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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 17. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 17.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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138 «on solche« Person«» welche die Lletmuüthi^eü namentltch der de« wohlhabend« Lanftnannsstaud« anaehörenden junge« .«ehrpklichttge» Leu.'« ansnutzen, um dies« Falsistcate mit bedeutende» Gewinn an d« Rann zu bring«. „Diese Haltung unsres Handelsstandes* — bemerkt der „@olo»", „der neuen Wehrordmmg gegenüber «uh iudeffm um so wunderbarer erscheinen, als an eingutwn Orlen selbst die Zmden sich mit demselben schon auSzusö^nen beginn«. So liegt au» Grodno die Nachricht vor, wonach di« Juden sich beeilen, in di« Stammrollen ausgenommen zu werden.* Eigenthümlich ist es, daß sich jetzt erst der Minister des Innern an das Lrieg»- wie an das Finanzministerium geweudel hat, um sich Vorschläge darüber zu erbiiten. aus welchem Wege am kühnsten «ine zuverlässige Zählung der gesammt« männlich« israelitisch« Bevölkerung bis zum 25. Lebensjahr« zu erzielen sei. (S. Z.) Aknnränte». Au« Bukarest, 1. April» bringt „Jew. World* eine ausführliche Eorrejpondenz, welch« die in unserm vorig« Blatte gegeben« Berichte bestätigt und durch Detail» ergänzt. Der Inhalt ist kurz gefaßt dieser: Di« große Petition ist nicht eingebracht word«, der Premier hat e» abgelehnt, sie der Lämmer vorzulegm, die Zeü sei nicht die geeignete. Da» Ministerium war wirklich an sich nicht abgeneigt, e» hatte aber weder Lrast noch Muth zu eitlem solchen Schritte. Ein hervorragender Jtraeltt, der von seinem Much und seiner Unabhängigkeit schon oft Prob« abgelegt hat (höchstwahrscheinlich der von unserm H« Sorresp. namhaft Gemacht«), «achte dem Premier gelinde Vorwürfe über dessm Mangel an Much und Thatkraft. Daraus agte dieser: „ES ist nicht wahr, daß ich H« Halfon im vor. Jahr, nach der Brüsieler Lonferenz, gesagt habe, e» würde eine Metzelei geben, wenn di« Petition eingebracht würde. Ich würde Sxceffe nicht duldm unb habe die Macht, sie zu verhüt«*) Ich habe nicht« Derartiges gesagt, ich habe nur davon gesprochen, daß da» Ministerium fein« Stellung gefährd« könne, wenn es die Petition eint ringen würde; wendet euch, ohne Vermittelung des Ministerium», an di« Lämmern, wenn ihr e« so gut findet. Aber ich kann auch dazu nicht rathen, der Augenblick ist nicht günstig.* Tagegm versprach er eine d« 8 8 de» Spirituosengesetzes betreffende Petitton einzubringen. „34 will auch eine Petition um Gestattung de» Ankauf» von Grundstück« für eingeboren« Israeliten unterstütz«,* setzt« er noch hinzu. Da erseht« zum Emsetzen von tausenden von Israelit« eine Verordnung de» Finanzminister», daß da» erwähnte Gesetz am 1. April (a. St.) durch die Behörd« in Lraft gefetzt werd« solle. Der vorhin bezeichnet« Israelit wendete sich schleunig an d« Minister, um zu erfahren, wa» da» zu brdeM« Hab«, und wurde bedeutet: „Es wird nicht in Lrast gefetzt werd«, wir müff« nur d« Schein wahr«* Nicht»- destow«iger wurde nun dem Ministerium und den Lamme« eine Petition weg« de» 8 8 überreicht. Da Hab« ich nun in dieser Woche ein jammervolle« Schauspiel gesehen. Au» all« Städt« der Moldau kam« ein paar hundert jüdische Abgeordnete, BranMweinhändler und Wirthe, blass«, abgehärmte Jammergestalt«, hierher, um persönlich um Aushebung de» ihre ganze Existenz vernichtend« Gesetze» zu bitten. Ein reich« Bankier — Halfon — habe sie ausgefordert, zu kommen. Nachdem sie aber die kostspielige Reise gemacht, wurde ihn« von dem Erecution»-Eomite gesagt: geht nur nach vause, «er Erscheinen ist überflüssig gewesen, § 8 und 12 werd« aufgehob«, e» thut un» leid, daß ihr Mühe und Lost« unnöthig angewendet habt. Der Aerger der armen Leut« war groß. Ich habe manche von hier gefragt, warum sie nicht ein andere» Gewerbe ergriffen. „Wir können ja nicht, antworteten sie, die Bojaren haben auf Jahre hinau» mit un« Contracte gemacht. *) Dir recht« „Soulrut!