Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 18.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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tiamcat Bruder geschlagen |u werden/ seufzte da» Life« aus dem Amboß. Herr Schick sollt« nicht vergessen, daß »er jetzt Hammer ist, auch wieder einmal Amboß werde» kann! L.I. Italic«. Au» Rom unv anderen italienischen Städten hat da» Central-Lomite der »Alliance J«r. Unio." Miltheilungen erhalten, welche die Ansicht hervorragender Personen über die z«r Helung der bekannten Uebelsiänd« ersprießliche» Maßregeln auLsprechen. Wir geben auSzüglich da» im Bericht über dir Sitzung de» Lentral-Eomite'S vom 11. April Enthaltene. Herr P. AL coli au» Livorno prüft die verschiedenen Borschlägt, di« in Betreff de» collegium rabbinicum von Padua gemacht wurden, anfänglich, um e» mit demjenigen von Livorno zu vcibinbcn, sodann, um e» nach Rom zu verlegen, »nd ist in Ueberctnstimmung. mit dem H. Oberrabb. Israel Costa der Ansicht, daß man darselbe in Livorno bester al» in jeder anderen Stadt wiederherstellen könnte. Außerdeni sei in Rom da» erste vedürfniß nicht der höhere, sondern der Etemeular-Unterricht, wozu man Schulen und nicht ein collegiom rabbinicum nöthig habe. Rach der Ansicht de» H.S.To»cano, Präsidentende» Comite'» von Rom, haben die Uebelständ« der dortigen itrael. Gemeind« ihre« Grund in der von dem früheren Regime geschaffenen Roth und in dem in Folg« t«r Tmancipalion bei vielen Mltgliedern eutstandenen Jndifferentirmu»: da» Lomite von Rom macht alle Anstrengungen und wird sie fortsetzen, wu diesen Zustand der Dinge zu verbeffern. — Derselbe Tor- «spont-ent würde gern in Rom da» frühere Eoll. Rabb. von Padua «ikdererstehen sehen, und meint, daß di« Wirksamkeit Äne» solchen Heerde» der jüdischen Wissenschaft zur Wiederbelebung de» römischen Judenthum» mächtig beitragen würde. Da» Lentral-Lomite hat außerdem zahlreiche Mitlheilnngeu in dieser Sach« erhalten; all« Correspondrnten stim- «»» darin überein, daß die Lag« traurig sei, wenn auch die Schilderungen de» H. vr. Berliner, der mit de» dortigen Berhältntffen nicht genau genug venraut gewesen, nicht frei wn manchen UeVertreibungen seien. (Da» ist ziemlich wahrfchchnlich; aber «» mußten dir Schäden recht tntschieden »nfgedeckt werdenI Red) Der Zustand rühre von der Deäorzauisallon her, dt« im Beginne der Frecheit häufig hertzeigesichrt worden, und auf welche man nicht vorbereitet gemp« sei. Jndeffrn meinen doch mehrere Correspondentru, daß di« Schwierigkeiten in Rom gar nicht so schlimm seien, ai» man glauben könnte, und daß die Sache unter der Intttattv« von energtschen Männern leicht ein andere» Ansehen Cm«« könnte. Man macht zuvörderst bemerklich, daß die er, welch« di« Gemeind« durch di« neue Regierung verlvre» hat, nur ca. 3000 Fr. p. a. gebracht hat, und Hauptsächlich nur zu wohlthätigen Zwecken verwendet 'wurde, e» »ürd« den reichen Jörarltün von Rom nicht schwer werden, hierfür einen Ersatz zu bieten; sodann haben sich jetzt sehr »tele Jöraetuen au» Italien in Rom »tedergelaffen, dt« unmägltih chren vesirag zu den Kosten de» tuliu» und der Gemeindeverwaltung verweigern könnten, endlich könnt« man mit «eit größerer Sparsamkeit dt« Interessen der Gemeinde waürnehmen, wenn dieselbe statt wie biöher in mehrere kleine Gesellschaften getheilt zu sein, von denen jede ihr Budget, ihren Tempel, ihr« eigene Berwattung hat, eine einzige Gefammtgrmemb« bildet« und nur einen einzigen Tempel und «8w einzige Verwaltung hätte. (Daß da» nicht so leicht aneit, zeigt da» Beispiel der fünf Gemeinden in Danzig! d.) — Man kann, sagen die Korrespondenten, auf eine -ecniiäre Unterstützung Seilen» der anderen italienischen Gemein»«» nicht entfernt rechnen, da dieselben ohnehin sehr belüftet und nicht deffer geschützt sind, al» die römische Gemein»«; ebensowenig wäre e» vernünftig, wenn die Alliance a»» ihren Mittel» zur Wiederherstellung dieser Gemeind« beitrüge; »Rom muß sein Heil in sich selbst suchen, muß Alle» vtm sich selbst erwarten oder schlimmsten Fall» von de» ttalienischen Gemeinden, nicht al» Mitglieder der Allinrlce, sondern al» Gemeinden derselben Baterlande».