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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 17. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 17.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Beförderung von Waisenkindern, Expedition von Auswanderern. Außer den Herren Wigdor und Levy, die sich unverändert wie früher der gemeinnützigen Sache gewidmel haben, find wir jetzt noch dem Herr« Inspektor Stiel (in der Fabrik de» Herrn I. Reumann) zu bestem Danke verpflichtet für die sorgfältige und liebevolle Seife, in welcher er (unter fördernder Zustiuimung feinet Prinzipals) die Berpflegung and Beförderung sämmtlicher Waisenkinder besorgt hat. Eine Zusammenfassung der GeschäftSthätigkeit tut Berliner Lokalcomue» in de» beiden Perioden vom 1. Oktober 1869 bi- 18. Mai 1872 und vom 18. Mai 1872 bi» 31. December 1873 ergiebt folgender Gesammtresultat: A. Einnahme. a. vom lJDct 1869 bi» 18. Mai 1873 10092 Thlr. 35 Sgr. 6 Pf. d.vom18.Rai1873bi»31.Dec.1873 2499Thlr. 13Szr.6Pf Summa 13593 Thlr. 8 Sgr—Pf. In dieser Einnahme find, incl. der 1113 Thlr. 15 Sgr. au» der Lasse de» Lrntralcomite» rejp. de» Königsberg« Hauptgrenzcomttes, überhaupt 1643 Thlr. 18 Sgr. 6 Pf. von außerhalb, durch Geschenke oder Mugiiederbeilräge, in die Kaffe de» Berliner LocalcomiteS gefloffen, e» verbleiten mithin 11558 Thlr. 39 Sgr. 6 Pf., welche au» Berlin allein vereinnahmt wordeu find. B. Ausgabe. a. 9483 Thlr. 5 Sgr. 6 Pf. b. 3338 Thlr. 14 Sgr. 6 Pf. Summa 11821 Thlr. 30 Sgr. — Pf. I» Ganzen find ausgegeden: a. für Etudirende . . . 2287 Thlr. — Sgr. — Pf. b. für Handwerker . . . 4307 , 27 , 6 „ c. für WaijenbefSrderung 1146 „ 26 „ — „ d. für LuSwanderung . . 1817 „ 33 „ — „ e. Extra und Diverse . . 637 „ 14 „ — „ L Reise. 543 „ 18 „ — „ g. Verwaltung .... 1093 „ 3 „ 6 * 11821 Thlr. 30 Sgr. — Ps. 0. Zahl der unterstützten Personen. A. Etudirende 63 B. Handwerker 138 C. Waisen 151 D. Auswanderer 642 E. Extra 36 F. Reise 89 Summa 1098 Der Restdestand unserer Kaffe am 31. December 1873 ist — bi» auf eine kleine Reserve, insbesondere für Fortsetzung der Waisrnbeförderung re. x. — an da» Lenlralcon»lte zur Berwendung für di« allgemeinen Aufgaben der Allianz abgeliefert worden." Trier, den 10. April. (Or^Lorr.) Heute wurde unsere Denkschrift in 700 Exemplaren, zur Berrheilung an die Herren Abgeordneten, den Präsidenten der beide« Häuser zugefchickt. Auch dem Herr» Eultusminister wurden die bi» jetzt bei de« hiefigen Borstand eingegaugenen Beitrittserklärungen zugesandt, sowie dem Borstand der Berliner jüdischen Gemeind« auf deffen Verlangen ein« Loschrist derselben. Fast alle Gemeinden unsere» Bezirks find der Denkschrift beigetreten, von de« übrigen Gemeinden erwähnen wir nur: Lachen, Loblenz, Metjenheim, Dortmund, Eleve, ArnSberg, Em», Lüneburg, Hamm, Raugardl, Königsberg i. P und Glogau. Da wir nur an circa 100 Gemeinden Exemplar« der Denkschrift versandt hatten, und viel« derselbe« sich durch die vorhergegangen« Beitrittserklärung an die Berliner Denkschrift gebunden erachteten (was wir für unbegründet halte», da die uasrige ja nicht im Widerspruch mit der Berliner, sonst«» ein« Ergänzuug derselbe» ist), so ist di« Anzahl der «in» gegangenen Zustimmungen verhältnißmäßig bedeutend. Der Tadel, den Ihr Blatt (Rr. 13 unter Stettin) gegen de» Herr« ■Dr. Laster wegen dessen Aeußernng i» der Schnng de» Abgeordnetenhauses vom 3. Februar diese» Jahre» ««»speich», wird dadurch noch intenfiver, daß wir schon a« 22. Ja»»« Herrn Dr. LaSker »st «ine» Begleitschreiben unsere Denk« schrist eingesandt haben, in welcher wir doch mit aller Energie Subvention