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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 21. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 21.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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— 168 — 'st uns eine kleine Zusammenstellung, gleichsan, eine Probe, von befreundeter Hand mitgetheilt worden. Wir lassen dieselbe unten folgen, um durch biestlb« eine weitere Anregung in der in der Tbat recht wichtige» Sache zu geben. Eine Zeitschrift ist jedoch wohl nicht der rechte Ort für eine solche Tabelle. I» England ist man praktischer als bei unS; eS gibt vorl, wie wir hären, Reisehandbücher, ivelche auch die koscher-Holels und Restaurationen namhaft machen Es würde sehr zweckmäßig sein, wen» ein Herausgeber eines jüdischen Kalenders oder Jahrbuchs ein möglichst umfassendes und verläßliches Berzeichniß geben wollte, es dürste dem Absatz förder.icher sein, als niancher Aufsatz, manches Gedicht rc, die niemand sonderlich begehrt. — Wir benutzen diese Gelegenheit auf die auf Ansuchen deS Herrn Dr. med. Hirsch in Frankfurt a. M. im Jnseratentheil veröffentlichte Aufforderung wegen Gründung einer Curanstalt in Frantenstein aufmerksam zu mache». Gerade für die einen „tmnalischen Eurorl" auszujuchen Genöthigleu fehlt es an der Gelegenheit, dem jüdischen Religionsgesetz gemäß leben zu können. Ob auch für Meran, Montreux u. s. w. in Falkenstcin ein Ersatz geboten werde, können wir freilich nicht beurtheilen. Posen, Ende April. In Betreff des jüdischen Religionsunterricht» an der hiesigen städtische» Realschule hat daS Provinzial-Schutkollegium i:i Folge eines Ansuchens des früheren jüdischen Religionslehrers an dieser Anstalt, Dr Wedel!, verfügt, daß l) in dem alljährlich erscheinenden Schulprogramm der jüdische Religionslehrer unmittelbar hinter den christlichen Religionslehrern genannt werden dürfe. (Schon in dein diesjährigen Programm raugirl der Dr. Wedell unmittelbar hinter dem evangelischen Religionslehrer, Prediger Schlecht; auch in den Etats der Stadtgemeinde Posen ist die Reihenfolge eine derartige.) 2) Daß in der Uedersicht über die Bertheilung der Lehrpenia für die einzelnen Klaffen auch die Pensa de« jüdischen Religionsunterrichts gleich denjenigen des christlichen aufgenommen werden. (Auch dies lst bereits in dem diesjährigen Schulpogramm geschehen.) 3) Daß endlich bei der öffentlichen Prüfung aller Klaffen auch die jüdische Religion als Prüfungsgegenstand zugelaffen werde. — Dagegen ist daS Gesuch des De. Wedell, daß auch die jüdischen Abiturienten in der Religion geprüft und deren Kenntinffe m den Abgangszeugnissen beurtheill werden, selrens des Provinzial- Schulkollegrums adjchläglich geschieden worden, da die Prüfungsordnung vom 6. Octoder 1859 der Religionsprüfung jüdischer Abiturienten nicht erwähnt. Reu ist demnach bei dieser Beifügung nur, bemerkt die „Pos. Ztg ", daß von nun ad bei der öffentlichen Prüfung der Realschüler auch in der jüdischen Religio» geprüft werden kann Hr. Dr. Wedell geht übrigens als Hilfsprediger nach Breslau, das Lehrerkollegium der Realschule hat chm zu Ehren ein AbschiedSeffen gegeben. An seine Stelle — er war seit 1870 zugleich Inspektor des jüd. Waisenhauses — ist der bisherige Rabbiner Dr. Falkenheim aus Kosten getreten. Am 5. April fand die erste Prüfung der vom Rabbiner Dr. Feilchenfelü gegründeten Gemeinde-Religionsschule statt, die von 230 Knaben und Mädchen besucht wurde. Die günstigen Resultate der Prüfung werden die Frequenz sicherlich steigern. Thor». (Or.-Corr. Schluß.) Auf zwei Institute der Gemeind« sei hier noch im Besonder» hinge wiesen Zunächst auf die „Gemeindejchnle" Diese besteht ans zwei getrennten Anstalten, einer Elementarschule, nur für Knaben, aus 4 Elaffen bestehend, die neben dem Pensum einer guten BorbereüungSschul« für das Gymnasium, zugleich den nicht hoch genug anzujchlagenden Nutzen gewährt, daß die Schüler in de» ersten Jahren ihres Schulbesuches eine recht tüchtige Grundlage im Hebräische» erhalten, und den Anforderungen des jüd.