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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 20. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 20.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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»cifi an* Xnurfk. Ihre Zahl betr»g i» s. Semester 81, i» vierte» 80. Für viel« derselbe» muß der Berlin de» ge» summte, Lebensunterhalt bestreite». — Bon einer hiesigen angesehenen Kamille, welche nicht Cannt «erben soll, «ird die Begründung einer Stiftung dfichtigt, welche „Mädchenheim" heißen «ad im Inter» esse junger Mädchen vo» 14 bi» 80 Jahren errichtet werden soll, die sich für «inen bestimmten Beruf auSzubilden beabsichtigen. Aus die tonie ssion der juuge» Mädchen darf nicht gesehen werdea. Zunächst »»ird der Stiftung ei» erhebliche« Grundkapital, »»d eine jährliche, ziemlich beträchtliche Rente überwiese« »»erden. — Ler neue Anbau der Alterversorgunatanstalt der Mischen Gemeinde in der Hauchurgerstraße, durch welchen ein Rau» für noch 38 ne« anfurnehmende HospitaUten geschaffen ist, soll bereit« in kürzester Frist seiner humaaen Bestimmung übergeben werden. Dem edlen Wochlthäter» dem dieser Anbau seine Existenz verdaukt, dem Kaufmann Adolf Reichenhei«, für ewige Zeiten ei» Deutmal der Dantbarteit zu sehen, wird dt« Büste deffelbe» i« Hause selbst aufgestellt, und me Facade de« ersten Stockwerk« diese« Gebäude« trägt aus schwarz«« Gruade mit Soldschrist die Inschrift: »Adolf Reftheuheim'« Erweiterungsbau 1874." Der Anbau ist in einfachem soli» de» Stil erbaut und im Innern mit allen praktischen Erfindnage» der Neuzeit, Zuumrrtelegraphen, Dampfheizung, Bäder u. s. w. auägestattet. Hinter der Anstalt wird ein hübscher Genie» zur Erholung der Hospitaliten angelegt. — Dem hiesige« Bautier Herr» Pin kn» hat di« Kaiserin vorgestern al« Anerkennung für Acte der Wohfthättgkett, Re er zur Zeit de« letzten Kriege« au-geübt hat, nachträglich «ine kostbare Base urit der Alwilduug de» Königlichen Patai«, begleitet vo» eine« Ha«dschreibe», übersandt. Renßndt st P. Da« Kveisgettcht in Srätz hatte den hiesige» Handel«»«,» -. M. i« 5 Thlr. Straft genommen, »eit er dft vortednng z» «i»em Termi»«, welcher auf de» Milche» Renjahrdtag siet, nicht Feige gegeben hatte. Da Rockomatioueu foweht bei» Kr«»gencht«director, mie dem Appesiatimmgericht i» Pose» fruchtle« gebttebe« waren, «and»« sich der Bestraft« an den Juftizmiuisftr mit der Vitt«, ihm die bereit« bqählte» «Thlr. zurüchnerstattm zu lasten. Diese« Gesuche hat de« Herr Jostizminister stattgegede», und da« köuigl. Kreisgericht zu Srätz algewies«», die bezahlte» d Thlr. zurück zu zechte«. I« de» Bescheid ist hervcrgrhobeu, daß nach de» betzeheud«, Gesetzen de, Inden zwar »ich» da« Recht zuftehe, zu einem auch an jüdische» Feiertagen »«gesetzte, Termine nicht zL_erichewLn^_uach der Lorschrist des § 319. Zit 10. Th. 1. sollen aber di« Inden mit Side«.eistungen a» Sabdmhr, Arft- und Bußtage«, we»u es die Umstände gestatte», möglichst verschont werdeu, wenn überhaupt die Rechte einer andern Pattei dädlltch nicht vettetzt werden. Frankfurt g. M. vr. Leopold Stein veröffentlicht de» Prospectn« eine« van ihm heranszugebende» Buche«: »Alt- Misch« Melodien, gerettet durch Unterlegung religiöser Gesäuge in deutscher Sprach« und zum Gebrauch« für di« öffentliche und iuSbefouder« häuölich« Andacht eingerichtet" (Mit Rote», Preis 10 Sgr.) Da« vo» Stein verfaßte, der Kot Ridra-Melodie untergelegre »O Tag de« Herrn" ist vortrefflich gelungen und hat vielen Anklag gefunden. Auch zu rejp. für einig« Eabbach-Semiroth-Melodie« hat Stein deutsch« Texte verfaßt Da« die«mal veröffentlichte, dem Jom Schabbes Kodeech ha angepaßte Lied ist jedoch nicht wohl g-rathea. Sprach« und BrrStmu find doch selbst für ein Tischtied etwa« zu salop. Prgg.. I» de« eben erschiene»«» „Jllustnrten irraetitischen LotkSkaiender vo» Paschel«« für da» Jahr S83S" ist «i»e Erzählung «nchalte«, der zufolge