“ Im Prioaljimmer unb unter vier »ugen groß« Sour«-« und -««alti-r Herrschermm«. Wer kann da sage«. Wann ein solch« vtann sein« «atz« Meinung schzt und maun nichts Manch« von uus stad auf 20—so Jahre htnans gtbundo», d« Bojar« ihr Getreide und ihr« Trauben abzunehmwch und ebenso haben viele von un« mit den Soounune» Aieorba «eg« des vranntweinhandel» abgeschlossen. Giebt man uus denn los, weit» wir nicht unser« ganze Hab« opfern wolleul Land dürfen wir auch nicht erwerben; wa« solle» wir als» beginnen?* So gingen die Arme» dmn endlich nach Hanse. Epuraueo hielt dann eine glänzend« Rede in der La»» mer, und verlangt« Aufhebung des Gesetzes, oder Aufschub der Ausführung Die Opposition schäumt« vor WMh. Aber der Finauzmiuister setzte auseinander, daß die Regierung de» Paragraphen nicht zu verantworten habe. Sie Hab« ei» Gesetz zur Hebung der Staatseiukünste mache» «olle», dje Lämmer habe die unglücklich« Bestimmung hineingebracht, durch deren Ausführung die Finanzen furchtbar« Ausfälle erleiden müßten. Die weiter« Berichte über di« Verhandlung« bieten kein Jntereffe. Das Resultat ist unser» Lesern bereit« bekannt. (Siehe unler „Neuesten Nachrichtin*.) Vermischte und netteste Nachrichten. Berlin, 16. April. In der heutigen Sitzung de» Reichstage» beantragte der Abg. H a u ck zum 8 20 die Befreiung der Sludirenden der Theologie und der Rabbinat»canvidäteü vom Militärvienste. Abg. La Sker bat, diesem Antrag« keint Folge zu geben; er würde auch abgrlehnt. Leipzig. 17. April (Or.-Eorr.) E« verdient in diese» Blatte verzeichnet zu werden, daß al» Jubelschrist zu der hier kürzlich begangenen Prof. Fleischer-Feier vom Prof. F. Delitzsch eine 40 Seiten starke Broschüre erschienen ist unter dem Titel: Jüdisch-arabisch« Poesien au» vormuhammedq» nischer Zeit. Sin Specimen au» Fleischer'« Schul« al» Beitrag zur Feier seine» Jubiläuin«. (Leipzig, Dörffliag und Frank 1874.) Diese Schrift enthält die Uebersetzung (im elegischen Ber»maß) und eine dem arabischen Scholiasteu »achgebildete Erklärung der Laside des berühmten Samuel den Adija, deflen heldenntüthige Treue gegen den großen Dichter der vorislamischen Zeit, Amrul-Rai», noch heute bei den Arabern sprüchwörttich ist. „Samnel der Jude" gilt ihnen al« Prototyp der Treue und Zuverlässigkeit. An» BreSlan. Obgleich bereit« im Jahre 1668 ein« Mintfterialverfügung erschienen, in welcher es aufs Strengste verboten wird, bei Erlaffen der Gerichtsbehörden an Personen jüdischer Sonfesston dt« Anrede „Jude* zu gebrauch«, haben sich doch Beamt« de» Bretlauer Stadtgerichts noch bis in die neueste Zeit in amtlichen Schriftstücken dieser Anred« hin und wieder bedient. Sogar ein Rechtsanwalt, der sich mir einer jüdischen Dam« in BreSlan unlängst vermählt hät, erhielt eine Zuschickung vom Stadtgericht zu Breslau, lautend : Ln den Rechtsanwalt, Juden. Al« sich der Rechtsanwalt beim Stadtgerichtspräsidenten darüber beschwerte, erhielt er eine sehr höflich« Antwort mit dem Bemerken, dah dem betreffenden Beamten bereit» «ine Rüge ertheilt sei. Es bleibt aber immer bemrrkenSwrrth, daß ein Mißbrauch »och so lange Zeit nach der offiziellen Sorreclur wieder qustauchrn konnte. , Nürnberg. Der Rabbiner und der Vorstand haben bezüglich de» Armenwesen» an di« Gemeindrmitglieder «in Streular gerichtet, au» welchem wir Nachstehende» entnehmen: „Da wiederholt Llagen lautbar wurden, daß trotz der Veranstaltung de» Armenwerein» dem Hau»bettri nicht gesteuert worden ist, so sieht sich derselbe in die Lag« versetzt, «nerai» sch« Mtttel zur Abhilfe anzuwenden. Da» durchgreifendste nun ist di« polizelliche Unterstützung und zwar der Art, daß von der Lasse au» dw angewiesene» Polizisten den Betttot» Nachfolgen und diese, soferue sie ei» PrivachaU» botrots», »0t» .T-t-'ii..

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