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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 18. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 18.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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6in«i fei ein Vulkan, hat sich nicht bestätigt. Der Hauptunteiffchkd zwischen seiner Ansicht und der üblichen liegt darin, daß nach veke da« Jam-Suf nicht der Busen von Suez, sondern der von Lkaba ist. Diesen haben die Israeliten nach sech«tägigem Marsche erreicht; er beruft stch für die Annahme einetsechs tägigen Zeitraumes auf die Tradition der Synagoge, welche noch heutigen Tage» den 7 Tag Peßach al« den de« Durchzuges betrachte und feiere. Die erwähnte Ansicht über die Lage de« SchilsmeereS wird manchen Lesern nicht neu sein, wir erfahren aber, daß eben Bete sie bereit» vor SV Jahren aufgestellt hat, und zwar in seinen Origines biblicae. -knmäute«. T verlad, 10. April. (Or.-Corr.*) Die rumänischen Jtammern sind geschloffen worden, ohne daß, wie wir nach den wiederholten Versicherungen der Minister gehofft hatten, zum Vesten der Juden in den Dörfern baS Geringste geschehen wäre. Am 19/26. v. MlS. sprach Epureano für seinen Antrag aus nochmalige Vertagung de« § 8 deS Spirituosengesrlze« bi« zum SS. April k. I. „Die Regierung hat da« Gesetz au« finanziellen Gründen vorgeschlagen. Sie haben den 8 8 hineingebracht, der Juden wegen, der Senat wollte die grausame Bestimmung nicht annehmen, und nur weil die Regierung versicherte, daß sie die Ausführung Hintertreiben «eebe, ließ der Senat da« Gesetz passiren. Demnach ist der fragliche Paragraph nur ein provisorischer." Hierauf erwiderte der Finanzminister Mavrogeni: der Paragraph ist für die Regierung Landesgesetz, sie wird ihn am 23. April d?s«. in Kraft treten iaffen, sollte sich jedoch bei der Ausführung zeigen, daß dadurch die Finanzen geschädigt werden, so roirb sie besten Abänderung oder Aufhebung bei den Kammern beantragen. Obgleich Epureano nochmals hervorhob, daß ß 8 nur aus Haß gegen die Juden in da» Gesetz gebracht worden sei, die Kammer da« ganze nur diese- Paragraphen wegen angenommen habe, der Senat aber umgekehrt, desselben Paragraphen wbgen da» Gesetz abiehnen wollte, daß ferner der Paragraph all- Nichlrumänen, also nicht bloß Juden, sondern auch Griechen, Serben, Bulgaren, Engländer «. i. w. vom vranntweinhandel auSschließt, demnach ebenso wohl intolerant sei, wie er den völkerrechtlichen Verträgen zuwiderlaufe — so wurde sein Antrag doch abgelehnt, und da» Gesetz bleibt bestehen. Run gibt die Regierung zwar Aussicht, daß die nächste Session im Mai (dieselbe ist berefts einberusen) da» Gesetz ändern werde; Mavrogeni ertheilt ferner den Juden den Rath, .gar keine Licenzen mehr zu nehmen; e» werde sich dann Herausstellen, daß die Staatskasse einen Ausfall erleide, und er werde, darauf gestützt, im Mai für Aufhebung des § 8 etntreten. Aber das Alles ist eitel. Sehr viele Juden haben bereit» Licenzen genommen, selbst auf die Gefahr hin, daß am 38 April schon ihre Schenken geschloffen würden, weil sie die Einnahmen während der Osterfeierlage nicht einbüßen wollten; ferner wird eS nicht möglich sein, schon im Mai de» entstehenden Ausfall zu übersehen, um die Kammern von der Schädlichkeit bei Gesetzes überzeugen zu können; endlich werben die Kammern selbst dann nicht auf Aenderung des Gesetzes eingehen, sondern zur Deckung deS Ausfalles bereit fein, wenn sie nur dert Juden den Lebensunterhalt entziehen können. So traurig liege» die Verhältnisse. Mehrere einflußreiche Glaubensgenossen in Bukarest haben den Schenkeubesitzern gelächen, die Licenzen am 1. April nicht verlängern zu lasten, sie wollen auf da» gefährliche Experiment eingehen, den Schaden des FiScu» klar zu legen. Aber es werden sich Ausländer finden, welche in die Stelle der jüdischen Äirthe und