Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 16.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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MterftfitM, »nb wixt demchemäß pra Mitglied« der Schnlcovunisfioo ernannt. Marseeo. Herr Lug. v«a«»i«r, franz. Lonsul zu Mogador, theist neu« Nachricht«, in Betreff der Vergrößerung de» dortigen Mellah mir und zwar i» der Lichtung »ach einem wenig bevölkerten Theil« der maurische» Stadt. Dies« Erweiterung war bereit« vor 13 Jahren aus Ersuche» de» Sir Mose» Montesior« im Prinzip bewilligt worden, scheitert« aber an manch«« Schwierigkeiten, die jetzt aber leicht beseitigt »erden könnten, wenn die LH. Sonsuln, wenigsten» die von Frankreich und England, sich mit de» Localbehörden über die Festsetzunder Grenze» in» Einvernehmen setze» wollten. Zu diesem Zwecke mühte die Llliance vor Alle« mit dem Board von Londo» gemeinsame oder gleich« Schritte verabrede», um vermittelst der Äesaadlschaften von Tanger die »öthige kaiserlich« Ordre zur Vergrößerung de» Mellatz zu erlangen. — Da» E-Somit« wird, vor seiner Beschlußfassung hierüber, zunächst den Board von Londo» um seine Ansicht ausragrn. Der Sonsul Beaumier berichtet ferner über die Schule tu Mogador. Ohne di« politische» Wirre« würde di« Reorganisation derselbe» schon vollzogen sei». Sie soll in der neuen LaSbah, einem schönen Stadttheile, errichtet werte». E» wird für di« Sinder sehr vortheilhaft sein, wenn sie täglich di« Stadt pasfireu und mehrere Stunden außerhalb der schlechten Luft de» Mellah zubring«» «erden. Die Gemeind« will jährlich 800 Frc». Subvention und noch 600 Frc». Lehrerbesoldung zahlen, «ine weiter« Summ« würde durch Schulgeld aufgebracht werdea, di« Alliance möge nur di« Be- Schulgeld aufgebracht werdea, di« Alliance möge nur di« Be foldung de» Dtrector» und der englisch« Board dt« de» Eng' ltsch-Lehrer» übernehmen. Jtalte». Parnt». Der tüchtige und sonst al» Man« von liberaler Gefinnuttg bekannte Professor der Ltthropologie Hierselbst hielt t» der Aula der Universität »nter Ledere« auch eine Vorlesung über die Menschenopfer, die in dem Local-Blatte „Jl Presente" veröffentlicht ist. Unter den Böllern, die der Gottbest zu Ehren Menschenopfer dargebracht haben, a»ncd«n auch oie alten Hebräer aufgezählt und al» Belag hierfür die Erzählung von Jephta und di« bekannte vibelstrlle Lev. 37, 33 aicheführt. Doch genügte die» dem gelehrten Profrffor, wie «» scheint, nicht, denn er fühlte durch sein wissenschaftliche» Gewisse» sich gedrängt, di« «aßlo» kühn« Behauptung aufzustelle«, daß i» der Bibel Spuren von EannibaliSmu» sich fände». Prof. Alessandr» Segr« hat darauf «ine meilläusige Md gesehrre WiderlegMg geschrieben; auch Prof. Giuseppe L»»i hat i« „Educatore" mit einigen berichtigenden vemerknngm grnntwortet. Wir aber glauben, daß dergleichen BerlämndMge» »ad Jrrthümer nicht ausgesprochen werden könne», ohM sich selber zu kennzeichnen und zu widerlegen. Wer nur dir oberflächlichste Lrnntniß vom mosaischen Gesetze hat, m»ß «ü Entrüstung von der vorurtheilSvollen und dabei a«- »aßnlde» Unwissenheit, di« Prof. Pigorini auf diesem Gebiete bekundet, sich abwend««. Solche« und ähnlichen Bomrtheile» gegenüber, deren Motiv wohl zu« nicht geringe» Thrile religiöse Intoleranz ist, th«t es um so »ehr noch, auf einig« «eiche» der vornrcheilSlosea LnerkeMUng und vollständige« Gleich bemchtigung hiuzuweisen, di« in der jüngste» Zeit mehreren unserer Glaubensgenosse» in Italien zu Theil geworden find. Ar coli Graziadio Jfata, Präsident der philosophischlstterarischen Academu z» Mailand, wnrd« zum Sogunandeur he» ital. Lronenorden» ernannt, Banquier Leone Ottolenghi (Richter im HandelStribnnal zu Turin) mst den Rstrer-Jnsig- »ien desselben Orden» decorirt. Di« Rodrne»fische Academi» der schöqe» Läuft« hat durch ihre» Präsidenten und Director den berühmten Maler Maintesta an de»au»gezeich»ete»L»pf«r-ech«r Abram Rimini ei» stborau» schmeichelhafte» AuerkrunnngSschreibeu, voll auSzeichnender Lobeserhebung«, gerichtet. Dte Rationalbank hat nach Abschluß ihr« Bilanz gewohnheitsmäßig auch diesmal ein« beträchtlich« Summ« für DohlchätistleitSzweck« bestimmt. Unter andere» DohlthättgkeitS-Anstalten ist in diese« Jahre auch da» J»r. Linder- Asyl mit 800 L. bedacht worden. RnMiaifli. T. CftW, 18. März (Or.