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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 22. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 22.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nicht Ueb ist. so halte zurück!" Da» ist ehrenhaft, würdevoll! I. veuthn, O-Schl., 17. Mai. (Or.-Eorr.) Auf d.n S. August o. I., eine» Sabbath, war Seiren» der ÜrriSgerich:«- Commission zu Kaltowitz Termin zur Subhastatio» eine» Grundstücke» anberaumt worden» welche» die Kaufleute L. G. zu Beuchen und S. 98. zu Kaltowitz zu erwerben gesonnen waren. Da sie am Sabbaih jedoch nicht mitbielen und auch durch Andere für sich nicht kaufen lassen wollten, beauftragten sie einen christlichen Rechtsanwalt, ein Gebot abzugeben, und zwar auf feinen eigenen Namen niit der Maßgabe nach ev. erfolgtem Zuschläge da» Grundstück zum Srwerd«preise feinen Mandataren zu überlassen. Der Zuschlag wurde dem betreff» nden RechtSanwalt auf sein Meistgebot ertheilt, und »erkaufte derselbe al«dann da» Grundstück den genannten beiden Herren. Durch diese Manipulation waren nun bedeutende- Kosten, und darunter auch ein doppelter Stempel im eiusachen Betrage von ca. SSO Thlr entstanden. Die Käufer petitionirten nun unter Darlegung de» Sachverhalt» beim Herrn Finanzminister um Erlaß de» einmaligen Stempeld» trage«, wurden aber vom AppellationSgericht zu Ratibor, dem die Petition überwiesen worben war, zurückgewiesen und aus eine wiederholte an diese» gerichtete Eingabe ebenfall» abschlägig deschieden. Hierauf wandten sie sich noch einmal an d»n Finanzniinifter, ersuchten den für ein und dasselbe Geichafi, wa« et in Wirtlichkeit doch war, zum zweiten Male zu zahlenden Stempel azz» sDMh<n der Billigkeit niederzuschlagen, indem sie Atteste der Herren Rabbiner De. Rosen» lhal zu Beuchen und De. Lohn zu Kaltowitz beifügten, die die uaa, judtschenl Ritu» bestehende Unzulässigkeit eine» Ankauf»» von Grundstücken, wie überhaupt eine» Kause« am Saddalh bescheinigten. Darauf verfügte,» der Finanz- und der Juttlzminister an da« AppellationSgericht in Ratibor: »Fall» dciondere Umstände nicht vorlägen, den Stempel zu erlassen, die doppelten Gerichtskosten jedoch einzuziehen." vunzla», IS. Rai. (Or.-E.)Am 4. d. M. verabschiedete sich von hier ein um da» hiesige Gemeindewes« sehr verdiente» Mitglied, Herr Gustav Pitsch, der nach Dresden sein Domicil »»erlegte. Während 30 Jahre, die Herr Pitsch hier gewohnt, bat er sich nicht nur in unserer Gemeinde, sondern auch in alun Schichten der Bevölkerung die höchste Liebe erworben. Die Erster« hat er mit seltenem Talente und großer Treue geleitet, er suchte den Gottesdienst immer würdiger zu gestalten, und «a»> ihm besonder» gelungen, ist die Rvtlisirung de» größten Wunsche» der Semeüide, ein neue» GotteShau» zu erbauen, uuo bedauern wir e» um so mehr, daß er grade jetzt, wo mit dem Bau der -ynagoge begonnen »verden soll, un» verlassen chat. Die Alliance J«raelite Universelle verliert in unserer Gemeinde an Herrn Pitsch einen ihrer wackersten Vertreter, denn nur seiner Bevtühung hat sie e» zu verdanken, daß fast jede» Mitglich der Gemeinde auch Miiglled der Alliance ist. Indem wir nun wünschen, daß e» Herrn Pitsch auch in »einem neuen Wirkung»kreise gelingen »nöge, sür die heilige Sache de» Judenthuin» wohlchätig wirken zu können, rufen »vir ihm zu, daß sein Andenken in unserer Gemeinde stet» ein gesegnete» bleiben wird. Die Gemeinde hat ihrer Anerkennung durch eine Adresse Ausdruck gegeben. — E» verdient auch erwähm zu werden, daß die hiesige Tommune der Geineinde zum Bau einer neuen Synagoge 1500 Thlr. geschenkt hat. I. Sarasohn. Nickel, im Mai. (Or.