au» Staatsmitteln verlangen. Hoffentlich «ird Herr vr. La»ker durch die Beitritt-erklärungen vieler Ge meim den bestimait, bei der ersten Beranlaffung seine erwähnt« Aeußernng zurückzunehmen, sowie überhaupt von seiner bekannten Resolution ahustehcn. K. KSligsberg, 10. April Folgende Geschichte hat in de» letzten Tage» hier viel von sich reden gemacht. Herr Bankier Samter überwies bei Gelegenheit de» zu Ehren de» 60jährigen Bestehen» der Samterfche» Firma veranstalteten Feste» dem Borsteheramt der Kaufmannschaft 1000 Thaler mtt dem Ersuchen, diese Sumni« behufs Unterstützung armer Handlungsgehilfen einem hier am Ort« bestehenden Bereiu zuzuwenden. Da ein solcher hier aber nicht existirt, so beschloß da» Borsteheramt, den gedachten Betrag dem Armen-UntrrstützungSoereine der jungen Kaufmannschaft zuzusende». Der Borstand desselben nahm diesen jedoch ebenfalls nicht an, berief vielurehr zunächst di« Mitglieder zu einer Generalversammlung, in welcher beschloffen werden sollt«, ob der Bereiu dieser Summe wegen die Statuten ändern und fernerhin auch verarmten oder verunglückten jüdischen Kaufieuten — die bi» dahin auSgeschloflen waren — Unterstützungen zukommt« lassen wolle. Da von mehr al» 350 erschienenen Mstglieder» nur fünf oder sechs sich dafür, alle Uebrigeu sich aber dagegen erklärten, so hat der Verein dir Annahme von 1000 Thalern abgelehnt und da» Borsteheramt hienach beschloffen, diese Summe der hier bestehenden Jubrlstiftung zu überweisen, welche nicht nur hilf»bedürftige Kausleute, sondern auch Hinterbliebene ohne Unterschied der Konfession unterstützt. Kssttig-ßerg. Wir erhalten da» „Statut der vr Kosch'- schen Waisen-ErziehungSanstast in Königsberg i. P" Davon dem Euratorium unlerzeichuete Borwort berichtet über Entstehung und Zweck der Anstalt Folgende«: „Unser langjähriger Mitbürger, der am 37. Män 1872 verstorbene vr. rnsck. Raphael Jacob Kosch, hat außer beträchtlichen Legaten an fast alle wohlrhätigen nnd gemeinnützigen Bereine und Institute der Stadt Königsberg, de» weitau» größten Theil seine» Bermögen» zur Errichtung einer Stiftung bestimmt, „welche seinen Ramen führen und di« Erziehung ar«er jüdischer Waisen in hiesiger Stadt, »ach Art der in Berlin bestehende» Mose» Rendelsohn'schen Waisen - Erziehung» - Anstalt, zum Zweck« haben soll." Die Errichtung dieser Stiftung, deren Plan und Grundsätze in ihren Grundzügen von vr. Kosch persönlich letztwillig festgesetzt worden, hat er in die Hände der von ihm bestellten Testamentsvollstrecker gelegt. Nachdem da« von den betreffenden Herren i» Sinn« und nach den Bestimlnunge» de» Erblaffer» ausgearbeftete Statut durch Allerhöchste EabinetSordre vom 4. Juni 1873 die landesherrliche Genehmigung erhalten hat, ist die vr. Kosch'sche Waisen-Erziehnngs-Anstalt zu Königsberg in Pr. mit dem Beginne diese» Jahre» in'» Lebe» getreten, und übergeben wir hiermit da» Statut der Stist»»g der Oeffentlichkeit." Die wesentlichsten sachlichen Bestimmungen de» Statut» find folgend«: ff 3. „Die Stiftung dient zum Besten der hiesigen Spnagogen-Gemeinde, hat den Zweck für de» Unter» halt und bic Erziehung armer jüdischer Waise« beiderlei Geschlecht«, welch« ver hiefigen Spnagogea-Gemeind« angehöre»', zu sorgen, und wird au» dem von dem Stifter dazu letztwillig bestimmten Vermögen begründet und uaterhaite». 8 4. Di« von der vr. Kosch'sche« Waiscn-Erziehung«- Anstatt übernommene« Knaben sollen in der Regel z» ha»»- werlern, und dtt Mädche» zu häusliche» Dienste» erzöge» werden. R»r bei hervorragende« Raturgabe» oder Talente» sei £»

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