-religiöseu Lebens vollauf genügen können, da selbstverständlich an den Eabbathen und jüdischen Festtage» der Unterricht onsfällt. Diese Elementarschule wurde im Jahre 1862 mü de« Amtsautrili des Rabbiner Dr. Rahmer nach dessen Plan, unterstützt von einem für die jüd. Religion und besonder« den hebr. Unterricht begeisterte» Vorstand, begrün»- bet und zwar mi. einer geringen Schüleranzahl (mit nur 21 in 2 Elaffen vertbeilten Schülern); sie zählt jetzt 80 Schüler und bewährt sich als segensreiche, die religiöse Zukunft der Geineinde sicher stellende Anstalt. Für die da« Gymnasium, höhere Töchterschule und sonstige städtische Anstalten besuchende» Knaben und Mädchen ist die ReligionSschul« da, die auf dem in der Elementarschule gelegten Grund« iveiterbant und Ersprießliches leisten kann. Die Religionsschule wurde im vergangenen Schuljahre von 153 Zöglingen des.cht, darunter 97 Mädchen. Das Gyninasium (liebst Realschule) wurde von 82 jüd. Schülern besucht; unter den 12 Abiturienten befanden sich 4 jüdische Herr Jean MoSkiewicz hat auch in diesem Jahre der Schulkaffe eine Summe von 75 Thlr. zukominen lassen. Es wirken an der Gemeindeschule außer dem Dirigenten (Herrn Rabbiner Dr. Oppenheim), Herr Rector Landau, Lehrer Kramer, Canlor Leipziger und der Hilfslehrer Samietz. Der ferneren besonder» Erwähnung werth ist der i. I. 1872 gegründete „Verein gegen Hausbettelei", der die Genieindemitglieder vor dem lleberlaufenwerden von Schnorrern schützen will. Die hier getroffenen Einrichtungen bewahren sich vorzüglich. Es sind i. I 1873 an Beiträgen von Mitgliedern (166) Gelübdegeloern und Geschenken, sowie einem Zuschuffe der Gemeindetaffe eingenommen worden rund 1185 Thlr., und verausgabt 847 Thlr. und zwar an 878 Personen allein 667 Thlr. Auch di« an Stelle der abgeschafften Mischeberachs getroffene Einrichtung des Geiübdeduchs Hai nach der materiellen Seite sich bewährt; eS sind durch das Gelübdebuch im vergangenen Jahre 765 Thlr. eingegangen. Wir haben zum Schluß noch den Nutzen solcher Jahresberichte über die Geineinde und ihre Institutionen hervorhcden wollen, können dies aber nicht besser lhun, als mir den Worten,, die dem vorl. Berichte*) als Einleitung oorungestelll sind: „Was wir in dem zweiten Jahrgange unserer Berichte von dem wohllhäligen Einflüsse der Veröffentlichung drrse.ben auf die Zustände der »-emeind« und aus die lebendige Theilnahme der Glieder an dem Gedeihen des Ganzen sagen konnten, haben wir auch jetzt von neuem zu bestätigen. Die regelniäßigen Berichte haben unter unseren Gemeindegenoffen wesenllich zur Erweckung eines fruchtbringenden Bewußtseins von der Angehörigkeit jede» Einzelnen zu einenl größeren Ganzeil, von den geistigen, sittlichen und materiellen Bonheilen erweckt, die ihnen auS dem Gemeinde-Berband« erwachsen, dadurch die Erkenntniß von der Pflicht der einzelnen Glieder an dem Ganzen festzuhallen und zum Gedeihen desselben nach Kräften zu wirken befestigt; und mit dieser Erkenntniß auch die Neigung und Bereitwilligkeit gestärkt, diese Pflichten in ihrem ganzen Umfange zu erfüllen. Die Ansichten und Grundsätze, welche unS von Anfang an bei der Anfstellung und Ausführung unseres ersten Jahresberichtes leiteten, haben wir auch bei dem zweiten und dem vorliegenden dritten befolgt und unS nicht darauf beschränkt in Zahle» und Tabellen Auskunft über Rechnungen und Kaffenverhältniffe zu ertheilen, sondern un« bemüht, unsere Nachrichten so zu fasse» und zusammen zu stellen, daß sie ein möglichst klare« und bestimmtes Bild von den inneren Zuständen unserer Gemeind« und ihrer fortschreitenden Entwickelung gewähren. Wir haben diese vollständige Form und die inS Einzelne gehend« Darlegung gewählt, weil wir überzeugt sind, baß solch« ge- *) Wir haben nur an dem Titel desselben «in« Lieiuiqkeit asita« setzen: Jahresbericht de» Borstand«« der Synatz.>»«m. zu Thor« stk da« Jahr u. f. w. besser wäre: Jahresbericht über die Sy».<A««t. Thor» (erstattet oder zusammengefteilt) vom Borstand« u. s. «. Bom praktischen Standtpunkt« an« bemerken wir noch, »aß dl« Otn- >elb«richt« der verschiedenen SohlthätigkeitSverrin« (selbst der Schul«) durch Aufnahme in «inen solch« st« mitumsaffrnd« „Bericht über dir Gemeind« und ihr« Institute" füglich in Fortfall lammen Samt«. G« wtrd dadurch nicht nur Manche« an der in jedem »och so klein« Reche», schaftsbericht nicht fehlend« Rubrik „DrmÄofim" erspurt, so»»«« »ich« «Nchelberich»« von wem,« vlätte» Mtfto durch seich» «nnqie» am länger« LebeuSdaner »«schied« sei».

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