-Eorr.) In einer Zeit, wie die unsrige, wo Alle« dem nackten Materialismus huldigt unb dem Mammondienst ergeben ist, geniährt e» eine besondere Freude, über eine Thatsache von höherem Interesse berichten zu können, »velche der Veröffentlichung werlh ist. Herr L. Bärwald, eia «egen seiner Intelligenz und edlen Charakter» hochgeach' tete» Mitglied hiesiger Gemeinde, hat nüt 3000 Thlr. au» seinem Vermögen einen ewigen Fond gestiftet, dessen jährliche Zinsen zur Unterstützung von St direnden der jüd. Theologie oder de» höhere» Lehrsache«, nach Maßgabe statutenmäßige Bestimmung, vonrdem k bazu ernannten Luratorium alljährlich «eroenbet »verden sollen. Diese würdige Handlung zeugt ebenso von der hiihera Leben»anichauung de» Stifter», wie von dessen errstem Streben min Ad vocom Stistun; bestehen hier noch z»»ei andere Stiftungen, »velche edlen Zwecken dienen. Die eine ältere, »velche den Rainen „Jacob Heroch'» sche Stiftung" führt unb mit 40,000 Thlr. tunbitt ist hat die löbliche Tendenz, von den Zinsen dieser Summe dm Mädchen au» allm Gliedern der Verwandtschaft de» Stifter» bei ihrer Lerheirathung eine Beisteuer von 500 Thlr. und fremden, unbemittelten Bräutm hiesig« Orte» — unter Bedingung auch auSivärtigen — zu ihrer Au»ftattu»g eine ansehnlich beziehungsweise bi« auf 300 Thlr. sich steigernde Unterstützung zu gewähr« — Die andere, vor einig« Inh«» erst ven Hn. Rittergut»befitzer S. A. Jtztg zum Andenken an seine selig« Frau gegründete Stiftung bestecht ul einer s. g. Klau«, in der würdig« Schalem Gelegenheit gebot« wird, sich für'» theologische St'idium »orinbereitrie ^nd »llcher Berichterstatter aegenwärtig al» Rabbiner voestUst. - «solche Stiftungen, in einer nur mittler« Gemeinde «reinigt, »erf« ein glättende« Licht auf dm religiös« und sittlich» Lhainkter derselben und sind geeignet, Nachahmung zu erwecken. I.i. Oeftevtciefr. (Bin. Der Sesammtvorstand der iSraeliüichz» Allianz trat am SS. April zu einer Plenar-Sitzung zusammen, tu bei nebst den Einläufen und den Berchte» der zu»eiten und dritten Sectiou die Vorbereitung für die nächste Generaloersa»»- lung den vornehmlchsten Gegenstand der Tage»orvnung bildete«. Anwesend »varen «bst dem Präsidenten, Herm Joseph Ritter v Wectheimer, die Herren Baumgarten, Dr. Güdevraun, Hildburghäuser, Dr. Jellinek, v. Popper, Singer, Dr. Säern, Hofrath v. Weil und v. Wiener. Herr Baumgarl« «lgchte auf Bmnd genauer Informationen von Brünn die Rittheilui'g, daß die zur Verwaltung de« mährisch-jüdischen Lanoe»- maffa-Fond« am 20. April in Brünn zusammengetretene» Delegirten der mährischen Gemeinde» au» Bedenken formeller Natur sich gegen eine Beitragtleistung zur Allianz au» de» Mitteln de« Lande»maffa-Fond» erklärt, dagegen aber versprochen hätten, im Kreise ihrer Gemeinde für die Allianz wirk« zu wollen. Ferner berichtet Herr Baumgarte«, daß er bezüglich der iSraelttisch« Volksschule in Spalato (Dalouaien) beim hohm Ministerium für Lultu» und Unterricht die Auskunft erhalten habe, daß j«er Schule, hei aller Anerkennung ihrer Leistung, über welche sämmtliche Ort» und Lanl«Sbehörden sich auf« Günstigste geäußert hatten, dennoch »oege» ihre« privaten Eharakter» au« Staatsmittel» keine Subvention gebot« »webe« könne. Herr Hofrach v. Weil lxyiützt diesen Anlaß, um den Antrag zu stelle», die Allianz usisgp nach genauer Erhebung der Bedürsniffe de« jüdische» lultu» in Oesterreich dahin wirke», daß der Staat in voller.Durchführung der Gleichberechtigung sämmtljcher Eulte auch den jüdischen subvenzionire, und dafür eine« bestinimten Posten in» Budget einstelle. Rach längerer Debatte, in «reicher auf die Einreihung einer bestimmten, »oena auch sehr geringen Summe für eine jüdisch-theologische Lehranstalt in» Budget de« Unterrichtsministerium», sowie aus die Besoldung der jüdischen Reiiaion«lehrer an den Mittelschule,» seiten» de» Staate« hingewiesen wurde — ^»a» nicht eine princioielle,. sondern auch theilweise eine faktische Anerkennung der S aal»« pstichten gegenüber der jüdischen Religion bedeutet — beschloß der Vorstand, diesbezüglich sich mit den Gemeinden in« Einvernehmen zu setzen. Holland. Amsterdam. Die Stavtdehörde hat einen J-railtte», Hrn. Eile, al« stellvertretenden Oberlehrer an einer öffent ichen Schule in Vorschlag gebracht. Der Schulinspector unt> der Direktor waren mit der Wahl nicht einoerstanven, well der Eandidat an Sadbath und Festtagen keinen Unterricht zeben wollte. Der Magistrat»berichl hatte sich in dieser Hinsicht

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