einer der Rapoleonischen Marschälle, Graf Hullin (nicht Hullei», wie dott gedruckt ist). Jude gewese» wäre. Cr hätte nämlich, al« Eommandant vo« Brün», nach dev Schlacht bei Austerlitz die Vorsteher W* dortig«, israelitisch,u Gemeind« rnfrn lassen und thueu eröffnet, daß er übeMvrge« Jahrzeit habe» einer ftiatr AdM tanten sei ,b«»faLr Israelit, er brauch« als» «och acht. SUuc* um Minjan zu machen. Die Geschtchte giebt sich al« über» lieferte wahre Begebenheit; dennoch paßt sie zu de« biographischen Notizen über Hullin, selbst zu seinen Borname», Peter August, so wenig, daß sie nicht wahr sei« kan». Di«raeli hat einen a»d«rn Rapaleonischrn Marschall al« Juden bezeichnet; welche»? ist uns augenblicklich nicht erinnerlich — aber wir wissen, daß auch bei diesen die Biographie und die Geburtsgegend der Behauptung stritt entgegen stehen. I» unserer Kütdheit hörten wir den Marschall Bieter al« Jude bezeichnen. C« find also wohl allzumal vage Bermuthunge». Prag, von vr. Kämpf erscheint im Berlage bet Dominien« eine Schrift, betitelt: „Phvnizische Epigraphit." Dieselbe schließt fich eng an die im Jahre 1870 heranstgegebeno Schrift: „Die Inschrift auf dem Denkmal Mesa'«" an. Lemberg, 5. Mat Da« Landtagsgesetz, betreffend die Aufhebung de« bisher bestandenen Verbote« der Aufnahme israelitischer Kranken in« Lemberger allgemein« Krankenhaus, erhielt Mc allerhöchst« Sanktion. Pari« Fräulein Bettina vo» Rothschild, dft ältest« Tochter de« Baron Alphon« in Part», hat ihr Paftnt al« Lehrettn ausgehäadigt bekommen, nachdem die fünfzehnjährige jung« Dam« einige Tag« zuvor im Hotel de Bille ihr Lehrerin-Examen mit Glanz bestanden hatte. Einstwetftn dürfte Fräulein v. RothschUd ftellich noch nicht in dft Berlegenheit kommen, ihre« Unterhalt al« Sonoernante zu suchen. Ihre Elter« aber, besonder» ihre Mutter — und da« traf «U ihm« eigenen Neigung zusammen — waren der Ansicht, haß selbst die Tochter eine« Krösus durch da«, ma» sie weiß, was sio gelernt hat, bester, al» durch alle Reichthümer gegen dft «ögttchen DechfelfSll« de« Schicksal« sicher gesielli ist vtmcheßrr. Am 8. Mai fiadtt dft Einweihung einer neue« Synagoge für den ^portugiesische»" Ritus statt Die Thatsach« ist darum bemerkenswerth, «eil neue pott^ftßsche Gemeinde» i» Rordeuropa seit sehr langer Zeit nicht «ehr entstauden sind, und dft «nvähnft Synagoge wohl die erst« ihrer Art sei« wird, dft fett Menschrngedeuftn »m Norden erbaut worden ist. T»»ts. Ruch au« T»»i« einmal «in« Nachricht. Gm sonder« Eefteultche« wird «an nicht erwarte». Es ist M Drerrt pubiftitt worden, welch«« «onftaiitt, daß fich in der Hattptstadt J»de» »nd audere Fremde nirdergttaffe» habe», und Gewerbe betreib««; dadurch werde« dft Gefühft der Ru» seimänner beleidig», sie können solche Nachbarschaft nicht vertragen. E« ergeht daher fkttag< Weisung, keinem Judaw und Fremden dft Niederlassung z» gestatte» oder et»e «ohmuig z» «rmftche», wen» dftsabe» »ichl mit einer «ahtbeglanttg» trn Erlaubniß der Behörde mosche« sind. Zwmiderhanbefttd» solle» »ach Maßgabe' der Unannehmlichkeit, wetche sie de» rechtgläubigen Nachbarschaft bereitet haben, bestraft weoden. Nk»-Yerk. vr. Felix Adler hat eine Professur für hebräische und orientalische Literatur an der Cornell Uaiverstch er halft». Diese U»iverfität van ihrem Sllfter, ll^ra Cornell, für alle Reliaiontbekeimtniffe bestimmt, zählt z« Lehrer» Leute „ von allen, oder doch vieftn, in Amerika verlreteuea Sefte» und nun auch einen Juden. Doch ist Adler uicht vo» der Universität selbst angestellt, sanvern Freunde und Gönner haben für ihn ein JahreSgehalt von 1500 Doll, subscribtrt, und er hat da« Recht, Lollegia zu lesen, also etwa wft unser« Pttvatdocenten. Doch begrüben dft jüdischen Blätter dies« Anstellung al« einen Fortschritt und al« Zeichen der Toleranz. Die Pflichten de« Professor« sind nicht zu schwer, er braucht nur drei Monaft jährlich Borftsungen zu halte«. /

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