- llrbrigen» giebt e» ein leichte» Mittel, di« zum Unterhalt der Tempel und Schulen nülhigen Koste» zu garantiren. »Die italienischen viemeinden sind autonom; für Piemont giebt e» ein Griueinvegejetz, uni deffe» Einsührung in Rom inan nur die Regierung zu bitten brauchte, und man würde bald organisirt sein; seit der Annexion haben z. B. in Toöcana einige tiemeinden um Einführung jene» Gesetze» nachgejucht, und befinden sich nun sehr wohl dabei; andere G.meinden, wie Livorno und Florenz, habe» gebeten, daß man ihnen ihre Verwaltung nach ihren alten Gesetzen weüerlaffe, man hat e» ihnen gewährt. Warum kommen die römischen J«raelilen nicht bei der Regierung ein, daß man ihnen enlmeder da» piemont.'fische Gesetz gebe oder ihre früheren Reglement» sanctionire?" In Ermangelung jeder anderen constiruirten Corporation möchte wohl da» Eomite der Alliance zunächst berufen skin, die Initiative für die vorgeschlagcnen Maßnahmen zu ergreifen und für ihre Verwirklichung thätig zu sein. Die Berufung einer Eonferenz von itraelitischen Rotabeln Italien» nach Rom wird von vielen Lorrespondenten gebilligt, von anderen jedoch al» nicht Erfolg versprechend bezeichnet. Ebenso find die Ansichten über die Modalitäten der Wiederherstellung de» Colleg. Rabb. verschieden. Alle aber finden sie wünschen»werlh. (Wir fügen noch zwei Bemerkungen hinzu. 1) In unserm ersten Schreiben, in welchem wir da» Eentral-Eomite auf die Schilderungen und Vorschläge de» Herrn vr. Berliner aufmerksam machten, haben wir gesagt, e« komme nur darauf an, die Juden in Italien anzurege», nachher möge «» auch hier heißen: ,Italia tarn da se.* 3) Die Zerrüttung in Rom und einigen anderen italienischen Gemeinde« ist zunächst durch dl. Aufhebung de» Gemeindezwange» herbeigeführt. Wer nicht will, trägt nicht» mehr bet. Aus diesen Umstand und di« offenbare Parallele mit dem, «a» sich bet un« in Deutschland vorbereitet, haben wir schon vor langer Zeit htngewtrsen. Da« Beispiel Rom« ist um so lehrreicher, resp. abschreckender, da wir hier eine altconsolidirt« Gemeinde vor un« haben, in der man bi»h«r von religiösen Zwistigkeiten, Reformen, Jndtfferrnttömu« u. s. w. nt« etwa« gehört hatte. E« ist lediglich die plötzlich gestaltete Willkür, welche zur Auflösung de» bi»h«rigrn verbände« sühn. Red) Frankreich. Pari». (Au« dem Bericht der Alliance J»r. Untv. für April.) Neue Mitglieder 473, darunter au« Deutschland 371 (au» Berlin seit Januar 1870 178.) Geschenke u. a. von Herrn Max Mamroth, Berlin, Legat de» sei. A. Rüben» und seiner Gattin Emilie geb. Benzian V0 Thlr. Bon H. Kalischer, Thorn, für H. Leib Kalischer in St. Franciöco 3 Thlr. vom Somit« Mazagan 335 Frc» Durch da» Lomite Berlin zur Au»bildung eine« i»rael. Knaben au« Persien »00 Frc». Schulangelegenheiten Adrianopel. — Hr. Direktor Felix Bloch beklagt sich darüber, daß die Ettern ihr« Kinder zu früh au» der Schule nehme»; „«» betrübt mich tief, sagt er, meine besten Schüler mir so schnell wieder entriffen zu sehen, und meine Arbeit wird eine der peinlichsten und undankbarsten sein, so lange «»' mir nicht gelingt, dt« Eltern dahin zu bringen, daß sie un« ihre Sühne wenigsten» bi» zum 18. oder 17. Lebensjahre lassen.- (Ohne Zweifel, werden viele Leser denken, daß die» eine starke Zumuthung sei, da r» un» selbst in den geblldetsten Länder», nicht einfällt, die Zeit de« nothwendigen, allgemeinen Schulunterricht» soweit au»zud«hnen. Doch ist e« ja erfreulich zu sehen, daß der Anspruch gemacht werden kann, daß Herr Block, e« mit seiner Aufgabe sehr ernst nimmt, und daß der Unterricht in seiner Schule sich ein hohe» Ziel stellt und nicht auf da» Aufträgen «ln-» dlo« äußerlichen Lulturfirniß hinarbeitet., La rach«. — Der franz. Liceconsnl H. v. Laroche berichtet über «inen Besuch, den er det von H. Benoliel grlri-