. Da« , ist es nicht, «ntgranet« sie erblassend; aber ich bitte Dich, Effendi, erspar« mir diese Qual. E« ist des Sultans Befehl, Esther, er wünscht sehnlich Dich zu retten. Sr wünscht — sagte sie, di« Lippen verziehend. Der alte Man» trat chr näher Dir darf ich es vertrauen, Mädchen, deren Ein sicht-di« manche« greisen Haupte« überragt, es herrscht groß« A»fregung im Volk der Hauptstadt. Die Mollahs predige» lant, daß der Hof Dich im Unglauben bestärke. — Es wäre Astes zu befürchten — Du verstehst — Ich versteh«, und ich verstehe nicht, erwiderte sie achselzuckend, aber nicht darauf kommt.es an. Du weißt, daß ich hier keinen Willen habe, also geschehe der Eure. Di« Jubenschaft von Fez hatte es bisher nicht an,Verwendung und Bestechung fehlen laffen, ihre gefangene Schwester zu befreien; es war umsonst gewesen. Ru» hatten diese LÜrn wenigsten» das Glück dies Mädchen zu sehen, von dem st« bis an ihr Ende mit Begeisterung sprachen. Die Furcht vor einem allgemeinen Unglück hatte die Greise so etngeschüchtert, daß sie Esther mit Bitten und Gründen bestürmten, wen» auch nur zum Schein den Islam anzunehmen. Lange war sie still; dann richtete st« das Haupt in di« Höhe und übersah festen Blickes die Versammlung. Meine Bäier, sagte sie, ich begreif«, was W»ch bewegt. Fürchtet nicht für unser,» Stamm, Gort wird di« Unschuld schützen; führt nicht da» Beispiel der Königin Esther an, sie war nicht gezwungen ihren Glaube» adzujchwvren, thr Molt zu verleugnen. 0 Ihr Säulen Israels, hört dt« Worte eines

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