Händler treten, und man wird diesen gegenüber den 8 8 igiwriren. Ich habe geralhen, Licenzen zu nehmen, die letzte Hoffnung ist doch wohl noch nicht geschwunden. ffottifo. Quill Ahn». Ein Brief vom 10. Januar bringt folgende Nachrichten über die Juden dieser Hauptstadt: In der gegenwärtigen Cholera-Epidemie, welche so viel Schrecken in dieser stark bevölkerten Stadt verbreitet hat, versammelt sich eine bestimmte Anzahl Juden jeden Morgen voi» 7—8 Uhr zur Andacht in einem Zimmer, welche» al» Betsal dient, um in einer freilich wenig lieblichen und überaus pathetischen Weise Gott um Abwendung dieser schrecklichen Plage anzuflehen. Ein bedauerlicher Vorfall verdient erzählt zu werde». Ein auSgewanderter Jude, ei« Profeffionist, im Alter vo» 3V Jahren, wurde in den ersten Tagen de» Januar von der verhängntßoollen Krankheit befallen. Der Unglückliche, sich dem Tode nahe fühlend, ließ einen befreundeten Glauben» - und AlterSgenoffen rufen, und bat ihn. ihm bii> zum letzten Augenblick beizustehen und für sein Seelenheil zu beten. Mit seltener Treue und Aufopferung unterzog sich der Freund furchtlos der schweren Aufgabe. Alle Mühe aber, die er dcerauf verwendete, den Kranken zu retten, war vergeben». Rach 13 Stunden hauchte dieser mit dem geliebten Namen „Mutter" und den göttlichen Worten „Schema JSraül" auf den Lippen seinen Geist au». Der edle Freund verrichtete de gewünschten Gebete für ihn und begleitete ihn zur letzten Ruhestätte. Der silberne Schmuck für die zwei Thora-Rollen, d,w seiner Zeit (siehe J»r. Wochenschr. Nr. 4, Feuilleton) in England bestellt worden war, ist vor einigen Wochen hier angrkomnien und wurde mit vielem Pomp unter hem Absingen der Hallel-Psalmen am Freitag den 9. Januar Abend» seiner Bestimmung zugeführt. Beide Kronen und die anderen dazu gehörigen Thora-Zierrathe sind schön und schwer, und tragen eingravirt Namen und Zunamen, Abstammung und Vaterland eine» jeden der Spender. Dieselben werden stet» ein würdiges und heilige» Pfand der Brüderlichkeit und religiösen Gesinnung bleiben. (Ed. J»r.) Vermischte und neueste Nachrichten. Jena. Ein Privatdocent der Berliner Universität, Er. med. Senator, war wegen seiner wissenschaftlichen Verdienste zum ordentlichen Profeffor an der hiesigen Universität vorgeschlagen worden; seine Ernennung wurde aber abgelehnt, well er ein Israelit ist. Preßburg. Graf Johann Palffy, Obergespan de» Preßburger ComitatS, ist, seitdem er seine Thätigkeit dem Comilote widmet, auch unermüdlich bestrebt, der so arg vernachlässigten Erziehung und Bildung unserer Jugend unter die Arme zu greifen. Schulen erstehen durch seinen Impuls, Lehrmittel werden auf feine Kosten reichlich angeschafft, und bis in!»te kleinsten Detail» erstreckt sich seine väterliche Fürsorge für die verwahrlosten Kleinen. Einen neuerlichen Beweis fester edlen Denkweise gibt wohl Folgendes: Der Vorstand t«r israelitischen Kleiickinder-Bewahranstalt in Preßburg hatte rar nahezu einem Jahre beim ComllatS-AuSichuffe um pachtweise Uederlassung einean tue schule grenzenden Garten» petttionirt; der Ausschuß machte Schwierigkeiten, und der Vorstand der Anstalt hielt seine Idee für unausführbar und urgirte sie nicht weiter. Dieser Dlge nun ließ Graf Palffy dock vrrstandSmitglied Er. Heller zu sich bitten und eröffnest demselben, daß er vom EomUate mit bereüS eingeholter Genehmigung des Ministeriums auf die Dauer von 12 Jahren den Garten gepachtet, daß e» ihm zum Vergnügen gereiche, diesen Pachtvertrag der Bewahranstalt zu cedirea, und daß er nicht nur für die Dauer der 12 Jahre den bedeutenden Pachtschillma entrichtet, sondern auch den Garte» aus seine Kosten zwar* entsprechend in Staad setzen und mit einer vollkommen eingerichteten Turnaastaft versetz« «erde. Er hoffe, daß man io* *) 8fi unter Reueste^Nachrichten in »er. X.

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