-Sorr). Dre Petitionen sind durch eine Deputation dem Premierminister' Eatargiu überreicht worden. Dieser empfing fie freundlich und sagte: »Ich kann diese Petitionen gar nicht annehmen; die Regierung ist nicht stark genug, um etwa« zu Gunsten der Juden thun zu können. Wir find ja conststutionell - beschränkt und müssen langsam nnd bedächtig vorgehen. Die Juden haben durch den 8 36 de« Eommunal-Gesctze» und dte neuen Strafgesetze genug gewonnen. (?) Di« un» von tzalfon überreichte Petition*) ist genügend, zu günstiger Zeit «erden wir gern für die Juden Berdrfferungen erwirken. Ich kann Sie nicht hin, dern, die Petitionen der Deputirtenkammer zu überreichen, aber thun Sie e« lieber nicht, e« wird Ihnen schaden, setze« Sie mir nicht da« Messer an die Lehlel"**) Der Mtuister wurde dann von Herrn Sman. Rosenthal, dem Führer der Deputation, wegen de» h 8 de» Branntweingesetze» befragt, und darüber, daß der Finanzminister in seiner Verordnung vom 30. Februar vorzeschrieben habe, daß di« Juden entweder vom 1. April für drei volle Monate bezahlen müssen, wenn sie auch nur bi» zum 38. Aprst Handel treibe», oder daß fie vom 1. April ab gar kein« Licenz erhalten sollen. — Hierauf erwiderte Eatargiu: „Richte« Sie eine Petition an den Mtnisterrath oder an di« Deputirtenkammer, aber nur in Betreff de» ß 8, und die Regierung wird ihr Möglichste« thun, um entweder bot J 6)u aanulllf ren oder doch dt« Frist zu Gunsten der Dorfbewohner zu verlängern." So ist denn die Deputation, mit ihre» Petitionen Dieder »ach Hause gegangen; eine Petition wegen de» 8 8 ist am vorigen Freitag abgegeben worden. SM« Lage ist »et» hängnißvoll. Da» Weinen und Jammern von mehreren Tausenden israelitischer Familien ist herzzerreißend. Durch Telegramme haben wir aufgefordert, au» jeder Stadt einig« Männer nach Bukarest zu senden, um für da» Leben der Dorfbewohner »u flehen. Erheben auch Sie, Herr Rabbiner» Ihre Stimme für di« schwer Bedrängte«! R. Schr. lö. März. Eben bringt mir der Postbote Ihr geschätzte» Blatt Rr. 11 mit einem Artikel (S. 88) ck. ck. Hamburg 3. März, gezeichnet Dr. F. Ich erlaube mir zur RichtigstellMg der darin enthaltenen Angabe, daß in Botluschau „wohl nur 1900 Seele« leben", di« Vemerknng, daß in Bottuschan ganz verläßlich noch mehr al» »ennzehn Tausend jüdische Seele« ^iftiren. Trotzdem beläuft sich die gesammte Judenbevölkerung Rumänien» laut verläßlicher Zählung, di« wir veranstaltet und seiner Zeit der „Llliance J-raelite" mitgetheilt habe», nur auf 170—180,000 Seelen. vottnschau ist di« zwestgrößt« Judengemeinde Rnmänien». Ich werd« mir Mühe geben. Ihnen «in« genau« Statistik der Rumänische» Israeliten zu sende«, «st spezieller Zah- *) 9t sind, wie atir schon erwähnt haben, zwei Petitionen unterznchnet worden, di« ein« son Laifon, di« andere von veigott» «erfaßt» Bon »er zweite« ist oben di« Rede. Wir habe« auch schon imgedeutet, daß hier bedauerlich« Minen und Gegenminen, persönlich« Jntriguen un» Awalitäte» un Lp-et« sind, und, setze» wie heut« hin»», auch »ohl «in Gegensatz zwischen der rumtnisch-jüdische« Geldaristokratie uud de« armen großen Hausen. So scheint un« di« Sach« zu liegen. 3» Pari« und Wien sieht «an die Sach« ander« an, auch bei der Brüssel« Eonserenz ha» seiner Zeit die ander« Ansicht di« Oberhand behalten. Wir find sicherlich «eit dewon entfernt, unfere Annud Einsicht der so vieler wohlmeinenden und verständigen Männer üderzuordne», aber sie können nur »och ihren Informationen urtheUen. un» da« thun wir, an unser« Lhelle, ganz bescheiden ebenfall«. (A«d.) Sir übersetzen da« hebräisch« original unserer EorrefpaNde» wtrttich. Wahrscheinlich ist ei« de« „Pistol« aus dt« Wnist setz«" ähnlich, «ans. wdrancht «mch«.